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Der Anfang

Die ALLERERSTE Stunde meines Lebens!

Ich habe sie gehalten! Woaaaaah, total gutes Gefühl.

Ich war vorher meganervös. So nervös, dass ich sogar kurz vorher am Zittern war. Die Nerven 😉

Aber als ich dann vor der Klasse stand… da war das alles weg. Ich habe mich gefühlt als würde ich wieder vor den Kindern beim Karatetraining stehen. Die Situationen sind ja auch ähnlich, das erklärt dieses Gefühl vermutlich. Einfach ziemlich selbstbewusst und vor allem meiner Position bewusst.

Während meines FSJs war ich ja in einer sehr einzigartigen Position und stand quasi auf halbem Wege zwischen Lehrkraft und Schülerin. Das ist jetzt natürlich einfacher, weil ich eine klare Rolle innehabe.

Aber jetzt zur Stunde. Ich hatte quasi zwei Tage Vorbereitungszeit. Es sollte eine Stunde bei Fünftis sein – eine Englischstunde. Das Thema waren Stundenabläufe (ein Thema, mit dem ich schon im Englischunterricht im FSJ zu tun hatte).

Die Rahmenbedingungen waren herausfordernd – die letzte Doppelstunde am Freitag.

Die herumgehende Erkältungswelle dezimierte die Klasse auf 22 Kinder. Allerdings waren diese 22 nicht unbedingt diejenigen, die auch in der Englischstunde zuvor anwesend waren… was ich bei der täglichen Übung, die in dieser Klasse am Anfang jeder Stunde steht, gemerkt habe (Ich habe Uhrzeiten auf Englisch angesagt und sie sollten sie aufschreiben). Ich blickte in ratlose Gesichter (in der Auswertung sagte die Lehrerin, dass das der Moment gewesen sei, wo sie eingreifen wollte). Ich sagte jedoch, sie sollten es jetzt erst einmal versuchen, wir würden es dann gleich noch einmal wiederholen.

Ich habe also ganz spontan noch einmal die Uhrzeitenangabe auf Englisch wiederholt und das hat auch ganz gut geklappt, nach meiner Einschätzung. Es gab hierzu noch einen kleinen Verbesserungsvorschlag in der Auswertung, aber dafür, dass das spontan war, bin ich sehr zufrieden damit gewesen.

Eine Aufgabe hat nicht so gut funktioniert, das war schade und hat mich während der Stunde ein wenig nervös gemacht (im Nachhinein ist mir auch klar, dass ich mindestens ein Beispiel an der Tafel hätte machen müssen und nicht nur mündlich…). Naja, niemand ist perfekt und für eine allererste Stunde ist das echt ziemlich gut gelaufen!

Ich bin absolut überflutet von den Glückshormonen oder sonst was… ich bin einfach total glücklich. Natürlich ist das kein Maßstab für alle zukünftigen Stunden… aber mich macht das zumindest zuversichtlich, die richtige Berufswahl getroffen zu haben.

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Praktikum – endlich wieder Fünftis?

Erster Praktikumstag – ich bin ziemlich nervös. Eine vollkommen neue Schule in einem Bundesland, in dem ich das Schulsystem etwas merkwürdig finde – es ist halt anders als das, im dem ich beschult wurde oder mein FSJ gemacht habe.

Ich war schon einmal zum Einführungsgespräch an der Schule. Das lief ziemlich gut, sympathische Mentorin, …

Aber trotzdem bin ich nervös.

Ich treffe im Lehrerzimmer einen Mitpraktikanten, die anderen, die noch an der Schule sind, sind nicht da (später am Tag finde ich heraus, dass eine der Praktikantinnen eine Kommilitonin aus meiner Mathezeit ist). Er wirkt sehr nett und hat eine völlig andere Fächerkombination als ich  (mit – Trommelwirbel – Mathe).

Ich schreibe meine Hospitationswünsche auf. Auch schon für heute, den ersten Tag. Eigentlich möchte ich in eine Geschichtsstunde, aber die fällt heute aus. Stattdessen werde ich zu Biologie mitgenommen. Keine Fünftis in Sicht, sondern Siebtklässler. Sie machen Stationsarbeit. Das ist gut, ich kann ein wenig herumgehen und schauen, was sie so machen. Mithilfe der Lösungsblätter kann ich sogar ein bisschen helfen. Es ist fast wieder so wie in meinem FSJ.

Auch danach sind es keine Fünftis, die ich mir ansehe, aber dennoch eine mir wohlbekannte Jahrgangsstufe – Sechstis.

Sie haben Deutsch und halten kurze Vorträge. Einer der Jungs wird immer wieder zum Lachen gebracht und verliert dadurch den Faden. Er tut mir ein bisschen leid, aber er scheint es überhaupt nicht schlimm zu finden.

Nach den Vorträgen werden Personenbeschreibungen eingeführt.

Am Ende der Stunde soll ich mich vorstellen und verspreche mich beim Namen der Lehrerin. Am liebsten wäre mir da ein Loch im Boden gewesen, in dem ich hätte versinken können… aber eigentlich kann das ja jedem mal passieren, oder? Ich meine, ich kenne die ganzen Lehrernamen noch nicht… woher auch.

Natürlich entschuldige ich mich gleich im Anschluss bei der Lehrerin. Sie findet es auch nicht schlimm.

Ich erwarte ständig, bekannte Schülergesichter zu sehen. Manchmal sehe ich ein Kind, das Ähnlichkeit mit einem meiner Fünftis und Sechstis aus dem FSJ hat und muss unwillkürlich lächeln.

Ich habe es wirklich vermisst, an der Schule zu sein. Ich glaube, dass das ein gutes Zeichen ist, dass ich die richtige Berufsentscheidung getroffen habe.

Mal sehen, ob ich nach meinen ersten selbstgehaltenen Stunden immer noch so denke…

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Kina und England

Wir behandeln in Geschichte gerade das nicht abi-relevante Thema China. Wobei Frau Neon das immer Kina ausspricht, eine Angewohnheit, an der sich einige im Kurs sehr stören. Schina und China ist beides gut und schön, aber Kina? Naja… Da merkt man wohl, wo Frau Neon herkommt 😉

Nun haben wir zwei Quellen gelesen, jeweils von einem Chinesen an den/die englische/n König/in geschrieben und zwar im zeitlichen Abstand von uuungefähr fünfzig Jahren. Daraus sollten wir schließen, was in der Zwischenzeit geschehen ist, aber auch, was später passieren wird.

Da ich aber bereits wusste, was passieren würde (die Opiumkriege) und dementsprechend schnell fertig war mit der Aufgabe – und meine Hände an Luna aufwärmte. Und vielleicht ein klitzekleines bisschen quatschte -, wurde mir eine Sonderaufgabe auferlegt: Eine zweite Möglichkeit, wie es weitergehen könnte, zu finden.

Also schrieb ich:

„Queen Victoria könnte sich in den Opium-Handel einmischen und die Vorschläge umsetzen, die Commissioner Lin ihr unterbreitet hat, unter anderem also die Zerstörung von Opium-Plantagen in Indien. Zusätzlich könnte sie finanzielle Hilfe für spezielle Krankenhäuser gewähren, in denen die Opiumsüchtigen von ihrer Sucht geheilt werden können. Um das Bedürfnis nach Opium zu ersetzen werden die Opiumsüchtigen zu einer Sucht nach Schokolade hingeführt. Natürlich keine Sucht nach Milchschokolade (aufgrund der hohen Laktoseunverträglichkeitsrate in China), sondern nach dunkler Schokolade.
Ihr bitterer Geschmack führt aufgrund chemischer Reaktionen im Gehirn zu einer Vebesserung der kognitiven Fähigkeiten. Weil die Engländer die Einzigen sind, die in der Lage sind, mit dieser dunklen Schokolade zu handeln, wird China von England abhängig.
Weil das den Chinesen nicht gefällt, entsenden sie ein Mädchen, Mulan, nach England. Dort stiehlt sie die Geheimnisse der Schokoladenherstellung.

Happy End für China.“

Zu meiner Verteidigung… Es sollte nicht realistisch sein^^

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Sonnige Smilestunden

Ich gebe zu, ich mag Ms. Smile. Sehr sogar. Bisher hatten wir sie zwar nur eine Woche á fünf Stunden Englisch und haben in einer Stunde besprochen, was nun vor uns liegt und in den beiden anderen Stunden einen Film (wobei die Technik auf Anhieb funktioniert hat, was Ms. Smile dann mit „Das explodiert bestimmt gleich.“ kommentiert hat. In unserer Schule funktioniert Technik doch nicht einfach so, ohne Weiteres 😉 ) geguckt.

Aber es macht einen vertrauenswürdigen Eindruck, das alles. Ich bin froh drüber…

Den Film, den wir geguckt haben, heißt „A time to kill“, auf deutsch (glaube ich zumindest) „Die Jury“ und es geht natürlich um den amerikanischen Süden beziehungsweise um Rassismus. Aber vor allem – meiner Meinung nach – um Gerechtigkeit.

Kurz zum Inhalt:
Zwei weiße Männer vergewaltigen die zehnjährige Tonya Hailey (die dunkelhäutig ist). Ihr Vater, Carl Lee Hailey, erschießt die beiden Männer im Gericht, als sie auf dem Weg zu ihrer Verhandlung sind, weil er befürchtet, dass sie wieder freigelassen werden könnten. Er wird verhaftet und vor Gericht gestellt. Sein Anwalt ist der Weiße Jake Brigance, der versucht, ihn freisprechen zu lassen. Brigances Gegenspieler ist der Staatsanwalt Buckley, der einen hohen Posten anstrebt und sich mit diesem Fall profilieren möchte.Der Fall erregt enormes öffentliches Interesse und die verschiedensten Menschen messen ihm große Bedeutung bei, beispielsweise die NAACP oder, als krasser Gegensatz, der Ku Klux Klan.

Wie der Film ausgeht, das verrate ich euch nicht, ich fand ihn jedenfalls sehr sehenswert. Ich möchte hierzu gerne Lorena zitieren, die meinte, dass das der interessanteste Film sei, den sie je in der Schule geschaut habe.

Was Ms. Smile noch sympathischer macht, ist zum Einen die Tatsache, dass sie für nächste Woche einen Kinobesuch für ihre Kurse anbieten („Django“, sie meinte, sie könne das ja unmöglich als Unterrichtsinhalt verkaufen, was sollte sie denn sagen, wenn The Whale fragen würde, wer denn dieser Tarantino sei. Es käme vielleicht nicht so gut, wenn sie ihr dann von „From Dusk til Dawn“ erzählen würde… 🙂 ), an dem ich leider nicht teilnehmen werde, da es an einem Donnerstagabend ist. Und donnerstags bin ich ab diesem Jahr viereinhalb Stunden in der Halle – I ♥ Karate.
Und natürlich, dass sie, als ich am Dienstag Muffins mithatte und sie verteilt hab, nach der üblichen Frage („Hast du Geburtstag?“) meinte: „I’m glad you’re in my class.“

Ich bin also zufrieden mit der jetzigen Lösung, obwohl es natürlich so ist, dass Ms. Smile jetzt mehr Stunden hat und darunter eben zwei LKs. Dazu haben Herr Ostreidae und Frau Blümchen in der Philosophiestunde ja ein interessantes Gespräch geführt, von wegen Überlastung…

Aber egal, daran will ich gar nicht denken. Ich freue mich einfach, dass es ist, wie es ist und es wird sowieso alles gut 🙂

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Ernstzunehmender Biologieunterricht

Heute hatten wir mal wieder eine sehr anregende und lehrreiche Biostunde…

Moment mal, falscher Film. Bio bei Herrn Fabulant und ernstzunehmeneder Unterricht? Ich hoffe doch, dass mir das keiner abgekauft hat… 😉

So klingt mein Biounterricht:

Herr Fabulant: „Wo auf der Erde ist die Artenvielfalt am größten?“
Mändy: „Keine Ahnung.“
Herr Fabulant: „Na gut, dann nenn‘ mir mal ein paar Regionen und dann werden wir sehen, dass du doch ein wenig Ahnung hast.“
Mändy: „USA.“
Herr Fabulant: „Das ist ein Staat.“
Mändy: „Ja, äh… Was wollen sie denn hören? Kontinente?!“
Herr Fabulant: „Okay… Was für eine Region fällt dir denn in den USA ein?“
Mändy: „Los Angeles.“
Herr Fabulant: „Und eine andere Region?“
Mändy: „Keine Ahnung, Muffinstadt?“
Herr Fabulant: „Wo ist es denn artenreicher?“
Mändy: „Ich glaube mal Los Angeles.“
Herr Fabulant: „Warum?“
Mändy: „Weil da mehr Menschen leben.“

… Okay… Es folgten aber noch mehr eloquente Beiträge zum Unterricht. Zum Beispiel der hier:

Herr Fabulant: „Wie erkennt man denn Arten?“
Mändy: „Wenn sie gleich aussehen und das Gleiche tun?“

oder auch:

Herr Fabulant: „Wie unterscheidet man denn verschiedene Arten?“
Jobst: „Weil sie unterschiedliche Geräusche machen?“

oder:

Herr Fabulant: „Wo ist die Artenvielfalt denn nun am größten?“
Mändy: „In mitteleuropäischen Wäldern, dem Regenwald.“
Herr Fabulant: „Du hast da jetzt zwei Regionen genannt. Wo gibt es denn mehr Arten?“
Mändy: „Im Regenwald!“
Herr Fabulant: „Warum?“
Mändy: „Weil da mehr Tiere leben!“

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Einstieg in die makabre Einheit

Wir haben heute mit unserer zweiten Deutschlektüre begonnen. Nachdem wir Goethes Faust I behandelt haben, war es nun ein Werk von Schiller – Maria Stuart.

Die Stunde begann damit, dass Frau Neon mehr oder wneiger schwungvoll hineinkam und meinte: „Es ist zum Heulen.“
Draußen auf dem Flur hatten nämlich Mittelstüfler gesessen und einer davon hat wohl irgendetwas kaputtgemacht, war Frau Neon mitbekommen hat. Dann wollte er ihr auch nicht seinen Namen verraten….
Das hat sie ziemlich aufgeregt (später ging sie dann auch noch einmal rüber und ließ sich den Namen vom unterrichtenden Lehrer nennen und gab den Fall dann an deren Klassenlehrer weiter.)

Sie entschuldigte sich bei uns für ihre schlechte Laune und wir fingen mit dem Unterricht an.

Wir machten zuerst einmal eine kleine Runde darüber, wie uns das Drama denn gefallen hätte und alle äußerten sich mehr oder weniger positiv. Frau Neon zeigte sich erstaunt und meinte, dass das ja noch nie vorgekommen wäre, dass wir alle eine Deutschlektüre gut finden. Lorena berichtigte sie: „Ich habe es nur mit den Lektüren verglcihen, die wir hatten. Es ist nicht schwer, spannender zu sein als Effi Briest.“

Da hat sie Recht 😉

Wir bildeten Gruppen (und Frau Neon bedauerte mal wieder, das wir zu fünft sind… da muss dann einer immer alleine arbeiten uns innerhalb dieser Gruppen ein Schaubild zu einem Teilthema des historischen Kontextes überlegen.

Elli und Lorena nahmen sich der Aufgabe an, die Bedingungen und den Verlauf ihres Lebens zu untersuchen, Timon kümmerte sich um die politische Lage in Schottland im 16. Jahrhundert und Anouk und ich beschäftigten uns mit den politischen Zielen Elisabeths und dem daraus resultierenden Verhalten gegenüber Maria.

Zu dem Text aus dem Anhang unserer Lektüre (wir arbeiten mit der Einfach Deutsch-Ausgabe) war ein Bild abgedruckt, das die Hinrichtung Marias zeigte. Anouk guckte sich das an und fragte dann:
„Warum haben die die denn in einem Raum geköpft?!“

Wir mutmaßten ein wenig, Frau Neon erinnerte daran, dass Hinrichtungen früher absolut angesagte Events gewesen seien, zu denen die Leute in Scharen geströmt seien und dann nannte Anouk den Grund, warum sie das so unmöglich fand…

„Das muss doch irgendjemand wegmachen, das ganze Blut. Das gibt doch eine Sauerei!“
„Ach so, Anouk denkt an die Putzfrauen.“, meinte Frau Neon.
Ich erwiderte: „Reinigungsfachkräfte…“, woraufhin Frau Neon erwiderte: „Ach ja… Also, Anouk denkt an die Room Manager…“

Dann diskutierten wir noch eine Weile über Hinrichtungsarten, denn es wurde in den Raum geworfen, dass sie Maria ja auch einfach hätten hängen können. Das Blutbad wäre somit vermieden worden.

Frau Neon: „Ja, aber das wäre ja bedeutend unangenehmer für Maria gewesen. Wenn ich zum Tode verurteilt werden würde, dann würde ich die Enthauptung vorziehen…“

Lorena war anderer Meinung.

„Ich finde, es ist eine schreckliche Vorstellung, meinen Kopf von meinem Körper abgetrennt zu wissen. Ich habe gehört, dass man, wenn man geköpft wurde. noch einige Augenblicke sehen kann…“
Frau Neon unterbrach sie: „Hast du das von Störtebecker?“
„Nein. Also, für einige Momente ist die Blutzufuhr ja noch da… Also könnte das durchaus möglich sein. Da würde ich lieber einen unangenehmeren Tod sterben und als Ganzes beerdigt werden, als in zwei Teilen…“

Irgendwie hat sie damit ja Recht.

Ich warf ein: „Es könnte auch schief gehen und dann ist man wie der fast kopflose Nick.“
Lorena grinste: „Okay, ich habe mich umentschieden, damit habe ich eine reelle Chance, nach Hogwarts zu kommen.“

Einige Augenblicke später fügt sie noch hinzu: „Ach, mein Brief kommt noch. Wenn ich mein Abi habe. Dumbledore wartet ab, bis ich einen vernünftigen Abschluss hier bei den Muggeln habe…“
Timon: „Dumbledore ist tot.“
Lorena: „SSSSSCHT! Der tut nur so!“

Dazu fiel dann Frau Neon auch noch etwas ein: „Also, die eine Schülerin, die bei mir Geschichte geschrieben hat, die kam nach der Arbeit zu mir und meinte, sie hätte die Arbeit mit Wissen bearbeitet, das sie von Harry Potter hat…“
(Frau Neon sprach „Harry“ total merkwürdig aus. Nicht Härry sondern Haaari…^^)

Lorena wandte sich an Elli.

„Siehst du und du machst dich immer darüber lustig, dass ich Team Potter bin!“
Elli: „Ja… Durchschnittsalter zwölf Jahre…“
Lorena: „Im KOPF schon!“

Bei den letzten Worten deutete sie auf ihren Kopf. Den meinte sie wohl damit 😉

 

Wie es weiterging, erfahrt ihr morgen 😉

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Lustiges Ostreidaeboykottieren I

Ich glaube, angehende Lehrer haben es allgemein nicht unbedingt leicht. Aber wenn sie dann uns im Unterricht haben, ist das wohl die Hölle. Mit uns meine ich vor allem Luna und mich. Wir sind Meisterinnen im Boykottieren und Auseinanderpflücken. Da muss jeder durch, der uns unterrichten will.

Es wäre ja nicht einmal schlimm oder auffällig, wenn wir einfach die Leistung verweigern würden und der Rest des Kurses mitmacht. Dummerweise tut er das nicht beziehungsweise nur vereinzelt.

Wir beide könnten die Leistung bringen und den Unterricht zu einem Erfolgserlebnis machen. Aber wir tun es nicht. Wir sitzen mit verschränkten Armen da und tragen ein Grinsen im Gesicht, das alles sagt. Dass wir antworten könnten. Dass wir es aber nicht wollen.

Mir wird oft gesagt, man könne an meinem Gesicht hervorragend ablesen, was ich von meinem Gegenüber halte… Unvorteilhaft in einigen Situationen…

Als ich mich vor kurzem über Studiengänge unterhalten habe und gestand, dass ich gerne auf Lehramt studieren würde, kam von einem Jungen die Aussage: „Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich meine, ich merke doch, wie ich als Schüler bin. Hätte ich später auch nur einen Schüler, der so schlimm ist wie ich, würde ich mir die Kugel geben.“

Dasselbe könnte auch auf mich zutreffen. Aber ich möchte es trotzdem.

Doch widmen wir uns nun der Doppelstunde, die Herr Ostreidae uns zu unterrichten wagte (hoffentlich bleibt es bei der einen…).

Davor hatten wir in der Pause eine Sitzung des Abikomittees und da der Raum, in dem wir diese abhielten, wieder zugeschlossen werden musste und wir sowieso noch einige Dinge besprechen wollten, gingen wir gegen Ende der Pause zum Sekretariat, wo auch das Büro von The Whale untergebracht ist.

Diese war jedoch gerad ein einem Gespräch und bat uns, zu warten. Wir willigten ein, in dem Bewusstsein, in der darauffolgenden Stunde Frau Blümchen zu haben. Erstens würde sie sowieso zu spät kommen und zweitens Verständnis haben.

Also warteten wir und irgendwann ging die Tür dann auf und Herr Ostreidae kam heraus. The Whale bat uns hinein und Herr Ostreidae warf uns einen merkwürdigen Blick zu und stellte verdrossen fest:
„Das heißt wohl, dass ihr zu spät zu unserem Unterricht kommt. Nachdem ihr gestern ja gar nicht gekommen seid.“

Wir guckten ihn verwirrt an.

„Gestern? Gestern fiel doch aus, weil Frau Blümchen nicht da war?!“

„Nein.“

„Aber Mr. Suit hat uns das gesagt.“

„Mr. Suit ist aber nicht für den Vertretungsplan zuständig.“

Na toll. Angemeckert werden für etwas, wofür man überhaupt nichts kann. Klasse. Nebenbei bemerkt ist Herr Hastig für den Vertretungsplan zuständig und der war auch nicht da…

Wir besprachen also die Dinge, die wir zu besprechen hatten (The Whale wird tatsächlich immer netter 🙂 ) und machten uns dann auf den Weg nach oben, sogar ohne einen kleinen Plausch mit Frau Schick abzuhalten.

Als wir den Raum betraten, saß Frau Blümchen in der ersten Reihe und Herr Ostreidae stand neben dem Overheadprojektor. An der Wand war eine Folie zu sehen, auf der stand, dass man sich vorstellen sollte, in einem Land zu leben, in dem es keine Steuern, freies Internet, freie Wohnungen und alles mögliche sonstige Geldwerte gibt, aber dafür die Religionsfreiheit eingeschränkt ist, Todes- und Körperstrafen existieren, Ausländer sehr schlecht behandelt werden und die Meinungsfreiheit nicht existiert (samt Zensur des Internets).

Dann sollten wir eine kurze Stellungnahme dazu verfassen und einander paarweise vorstellen, die „bessere“ aussuchen und dann im Plenum vorstellen. Ich las meine vor, in der ich ein Leben in einem solchen Staat (übrigens mit absoluter Monarchie und ungefähr so existent in Saudi-Arabien) eindeutig ablehnte.

Dann fing er an, meinen Beitrag zu hinterfragen und mit mir zu diskutieren.

Das haben schon andere versucht und sind gescheitert, denn wenn ich eine Meinung habe, kann ich sie auch begründen und verteidigen. Als ihm dies klar wurde, gab er die Diskussion mit mir auf und das auf ziemlich abrupte und unelegante Art und Weise. Ungeschickt.

Wir leiteten damit also über zu unserem Thema von vor den Ferien, Thomas Hobbe und Herr Ostreidae sagte sinngemäß: „Vielleicht können die Hobbes-Experten ja nchmal was dazu sagen.“

Die Hobbes-Experten, das sind Teresa und ich, denn wir haben uns ja im Rahmen unserer Facharbeit damit befasst. Teresa war nicht da. Und ich wollte nicht…

 

Wie es weiterging, erfahrt ihr dann morgen 😉

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Stundenplan und Chaos

So, es ist soweit, das neue – mein letztes – Schuljahr hat begonnen… und zwar furchtbar.

Wir kamen pünktlich zur Schule, zur ersten Stunde, die wie immer um acht beginnen sollte. Ein kurzer Blick auf den Vertretungsplan verriet uns, dass alle Oberstüfler (außer denen, die jetzt neu auf die Schule gekommen sind) in den ersten beiden(oder in den ersten dreien?) Unterricht bei ihrem Erst-LK-Lehrer haben sollten. Soweit, so gut.

Blöderweise wussten wir ja gar nicht, WER denn nun unser Lehrer sein würde! (wir erinnern uns… Frau Rank war schwanger…)

Dafür konnten wir dem Plan unseren Raum entnehmen. Beziehungsweise auch nicht, weil wir doppelt da standen, der andere Deutschleistungskurs aber gar nicht. Wir haben uns den Raum dann aber logisch erschlossen und warteten vor ebendiesem.

Zu neunt.

In unserem Englischleistungskurs sind jetzt noch Teresa, Elli, Anouk, Calvin, Timon, Lorena, Marisa, Luna und ich. Und Tahmid, der fehlte heute aber, weil er noch in Jordanien weilt (Hochzeit und so…).

Damit ergibt sich, dass wir in unserem Deutschleistungskurs nur noch fünf Leute sind. Stimmt so auch. Wir wurden nicht zusammengelegt oder sonst was. Wir sind zu fünft.

Jedenfalls standen wir also zu neunt vor dem Raum. Der Flur leerte sich allmählich und irgendwann standen nur noch wir da. Wie bestellt und nicht abgeholt. Lehrerlos.

Es wurde gewitzelt, dass wir ja uhrzeittechnisch bei Frau Blümchen haben könnten, die käme ja immer zu spät. Oder bei Frau Rank, die käme ja gar nicht erst (woraufhin einige klar und deutlich meinten, dass sie gehen würden, wenn wir Frua Rank wieder hätten). Luna erinnerte an die Paralellen zu der Situation vor den Ferien, als Herr Frettchen einfach nicht kam…

Nun ja. Die Minuten vergingen und noch immer war kein Lehrer in Sicht.

Um halb neun gingen Teresa, Luna und ich dann runter zum Büro von Mr. Suit. Der ist zwar nicht da, aber trotzdem.

Für mich ergab sich da eine Überraschung, denn Herr Otto, mein ehemaliger Lateinlehrer, macht die Vertretung für Mr. Suit. Er konnte uns leider nicht sagen, wen wir denn gehabt hätten. Dafür konnten wir schonmal einen Blick in unsere Stundenpläne werfen. Und was wir dort sahen, war der blanke Horror… doch dazu später mehr.

Inzwischen lief The Whale vorbei und ich fragte sie, wer denn jetzt unser Profil übernehmen würde.

Herr Frettchen.

Gut. Dann wussten wir wenigstens, wer uns versetzt hat.

Frau Schick verteilte uns dann unsere Stundenpläne.

Soll ich euch mal verraten, wie lange ich in der Schule sein darf?

Montags von 8-10:25 Uhr, dann zwei Freistunden, dann eine Doppelstunde Kunst – MOMENT mal, Kunst?! Das hatte ich doch abgewählt?! (steht aber scheinbar bei ziemlich vielen falsch drin), dann um 14:30 Uhr Schluss.

Dienstags von 8:50 bis 12:20 Uhr.

Mittwochs von 8:50 bis 16:10 Uhr.

Donnerstagmorgen in der ersten eine Stunde, dann zwei Freistunden, dann von 10:45 bis 16:10 Uhr.

Freitags von 8 Uhr durchgehend bis 14:30 Uhr.

Soweit wäre das ja noch vertretbar. Aber da fehlt noch etwas.

Spanisch nämlich, das haben die nämlich wieder mal nicht hinbekommen mit der Kommunikation zwischen den Schulen. Spanisch ist zwangsweise am Nachmittag, weil schulübergreifend. Also vier Nachmittagsstunden mehr. Nur wann?

Also ab zu Herrn Otto, fragen. Der schrieb sich das zunächst einmal auf, entschied dann aber, dass wir uns ja selber drum kümmern können und gab Luna und mir die Telefonnummern der jeweiligen Schulen. Juhu.

Dann gab es noch Unklarheiten wegen den Biokursen, die sind nämlich entweder falsch eingetragen oder neu zusammengewürfelt worden. Dummerweise kann man unsere beiden Biokurse nicht neu mischen, weil der andere das Thema, was wir bereits hatten, noch machen muss und umgekehrt. Aber gut, wir werden sehen.

Unser riesiger Pädagogikkurs wurde aufgeteilt. Anouk und ich sind in demselben, allerdings wohl nicht in dem, den Herr Waschbär weiterhin macht. Angeblich wird jemand Neues unseren Kurs übernehmen. Man darf gespannt sein.

Zwischenzeitlich kam auch Frau Rock, Lunas Biolehrerin, vorbei und meinte fröhlich: „Das Schuljahr fängt an, wie es aufgehört hat – mit Luna vor dem Lehrerzimmer!“

Auch Herr Frettchen kam irgendwann.

Ich: „Herr Frettchen, wir hätten Sie eben gehabt – Profilleiterunterricht in den ersten beiden Stunden.“
Herr Frettchen: „Ach, behalte ich euch? Das war Freitag noch nicht ganz klar.“

Oh mann. Diese Schule kennt das Wort Organisation auch nur aus dem Fremdwörterlexikon, oder?

Er meinte dann aber, er würde dann aber morgen zu den beiden Englischstunden kommen.

Teresa meinte daraufhin: „Ähm danke.“, sah mich mit großen Augen an, „Diese Schule kennt auch keine Arbeitsmoral…“

Nun waren die ersten beiden Stunden um und wir hatten noch eine Stunde Unterricht in unserem zweiten Leistungskurs. Also Deutsch bei Frau Neon.

Wir haben beschlossen, dass wir eine Wochenendfahrt nach Weimar machen werden, darauf freue ich mich schon. Und sie meinte, sie würde uns in Anbetracht unserer Kursgröße und Stundenpläne wohl keine Hausaufgaben aufgeben und freute sich darüber, dass wir ihr Kopierkontingent nicht sehr belasten würden.

Nach dieser Stunde hatten wir dann Schluss und ich fuhr bei der Schule, in der wir Spanisch haben, vorbei, um mich vor Ort zu erkundigen, engagiert und motiviert, wie ich bin…

Nun ja, was soll ich sagen.

Zu den schon aufgeführten Stunden kommen Montags ab 14:45 Uhr und Mittwochs ab 16:25 Uhr noch jeweils zwei Stunden Spanisch hinzu. Ich darf mich also beamen, innerhalb von fünfzehn Minuten von einer Schule zur anderen. Mit dem Fahrrad komme ich dann vielleicht nur fünf Minuten zu spät, das ist gar nichts, letztes Schuljahr überschnitten sich meine Stunden ja und ich durfte immer eine Viertelstunde zu spät kommen. Aber wenn ich mal Bus fahren sollte… Da kann ich schon fast die erste Spanischstunde knicken.

 

Jetzt darf ich übrigens mein Leben umplanen, danke, liebe Schule.

Und Mr. Suit behauptet noch, wir bekämen dieses Schuljahr einen besseren Stundenplan…

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Zu weit gegangen.

Ich habe Señor Enano noch nie so wütend erlebt.

Schuld daran war Judith. Wir mussten Kurzvorträge über die comunidades autónomas halten, jeder über eine. Ich habe meinen Vortrag über das Baskenland als Erste gehalten. Heute waren Ilvy und eben Judith dran. Ilvy mit Extremadura und Judith mit Cataluña, also Katalonien. Judith war die Erste der Beiden. Sie schlug sich recht wacker, bis Señor Enano sie verbesserte. Das macht er bei jedem, natürlich, denn es ist ja seine Aufgabe, uns Spanisch richtig beizubringen. Bei Vorträgen hält er sich damit auch zurück und greift nur bei groben Fehlern ein. Aber das auch bei jedem. Das hat er auch bei mir gemacht.

Auf diese Verbesserungen reagierte Judith schon empfindlich und meinte zu Señor Enano, dass er sie doch bitte nicht unterbrechen solle. So führte Judith dann ihren Vortrag auch zu Ende. Als dann eine Nachfrage kam, nämlich die, was „árabe“ denn sei, er habe das nicht ganz verstanden (von Ilai), kam es zu der Vorstufe des größten Wutausbruchs von Señor Enano bisher… Aber der Reihe nach.

Judith sollte anworten. Auf Spanisch. Sie fragte, ob sie es nicht auf Deutsch machen könne und Señor Enano meinte (auf Spanisch), dass sie es doch probieren sollte. Da kam dann, mit einer kurzen Pause, während der Judith auf ihre Karteikarten guckte, von ihr ein genervtes „Oah, Macker!“.

Señor Enano bezog das auf sich und regte sich ziemlich darüber auf. Judith entgegnete, dass sie es nicht gut fände, vor dem Kurs so heruntergemacht zu werden und dass Señor Enano ja nicht die ganze Zeit sagen müsste, wie schlecht sie sei (hat er eigentlich gar nicht, aber gut…). Dann antwortete sie auf Ilais Frage und das mit ziemlicher Unkenntnis und somit auch falschen Antworten. Unter anderem verwechselte sie erst Andorra mit Aragón und behauptete dann, dass in Aragón Arabisch gesprochen würde (natürlich wird da Spanisch gesprochen). Das verbesserte Señor Enano wieder, woraufhin Judith sich darüber aufregte und meinte, dass sie das ja nicht alleine gemacht hätte, dass sie das alles hätte gegenlesen lassen und so weiter. Dass das so im Internet stünde und sie es so herausgefunden habe…

Aber das alles war noch harmlos. Relativ.

Judith setzte sich hin (sie saß direkt hinter mir) und begann zu weinen.

Señor Enano meinte zu ihr, dass er es nicht in Ordnung fände, dass sie jetzt weine, weil er ja nur sachliche Kritik geäußert habe.

Jedenfalls ging dann die Stunde weiter und ich hörte die ganze Zeit das Schluchzen hinter mir. Ein ziemlich doofes Gefühl, muss ich sagen.

Ilvy hielt ihren Vortrag, las dabei aber etwas von ihren vorbereiteten Zetteln ab, was Señor Enano kritisierte und anregte, für das nächste Mal doch ein Plakat zu machen und sich dadurch die Redeanregungen zu holen.

Da meldete sich Judith zu Wort, sie hätte ja gestern Abend kein Plakat mehr kaufen können, weil sie ja mit ihrem Musikkurs weggewesen sei und erst um zwei Uhr nachts nach Hause gekommen sei und sich dann noch hingesetzt hätte, um ihr Referat zu machen. Eigentlich hätte sie das ja mit Powerpoint machen wollen und hätte Señor Enano deswegen auch gestern noch eine E-Mail geschickt…

Gestern. Gestern.

Dass wir Vorträge halten sollen, wissen wir seit einem Monat. Warum „musste“ sie das dann gestern machen?

Dann diskutierten Señor Enano und sie miteinander. Darüber, dass sie sich heruntergemacht fühle und ungerecht behandelt und dass sie eben ein Problem mit Spanisch habe. Dass sie es gemein fände, wenn er sie direkt auf ihre Fehler hinweist, das könnte man ja auch nach dem Vortrag machen. So etwas eben.

Señor Enano konterte damit, dass er meinte, sie könne das Referat gerne noch einmal mit der Powerpoint machen, das sei kein Problem. Und dass die Sätze, so wie Judith sie gebildet hatte eben keinen Sinn ergeben hätten. Und dass er ja nur bei den drei schwerwiegendsten Fehlern eingegriffen hätte und nicht bei den fünfundzwanizig anderen.

Das kam natürlich bei Judith extrem schlecht an und sie beschwerte sich, dass er sie vor der ganzen Klasse bloßstellen würde und sagen wolle, dass sie voll schlecht sei, worauf Señor Enano sie darauf hinwies, dass sie es doch gerade provoziere.

Sie meinte, sie wolle sich nicht mit ihm streiten, aber … Er sagte, dass sie es gerade tue.

Und dann irgendwann kam der Punkt, an dem sie etwas sagte und er anfing, etwas zu erwidern und sie ihm dann ins Wort fiel. Señor Enano rastete aus.

„Jetzt halt doch mal den Mund, Judith! Ich will jetzt kein Wort mehr von dir hören! RAUS! Geh nach Hause!“

Seine Hände zitterten extrem stark vor Wut, während er dies schrie. Judith setzte zu einer Erwiderung an, doch brachte nur ein paar Worte heraus, ehe Señor Enano reagierte.

„Raus! Und jetzt kein Wort mehr, sonst zieht das noch einen blauen, grünen oder gelben Zettel nach sich!“

Ein solcher Zettel ist eine Benachrichtigung an die Eltern. Drei davon und du riskierst einen Schulverweis oder zumindest eine Suspension vom Unterricht.

Jetzt setzte Judith dazu an, sich zu entschuldigen, doch Señor Enano hörte ihr nicht mehr zu.

„RAUS!“

Und Judith ging mit den Worten „Wie kann man nur so herzlos sein?!“ und knallte die Tür hinter sich zu. Wir hörten, wie sie draußen anfing, zu schluchzen. Es klang jämmerlich.

Señor Enano schien beinahe neben sich zu stehen. Er hielt uns übrigen Schülern noch kurz eine Predigt, dass er so etwas nicht dulden könne, auch wenn es mit noch so viel Weinen einherginge. Dann beendete er den Unterricht mit den Worten:

„Die Vorstellung für heute ist vorbei.“

Auf der Treppe im Eingangsbereich fanden wir Judith dann, völlig aufgelöst. Wir versuchten dann ein wenig, sie zu trösten, sie zur Vernunft zu bringen, denn das wäre ja alles nicht passiert, wenn sie nicht unbedingt so mit ihm hätte diskutieren wollen. Ilvy, Tahmid und Lena gingen zu Señor Enano, um mit ihm darüber zu sprechen, Federica, Solange und ich blieben bei Judith.

Ich glaube nicht, dass Señor Enano sehr nachtragend ist. Er meinte, es sei für ihn nun abgehakt und hat sogar das Angebot erneuert, dass Judith ihren Vortrag noch einmal mit Powerpoint halten dürfe. Das ist doch echt nett von ihm, oder?

Trotzdem… Die Situation war furchtbar…

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Herr Frettchen und die erste Woche

So, die erste Woche mit unserem neuen Englischlehrer ist vorbei. Vier Stunden, in denen wir ihn und er uns ein wenig beschnuppern konnten.

Nun, was soll ich dazu sagen? Ich hatte eigentlich eine recht ablehnende Haltung ihm gegenüber, obwohl ich ihn niemals im Unterricht hatte. Er war mir einfach nicht so sympathisch. Aber nach dem Fiasko mit Frau Rank dachte ich mir eigentlich schon, dass wir auf jeden Fall ein kleineres Übel bekommen würden als zuvor. Ich versuchte, so vorbehaltslos wie möglich in den Unterricht bei ihm zu gehen und wurde sehr angenehm überrascht. Wenn wir ihn doch bloß statt Frau Rank bekommen hätten… aber das ist ja nur ein Was-wäre-wenn, damit möchte ich keine Zeit vergeuden.

Herr Frettchen hat mich davon überzeugt, dass der Englischunterricht auch wieder Spaß machen und interessant sein kann. Diese Gedanken hatte ich spätestens in der zweiten Woche bei Frau Rank begraben, während ihrer Zeit war der Englischunterricht eine furchtbare Quälerei.

In der ersten Stunde, in der wir ihn hatten, machte er gleich eine lustige Bemerkung über unsere Schulleiterin, The Whale („Please don’t ask me if I’m gonna be your teacher next year.“ – „Nobody knows!“ – „Oh no, that’s not true, at least God knows. And at this school God is female and from Antarctica – she’s walking like that.“), was die Stimmung eindeutig hob. Er setzte sich auch nicht an das Lehrerpult, was gefühlte Meilen von unseren Plätzen entfernt war, sondern – dem guten Beispiel Frau Neons folgend – an einen Platz in unserer Nähe. Pluspunkt!

Er erkundigte sich auch, was wir denn bei Frau Rank gemacht hätten, er hätte darüber von ihr keinerlei Informationen bekommen (wen wundert’s? Mich zumindest nicht.). Daraufhin schwiegen wir und irgendjemand murmelte „Wir haben was gemacht?!“. Schließlich erzählten wir, dass wir die Lektüre „Bend it like Beckham“ bekommen hätten und einige Aufgabenblätter dazu. Besprochen haben wir dazu natürlich nichts, immerhin hat es ja auch Ewigkeiten gedauert, bis Frau Rank das Buch mal besorgt hatte… Das Sprachniveau dieser Lektüre ist auch nicht gerade herausfordernd (ich meine, es wird für B1 + B2 empfohlen, ich habe in der 9ten schon ein Sprachzertifikat für B2 gemacht…).  Außerdem sagten wir, dass wir eigentlich Referate über Indien hätten halten sollen. Wo das ja auch soooo sehr zum Thema gehört; und dass wir Referate über die verschiedenen „waves“ der weiblichen Entwicklung gehalten hätten (Klausurersatzleistung und über die sieben Punkte da könnte ich mich immer noch totärgern).

Herr Frettchen sah insgesamt etwas geschockt aus und wir beschlossen, dass wir einfach den ganzen Müll die gesamten noch geplanten Unterrichtselemente von Frau Rank nicht in unseren weiteren Unterricht implementieren würden. Was habe ich mich da gefreut!

Dann verteilte er sogenannte Study Guides, in denen Multiple Choice-Aufgaben zur Grammatik aufgelistet werden, an uns und wir machten noch einige und dann war die erste Stunde bei unserem neuen Lehrer auch schon rum.
Übrigens, extra für Frau Falke: Die Study Guides sind jeweils elf Seiten. Kopiert. Für jeden von uns. Und übrigens, die Aufgaben zu Bend it like Beckham, die Mr. Suit uns im Auftrag von Frau Rank gegeben hat, sind 22 kopierte Seiten für jeden. Dabei haben wir noch nicht mal alle bearbeitet und werden es wohl auch nicht mehr tun. Tjaha, schön, wenn man funktionierende Kopierer hat 😀

In der nächsten Stunde, einer Doppelstunde diesmal, besprachen wir zuerst einmal die Abiturklausur von diesem Jahr, samt Operatoren und allem Drum und Dran, also auch, was wir denn für Ideen zur Beantwortung dieser Aufgaben hätten und so weiter. Danach gingen wir im zweiten Teil der Doppelstunde in den Computerraum und auf die Seite http://www.breakingnewsenglish.com. Dahinter verbirgt sich eine Seite, auf der in regelmäßigen Abständen über ein aktuelles Ereignis berichtet wird. Das Besondere daran: Es werden zu dem Ereignis Aufgaben gestellt, die zu bearbeiten sind. Das taten wir zu dem Artikel Air-Rage Granny Gets 10-Year Flight Ban. Besonders interessant war die Aufgabe, in der man eine Tabelle mit einigen Arten von Rage ausfüllen musste. Unter anderem, was diese bestimmte Art ist, warum sie geschieht und wie man sie verhindern kann. Lustig war die Antwort von Calvin zu „Trolley rage“. Er beschrieb diese Art von Rage als diejenige, die entsteht, wenn es nur noch einen Einkaufswagen gibt, aber zwei Leute ihn haben wollen… Als Lösungsansatz hatte er „Gewinnen“. Finde ich gut 😀

Ich hatte bei „Office rage“ als Lösungsvorschlag „less coffee“ eingebracht. Herr Frettchen fragte nach und ich meinte, dass es da ja immer Ärger gebe, wer denn den Kaffee zu kochen habe und wie stark und wer abwäscht etc. Er fasste es dann zusammen mit „Also ist Kaffee das Problem. Sprichst du aus Erfahrung?“. Ich verneinte, da ich gar keinen Kaffee mag und er fragte, was ich denn dann gerne trinken würde. Die Antwort war klar: Tee (ich LIEBE Tee!). Daraufhin fragte er Luna, die mit „cold drinks“ antwortete. Herr frettchen verstand das aber nicht und er fragte entgeistert: „Cookies?!“
Ja klar. Ich trinke auch immer Cookies 😀

So verging auch diese Stunde und wir bekamen eine Hausaufgabe, nämlich die, eine der Aufgaben aus der Abiturklausur zu machen.

Heute war nun die letzte Stunde dieser Woche. Herr Frettchen wählte einen interessanten Stundeneinstieg. Er schrieb ein Zitat an die Tafel.

I don’t know. I google.

Dann sprachen wir über dieses Zitat und begründeten unsere Meinung. Das erinnerte mich ein bisschen an die Vorbereitung damals auf das Sprachzertifikat – und das ist GUT! 🙂

Danach besprachen wir die Hausaufgaben und gingen noch ein wenig mehr auf die Abiturklausur im Ganzen ein.

Mein Fazit nach einer Woche: Ich finde es gut, dass wir Herrn Frettchen bekommen haben.

 

(und um noch mit einer kleinen Anekdote abzuschließen…
Wir sind bereits im Raum, es ist vor der ersten Englischstunde mit Herrn Frettchen. Elli äußert Bedenken.
„Ich hatte noch nie einen männlichen Englischlehrer…“
Sie wird komisch angeschaut.
„Und was ist mit Herrn Fellow?“
Elli guckt ein wenig bedröppelt, sie hat ihn tatsächlich vergessen. Dann schlägt sie die Hand vor den Mund und ruft:
„WIE?! Das war ein MANN?!“

😀 )

 

Ich wünsche ein erholsames Wochenende!

Mit lieben Gruß

Muffin

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