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Reingeflogen

Jetzt kommen wir aber doch mal zu den lustigen Dingen, die der letzte Freitag zu bieten hatte (und die nach den Stunden, die mich zu dem letzten Post „Unlust-Kurs“ motivierten begannen).

Die Freistunde bestand aus einem sehr interessanten und netten Gespräch zwischen Anouk, Lorena und mir, auf das ich hier aber nicht näher eingehen werde, da es doch sehr persönlich war.

(Außer einem kleinen Dialog, der einfach zu gut war… Wir unterhielten uns gerade so über Traditionen an Weihnachten und Silvester, z.B. welche Filme man da guckt.
Lorena: „Und ich habe noch nie diesen einen Film geguckt, den mit dem einen Mann…“
Anouk: „Schindlers Liste?“
DER Blick von Lorena war göttlich und sie meinte dann ganz langsam: „Ähm, nein… Dinner for one.“)

Danach hatten wir Politik. Da Mr. Suit allerdings Besseres zu tun hatte, als uns zu unterrichten (den Stundenplan für nächstes Jahr machen), bekamen wir Aufgaben. Wirklich gearbeitet wurde daran natürlich kaum (ICH bin fertig :D). Einige spielten Karten, andere quatschten einfach nur so. Nach einer Weile steckte Frau Elder den Kopf hinein und fragte, ob wir denn keinen Lehrer hätten. Wir sagten ihr, dass Mr. Suit gerade beschäftigt sei und wir Aufgaben hätten und diese bearbeiteten. Da meinte sie, dass sie jetzt einen Oberfrechen zu uns hineinsetzen würde, dem sollten wir mal Manieren beibringen.

Gesagt, getan, sie setzte einen Jungen mit Wuschelkopf zu uns in die Klasse. Calvin klopfte natürlich gleich ein paar Sprüche à la „Jaa, das hast du dir nun selber zuzuschreiben.“. Es war ziemlich lustig, vor allem, nachdem Frau Elder dann raus war. Da erzählte der Jnge nämlich, dass man bei ihr im Unterricht nicht lachen dürfe (OH, das kann ich mir sehr gut vorstellen! Das mündete dann in folgenden Dialog:
Calvin: „Lachen wird eh überbewertet.“
Der Wuschelkopf: „Stimmt.“
Calvin: „Na, wenn du auch der Auffassung bist, warum bist du dann rausgeflogen?“) und ähnliches. Und als wir dann fragten, welches Fach er denn bei Frau Elder hätte, meinte er „Gar keins.“. Das war nämlich eine Vertretungsstunde.

Eine VERTRETUNGSSTUNDE! Ich glaube, dieser Junge ist der Einzige, der es je geschafft hat, aus einer Vertretungsstunde herauszufliegen.

Er meinte dann auch, er sei ja gar nicht rausgeflogen, sondern hier reingeflogen. Hat er ja auch irgendwie Recht mit (und beim ersten mal, als das spontan kam, war das einfach nur tierisch lustig.), oder?

Nach dem Ende der ersten Stunde holte Frau Elder den Jungen auch wieder ab und kam dann noch einmal wieder und fragte Calvin, ob er denn immer noch so streng gewesen wäre, nachdem sie rausgegangen sei. Da erzählte er ihr, dass wir eigentlich recht viel Spaß hatten. Frau Elders Kommentar dazu: „Verräter!“ 😀

Nachdem wir dann so grandios gute Beispiele gespielt haben, haben wir noch Timon ein paar Mal abgeworfen (wobei ich besser geworfen hab‘, als Luna, dabei ist sie doch die Handballerin…) und nach der auf Politik folgenden Stunde Mathe war der Schultag auch schon wieder vorbei…

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Ehrenlos und Sami Khedira

oder auch: Die nicht-existente Politikstunde 😀

Unser Politikunterricht wurde verlegt. Nicht zeitlich, aber räumlich, nämlich um ein Stockwerk nach oben. Warum, weiß ich nicht, aber das wird wohl seine Gründe haben.

Also saßen wir dann alle brav in dem Raum und warteten auf die Ankunft von Mr. Suit. Der kam aber nicht, also beschäftigten wir uns selbst. Einige spielten Durak, andere quatschten einfach nur.

Calvin war aufgestanden, hatte sich zu Timon gebeugt und ihm etwas gesagt – und währenddessen ganz unauffällig einen Aufkleber mit Sami Khedira hinten auf seinen Pulli geklebt. Ich saß direkt hinter Timon und war relativ erstaunt, dass er das nicht mitbekommen hat – aber so ist er halt manchmal 🙂

Jedenfalls fragte ich ihn dann einige Minuten später, wie er denn zu Sami Khedira stünde.

„Ach, ich finde den gar nicht so gut, wie alle sagen. Aber wie kommt ihr darauf? Hängt da irgendwo ein Bild?“

Er schaute sich um, denn Luna und ich amüsierten uns ziemlich. Nach einer Weile kam er darauf, dass ihm ja etwas am Rücken kleben könnte und verrenkte sich, um seinen Pulli hinten abzutasten. Als er den Aufkleber dann erwischt hatte, grinste er und klebte ihn bei Lorena auf den Zettel.

Eine Weile später meinte ein Junge aus dem MatheLK zu mir, dass ich ihn nochmal fragen müsse, wie er zu einem Fußballspieler stünde, dann würde er sicher lustig reagieren. Gesagt, getan.

„Timon, wie stehst du denn zu Tim Wiese?“

Timon setzte zu einer Antwort an, doch dann dämmerte es ihm, was meine Frage das letzte Mal zu bedueten hatte.

„Habe ich da etwa wieder etwas?!“

Und schon übte er sich wieder in den schönsten Verrenkungen.

„Da ist gar nichts! Ihr wollt mich nur verarschen, oder?“

Tja… 😀

Wenig später dreht sich das Gespräch um die Wochenendplanung.

„Kommst du Freitag?“

„Ja.“

„Timon kommt auch.“

„Ja, Timon, du kommst?“

„Ja.“

„Das ist ja doof… du bist ja so einer, der aufhört, Sascha trinkt dann ja weiter, bis er kotzt.“

„Ja, aber Max hat gesagt, wenn er kotzt, fliegt er raus.“

„Ja, soll er ja, dann sind wir ihn schneller los.“

„Sascha ist ehrenlos!“, tönte es da von einem der Durakspieler.

„Hä, wer ist ehrenlos?“, fragte Lorena verwirrt.

„Na, Sascha. Der hat mit Tjark gewettet, dass er ihm die Füße küsst, wenn Tjark ein bestimmtes Lied anmacht. Hat er nicht gemacht. Und ich habe bei einer Wette fünf Euro gewonnen, aber er gibt mir das Geld nicht. Und ich finde, wenn man etwas sagt, muss man es auch machen. Wettschulden sind Ehrenschulden. Und wenn er seine Schulden nicht bezahlt, ist er eben ehrenlos.“

Na, da bin ich mal gespannt, ob das noch Auswirkungen hat, das Ehrenlos-Sein 😀

Besagter Durakspieler – Linus – wiederholt das jedenfalls wann immer er eine Gelegenheit dafür bekommt.

Mr. Suit ist dann übrigens doch noch zwölf Minuten vor Ende der Stunde gekommen, es hat beim Zahnarzt länger gedauert als geplant.

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Es gewinnt immer der Stärkere…

… oder auch: Mein Politiklehrer 😉

Wir machen aktuell Staatstheorien samt Anthropologie und allem Drum und Dran. Die Herren, die wir behandelt haben, namentlich benannt: Thomas Hobbes, Jean Jacques Rousseau und John Locke.

Um uns das alles schön zu verdeutlichen, griff unser Herr Politik zur Veranschaulichung durch Beispiele.
Beispielsweise fragte er Niobe, was sie denn machen würde, wenn sie sich frei entscheiden könnte, was sie jetzt gerade in diesem Moment tun möchte.

Niobe: „Naja, nach Hause gehen.“
Herr Politik: „Genau! Es sei denn, ich hindere dich daran, denn ich bin der Stärkste und Klügste in diesem Raum und ich mach euch alle platt.“
Calvin: „Das will ich sehen.“
Herr Politik: „Ja, das glaubste nicht, aber frag mal den Mario, mit dem hab ich mich schonmal geprügelt, so die Jungs, die finden sowas geil. Oder Mario?“
Mario: „Ja..“
Herr Politik: „Und wer hat gewonnen?“
Mario: „Ja, Sie.“
Herr Politik: „Seht ihr, ich bin euch allen überlegen. In zehn Jahren vielleicht nicht mehr, aber jetzt… Die Niobe, die ist flink, die könnte natürlich auch ganz rasch zur Tür raus und dann würd‘ ich dumm gucken. Aber ich hab ja einen Schlüssel, also würde ich abschließen.“

Anouk, Niobe, Luna und ich rutschen gaaaanz unauffällig ein Stückchen näher zur Tür.

Lorena: „Aber, wenn sie dann am anderen Tag wiederkommen würde, dann würden Sie sie ja erwischen…“
Herr Politik: „Ja, aber warum sollte sie denn wiederkommen, wenn sie nicht einsieht, dass sie eine gute Bildung braucht und damit Geld verdienen kann?“
Niobe: „Ja, aber warum sollte ich Geld verdienen wollen? Dann gehe ich doch einfach in den Laden und klaue mir das, was ich haben will.“
Herr Politik: „Das wäre die logische Schlussfolgerung. Aber stellt euch mal vor, euch gehört der Getränkemarkt und es herrscht Anarchie. Dann baut ihr euch doch Sicherheitssysteme, Gitter, Zäune und so weiter. Und rein kommt nur, wer Geld hat. Allerdings wird dann ja auch bald der Nachschub knapp und wer hat dann den Vorteil?“
Schüler: „Ja, die Bauern.“
Herr Politik: „Nein, eben NICHT. Die Starken, die die Bauern dann zwingen können, etwas für sie anzubauen oder ihnen etwas zu geben. Also in dieser Klasse wäre ich das.“
Calvin: „Aber wir würden uns dann doch gegen Sie verbünden.“
Herr Politik: „Das ist wieder etwas anderes. Und außerdem, bevor du dich mit jemanden gegen mich verbünden kannst, verbünde ich mich mit jemandem gegen dich, weil ich ja der Stärkere bin.“

Und so ging es dann noch eine Weile weiter… Eine sehr amüsante Politikstunde, muss ich schon sagen 😉

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