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Mein vermeintlicher Fenstersprung

Aus relativ aktuellem Anlass erzähle ich euch nun eine Geschichte, die, als sie sich ereignete, bei uns in Windeseile die Runde machte. Das Gesprächsthema Nummer Eins sozusagen.
Den Anlass hat mir Herr Hastig geliefert. Der nahm mich nämlich, als wir noch einmal in der Schule waren, beiseite und fragte, ob es einen bestimmten Grund gegeben hätte, dass ich eine Teilaufgabe in der Mathe-Abiturklausur nicht bearbeitet habe. Ich wusste von nichts und sah ihn dementsprechend ratlos an. Das ist halt echt blöd, weil das wohl eine ziemlich leichte Aufgabe war…Tja.
Jedenfalls versuchte er dann, mich zu beruhigen und zwar mit den Worten: „Das ist jetzt aber kein Grund, aus dem Fenster zu springen.“ Dies wiederholte er mehrfach in verschiedener Formulierung, zum Beispiel als „Nicht, dass du jetzt aus dem Fenster springst“. Jedes Mal mit diesem Bild. „Aus dem Fenster springen“.
Ich fand das ziemlich auffällig und es erinnerte mich an eben diese Geschichte…

Ich musste eine Philosophieklausur nachschreiben. Bei Frau Blümchen. Es war einer dieser inoffiziell verabredeten Nachschreibtermine während der normalen Unterrichtszeit. Frau Blümchen setzte mich mit der Arbeit in einen leeren Klassenraum, der direkt neben unserem lag. Das macht ja auch Sinn, falls Fragen auftreten oder so. Was sicherlich noch erwähnenswert an diesem Raum ist, dass er im vierten Stock liegt…

Ich erzähle es nun so, wie es mir erzählt wurde, ich war ja nicht dabei 😉
Nach den zwei Stunden Philosophie stellte Marisa fest, dass sie ihren Regenschirm in dem benachbarten Raum vergessen hatte. Als sie das Frau Blümchen sagte und um den Schlüssel für den Raum, meinte diese, dass Muffin ja da drin sein müsste. Es müsste also offen sein und sie könne Muffin dann auch gleich zu ihr schicken. Marisa machte sich auf den Weg, nur um kurze Zeit später wiederzukehren und zu verkünden, dass der Raum eben doch abgeschlossen sei.
Frau Blümchen kam dann und schloss den Raum auf. Dort herrschte gähnende Leere. Auf dem Platz, auf dem sie mich zurückgelassen hatte, lagen einige linierte Blätter, die sanft vom Wind bewegt wurden… Vom Wind? Tatsächlich, denn das Fenster direkt dahinter stand sperrangelweit offen.
An dieses Fenster trat Frau Blümchen nun und schaute hinunter. Doch – glücklicherweise? – lag dort niemand. Ich war einfach weg.

Was war passiert? Wo war ich abgeblieben?

Nun, ich schrieb also mehr oder minder fröhlich und ganz in Ruhe meine Philosophieklausur. Zumindest bis zur „Halbzeit“. Für die Klausur hatte ich ja zwei Schulstunden Zeit und nach der ersten von ebendiesen Stunden betrat Frau Lasch mit einer Klasse das Klassenzimmer. Sie hätten dort nun Unterricht. Frau Lasch bot mir dann aber an, mich in einen anderen Raum zu setzen. Gesagt, getan und so schrieb ich in unserem Spezial-Lehrerraum im zweiten Stock meine Klausur weiter. Gegen Stundenende kam ich auch zum Schluss und begab mich zurück nach oben. Dort war aber niemand mehr, weder in unserem Philosophieraum noch in dem, ich dem ich die erste Stunde geschrieben habe. Dafür sprachen mich dann wildfremde Schüler auf dem Flur an, ob ich Muffin wäre, Frau Blümchen würde mich suchen. Ganz dringend.
Ich war dann schon ein wenig beunruhigt und beeilte mich auf dem Weg zum Lehrerzimmer. Dort kam mir schon Frau Blümchen entgegen – und sie sah ziemlich erleichtert aus, als sie mich sah…

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Kant und Konsorten

Ich bin frei. Für’s erste zumindest,  denn heute stand der letzte Teil des Abiturs für mich an – die mündliche Prüfung. Als Fach gewählt hatte ich hierfür Philosophie, weil ich letztes Jahr ja einigen Prüfungen beiwohnen durfte und mir die Gestaltung und der Aufbau der, von Frau Blümchen abgehaltenen, Prüfung mir am meisten zusagte.  Außerdem passte es wunderbar in meine Fächerkombination hinein.
Was soll ich sagen… der Text (von John Rawls) war ziemlich… schwierig. Ich fand ihn nicht unbedingt berauschend. Luna, die denselben Text und dieselben Aufgaben hatte, übrigens auch nicht.
Es gab drei Aufgaben. Die erste war eine einfache Zusammenfassung, die zweite ein In-Beziehung-Setzen und die dritte eine Stellungnahme zu dem Ansatz.
Die zwanzig Minuten Vorbereitungszeit brauchte ich wirklich und dann hatte ich noch nicht alles so fertig, wie ich es gern gehabt hätte. Aber Vorschrift ist ja Vorschrift…
Doch einmal von Anfang an:
Ich war den ganzen Tag schon extrem unruhig. Dementsprechend machte ich mich auch viel zu früh auf den Weg zur Schule, weil ich es Zuhause nicht mehr aushielt. Als ich bei der Schule ankam, müsste Luna gerade ihre Prüfung gehabt haben. Bei den Fahrradständern traf ich Ilvy (ihr wisst schon, die aus Spanisch) und ein Mädchen vob meiner Schule aus dem Mathe-LK. Von ihnen erfuhr ich dann auch, dass Timon vierzehn Punkte bekommen hatte. Ob ich das als gutes oder schlechtes Zeichen werten sollte, wusste ich nicht.
Mein Weg führte mich also hinein ins Gebäude und direkt zum Büro von Mr. Suit. Dort gab ich nämlich einige Dinge zurück, die Schuleigentum sind.
Mr. Suit kündigte an, dass er sich meine Prüfung anschauen würde. Ich sagte ihm zwar, dass dies unnötig sei, doch er blieb da bei seiner Meinung.
Danach stellte ich mich vor den Vorbereitungsraum. Ich hatte noch 25 Minuten Zeit (bis meine Vorbereitungszeit anfing), in denen ich mich ordentlich verrückt machen konnte. Nach zehn Minuten erschien der aufsichtführende Lehrer und verschwand im Raum. Ich blieb draußen. Ungefähr fünf Minuten später kam er wieder heraus und fragte, ob ich Muffin McSunshine sei. Ich bejahte und er fragte, ob ich nicht reinkommen wolle, meine Vorbereitungszeit liefe doch schon. Ihr könnt euch sicherlich mein Erschrecken vorstellen, als ich das hörte!
Es stellte sich aber dann doch heraus, dass dem nicht so war und dass meine Informationen diesbezüglich korrekt waren. Dann gab es die nächsten Unklarheiten, nämlich die, ob er mir die Aufgaben geben solle oder ob dies von jemand anderem übernommen werden würde.
Letztendlich konnte ich aber sogar pünktlich anfangen, was, wie schon erwähnt, absolut vonnöten war.
Nach zwanzig Minuten öffnete sich die Tür und The Whale höchstpersönlich holte mich ab. Sie fragte, ob alles in Ordnung sei, worauf ich ein „Mehr oder weniger…“ zustande brachte. Auf dem Weg zum Raum begegneten wir dann Frau Blümchen, die mich scheinbar auch abholen wollte und genau dieselbe Frage stellte.
Im Raum saßen dann noch Herr Ostreidae, Herr Brot und eben Mr. Suit.
Ich saß dann Frau Blümchen gegenüber und sah die anderen Anwesenden gar nicht. Zu Beginn war ich noch ziemlich holprig, zumindest hatte ich selbst das Gefühl, doch bei der zweiten Aufgabe packte mich die Euphorie, die mir Debatten, Vorträge und so weiter ermöglicht. Ich kam in einen wahren Redefluss und setzte Rawls Theorie in Beziehung zu Hobbes, Aristoteles, Rousseau und Locke.
Während ich sprach, sah ich Frau Blümchen beim Notizenmachen zu. Denkbar unruhig wurde ich bei den Zahlen, die sie sich aufschrieb. War das eine vorläufige Einschätzung?
Ebenfalls nervös machte mich Herr Brot, den ich aus dem Augenwinkel den Kopf schütteln und nicken sah.
Nach dem In-Beziehung-Setzen schlug Frau Blümchen mir vor, doch mit der dritten Aufgabe zu beginnen. Das passte mir ganz gut, weil ich da grad auf die Uhr gesehen hatte und schon bemerkte, wie mir die Zeit davonlief. Unter dem Zeitdruck verfiel ich in die Gewohnheit, unendlich lange Bandwurmsätze zu bilden, die dann kein vernünftiges Ende mehr fanden. Teils sah ich Frau Blümchen an und vermeinte, sehen zu können, wie sie mitdachte. Ich hoffte, dass ich mich einigermaßen verständlich ausdrückte, war mir dessen aber ganz und gar nicht sicher.
Schließlich begann ich damit, den Text zu kritisieren. Der Ansatz sei ja lobenswert, aber … Hier argumentierte ich dann sogar mit Kant, obwohl das nicht unseren gesetzten Schwerpunkten entsprach. Schließlich kam ich selbst zu einem relativ abrupten Ende, da ich schon sah, wie Frau Blümchen auf ihre Uhr guckte…
Dann stellte sie mir noch einige Fragen, ich beantwortete, so gut es eben ging und dann war es auch schon vorbei. Fragen von den anderen gab es glücklicherweise keine (davor hatte ich wirklich Angst!). Ich wurde hinausgeschickt, wo auch schon Luna auf mich wartete. Meine ersten Worte?
„Ich kotz‘ gleich!“
Wir unterhielten uns ein wenig, sie erzählte mir ihre Note… zwischendurch fing ich auch an zu heulen, einfach, weil’s vorbei war… Vom Gespräch, das drinnen stattfand, bekamen wir einige Bruchstücke mit.
Dann durfte ich wieder hinein.
Ich setzte mich wieder und Frau Blümchen bat zunächst The Whale darum, etwas sagen zu dürfen. Was sie dann auch tat.
Sie seien mittelschwer begeistert von dem gewesen, was ich abgeliefert hätte, wobei das mittelschwer ja schon wieder relativierend wäre, das stimme so nicht, sie seien wirklich begeistert gewesen. Sie ging auch noch auf das ein, was ich gesagt hatte, dass ich ja Anthropologie und Staatstheorie behandelt hätte und jeweils historisch eingeordnet hätte, darauf, dass ich sehr viel selbst geredet hätte, was ja aber auch richtig gewesen sei…
The Whale verkündete schließlich die Punktzahl: 15. Das maximal Mögliche… Ich konnte es gar nicht wirklich fassen, denn ich hatte mit weniger gerechnet, wesentlich weniger. Vielleicht zweistellig, aber eher im niedrigen Bereich. Aufgrund von Unverständlichkeit, schlechter Verknüpfung und fehlender Struktur, vor allem bei der letzten Aufgabe. Vielleicht kann ich mich einfach nur schlecht selbst einschätzen…
Denn… ich habe fünfzehn bekommen. Yeeeeeeah!

Mr. Suit meinte danach zu mir, dass er eine 15-Punkte-Prüfung sehen wollte und die auch gesehen hätte. Er hätte gewusst, dass das möglich sei…

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Ein letztes Mal Ostreidae

Herr Ostreidae hatte uns vor einiger Zeit an einem Mittwoch schon einmal angesprochen. Frau Blümchen war nicht da und darauf bezog er sich, als er meinte, er hätte gedacht, dass wir schon weg seien, weil Frau Blümchen ja ausfiele. Wir hatten danach aber ja noch Unterricht, aber das konnte er ja nicht wissen. Jedenfalls meinte er, dass er uns sonst heute (also an dem Tag) Kuchen mitgebracht hätte. Diesen hatte er anscheinend auch mitgebracht, denn jetzt hätte er ihn schon an jemand anderen verschenkt.

Wir waren ein bisschen verwirrt, weil wir ja im Unterricht nicht so gut mit ihm ausgekommen waren.

Am vergangenen Mittwoch kam er nun mit Frau Blümchen zusammen in die Klasse und hielt in den Händen ein Backblech mit Kuchen darauf.

Es sei mittlerweile eine Art Tradition, dass „sein“ Kurs, also unser Parallel-Philosophiekurs bei Klausuren Kuchen bekäme. Wir hätten mit ihm ja keine Klausur geschrieben und er hätte ja während unserer Unterrichtszeit nun auch selber Unterricht, aber er wolle uns dennoch auch Kuchen machen.

Tobias rief gleich darauf rein: „Na, Frau Blümchen, das ist Tradition, wir wollen von Ihnen auch Kuchen!“

Schade nur, dass wir keine Philosophieklausur mehr schreiben werden 😉

Dann kam die Idee auf, dass es ja auch Tradition werden könnte, dass man zu Beginn jeder Stunde vom Lehrer Kuchen bekäme, woraufhin Teresa meinte, dass man sie dann zum Abitur rollen könnte.

Woraufhin der unvermeidliche Spruch kam „Zu BEGINN jeder Stunde, Teresa…“ 😀
Sie kommt schließlich erst im Verlauf der Stunde… (eine nette Anekdote: Wir haben in Englisch den Raum gewechselt, sind also nicht in dem, in dem wir laut Plan wären. Nach einer halben Stunde klopft es und Teresa kommt hinein und meint vorwurfsvoll, sie hätte jetzt fünfzehn Minuten gesucht. Lorena guckt auf die Uhr und meint dann ganz stumpf: „Teresa… dann wärst du trotzdem eine Viertelstunde zu spät!“)

Jedenfalls war es eine nette Geste von Herrn Ostreidae.

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Herr Ostreidae, Master of Disaster

Frau Blümchen ist nicht da.

Sie ist nicht krank, sondern schulbedingt nicht anwesend, da sie Praktikumsbetreuung bei ihrem Deutsch-LK machen muss.

Was geschieht nun also mit den drei Wochenstunden Philosophie?
Der Vertretungsplan machte eine klare Aussage: Aufg., das ist die Standardersetzung für f.a., also „fällt aus“. Aufgaben bekommen wir in den allerwenigsten Fällen 😉

Frau Blümchen verkündete aber am Dienstag, dass Herr Ostreidae die Stunden übernehmen würde. Wurde akzeptiert, ein bisschen gegrummelt, aber es waren alle Kursteilnehmer am Mittwoch zur besagten Zeit vor der Tür des richtigen Raumes.

Wir warteten fünf Minuten, wir warteten zehn Minuten. Dann gingen wir, denn Herr Ostreidae ist sonst wirklich immer überpünktlich (und schließt dann manchmal den Ruam auf und setzt sich dann stumm rein, während wir auf Frau Blümchen warten…). Er war auch sonst nirgendwo aufzutreiben.

Am Donnerstag standen wir dann also vor dem Lehrerzimmer, um herauszufinden, ob wir denn nun Unterricht in der Doppelstunde hätten. Auf dem Vertretungsplan wurde das Aufg. durchgestrichen und durch das Kürzel von Herrn Ostreidae ersetzt. Wir fragten nach ihm und dann kam er auch raus, schaute sich leicht verwirrt um und uns an und dann wieder um, bis er uns schließlich fragte, ob WIR denn nach ihm gefragt hätten.
Wir bejahten und brachten unsere Frage vor, mit dem Hinweis, dass gestern ja auch nicht stattgefunden hätte, was er mit einem lapidaren „Und ihr wart alle da? Tja, dann sind wir wohl quitt.“ kommentierte. Dann setzte er uns davon in Kenntnis, dass der Unterricht stattfinden würde, drehte sich um und ging wieder.

(während wir gewartet haben, meinte Elli ja, dass wir ihn ja gar nicht sprechen wollten, sondern eher hofften, dass er nicht da sei, also hätten wir fragen müssen, ob er da sei und dann auf das „Ja, wollt ihr ihn sprechen?“ ein Nein hätten erwidern müssen 😀 )

Die Stunden waren dann auch nicht sehr ergiebig bis darauf, dass ich üben konnte, an der Tafel zu schreiben und den Unterricht zu moderieren (Herr Ostreidae verdonnerte Michelle und mich dazu ;D ), was Luna zu der Aussage brachte, dass ich ja wohl eine gute Lehrerin werden würde, ich hätte das ja schon voll drauf (was sich unter anderem darauf bezog, dass ich geschrieben hab‘ und mich dann nur so halb umgedreht hab und Teresa aufgerufen habe – kann man sich das gerade vorstellen??).
Das Stundenhighlight für mich war aber Teresas Ausruf, mitten in der Stunde:

„Jungs?! Wer von euch hat mein Handy?“, wobei sie die Jungs böse anguckte. Nach ein paar weiteren Fragen nach ihrem Handy gab Timon es ihr dann auch wieder. Herr Ostreidae sagte dazu nichts.

Dafür fragte er Tahmid später, ich habe gar nicht mitbekommen, weswegen, da ich da an der Tafel stand, welche Drogen er denn nehme. Aber es klang nicht scherzhaft, sondern ernsthaft O.o

Anouk sagte später über den Unterricht, dass sie ja sehr selten sage, dass etwas richtig schlecht sei, aber über den Unterricht bei Herrn Ostreidae müsse sie das sagen… Sie hätte sich irgendwann gar keine Mühe mehr gemacht, so zu tun, als würde sie nicht auf ihr Handy gucken.

 

Naja. Das alles macht Herrn Ostreidae noch nicht zum Master of Disaster, zumindest nicht einzig und allein. Denn solange man sich immerhin noch mit den Kollegen versteht, ist alles nicht so schlimm, da werden von anderen Lehrern dann auch Schülergemüter beruhigt oder positive Aspekte an Herrn Ostreidae unterstrichen.
Aber das hat er sich auch verscherzt.
Zwei Geschichten.

Die Erste ist ziemlich kurz: Herr Ostreidae lässt sich im Lehrerzimmer über einen Kollegen aus und verkündet lautstark, dass er sich frage, wie dieser seine Zulassung erhalten habe. In dem Augenblick kommt der Kollege rein…

Die Zweite:

Unsere Schule ist in zwei Gebäuden untergebracht, die einige Straßen auseinanderliegen. Wir sind im Hauptgebäude, im anderen Gebäude sind die fünften Klassen. Dort gibt es natürlich ebenso wie bei uns Kopierer und jeder Lehrer hat ja ein bestimmtes Kopierkontingent (worüber Frau Neon sich ja immer so schön aufregt 😉 ). Da es aber umständlich ist, gab es einen Deal mit der Sekretärin. Man musste einfach eine bestimmte Zahlenfolge eingeben und schon konnte man schwarzkopieren.

Herr Ostreidae hat scheinbar kein Kopierkontingent. Jedenfalls wurde er in dieses Geheimnis eingeweiht. Als er die Ziffernfolge allerdings im Hauptgebäude ausprobiert hat, funktionierte das natürlich nicht. Was macht er?

Er geht zu The Whale und weist sie darauf hin, dass die Ziffernfolge 123 nicht funktioniert. The Whale wusste natürlich von nichts und er erzählte ihr dann alles. Also setzte The Whale sich die Mütze auf, schwang sich auf’s Fahrrad und fuhr rüber. Dort ging sie an den Kopierer, gab 123 ein und schwupps – es funktionierte. Das fand sie natürlich nicht so schön und deswegen funktioniert es jetzt eben nicht mehr.

 

Und Herr Ostreidae hat sich unbeliebt gemacht 😉

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Lustiges Ostreidaeboykottieren III

Mittlerweile gab es Wortmeldungen aus dem Kurs dazu wie „Jetzt sag’s doch nochmal, wir bitten dich doch so lieb.“…

Da Herr Ostreidae nicht gewillt schien, auf meine Aussage zu reagieren, spulte ich also nochmal genau das ab, was ich ein paar Minuten zuvor schon geäußert hatte.

Als ich damit fertig war, meinte Luna zu mir: „Das hättest du bei Frau Blümchen nie gebracht.“

Das Verweigern der Antwort meinte sie. Ich stimmte ihr zu. Das hätte ich wirklich nicht bei Frau Blümchen gebracht, nie im Leben. Luna ergänzte dann aber auch: „Das hättest du bei ihr aber auch nie gemusst.“

Was wiederum stimmte. Ich habe so eine Situation noch nie erlebt. Mein Redebeitrag war offensichtlich richtig, zumindest merkte Herr Ostreidae nicht an, dass irgendetwas davon inkorrekt war. Er stellte nur komische Fragen, Fragen von der Art, wo man als Schüler normalerweise gleich den Eindruck hat, dass das Gesagte einen Haken haben muss.

Das Unterrichtsgespräch ging noch ein wenig so weiter, ich wurde nicht mehr drangenommen, selbst wenn ich mich meldete (also dann, wenn meine Mitschüler einfach nicht zum Punkt kamen…). Schließlich gab es eine Aufgabe beziehungsweise mehrer. Die hatte Herr Ostreidae schon einmal raffinierterweise an die Tafel geschrieben und diese dann zugeklappt. Er öffnete sie mit den Worten: „Also, das sind die Fragen, die meiner Meinung nach noch offen geblieben sind…“

Ich las sie mir durch und hob die Augenbrauen. Die ersten beiden der fünf Fragen waren exakt durch meinen Redebeitrag beantwortet worden. Außerdem stießen mir die Rechtschreibfehler sauer auf. Es ist nun keine Hexerei, richtig zu schreiben, oder?

In der Mitte der Tafel notierte er dann die Seiten unseres Philosophiebuches, in denen die Lösung stehen sollte. Fünf Seiten waren es, ich überflog diese rasch und bemerkte, dass ich mindestens drei davon gar nicht zu lesen brauchte, um die Fragen zu beantworten. Eine beschäftigte sich mit Hobbes‘ Biographie, eine halbe mit einem Gedankenexperiment, das wir schon durchgeführt hatten und zwei weitere halbe Seiten beinhalteten Texte, die nicht zum Thema passten. Dann gab es auch noch Bilder. Also reduzierte sich der Arbeitsaufwand schon einmal auf zwei Fünftel.

Herr Ostreidae fragte uns, wie lange wir wohl dafür brauchen würden. Wir behaupteten natürlich erst einmal pauschal bis zum Ende der Stunde. Er guckte uns zweifelnd an und sagte, er würde uns zwanzig Minuten Zeit geben: „Für jede Seite fünf Minuten.“

Öhm, was?! Der Kerl unterrichtet Mathe! Zwanzig durch fünf sind vier und nicht fünf… Aber gut.

Dann wollte er wissen, wie wir denn vorgehen würden, um einen solchen Text zu lesen.

„Also, ich lese von links oben nach rechts unten…“, meinte ich dazu nur, woraufhin Herr Ostreidae meinte: „Abgesehen vom Zusammenziehen der Buchstaben zu sinnvollen Worten…“

Calvin beschrieb seine Technik folgendermaßen: „Also, ich guck‘ mir die wichtigen Wörter an und verstehe den Zusammenhang.“
 (Ja, klar, Calvin… Das will ich erstmal sehen 😉 )

„Aha, du bist dann also sowas wie Nummer fünf. Kennt ihr den Film? Nummer Fünf lebt?“

Nein. den kannten wir nicht. Scheinbar geht’s darin um einen Roboter, Nummer Fünf, der sich das Wissen aus Büchern so aneignen kann, indem er sie einfach einmal schnell durchblättert.

Tahmid schoss dann aber den Vogel ab, indem er eine der lehrbuchmäßigen Methoden (alles wichtige rausschreiben etc.) beschrieb und Herr Ostreidae ihn dann fragte, ob er das auch bei diesem Text so machen würde. Tahmid erwiderte: „Nein, ich hab‘ nur geraten.“

Es ist ja offensichtlich, dass Herr Ostreidae auf so etwas abzielte.

Irgendwann fingen wir auch mal an, zu arbeiten. Nach einiger Zeit stand Luna auf und machte einige der offenen Fenster zu. Später auch den Rest. Herr Ostreidae kommentierte das, indem er meinte: „Du bist schuld, wenn wir alle an Grippeviren erkranken.“

(Luna wird wohl auch noch einmal diese Stunde thematisieren, deshalb verzichte ich jetzt mal darauf, näher auf ihre Reaktion auf diesen unqualifizierten Kommentar einzugehen… 😉 )

Irgendwann ging ihm dann auch auf, dass wir einen der von mir schon auf den ersten Blick als überflüssig klassifizierten Texte gar nicht zu lesen brauchten und meinte dann, dass wir für die Seite nur zweieinhalb Minuten bekämen. Ich wies ihn dann auf seinen vorhergehenden Rechenfehler hin. Seine Antwort: „Ja, aber da ist ja auch ein Bild…“ (Nee, echt?)

Irgendwann fingen wir dann auch an, unsere Ergebnisse zu vergleichen. Das schafften wir leider, leider nicht mehr ganz (trotz der geliebten Stoppuhr von Herrn Ostreidae… Traurig.). Wir bekamen dafür eine Hausaufgabe.

„Formulier eine kurze Stellung, warum aus Hobbes Perspektive der Staat nur auf diese Weise funktionieren kann.“

Öhm, okay. Erklärt mir jemand, was eine Stellung in diesem Zusammenhang sein soll? 😉

 

(Von Frau Blümchen haben wir danach noch die mündlichen Noten bekommen. Ich hab‘ dreizehn 😀 )

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Lustiges Ostreidaeboykottieren II

Wie schon erwähnt, sollten wir dann also dieses Gedankenexperiment auf Hobbes übertragen.

(Natürlich, nachdem aus jeder Gruppe jemand vorgestellt hatte. Herr Ostreidae merkte übrigens an, dass in Saudi-Arabien gerade diskutiert würde, ob man Frauen das Autofahren erlauben sollte… Woraufhin Lorena dann die frage in die Runde warf, ob das Auto dann auch verschleiert sein muss… 😉
Herr Ostreidae meinte dazu dann auch noch, dass es ja Gründe dafür und dagegen gäbe, was ihn in meinen Augen etwas unsympathisch erscheinen ließ – wie kann man denn ernsthaft der Auffassung sein, dass es gut sei, wenn Frauen nicht Autofahren dürfen?! Albernes Machogetue -.-)

Hierfür sollten wir dann erst einmal kurz erläutern, worin Hobbes‘ Theorie denn bestand. Anouk und Elli sagten etwas dazu, aber nichts Wesentliches. Also nicht das, was er hören wollte.

Ich erbarmte mich dann und meldete mich (ich muss mich ja selbst in solchen Stunden einmal beteiligen). Er guckte mich an und grinste, sagte aber nichts. Also sagte ich auch nichts, ich fühlte mich ja nicht drangenommen. Dann nickte er mir aber zu und ich musste wohl oder übel annehmen, dass er dies für eine adäquate Art und Weise hielt, Leute aufzurufen… Ob er meinen Namen nicht weiß? Das kann ich mir eigentlich kaum vorstellen. Er fragte auch nicht nach meinem Namen, wie er es bei anderen schon getan hat.

„Thomas Hobbes‘ Leviathan bietet insofern Schutz für die Angehörigen dieses Staates, da sie miteinander einen Gesellschaftsvertrag eingehen, der besagt, dass man seine eigene Freiheit aufgibt und dafür Sicherheit bekommt, sofern das alle anderen auch tun. Das heißt, die Sicherheit besteht in diesem kollektiven Einverständnis, dass man nicht angegriffen werden wird und daher auch kein Zwang zum Präventivangriff da ist  anders als im Naturzustand nach Hobbes.
Die Machtübertragung auf den Staat funktioniert so, dass alle ihren Willen quasi an eine höhere Ebene abgeben, dies kann sowohl eine Einzelperson oder auch eine Gruppe sein, die herrscht. Auf dieser Ebene wird dann aus den vielen Willen ein einziger. Diesem einen Willen müssen sich dann alle Individuen unterordnen, auch wenn ihr eigener Wille eigentlich nicht damit übereingestimmt hätte.“

So beziehungsweise so ähnlich klang mein Unterrichtsbeitrag. Anscheinend zu viel für Herrn Ostreidae, der bereits zuvor Calvin bitten musste, seine Stellungnahme zu wiederholen, weil er sich nur an einen von insgesamt drei Punkten erinnern konnte…

Er konzentrierte sich dann auf den Punkt mit der Gruppe, die laut meiner Aussage ebenso in Hobbes‘ Theorie passte wie der einzelne Herrscher, und stellte dazu Nachfragen an den Kurs. Nachfragen, die so klangen, als sei meine Aussage falsch gewesen (dass sie es nicht war, wusste ich zwar, aber trotzdem…).
Nach spärlichsten Aussagen dazu, forderte er mich auf, meinen Beitrag noch einmal zu wiederholen.

Ich fühlte mich vorgeführt. Hatte ich etwas falsches gesagt und Herr Ostreidae wollte mich nun einmal schön vorführen? Anders konnte ich mir das kaum erklären, denn normalerweise wird doch jemand anderes aufgefordert, die Aussage zu wiederholen, in eigenen Worten, damit diejenigen, die die Aussage von mir nicht verstanden haben, die Chance bekommen, dieselbe Aussage noch einmal anders formuliert zu hören.

Ich wollte also nicht und dementsprechend tat ich es auch nicht (wobei er mich immer noch nicht mit Namen ansprach -.-). Zumindest erst einmal. Ich sagte, dass ich es nicht verstünde, warum ich das jetzt noch einmal wiederholen solle und wollte eigentlich eine Aussage dazu hören. Bekam ich aber nicht. Er guckte mich nur an und wartete. Ich guckte ihn an und wartete auch.

Teil Drei gibt’s auch heute noch 😉

 

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Lustiges Ostreidaeboykottieren I

Ich glaube, angehende Lehrer haben es allgemein nicht unbedingt leicht. Aber wenn sie dann uns im Unterricht haben, ist das wohl die Hölle. Mit uns meine ich vor allem Luna und mich. Wir sind Meisterinnen im Boykottieren und Auseinanderpflücken. Da muss jeder durch, der uns unterrichten will.

Es wäre ja nicht einmal schlimm oder auffällig, wenn wir einfach die Leistung verweigern würden und der Rest des Kurses mitmacht. Dummerweise tut er das nicht beziehungsweise nur vereinzelt.

Wir beide könnten die Leistung bringen und den Unterricht zu einem Erfolgserlebnis machen. Aber wir tun es nicht. Wir sitzen mit verschränkten Armen da und tragen ein Grinsen im Gesicht, das alles sagt. Dass wir antworten könnten. Dass wir es aber nicht wollen.

Mir wird oft gesagt, man könne an meinem Gesicht hervorragend ablesen, was ich von meinem Gegenüber halte… Unvorteilhaft in einigen Situationen…

Als ich mich vor kurzem über Studiengänge unterhalten habe und gestand, dass ich gerne auf Lehramt studieren würde, kam von einem Jungen die Aussage: „Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich meine, ich merke doch, wie ich als Schüler bin. Hätte ich später auch nur einen Schüler, der so schlimm ist wie ich, würde ich mir die Kugel geben.“

Dasselbe könnte auch auf mich zutreffen. Aber ich möchte es trotzdem.

Doch widmen wir uns nun der Doppelstunde, die Herr Ostreidae uns zu unterrichten wagte (hoffentlich bleibt es bei der einen…).

Davor hatten wir in der Pause eine Sitzung des Abikomittees und da der Raum, in dem wir diese abhielten, wieder zugeschlossen werden musste und wir sowieso noch einige Dinge besprechen wollten, gingen wir gegen Ende der Pause zum Sekretariat, wo auch das Büro von The Whale untergebracht ist.

Diese war jedoch gerad ein einem Gespräch und bat uns, zu warten. Wir willigten ein, in dem Bewusstsein, in der darauffolgenden Stunde Frau Blümchen zu haben. Erstens würde sie sowieso zu spät kommen und zweitens Verständnis haben.

Also warteten wir und irgendwann ging die Tür dann auf und Herr Ostreidae kam heraus. The Whale bat uns hinein und Herr Ostreidae warf uns einen merkwürdigen Blick zu und stellte verdrossen fest:
„Das heißt wohl, dass ihr zu spät zu unserem Unterricht kommt. Nachdem ihr gestern ja gar nicht gekommen seid.“

Wir guckten ihn verwirrt an.

„Gestern? Gestern fiel doch aus, weil Frau Blümchen nicht da war?!“

„Nein.“

„Aber Mr. Suit hat uns das gesagt.“

„Mr. Suit ist aber nicht für den Vertretungsplan zuständig.“

Na toll. Angemeckert werden für etwas, wofür man überhaupt nichts kann. Klasse. Nebenbei bemerkt ist Herr Hastig für den Vertretungsplan zuständig und der war auch nicht da…

Wir besprachen also die Dinge, die wir zu besprechen hatten (The Whale wird tatsächlich immer netter 🙂 ) und machten uns dann auf den Weg nach oben, sogar ohne einen kleinen Plausch mit Frau Schick abzuhalten.

Als wir den Raum betraten, saß Frau Blümchen in der ersten Reihe und Herr Ostreidae stand neben dem Overheadprojektor. An der Wand war eine Folie zu sehen, auf der stand, dass man sich vorstellen sollte, in einem Land zu leben, in dem es keine Steuern, freies Internet, freie Wohnungen und alles mögliche sonstige Geldwerte gibt, aber dafür die Religionsfreiheit eingeschränkt ist, Todes- und Körperstrafen existieren, Ausländer sehr schlecht behandelt werden und die Meinungsfreiheit nicht existiert (samt Zensur des Internets).

Dann sollten wir eine kurze Stellungnahme dazu verfassen und einander paarweise vorstellen, die „bessere“ aussuchen und dann im Plenum vorstellen. Ich las meine vor, in der ich ein Leben in einem solchen Staat (übrigens mit absoluter Monarchie und ungefähr so existent in Saudi-Arabien) eindeutig ablehnte.

Dann fing er an, meinen Beitrag zu hinterfragen und mit mir zu diskutieren.

Das haben schon andere versucht und sind gescheitert, denn wenn ich eine Meinung habe, kann ich sie auch begründen und verteidigen. Als ihm dies klar wurde, gab er die Diskussion mit mir auf und das auf ziemlich abrupte und unelegante Art und Weise. Ungeschickt.

Wir leiteten damit also über zu unserem Thema von vor den Ferien, Thomas Hobbe und Herr Ostreidae sagte sinngemäß: „Vielleicht können die Hobbes-Experten ja nchmal was dazu sagen.“

Die Hobbes-Experten, das sind Teresa und ich, denn wir haben uns ja im Rahmen unserer Facharbeit damit befasst. Teresa war nicht da. Und ich wollte nicht…

 

Wie es weiterging, erfahrt ihr dann morgen 😉

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Perfekt vorbereitet.

In einer schon etwas länger zurückliegenden Philosophiestunde haben wir den bereits hier erwähnten Film zu Ende geschaut. Das heißt, zumindest wollten wir es…

Denn zu Stundenbeginn saßen wir Schüler vor dem verschlossenen Raum. Das übliche Geplänkel von wegen „Sie ist doch erst drei Minuten zu spät, überfordert sie nicht!“ ging natürlich mal wieder los… Frau Blümchen ist zwar wundervoll, aber ein Pünktlichkeitsgen hat sie nun wirklich nicht 😉

Da kam Herr Ostreidae den Flur entlang und man konnte so manches Augenpaar rollen sehen. Der Herr ist scheinbar ein Referendar und unterrichtet Mathe und Philosophie. Weswegen er eben bei uns in Philosophie rumsitzt. Und zwar wirklich nur rumsitzt. Mein persönliches Highlight mit ihm: Frau Blümchen kommt zwanzig Minuten zu spät und er ist die ganze Zeit da, sitzt am anderen Ende des Klassenraumes und starrt uns einfach nur an. Ich weiß nicht, ob man vergessen hat, ihm im Studium beizubringen, dass es später wirklich Schüler sein werden, mit denen er es zu tun hat…
Natürlich musste sich Marisa dann unbedingt über Abstürze a la „Und der war so besoffen…“ unterhalten. Bester Eindruck ever 😉

Aber darum geht es jetzt gar nicht.

Herr Ostreidae kam also den Flur entlang, guckte uns verwirrt an und fragte:

„Wieso sitzt ihr hier?“

Da unser Kurs halt unser Kurs ist, kamen zahlreiche ironische bis bissige Kommentare, aber kein „Die Tür ist abgeschlossen.“

Allerdings war das doch selbstverständlich, aus Spaß sitzen wir ja nicht auf dem Flur rum.

Einige Zeit verging, bis Herr Ostreidae dann wieder genügend Mut gesammelt hatte, um uns noch einmal anzusprechen.

„Ist der Raum zu?“, fragte er. Wir bejahten und wieder dauerte es ein Weilchen, bis Herr Ostreidae auf den Gedanken kam, dass ER ja den Raum aufschließen könne… Schließlich hat er’s auch gemacht. Aber gedauert hat das…

Ein bisschen später kam dann auch Frau Blümchen. Mit den Worten, sie sei bestens vorbereitet. Schon alleine diese Ankündigung machte mich ja eher skeptisch – zu recht, wie sich herausstellen sollte.

Das Smartboard musste geholt werden und Luna und ich erboten uns diesmal dafür. Wir haben wohl schon geahnt, was passieren würde…

Wir gingen auf den anderen Flur im selben Stockwerk und zum Raum mit dem Smartboard. Abgeschlossen.

Für den Raum hat Frau Blümchen natürlich auch keinen Schlüssel. Denn dieser Raum ist ein Naturwissenschaftsraum (Frau Rock benutzt das Ding wohl ganz gerne mal in ihrem Unterricht). Zu blöd.

„Soo… Wir müssen jetzt naturwissenschaftliche Menschen suchen.“, stellte Frau Blümchen fest und redete gleich weiter. „Wo findet man die denn normalerweise?“

Da wir zu einer Zeit Philosophie haben, in der kaum jemand Unterricht hat, zumindest nicht in dem Stockwerk, stellte sich diese Suche als Problem heraus. Wir versuchten es in der Bio- und Chemiesammlung (wobei wir da ja nur klopfen konnten, war auch abgeschlossen. Bestimmt haust da einer der Lehrer drin! O.O) und in anderen Klassenräumen. Einige waren zwar auf, aber leer.

Tja…

Frau Blümchen beschloss dann, im Lehrerzimmer, also unten, nach naturwissenschaftlichen Menschen zu fahnden, während wir vor dem Smartboard-Raum warten sollten. Sie würde sich auch beeilen…

Nach ein paar Minuten kam sie dann auch wieder und wir konnten das Smartboard herausholen und in unseren Raum verfrachten, während Frau Blümchen wieder runterlief, um den Schlüssel zurückzubringen.

Ungefähr zwanzig oder sogar mehr Minuten nach Stundenbeginn konnten wir dann „anfangen“. Das Smartboard musste natürlich noch verkabelt werden, aber das ging einigermaßen.

 

Soviel zu „bestens vorbereitet“ 😉

 

Eure Muffin

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Philosophie ist nur besoffen zu ertragen

Das Fazit der heutigen Philosophiestunde bei unserer allseits geschätzten Frau Blümchen (die heute zwar keine Blümchenhaarspange trug, aber immerhin eine mit Blumen drauf).

Die Doppelstunde begann mit der üblichen Verspätung von drei, vier Minuten, also nichts Außergewöhnliches. In der ersten Stunde erstellten wir in Gruppenarbeit ein Schaubild zu Ende und klebten unsere Ergebnisse an die Tafel. Wir behandeln gerade Aristoteles und sollten die Ideen aus einem Text herausziehen und eben als Schaubild darstellen. Mit rosa und babyblauen Zetteln. Ob es Absicht war, dass die beiden Mädelsgruppen die rosanen Karten bekommen hat und die Jungs die blauen?

Unsere Gruppe, bestehend aus Luna, Anouk und mir war als Letzte dran mit dem Vorstellen und wie auch schon beim letzten Mal wurden wir dazu angehalten, vorne stehenzubleiben, nachdem wir unseres vorgestellt hatten. Ich meine, wir wissen ja, dass wir dekorativ sind, aber den tieferen Sinn davon erkenne ich noch nicht so vollkommen. Nun gut, jedenfalls standen wir vorne, ich sehr schön zentral vor der Tafel und machten dann eben im Stehen Unterricht. Frau Blümchen stand währenddessen am Fenster (5. Etage, da gehen sie nicht auf, aber das wird nicht für diese Geschichte bedeutsam, sondern für eine andere 😉 ).

Schon zu Anfang hatte sie uns mitgeteilt, dass sie beabsichtigte, in der zweiten Stunde mit uns einen Film zu sehen oder zumindest den Ton davon zu hören. Ein Erzeugnis des Bayrischen Rundfunks, wie immer. Ob das damit zu tun hat, dass die PISA-Ergebnisse da so gut sind? Oder damit, dass Frau Blümchen Bayern München-Fan ist? Aber ernsthaft, Bayern 3 kann ich tatsächlich empfehlen, das ist ziemlich informativ.

Mit der Technik ist das an unserer Schule bekanntlich so eine Sache. Mal funktioniert sie nicht, mal bekommt man sie einfach nicht zur Verfügung gestellt. Und Technik und Frau Blümchen sind auch eher Gegensätze.

Allen Widrigkeiten zum Trotz schaffte Frau Blümchen es, ein Smartboard zu organisieren. Unsere Schule hat zwei davon. Eins ist kaputt. Aber, oh Wunder, wir hatten das funktionierende. Soviel Glück mit der Technik ist dann doch eher untypisch.

Luna half Frau Blümchen beim Verkabeln und Anschließen und Frau Blümchen schaffte es sogar Internet zu bekommen. Sie wollte uns den Film nämlich direkt über Internet zeigen, weil sie nicht wusste, wie man sich den herunterladen kann.

Da der Internet Explorer momentan bekanntlich nicht gerade die intelligenteste Art ist, ins Internet zu gehen (Virengefahr und so) unterhielten wir uns eben genau darüber und Calvin fragte Frau Blümchen, ob sie den Internet Explorer nutze.

Frau Blümchen guckte ein wenig verwirrt und meinte: „Was weiß ich denn, wie ich ins Internet gehe?!“

Schließlich stellte sich dann doch heraus, dass sie Firefox nutzt („Also, NICHT das blaue E anklicken…“ :D).

Der Browser von Frau Blümchen trug schon sehr zu meiner und Lunas Erheiterung bei, denn Frau Blümchen benutzt einen mit einem Krümelmonster im Hintergrund. Ein guter Anfang.

Schon beim ersten Blick auf den Laptop sah ich, dass der Akku schon sehr schwach war. Dementsprechend rechnete ich damit, was wenige Minuten später passierte…

Der Film lief auf Vollbild. Plötzlich kommt eine Fehlermeldung, die besagte, dass nur noch 5 Prozent Akku vorhanden seien und dass man nun die Wahl habe: Entweder man stöpsekt das Ladekabel in die Steckdose oder hat keinen PC mehr zur Verfügung. Frau Blümchen hatte sogar das Ladekabel dabei.

Allerdings schien sie die Warnung entweder noch nie gesehen zu haben oder nicht zu verstehen. Oder beides. Jedefalls schaltete sie den Film wieder auf Vollbildmodus an und machte nicht wirklich Anstalten, das Ladekabel in dem Sinne zu benutzen, für den es vorgesehen ist…

Ich: „Ähm, Frau Blümchen?“

Sie guckte mich an wie ein Reh, mit großen Augen. In der Hand hielt sie eine Tüte.

Frau Blümchen: „Is‘ doch gut so?“

Ich: „Ja, aber das geht gleich aus!“

Sie nimmt das Kabel aus der Tüte und hält es hoch.

Frau Blümchen: „Ja, hier…“

Ich: „Sie müssen sich auch beeilen…“

Jetzt kam etwas Bewegung in die Sache und sie beeilte sich tatsächlich.
Leider war sie nicht schnell genug. Der Laptop ging einfach aus.

Frau Blümchen: „Och nö, die zwei Sekunden…“

Teresa: „Das waren zweieinhalb Minuten…“

Jedenfalls bekam Frau Blümchen es dann mehr oder weniger elegant hin, den Laptop wieder anzumachen, anzuschließen und so weiter. Dabei verhedderte sie sich auch nur ganz geringfügig in den Kabeln 😉

Nach einer Weile stoppte dann der Film und begann, neu zu buffern.

Frau Blümchen: „Och nicht schon wieder, ich hasse manchmal Technik!“

Ich finde das süß ;D

Und um nun zu dem Fazit zu kommen…

Es ging in dem Film um Aristoteles. Genauer gesagt handelte es sich dabei um ein Gespräch zweier Männer auf einem hässlichen blauen Sofa vor lauter antiken Statuen. Einer der beiden ist Physiker. Es gibt ja so viele Schlüsse, die man aus der Physik in der Philosophie ziehen kann. Oder andersherum.

Jeder dieser Herren hatte nun ein Weinglas auf einem Tischchen neben sich stehen. Rotwein. Schon recht zu Beginn definierte der eine sein Weinglas als eben das. Und nach einem anstrengenden Diskurs über Metaphysik mussten sie „erstmal eine Grundlage schaffen“. Mit Alkohol.

Ergo ist Philosophie nur besoffen zu ertragen. Ob es gut ankommt, wenn ich diesen Ratschlag vor der nächsten Philosophieklausur in die Tat umsetze… ? ;D

 

Es grüßt
eure Muffin

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Stoisch

Man merkt vielleicht, dass ich beinahe jede Philosophiestunde verblogge, was kaum verwunderlich ist, denn ich finde die Themen einfach interessant und den Unterricht lustig.

Heute bekam Elli ihre Klausur zurück, mit Blau korrigiert natürlich. Ich meine jedoch nicht. Frau Blümchen sah mich entschuldigend an und meinte, dass sie die Klausur vor Augen hätte, aber nicht wüsste, in welches Fach sie sie gelegt hätte. Das sei der Nachteil beim Korrigieren mit anderen Farben, es fiele nicht so auf…

Ich bin ja mal gespannt, wann ich die denn nun wiederbekomme 😉

Heute behandelten wir die Stoiker, beziehungsweise vorwiegend Epiket (oder auch Epiktet, Frau Blümchen benutzte erstere Schreibweise, war sich allerdings auch nicht sicher). Wir begannen damit, indem wir zusammentrugen, was das Wort „stoisch“ denn überhaupt bedeute. Etwas ohne jede Gemütsregung zu ertragen und das passiv. Das war unsere Auffassung dieses Wortes und daraufhin überlegten wir, auf wen das wohl zutreffen könnte. Angela Merkels Name fiel beispielsweise. Wir besprachen aber auch, dass es problematisch sei, einen Menschen so zu beurteilen, da man ja nicht wissen könne, wie er im Privatleben sei. Eben der typische Unterschied zwischen Schein und Sein.

Schließlich teilten wir uns in vier Gruppen auf, beziehungsweise sollten wir das, um uns in den vier Ecken des Raumes zu treffen (eine Methode, die Frau Blümchen momentan scheinbar gerne verwendet). Ganz ging es natürlich nicht auf, also bildeten wir drei Dreier- und eine Zweiergruppe. Dann sollten wir vier Stühle in jede Ecke stellen, damit wir uns da auch niederlassen können… – ähm, moment, da passt doch was nicht… Zweier- und Dreiergruppen…. Vier Stühle… Frau Blümchen hat’s eben nicht so mit Zahlen 😉

In jeder Ecke lag dann ein sehr kurzer Ausschnitt aus Epikets „Handbüchlein der Ethik“. Diesen sollten wir besprechen und möglichst lebenspraktische Beispiele dafür finden.

Ein Ausschnitt war beispielsweise:

„Bemühe dich nun, dir bei jeder widrigen Vorstellung alsbald zu sagen: „Du bist eine Vorstellung und durchaus nicht das, was du scheinst.“ Sodann untersuche und beurteile sie gemäß den Regeln, die du hast, und zwar zunächst und vorzüglich danach, ob sie den Dingen, die in unserer Gewalt stehen, oder denen, die nicht in unserer Gewalt stehen, angehöre. Und wenn sie den nicht in unserer Gewalt stehenden angehört, so halte dir sogleich vor Augen: „Es geht mich nichts an.““

Ich weiß ja nicht, an was ihr als erstes denkt bei diesen Worten. Mein erster Gedanke – ein sehr lebenspraktisches Beispiel 😉 – war, dass Klausuren nicht in unserer, also in der Gewalt der Schüler stehen. Man kann sich nicht aussuchen, ob man sie schreiben möchte oder worüber. Also stehen sie nicht in unserer Gewalt und deswegen gehen sie mich nichts an. Eine schöne Schlussfolgerung.

Da man aber auch laut Epiket abwägen soll, muss ich wohl auch weiterhin Klausuren schreiben, es sei denn, ich möchte den „Schmerz“ erleiden, null Punkte zu bekommen beziehungsweise gegebenenfalls nicht versetzt zu werden. Schade aber auch, man soll doch immer fächerübergreifende Zusammenhänge suchen…

Wir haben dann noch die vier Ausschnitte besprochen und die Frage gestellt, ob wir eher zu Epikur oder zu Epiket tendieren würden.

Und dann war die Stunde auch schon zu Ende und dieser Eintrag ist’s ebenso.

Ein abschließendes Zitat Epikets:

Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.

Ich finde dieses Zitat sehr zutreffend, da man, wenn man sich so auf eine Sache fixiert, vor einem Scherbenhaufen ohne Alternativen steht, wenn diese Hoffnung einmal zerbricht. Also immer schön einen Plan B haben ;D

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