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Einstieg in die makabre Einheit

Wir haben heute mit unserer zweiten Deutschlektüre begonnen. Nachdem wir Goethes Faust I behandelt haben, war es nun ein Werk von Schiller – Maria Stuart.

Die Stunde begann damit, dass Frau Neon mehr oder wneiger schwungvoll hineinkam und meinte: „Es ist zum Heulen.“
Draußen auf dem Flur hatten nämlich Mittelstüfler gesessen und einer davon hat wohl irgendetwas kaputtgemacht, war Frau Neon mitbekommen hat. Dann wollte er ihr auch nicht seinen Namen verraten….
Das hat sie ziemlich aufgeregt (später ging sie dann auch noch einmal rüber und ließ sich den Namen vom unterrichtenden Lehrer nennen und gab den Fall dann an deren Klassenlehrer weiter.)

Sie entschuldigte sich bei uns für ihre schlechte Laune und wir fingen mit dem Unterricht an.

Wir machten zuerst einmal eine kleine Runde darüber, wie uns das Drama denn gefallen hätte und alle äußerten sich mehr oder weniger positiv. Frau Neon zeigte sich erstaunt und meinte, dass das ja noch nie vorgekommen wäre, dass wir alle eine Deutschlektüre gut finden. Lorena berichtigte sie: „Ich habe es nur mit den Lektüren verglcihen, die wir hatten. Es ist nicht schwer, spannender zu sein als Effi Briest.“

Da hat sie Recht 😉

Wir bildeten Gruppen (und Frau Neon bedauerte mal wieder, das wir zu fünft sind… da muss dann einer immer alleine arbeiten uns innerhalb dieser Gruppen ein Schaubild zu einem Teilthema des historischen Kontextes überlegen.

Elli und Lorena nahmen sich der Aufgabe an, die Bedingungen und den Verlauf ihres Lebens zu untersuchen, Timon kümmerte sich um die politische Lage in Schottland im 16. Jahrhundert und Anouk und ich beschäftigten uns mit den politischen Zielen Elisabeths und dem daraus resultierenden Verhalten gegenüber Maria.

Zu dem Text aus dem Anhang unserer Lektüre (wir arbeiten mit der Einfach Deutsch-Ausgabe) war ein Bild abgedruckt, das die Hinrichtung Marias zeigte. Anouk guckte sich das an und fragte dann:
„Warum haben die die denn in einem Raum geköpft?!“

Wir mutmaßten ein wenig, Frau Neon erinnerte daran, dass Hinrichtungen früher absolut angesagte Events gewesen seien, zu denen die Leute in Scharen geströmt seien und dann nannte Anouk den Grund, warum sie das so unmöglich fand…

„Das muss doch irgendjemand wegmachen, das ganze Blut. Das gibt doch eine Sauerei!“
„Ach so, Anouk denkt an die Putzfrauen.“, meinte Frau Neon.
Ich erwiderte: „Reinigungsfachkräfte…“, woraufhin Frau Neon erwiderte: „Ach ja… Also, Anouk denkt an die Room Manager…“

Dann diskutierten wir noch eine Weile über Hinrichtungsarten, denn es wurde in den Raum geworfen, dass sie Maria ja auch einfach hätten hängen können. Das Blutbad wäre somit vermieden worden.

Frau Neon: „Ja, aber das wäre ja bedeutend unangenehmer für Maria gewesen. Wenn ich zum Tode verurteilt werden würde, dann würde ich die Enthauptung vorziehen…“

Lorena war anderer Meinung.

„Ich finde, es ist eine schreckliche Vorstellung, meinen Kopf von meinem Körper abgetrennt zu wissen. Ich habe gehört, dass man, wenn man geköpft wurde. noch einige Augenblicke sehen kann…“
Frau Neon unterbrach sie: „Hast du das von Störtebecker?“
„Nein. Also, für einige Momente ist die Blutzufuhr ja noch da… Also könnte das durchaus möglich sein. Da würde ich lieber einen unangenehmeren Tod sterben und als Ganzes beerdigt werden, als in zwei Teilen…“

Irgendwie hat sie damit ja Recht.

Ich warf ein: „Es könnte auch schief gehen und dann ist man wie der fast kopflose Nick.“
Lorena grinste: „Okay, ich habe mich umentschieden, damit habe ich eine reelle Chance, nach Hogwarts zu kommen.“

Einige Augenblicke später fügt sie noch hinzu: „Ach, mein Brief kommt noch. Wenn ich mein Abi habe. Dumbledore wartet ab, bis ich einen vernünftigen Abschluss hier bei den Muggeln habe…“
Timon: „Dumbledore ist tot.“
Lorena: „SSSSSCHT! Der tut nur so!“

Dazu fiel dann Frau Neon auch noch etwas ein: „Also, die eine Schülerin, die bei mir Geschichte geschrieben hat, die kam nach der Arbeit zu mir und meinte, sie hätte die Arbeit mit Wissen bearbeitet, das sie von Harry Potter hat…“
(Frau Neon sprach „Harry“ total merkwürdig aus. Nicht Härry sondern Haaari…^^)

Lorena wandte sich an Elli.

„Siehst du und du machst dich immer darüber lustig, dass ich Team Potter bin!“
Elli: „Ja… Durchschnittsalter zwölf Jahre…“
Lorena: „Im KOPF schon!“

Bei den letzten Worten deutete sie auf ihren Kopf. Den meinte sie wohl damit 😉

 

Wie es weiterging, erfahrt ihr morgen 😉

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Ergebnisse

Die Ergebnisse für die Arbeit haben wir gestern bekommen. In drei Kategorien wurde bewertet, 40 Prozent zählte das Produkt, 40 die Prüfung/Vorstellung/wie man es auch nennen mag und die restlichen 20 Prozent wurden von der Reflexion ausgemacht.

Meine Teilnoten sind folgendermaßen:

Produkt – 13
Reflexion – 14
Präsentation – 9

Damit ist meine Endnote 12. Und das auch noch knapp (wenn man nachrechnet sind’s 11,6).

Im Prinzip könnte ich damit ja zufrieden sein, bin ich aber nicht. Denn es könnte meiner Meinung nach besser sein. Dass es das nicht ist, laste ich den Schwierigkeiten in meiner Gruppe an (und der mangelnden Kreativität für’s Vorstellen… aber wie stellt man eine Facharbeit kreativ vor? Waldorfschulenmäßig den Text vortanzen? Obwohl… die Idee hat was :D). Und ich muss zugeben, ein klitzekleines bisschen ärgert es mich auch, dass ich gleich viele Punkte habe wie Teresa. Nina hat sieben Punkte und sagt selbst, dass sie damit zufrieden ist. Na, wer weiß, ob das stimmt…

Aber gut. Passiert ist passiert und ändern kann ich daran eh nichts mehr. Aber für irgendwelche nächtens Gruppenarbeiten merke ich mir: Auf eine Gruppenharmonie achten. Von Anfang an, die muss einfach stimmen, sonst geht’s den Bach runter…

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Gezicke und Beinahe-Mord I

Eigentlich hätte ich heute frei gehabt. Eigentlich.

Denn für heute und morgen sind die Vorstellungen unserer Produkte angesetzt. Also der Produkte unseres gesamten Jahrganges. Jede Gruppe hat pro Gruppenmitglied eine Viertelstunde Zeit. Also ist’s bei Teresa, Nina und mir eine Dreiviertelstunde. Davon soll ungefähr 24 bis 30 Minuten präsentiert werden, der Rest ist für Fragen vorgesehen. Drei Lehrer werden in dieser Prüfung sitzen, die 40% der Note ausmachen wird. In meinem Falle sind das Frau Blümchen, Frau Neon und Frau Rank. Letztere ist aber eigentlich „nur“ für das Protokoll zuständig, da sie nicht betreuende Lehrkraft ist. Fragen stellen darf sie trotzdem. Die Fragen beunruhigen mich ein wenig…

Mr. Suit beliebte es, unsere Prüfung auf Donnerstag um 15 Uhr zu legen. Als aller-, allerletzte Prüfung. Ideale Voraussetzung… *hust*

Gestern hatten wir schon Zeit bekommen, um unsere Vorstellung zu erarbeiten. Theoretisch hätten wir diese Zeit nicht gebraucht, denn eigentlich war unsere Präsentation schon erabeitet. Die Powerpoint hatte ich bereits in den Osterferien erstellt und die eigentliche Absprache war, dass wir alle unsere Karteikarten etc. bis gestern fertig haben sollten.

In der Theorie klingt das ja ganz gut und schön, die Praxis sah leider anders aus.

Nina hatte sich zumindest größtenteils aufgeschrieben, was sie sagen wollte. Von dem Abschnitt, bei dem sie sich nichts aufgeschrieben hatte, wusste sie nicht mehr, dass sie dafür eingeteilt war, beziehungsweise wusste nicht mehr genau, was sie davon alles bekommen hatte. Den Teil des Essays hatte sie sich aber ausgedruckt, um sich dann eben in der Schule die Dinge herauszuschreiben. Das hat sie dann auch getan (und die Texte – denn das sind es, ich hätte ja eher Stichpunkte gemacht – einfach ausgeschnitten und auf Karteikarten geklebt).

Teresa hingegen…

Teresa war einfach nicht vorbereitet.

Anders kann man das nicht sagen. Aber natürlich hatte sie einiges an Ninas Text auszusetzen… Sie war nicht vorbereitet, hatte sich nicht einmal Dinge herausgeschrieben. Das hat sie dann in der Zeit getan, in der Nina und ich Ninas und meinen Text mehrfach durchgegangen sind, Dinge weggekürzt haben (da wir zu viel hatten) und so weiter. Irgendwann meinte sie, sie könnte es ja jetzt auch einmal probieren. Zu dem Zeitpunkt war sie aber noch gar nicht fertig damit, ihren ausformulierten Text aufzuschreiben! Dementsprechend konnte sie natürlich nicht alles durchgehen. Und dann brach sie ab und ich fragte, ob sie nicht weitermachen wolle. Sie wolle schon, aber sie schriebe in zwei Stunden ja eine Geschichtsklausur und wolle lieber noch dafür lernen.

Die Klausur musste sie nämlich nachschreiben (ebenso wie Nina auch, die dann natürlich auch gehen wollte).

Teresa nahm dann ihr Buch heraus, was sie zum Lernen benutzen wollte und ging zu Tahmid, ebenfalls ein Nachschreiber. Und ich saß da, vor meinem Laptop und bekam den Mund nicht mehr zu, ob dieser Unverschämtheit.

Deswegen (!) durfte ich heute sehr viel Zeit in der Schule verbringen. Und was sich dann abspielte war wirklich die Krönung…

to be continued…

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Das Elend mit der Facharbeit Teil III

Hier nun der letzte Teil – vorerst zumindest 😉 – der Reihe über Facharbeitselend. Vielleicht werden noch Schilderungen des Facharbeitselends anderer Gruppen folgen. Da gab es auch so einigen Stress…

Am Montag war wieder Arbeiten angesagt. Nina wurde gleich mit abgeholt und war so auch von Anfang an da.

Sie arbeitete weiter an ihrem Teil, Teresa und ich an Einleitung und Fazit. Wir schickten unsere fertigen Teile (also Teresas und meinen) zum Korrekturlesen nach Australien und zu einer aus einem englischsprachigen Land stammenden Studentin. Schlussendlich wurden wir fertig, haben Änderungen eingebaut, den Quellennachweis aufgeschrieben etc. pp. .

Teresa und ich sind dann noch zu einem Laden gefahren, wo wir unser gesamtes Werk mit Ringbindung haben binden lassen.

Es fehlte nur noch eins: Die Reflexionen.

Hierfür hatten wir einen Zettel bekommen, auf dem Fragen standen, die zu beantworten waren. Diese Fragen waren thematisch gegliedert, in den inhaltlichen Aspekt, den arbeitsmethodischen Aspekt, den sozialen Aspekt und zum Lernen insgesamt.

Besonders der soziale Aspekt ist natürlich interessant. Ich habe am Abgabetag einen Blick in die Reflexionen von Teresa und Nina geworfen, da ich sehr neugierig war, was sie wohl geschrieben hatten. Denn wäre ich nicht mit in der Gruppe gewesen, wären sich die beiden noch an den Hals gegangen… Dabei habe ich mich bisher bei keiner Gruppenarbeit so in der Rolle des Teamers, desjenigen, der die Gruppe zusammenhält, gesehen. Allerdings habe ich bisher auch noch nie erlebt, dass eine Gruppe in so heftige Gegensätze zerbricht, wie hier.

„Muffin, du bist echt wie die Schweiz.“ (Zitat Teresa)

„Ich bewundere dich für dein Zen.“ (Zitat Teresa)

„Wenn es nicht auch um dich ginge, würde ich jetzt gehen.“ (Zitat Nina)

Das hat mich selbst erstaunt.

In den Reflexionen fanden sich interessante Formulierungen:

(sinngemäß aus Teresas Reflexion) „Mit Nina zu arbeiten war ein Kampf gegen Windmühlen.“

und

„Eine Stärke von mir war meine Entschlossenheit, eine gute Note zu bekommen.“

(aus Ninas Reflexion, die sehr selbstkritisch war) „Eine Schwäche meiner Gruppe war meine Faulheit.“,

„In meiner Gruppe habe ich mich in der Rolle des Lückenbüßers gefühlt.“

und

„Ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist.“

Ich kann beide verstehen, Nina und Teresa.

Nina, weil Teresa wirklich Druck machen kann, Nina gegenüber sehr ablehnend gegenüber aufgetreten ist (zum Beispiel wollte sie eigentlich auf gar keinen Fall, dass Nina in unsere Gruppe kommt und hat gleich von Anfang an gesagt, dass sie von irgendwem sehr negative Dinge über Ninas Arbeitsverhalten in anderen Gruppenarbeiten gehört hat) und sehr sehr perfektionistische Ansprüche an andere stellt. Diese erfüllt sie aber selbst nicht, was mich etwas verärgert hat, denn damit entzieht sie meiner Meinung nach ihren Ansprüchen an andere ihre Berechtigung. Ich erinnere mich da an ihren Ausspruch gegen Mitte unserer Arbeitszeit: „Ich habe das Gefühl, die einzige zu sein, die Druck macht.“

Fakt ist, dass sie ihren Text auch nicht fertig hatte. Fakt ist auch, dass Nina und ich gegen Mitte der Arbeit beide neue Themen bekommen haben, da wir diese passender fanden. Teresas Thema dagegen blieb dasselbe.

Teresa kann ich verstehen, weil Nina wirklich früher hätte anfangen können. Auch ihr Arbeitsverhalten an diesem Wochenende zeugt ja nicht unbedingt von Kooperationsbereitschaft und Einsatzfreude. Und unsere Hilfe hätte Nina ja auch annehmen können, denn angeboten haben wir es ihr.

Schlussendlich muss ich sagen, dass diese Gruppenarbeit daran krankte, dass wir mit Nina und Teresa solche Gegensätze in unserer Gruppe hatten. Auch die Entscheidung Ninas, statt ihrem Abitur ihr Fachabi zu machen und somit auf die Note der Facharbeit verzichten zu können, war ein wichtiger Faktor.

Alles in allem werde ich in Zukunft bei jeder Gruppenarbeit darauf achten, dass eine gewisse Harmonie zwischen den Gruppenmitgliedern herrscht. Allerdings bin ich auch stolz darauf, dass wir uns nicht vollends zerstritten haben und zu einem Ergebnis gekommen sind. Denn Herausforderungen wie diese ermöglichen es einem, zu wachsen und jede Krise birgt auch eine Chance 🙂

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Das Elend mit der Facharbeit Teil II

Kommen wir nun zum Sonntag. Eigentlich ja ein schöner, freier, entspannter Tag… nun, für mich war er es auf jeden Fall nicht.

Wir wollten uns um halb elf treffen, beziehungsweise wollte Teresa mich um halb elf abholen. Ich bin ja immer mit dem Fahrrad unterwegs, aber Teresa wohnt etwas abseits… so abseits, dass ich da im Dunkeln nicht gern nach Hause fahren möchte… also habe ich mich eben mit dem Auto abholen lassen. Die Ansage war ja auch „Wir arbeiten, bis es fertig ist und wenn’s sein muss, bis vier Uhr morgens“(haben wir dann nicht gemacht, aber dazu später…).

Also war Teresa um halb elf bei mir und hat mich abgeholt. Vom Auto aus haben wir dann Nina angerufen, um zu fragen, ob wir sie gleich mitnehmen sollen. Ich habe nicht mit ihr gesprochen, aber Teresa meinte, sie hätte sehr verschlafen geklungen und gesagt, sie käme später.

Die Frage ist ja, wann ist später?

Bei Teresa haben wir uns dann wieder ihrem Text gewidmet, ich hatte meinen auch noch etwas überarbeitet und gemeinsam haben wir den philosophischen Teil, der ja als gemeinsamer Text gedacht war, geschrieben.

Um 15 Uhr war Nina immer noch nicht da.

Wir haben dann versucht, sie zu erreichen, per SMS und Anruf, vergeblich. Bis ich sie dann von meinem Handy aus angerufen und erreicht habe. Sie sagte, sie arbeite an ihrem Teil und fragte, ob es in Ordnung wäre, wenn sie um 16 Uhr käme. Ich sagte etwas fassunglos ja, denn eigentlich hatte ich ja damit gerechnet, dass sie eben ein wenig später kommt, weil sie verschlafen hat oder so… Aber nein.

Teresa und ich arbeiteten also weiter, schrieben vorsichtshalber schon einmal Stichpunkte für Ninas Thema auf und recherchierten in die Richtung.

Um 16 Uhr, die Zeit, zu der Nina ja kommen wollte, klingelte das Telefon. Teresa ging ran.

Ich konnte mir schon denken, wer der Anrufer beziehungsweise eher die Anruferin war… Ihr sicher auch.

Nina. Sie sagte, dass sie das nicht schaffe mit ihrem Teil, dass sie nicht mehr kommen würde, dass es ja sowieso am Ende Einzelnoten für das Produkt gibt. Und Teresa rastete aus und faltete sie erst einmal am Telefon ordentlich zusammen. Den Inhalt dessen, was da gesagt wurde, möchte ich lieber nicht wiedergeben. Es war nicht sehr nett, ebensowenig, wie die Worte Teresas danach nett waren. Wenn Worte töten könnten…

Jedenfalls kam Nina dann ungefähr eine halbe Stunde später. Wir sahen uns ihren Text (denn sie hatte tatsächlich einen) an und kritisierten – Teresa nicht ganz so konstruktiv, ich versuchte, Verbesserungsvorschläge an einigen Stellen anzubringen – ihn, ebenso, wie wir es zuvor auch mit unseren Texten getan hatten.

Nina zumindest hatte nach kurzer Zeit die Nase voll, speicherte ihren Text auf meinem USB-Stick, packte ihre Sachen und wollte gehen. Sie wollte gehen!

Teresa stellte sich in die Tür, sodass sie nicht hinauskonnte.

„Nina, du hast mich noch nie sauer erlebt. Aber wenn du jetzt durch diese Tür gehst… “

Ich nahm Nina in den Arm, denn sie weinte. Ich glaube, sie hatte das Gefühl, alles falsch zu machen und dass wir denken würden, alles sei prinzipiell schlecht, nur weil es von ihr käme…

Zumindest haben wir sie überzeugt, zu bleiben und weiterzuarbeiten. Denn schließlich zählt auch der Gesamteindruck vom Produkt und natürlich die Tatsache, inwiefern wir als Gruppe zur Zusammenarbeit fähig waren.

So arbeiteten wir noch eine Weile weiter, bis absehbar war, dass es zu nichts mehr führte, einfach, weil man nach zwölf Stunden Arbeit nicht mehr so frisch ist. Also beschlossen wir, einen Schnitt zu machen und notgedrungen am nächsten Tag – Montag – unser Produkt fertigzustellen. Gesagt, getan.

Zuhause habe ich dann noch einen Teil von Ninas Text geschrieben, damit wir wenigstens irgendeine Grundlage hätten, sollte Nina nicht kommen (denn das habe ich echt befürchtet).

So verbrachte ich meinen Sonntag…

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Effi Briest-Dialoge

Deutschleistungskurs, eine Doppelstunde. Das Thema ist – wie die letzten Stunden auch – der Roman Effi Briest von Theodor Fontane. Die Aufgabenstellung lautet, in Kleingruppen zu einer Szene zwei Dialoge zu schreiben, einen im Sinne des Autors und einen abgewandelten (d.h. einen, in dem Innstetten Effi ängstigt und nicht auf sie eingeht und einmal quasi das Gegenteil). Da die ausgewählte Romanstelle allerdings schon die Form eines Dialoges hat, soll man diesen ein wenig umschreiben, z.B. in moderne Sprache „übersetzen“.

Unser Ergebnis war folgendes (und ja, wir haben es dann auch im Kurs vorgetragen 😉 ):

Dialog 1:

Effi: „Ey, Geert, isch will umziehen!“

Innstetten: „Äh, Effi, das geht nicht! Was geht denn mit dir, Alte?!“

Effi: „Aber isch hab Angst vor dem Chinesen, isch schwör diggah!“

Innstetten: „Das nur Bild, man! Du Opfer!“

Effi: „Aber isch hab voll krasses Haus gefunden!“

Innstetten: „Nein, mann, du bist voll peinlich, denk an mein Status, lo! Sei stolz auf Spuk ey, ist voll Zeichen von Adel.“

Effi: „Geert, das war zu Hause aber nicht so. Isch bin da nicht stolz drauf!“

Innstetten: „Das bleibt alles so, wie es ist, Mädschen!“

Dialog 2:

Effi: „Ey, Geert, isch will umziehen!“

Innstetten: „Versteh isch nich, warum willst du umziehen, wir haben großen Garten, großes Haus. Was ist dein Problem?“

Effi: „Checkst du’s nicht, der Chinese! Isch hab voll Angst vor dem! Isch kann nicht schlafen!“

Innstetten: „Musst du Schlafmittel nehmen.“

Effi: „Aber, Geert, das tötet Leute!“

Innstetten: „Tam, Diggah, such ich größeres Haus mit noch größerem Garten.“

Effi: „Aber der Chinese!“

Innstetten: „Den verfüttern wir an’s schwarze Huhn.“

Effi: „Oh, Geert, isch lieb disch voll krass!“

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