Schlagwort-Archive: Fünftis

Schnellchen IV

„Wie, du willst Lehrerin werden und hattest einen Abischnitt von 1,3? Da kannst du doch Multimillionärin werden oder Maklerin und damit Millionen verdienen!“

Die Reaktion einer Fünftklässlerin auf meine Zukunftspläne (neben der typischen Frage, ob ich denn dann auch an „dieser Schule“ Lehrerin werden wolle) in Kombination mit der Information, was für einen Abischnitt ich hatte 😀

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Jendrick und das Auto

Einer unserer Fünftis ist Jendrick. Er ist so besonders wie alle unsere Schüler, vielleicht auch ein wenig mehr.
Gestern hatten wir zeitgleich Schluss, er kam von einer AG und ich von der Betreuung. Da fragte er mich, wo ich denn hingehe. „Nach Hause.“, war meine Antwort. Es folgte ein kleines Gespräch mit einer weiteren Schülerin über meinen Wohnort und meine Art zur Schule zu kommen. Wie es der Zufall so wollte, war ich an dem Tag mit dem Auto in der Schule.
Da folgten natürlich gleich interessierte Fragen nach dem Modell, den Besitzverhältnissen und meinem Führerscheinbesitz. Ich beantwortete sie und ging zum Auto und stieg ein.
Jendrick stellte sich neben die Fahrertür (die noch offen war) und fragte weiter. Ich erklärte ihm, was der Sinn einer Lenkradkralle ist und zeigte ihm, dass man das Lenkrad bei ausgeschaltetem Motor nicht drehen kann. Natürlich durfte er das auch ausprobieren. Auch die Beleuchtung mit Abblendlicht und Fernlicht fand er sehr interessant (und die Lichthupe erst^^). Er war total lieb und begeistert und eben auch neugierig, sodass ich ihn auch hupen ließ. Das Warnblinklicht durfte er auch anschalten…
Er ließ sich auch die Pedalen und die Kupplung erklären. Wie gesagt: Sehr interessiert.
Nach einer Weile wollte ich dann aber doch los und er guckte mich total lieb an und fragte, ob ich dann beim Ausparken auch blinken und, wenn ich ihm einen riiiiiiesigen Gefallen tun wolle, ob ich dann auch noch lichthupen könnte. Den Wunsch hab‘ ich ihm natürlich gerne erfüllt 😉

Ich hoffe, er behält dieses kleine Erlebnis in guter Erinnerung.

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Schnellchen I

Ich bediene mich jetzt schamlos an der Namensgebung der lieben Frau Hilde, um kurze Begebenheiten, die festgehalten werden wollen, zu Papier zu bringen 😉

Heute, in der Mensa. Ein Fünftklässler erzählt mir etwas und siezt mich dabei. Mehr aus Versehen, denn eigentlich werde ich geduzt. Größtenteils zumindest und das finde ich auch in Ordnung so.
Das Lustige kam danach:
Jesko hatte das Gespräch mitverfolgt und rief mir dann ganz aufgeregt zu: „Muffin, der hat gerade Sie zu Ihnen gesagt!“

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Jescos Heft

Mein absolutes Highlight heute:

Ich habe einer Fünftklässlerin einen Bärenkopf als Smiley in ihr Elternkommunikationsheft/Hausaufgabenheft gezeichnet. So etwas bekommen sie, wenn sie besonders gut mitgearbeitet haben und darauf stehen sie total.
Ein anderer Fünftklässler, Jesco, sieht den Smiley und bittet mich, ihm auch so einen Bären außen auf sein Heft zu zeichnen. Normalerweise ist er einer der Obercoolen…
Ich zeichne also und er fragt nach, ob das denn schwer ist, sowas zu zeichnen, wenn man es denn übt. So kommen wir darauf, dass ich erzähle, dass ich auch Diddlmäuse zeichnen kann und dass das auch nicht so schwer ist.
Da bittet er mich, ihm auch noch eine Diddlmaus zu zeichnen und zeigt sein fertig verziertes Heft gleich stolz herum.

🙂

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Von Balance und Herausforderung

Oder: Bericht einer Klassenfahrt, Teil 1

Wir trafen uns um neun Uhr an der Schule. Eine Stunde später als ich sonst da sein müsste. Dementsprechend entspannend war mein Morgen. Ich war ziemlich gespannt auf die Klassenfahrt. Obwohl es eigentlich eher eine Jahrgangsfahrt war, denn alle drei fünften Klassen fuhren mit.
Es waren mit mir sieben BetreuerInnen dabei, davon eine persönliche Assistenz. Zwei Lehrer, drei Lehrerinnen. Und eben ich.
Mit dem Bus ging es zum Ziel unserer Fahrt, das dauerte nicht sehr lange.
Ich saß neben einem Schüler, der mir erstmal erzählte, dass er um zwei Uhr nachts noch nicht im Bett gewesen sei. Meine vorbildliche Ader schlug prompt die Hände über dem Kopf zusammen. Dementsprechend unergiebig waren folgende Gesprächsversuche – der Junge war hundemüde.
Ich widmete mich also den anderen Kindern, die um mich herum saßen. Auf der anderen Seite des Ganges saßen zwei Jungs – Markus und Miguel – hinter zwei Mädels aus ihrer Klasse. Da wurde natürlich an den Sitzen gerüttelt und Fotos von den widerstrebenden Damen gemacht. Die fanden das mehr oder minder lustig (beziehungsweise fanden sie’s lustig, konnten es ihrem Ruf zuliebe jedoch nicht zugeben).
Nach der Ankunft verstauten wir unser Gepäck erstmal, denn die Zimmer konnten wir noch nicht beziehen. Die Kinder durften eine Viertelstunde das Gelände erkunden. Währenddessen wurden zwei Slacklines gespannt, bei denen wir wieder zusammenkamen.
Als erstes musste jede der Klassen versuchen, sämtliche ihrer Mitglieder von der einen auf die andere Seite zu bekommen – über die Slackline hinweg und ohne sie zu berühren, versteht sich.
Da ging’s zuerst ziemlich planlos, aber fix hoch her. Die Kleinen und Leichten wurden mehr oder weniger hinübergeworfen, ehe sich die Erkenntnis den Weg bahnte, dass ja wirklich ALLE hinüber müssen – also auch die Großen und Schwereren. Mit vereinten Kräften wurden diese also hinübergehoben.
Auch das Hinüberspringen wurde erprobt und mit blauen Flecken bezahlt…
Im Anschluss durfte jeder, der wollte auch noch auf der Slackline balancieren. Und die Lehrer und Betreuer wurden dazu gezwungen^^

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Highlights

Zwei Highlights, beide aus dem Matheunterricht der Chaosfünftis.
Es ist an der Zeit, selbstständig zu arbeiten. Es dürfen natürlich Fragen gestellt werden. Ich gehe zu einem Jungen, der eine Frage hat.
Er guckt mich an und zögert. Dann fragt er doch.
„Ich wollte wissen, ob ihr Lehrer euch untereinander duzen dürft.“
Ich unterdrücke ein Grinsen und erkläre ihm, dass das ganz davon abhänge, wie gut man sich versteht und ob man einander das Du anbietet.
Aber die Frage war wirklich süß. Denn sie zeigt, dass er sich Gedanken darum macht – es war auch gerade in Deutsch ein Thema -, welche Anrede für wen angemessen ist.

Das zweite Highlight hing damit zusammen, dass die Kinder Magnetschilder mit ihrem Namen drauf bekommen haben. Magnete sind natürlich ungemein spannend, man kann so viel damit machen. Gucken, ob nicht irgendwelche Stifte magnetisch sind beispielsweise.
Was natürlich magnetisch ist, das sind ja Scheren. Es ist auch sehr, sehr unterhaltsam, damit herumzuspielen, indem man zum Beispiel – wie Markus – seine Schere in sein T-Shirt steckt und das Namensschild quasi als Orden trägt.
Doof nur, wenn direkt hinter einem dann eine FSJlerin sitzt, die leise aufsteht, sich anschleicht und ihm dann die Schere aus der Hand nimmt, als er sie gerade ins T-Shirt stecken wollte.
Dieser unglaublich verdatterte Blick war einfach nur lustig 😀

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Herzmomente

Ich bin ja nun noch nicht wirklich lange an der Schule, aber die Namen der Fünftis, in deren Klasse ich auch im Unterricht dabei bin, die habe ich mittlerweile drauf. Das sind fast vierzig Schülerinnen und Schüler.
Haben sie anfangs noch etwas verwirrt reagiert („Woher wissen Sie unsere Namen?“), haben sie sich mittlerweile ein wenig an mich gewöhnt, die einen mehr, die anderen weniger.

Meine Herzmomente waren folgende:
1. Es ist Pause, ich stehe mit ein paar Fünftis draußen und wir unterhalten uns. Ich werde gefragt, wie lange ich denn an der Schule bleibe. Ich erwidere, dass ich das ganze Schuljahr über bleiben würde.  Ein Mädchen guckt mich ganz lieb an und fragt: „Kannst du nicht für immer bleiben?“
2. Freitag, wieder Pause. Wieder eine Unterhaltung mit den Fünftis, heute haben sich schon mehr zu mir getraut. Die Pause ist fast zu Ende und wir schicken die Kinder schon einmal los, damit sie nicht zu spät kommen. Ich verabschiede mich mit den Worten „Bis Montag!“. Da kommt eins der Mädchen noch einmal schnell zu mir und umarmt mich kurz. „Ein schönes Wochenende.“, wünschte sie mir noch und war dann verschwunden.
Und der dritte Herzmoment, den ich nun mit euch teile, ist zugleich auch der letzte für diesen Eintrag:
Wieder ein Erlebnis mit den Fünftis. Diesmal auf dem Flur, von dem ihre Klassenräume abgehen. Ich stehe recht mittig und werde von einer Klasse gefragt, ob ich heute wieder zu ihnen in den Unterricht komme. Bevor ich antworten kann, tut es jemand aus der anderen Klasse, während sie sich bei mir einhängt: „Aber sie gehört doch zu uns!“

Ja, ich fühle mich gut an der Schule. Aufgehoben und angekommen. Ich gehe momentan so gerne zur Schule wie eigentlich nie oder nur selten zuvor.

Ich bin gerade einfach nur glücklich ♥

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Die Einschulung

Heute sind die neuen Fünftis eingeschult worden – sowohl an meiner als auch an Linneas neuer Schule. Frau X. war heute auch da – sie hat mich auch wieder erkannt und ich hatte den Eindruck, dass sie sich wirklich gefreut hat, mich zu sehen. Das ist ein schönes Gefühl.
Wir setzten uns bei der Einschulung zusammen auf die Empore in der Aula. Dort saßen auch einige Schüler und Frau X. stellte mich ihnen gleich vor. Dabei stellte sie mich auch vor die Entscheidung, ob ich mich denn nun Muffin oder Frau Sunshine nennen lassen wollte. Schwierig, wie ich finde. Frau Sunshine passt überhaupt nicht zu mir. Ich finde es auch absolut merkwürdig, gesiezt zu werden. Allerdings habe ich im Gegenzug auch so meine Probleme, Erwachsene nicht zu siezen, wenn alle anderen das tun. Das schleicht sich da manchmal so rein, ich gebe mir aber Mühe, denn schließlich wurde mir das Du auch schon von einigen Lehrern angeboten. Von anderen nicht, da bleibe ich einfach beim Sie.
Ich habe mich dann für Muffin entschieden und bei den Fünftis geht das mit dem Sie und Du sowieso durcheinander, da werde ich beides mal.

Die Einschulung war ziemlich schön. Zwei Sechstklässlerinnen durften die Moderatorinnen spielen. Es gab eine Akrobatikvorführung von der einen sechsten Klasse und von der anderen wurde ein Lied gesungen, das von der Zeit handelte, die man in der Schule verbringt. Das fand ich ziemlich niedlich.
Dann wurde für die Geburtstagskinder Happy Birthday gesungen.
Natürlich gab es auch Reden. Eine von einem der Klassenlehrer hat mich sehr beeindruckt.
Er sprach von all den Dingen, die die Kinder während der nächsten Jahre aus der Schule mitnehmen könnten und packte sie sinnbildlich in einen Rucksack. Lego-Männchen für neue Freundschaften, die man schließen könne, ein Buch für das Wissen, was man ansammeln könnte („Auch wenn das nicht das Wichtigste sei.“), einen kleinen Pokal als Symbol für die Erfolge, die jeder persönlich für sich erreichen könne und eine Sonnenbrille für die Coolness, die man meistens so in der siebten, achten Klasse unbedingt brauche. Das als Beispiele, es waren noch mehr Dinge.
Die Klassen wurden klassisch eingeteilt, jeder wurde aufgerufen und musste nach vorne gehen. Dort bekam er ein kleines Päckchen von einem der Sechstklässler überreicht, auf dem sein Name stand. Was darin war, weiß ich leider nicht.
Dann sollten die Klassen mit ihren Lehrern zu ihren Räumen gehen, während die Eltern weitere Informationen von der Schulleitung in der Aula bekommen sollten. Frau X. und ich verschwanden dann aber auch unauffällig, da wir noch einiges zu besprechen hatten.

Als krönenden Abschluss des ersten Schultages als Fünftklässler ließen sie übrigens Luftballons steigen, an den vierblättrige Kleeblätter aus Tonpapier hingen. Auf diese hatten sie ihren Namen geschrieben und was sie sich von ihrer neuen Schule wünschten. Natürlich auch die Adresse der Schule, damit ein Finder zurückschreiben könnte.
Ich bin gespannt, ob und wann jemand antwortet…

Und ebenso gespannt bin ich darauf, wie die Fünftis so sind. Es ist schon lustig, wie sehr das Aussehen in diesem Alter auseinander geht. Einige Fünftis sind noch wirklich klein, andere sehen aus, als wären sie Siebtklässler – mindestens.
Ich freue mich schon 🙂

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