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Schnellchen III

Es ist Pause. Ich mache, wie eigentlich in jeder Pause, Aufsicht auf einem Teil des Schulhofes.
Da kommen zwei Achtklässler um die Ecke. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch die beiden weisen eine geradezu beeindruckende Oberweite auf, für die sich einige unter’s Messer legen würden.
„Naaa, ihr Süßen, wollt ihr mal anfassen?“, wurden wir kokett zwinkernd und die Brust herausstreckend gefragt.
Wir verneinten, woraufhin die Beiden ganz entzückende Schmollmünder zogen.
„Ihr wisst ja gar nicht, was ihr verpasst. Aber gut…“
Daraufhin wandten sie sich einander zu und sprangen gegeneinander, wobei ihre Oberkörper gegeneinander stießen. Es knallte laut, denn bei dem Einen war einer der Luftballons, die für die Oberweite verantwortlich waren, geplatzt.
Dieses Ritual wurde dementsprechend so lange wiederholt, bis alle Luftballons kaputt waren, dabei schmissen sich die Beiden weg vor Lachen…

Es ist manchmal ganz süß, wie sich auch die „Großen“ benehmen 😉

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Das Soziogramm

Wir sollten im Rahmen eines Seminargruppentreffens ein Soziogramm erstellen, das unsere Beziehung zu den Kollegen zeigt. Eine willkommene Gelegenheit, euch überhaupt mal vorzustellen, mit wem ich denn aktuell einen so großen Teil meiner Zeit verbringen darf/muss.
Beginnen wir mit jemandem, der eigentlich relativ viel Zeit mit mir verbringt. Frau X..
Frau X. ist unsere Sozialpädagogin. Allerdings hat sie in diesem Jahr reduzierte Stunden und ist nur noch an zweieinhalb Tagen in der Woche da. Sie ist total lieb und verköstigt mich mit Gewürzspekulatius, Obst und ähnlichem, weil sie der Meinung ist, dass ich zu wenig esse. Sie ist aber auch sehr in ihrem Ablauf verhaftet und hat ihre Regeln. Und die SIND, wie sie sind. Man kann gut mit ihr reden 🙂
Wenn Frau X. nun aber nicht mehr so oft da ist, wer kommt denn dann? Das fragt ihr euch sicher. Es handelt sich hierbei um Helen.
Helen ist jung, blond und hat unglaublich lange, stets perfekt manikürte Fingernägel. Am Anfang hatte ich den Eindruck, dass sie doof sei. Das hat sich aber alles relativiert. Mittlerweile mag ich sie wirklich. Man kann mit ihr einfach mal quatschen, auf der Heizung rumsitzen, weil man sonst friert, und einfach mal die Stille nach dem Ansturm von Dutzenden von Schülern genießen.
Wer mir auch häufig über den Weg läuft, ist Hannes.
Hannes ist eine persönliche Assistenz. Sein Junge ist ziemlich schwierig und soll eigentlich fast immer nicht am Unterricht teilnehmen, sondern bei ‚uns‘, also in den sozialpädagogischen Räumlichkeiten, seine Aufgaben erledigen. Dadurch sieht man sich eben häufig und kommt auch ins Gespräch. Hannes ist riesig und schon allein sein Auftreten kann einschüchternd wirken. Er ist jünger als ich – aber glaubt mir, das sieht man ihm absolut nicht an! Ich mag Hannes, auch wenn wir uns dauernd gegenseitig necken und ärgern. Es macht einfach Spaß 😉

Mit diesen Dreien ist nun der Anfang gemacht – und der Blog ein wenig aus dem Schlaf geweckt. Mal sehen, wie es hier weitergeht. Ich werde mir zumindest Mühe geben 🙂

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Herzmomente

Ich bin ja nun noch nicht wirklich lange an der Schule, aber die Namen der Fünftis, in deren Klasse ich auch im Unterricht dabei bin, die habe ich mittlerweile drauf. Das sind fast vierzig Schülerinnen und Schüler.
Haben sie anfangs noch etwas verwirrt reagiert („Woher wissen Sie unsere Namen?“), haben sie sich mittlerweile ein wenig an mich gewöhnt, die einen mehr, die anderen weniger.

Meine Herzmomente waren folgende:
1. Es ist Pause, ich stehe mit ein paar Fünftis draußen und wir unterhalten uns. Ich werde gefragt, wie lange ich denn an der Schule bleibe. Ich erwidere, dass ich das ganze Schuljahr über bleiben würde.  Ein Mädchen guckt mich ganz lieb an und fragt: „Kannst du nicht für immer bleiben?“
2. Freitag, wieder Pause. Wieder eine Unterhaltung mit den Fünftis, heute haben sich schon mehr zu mir getraut. Die Pause ist fast zu Ende und wir schicken die Kinder schon einmal los, damit sie nicht zu spät kommen. Ich verabschiede mich mit den Worten „Bis Montag!“. Da kommt eins der Mädchen noch einmal schnell zu mir und umarmt mich kurz. „Ein schönes Wochenende.“, wünschte sie mir noch und war dann verschwunden.
Und der dritte Herzmoment, den ich nun mit euch teile, ist zugleich auch der letzte für diesen Eintrag:
Wieder ein Erlebnis mit den Fünftis. Diesmal auf dem Flur, von dem ihre Klassenräume abgehen. Ich stehe recht mittig und werde von einer Klasse gefragt, ob ich heute wieder zu ihnen in den Unterricht komme. Bevor ich antworten kann, tut es jemand aus der anderen Klasse, während sie sich bei mir einhängt: „Aber sie gehört doch zu uns!“

Ja, ich fühle mich gut an der Schule. Aufgehoben und angekommen. Ich gehe momentan so gerne zur Schule wie eigentlich nie oder nur selten zuvor.

Ich bin gerade einfach nur glücklich ♥

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Die Einschulung

Heute sind die neuen Fünftis eingeschult worden – sowohl an meiner als auch an Linneas neuer Schule. Frau X. war heute auch da – sie hat mich auch wieder erkannt und ich hatte den Eindruck, dass sie sich wirklich gefreut hat, mich zu sehen. Das ist ein schönes Gefühl.
Wir setzten uns bei der Einschulung zusammen auf die Empore in der Aula. Dort saßen auch einige Schüler und Frau X. stellte mich ihnen gleich vor. Dabei stellte sie mich auch vor die Entscheidung, ob ich mich denn nun Muffin oder Frau Sunshine nennen lassen wollte. Schwierig, wie ich finde. Frau Sunshine passt überhaupt nicht zu mir. Ich finde es auch absolut merkwürdig, gesiezt zu werden. Allerdings habe ich im Gegenzug auch so meine Probleme, Erwachsene nicht zu siezen, wenn alle anderen das tun. Das schleicht sich da manchmal so rein, ich gebe mir aber Mühe, denn schließlich wurde mir das Du auch schon von einigen Lehrern angeboten. Von anderen nicht, da bleibe ich einfach beim Sie.
Ich habe mich dann für Muffin entschieden und bei den Fünftis geht das mit dem Sie und Du sowieso durcheinander, da werde ich beides mal.

Die Einschulung war ziemlich schön. Zwei Sechstklässlerinnen durften die Moderatorinnen spielen. Es gab eine Akrobatikvorführung von der einen sechsten Klasse und von der anderen wurde ein Lied gesungen, das von der Zeit handelte, die man in der Schule verbringt. Das fand ich ziemlich niedlich.
Dann wurde für die Geburtstagskinder Happy Birthday gesungen.
Natürlich gab es auch Reden. Eine von einem der Klassenlehrer hat mich sehr beeindruckt.
Er sprach von all den Dingen, die die Kinder während der nächsten Jahre aus der Schule mitnehmen könnten und packte sie sinnbildlich in einen Rucksack. Lego-Männchen für neue Freundschaften, die man schließen könne, ein Buch für das Wissen, was man ansammeln könnte („Auch wenn das nicht das Wichtigste sei.“), einen kleinen Pokal als Symbol für die Erfolge, die jeder persönlich für sich erreichen könne und eine Sonnenbrille für die Coolness, die man meistens so in der siebten, achten Klasse unbedingt brauche. Das als Beispiele, es waren noch mehr Dinge.
Die Klassen wurden klassisch eingeteilt, jeder wurde aufgerufen und musste nach vorne gehen. Dort bekam er ein kleines Päckchen von einem der Sechstklässler überreicht, auf dem sein Name stand. Was darin war, weiß ich leider nicht.
Dann sollten die Klassen mit ihren Lehrern zu ihren Räumen gehen, während die Eltern weitere Informationen von der Schulleitung in der Aula bekommen sollten. Frau X. und ich verschwanden dann aber auch unauffällig, da wir noch einiges zu besprechen hatten.

Als krönenden Abschluss des ersten Schultages als Fünftklässler ließen sie übrigens Luftballons steigen, an den vierblättrige Kleeblätter aus Tonpapier hingen. Auf diese hatten sie ihren Namen geschrieben und was sie sich von ihrer neuen Schule wünschten. Natürlich auch die Adresse der Schule, damit ein Finder zurückschreiben könnte.
Ich bin gespannt, ob und wann jemand antwortet…

Und ebenso gespannt bin ich darauf, wie die Fünftis so sind. Es ist schon lustig, wie sehr das Aussehen in diesem Alter auseinander geht. Einige Fünftis sind noch wirklich klein, andere sehen aus, als wären sie Siebtklässler – mindestens.
Ich freue mich schon 🙂

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Wie es weitergeht

Wer mir bei Twitter (@traumtinte) folgt, könnte es bereits wissen. Für alle anderen:
Ich weiß jetzt, wie es mit mir weitergehen wird nach den Sommerferien. Ich werde ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Meine Einsatzstelle wird – wie gewünscht – eine Schule sein. Die Zusage habe ich heute erhalten.

Nun muss ich erst einmal überlegen, wie es hier weitergeht. Es gibt da ja mehrere Möglichkeiten.
1. Ich schreibe wie bisher über meinen Schulalltag, lustige Begebenheiten etc., nur eben von einem anderen Standpunkt aus. Vielleicht auch mit einem stärkeren Blick auf außerschulische Dinge.
2. Ich klammere das FSJ aus diesem Blog aus und fokussiere mich auf andere Dinge, wie z.B. Karate.
Oder ich schließe mit diesem Blog ab.

Letzteres will ich nicht wirklich, dazu gefällt mir das Bloggen zu gut. Dennoch muss ich mir das durch den Kopf gehen lassen.

Vielleicht könnt ihr mir ja eure Meinung dazu kundtun?

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