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Von einer recht gelungenen Nullnacht, einem nicht sehr erfolgreichen Notlösungsabistreich und dem Unterricht am Tag danach (Teil 2)

Schon als ich im Dunklen auf dem Weg zur Turnhalle war (also vom Parkplatz aus), begegnete ich dem ersten Mitschüler. Es war Tahmid, wie ich an der Stimme erkannte, als er mich mit grellem Licht anleuchtete und grüßte. Ich grüßte zurück und ging weiter. Im Vorraum der Turnhalle traf ich dann auf Herrn Bleistift, der dort gerade Liegestühle aufstellte. Warum auch immer. Der nahm mich jedenfalls mit hinein und ich lief quasi in Frau Schick hinein. Wie man merkt, sind die Beiden die Lehrer, die zur Beaufsichtigung da waren. Noch dazu waren Frau Blümchen und Madame Ravissant. Wir hatten also eine echt geniale Lehrerbesetzung.

Frau Schick schaute mich an und meinte nur: „Muffin, du gibst echt alles.“ Allerdings wusste sie nicht wirklich, was ich darstellen sollte (aber das bin ich ja schon von Dienstag gewöhnt gewesen… 😉 <- Spoiiiiler!).

Dann kam ich auch mal in der Halle an. Frau Blümchen und Madame Ravissant hatten sich an einer Seite auf einem großen Kasten niedergelassen und beobachteten, auf der gegenüberliegenden Seite waren ein paar Tische mit Essen und Getränken aufgebaut. Dazu lagen die großen Weichbodenmatten auf dem Boden und die Kletterseile waren herausgezogen. Am Anfang stand das Erkennen von den verschiedenen Kostümen im Mittelpunkt. Einige waren auch noch nicht fertig und in der Umkleide (Ari zum Beispiel).

Der Einfachkeit halber werde ich bei denen, die ich nicht so häufig erwähne, übrigens keinen Extranamen einführen, sondern sie mit ihren Kostümen bezeichnen. Es lohnt sich einfach nicht mehr 😉

Ich hatte ziemlich viel Spaß bei der Nacht. Mir wurde einmal von Ari „Partyuntauglichkeit“ bescheinigt, weil ich nur sehr selten Alkohol trinke. So auch bei der Nullnacht. Mir ist bewusst, dass ich wenig vertrage.

Lorena ist eigentlich auch bewusst, wie viel sie verträgt. Das denke ich zumindest, so schätze ich sie ein. Als sie aber vor mir stand (ich saß mit Luna auf einer der Bänke) und folgendes von ihr gab, zweifelte ich ein bisschen daran.

„Ja, Muffin, du hast so einen kritischen Blick. Ich weiß, was du denkst: Ich bin die Jahrgangsschlampe! Hier, trink!“

Damit hielt sie mir ihren Becher mit einer Fantamische hin. Ich nahm einen Schluck – mit Betrunkenen diskutiere ich nicht 😉
Dazu muss ich sagen, dass ich das keinesfalls von Lorena denke. Ich respektiere sie. Sie ist geradlinig und hat immer einen lockeren Spruch auf Lager. Eigentlich mag ich sie sogar. Wirklich zum Tragen ist das allerdings nie gekommen. Dafür sind wir zu unterschiedlich. Schade eigentlich.
Auch als sie mir später auf dem Flur begegnet ist, machte sie einen, sagen wir, redseligen Eindruck. Sie fasste mich die ganze Zeit an und unterhielt sich über Liebesdinge – ich sollte für sie Informationen über einen Typen einholen.

Was es auch noch gab in dieser Nacht, war die Verleihung der Abi-Awards. Es wurden immer die ersten Drei genannt und der Erstplatzierte musste einen Kurzen trinken.
Es gab sowohl Schüler- als auch Lehrerkategorien. Eine der Lehrerkategorien war „Hätte lieber etwas Anderes werden sollen“. Da gab es Ärger, denn einige Spaßvögel fanden es wohl lustig, Frau Elder eine Alternativkarriere als SS-Offizier nahezulegen…

Aber Näheres dazu und zum Rest der Nullnacht gibt es dann ein anderes Mal 😉

(Ich liebe Cliffhanger! Aber nur, wenn ich sie selbst konstruiere ;P )

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Wie Tahmid sein Abi durch Mitleid bekam

Manchmal ist es sicher schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. So fühle ich auch mit Señor Enano.

Tahmid hätte eigentlich die null Punkte im Zeugnis verdient. Er kommt kaum und wenn er mal da ist, bemüht er sich nicht einmal, mitzuarbeiten.

Und dann ist da die Sache mit der Klausur…

Tahmid hat die Klausur nachgeschrieben (wie er alle Klausuren nachschreibt – absichtlich. Denn bei Señor Enano brauchen wir kein Attest, um bei einer Klausur zu fehlen. Señor Enano ist da schwer in Ordnung.). Tahmid schreibt nach, weil er dabei alleine ist und sein Smartphone benutzen kann, um die Klausur zu bearbeiten. Eigentlich wäre das ja nicht nötig, wenn er mal dem Unterricht beiwohnen würde… Aber sei’s drum.

Bei Señor Enano ist die Nachschreibeklausur eigentlich immer genau dieselbe Klausur, die auch die anderen Schüler am regulären Termin geschrieben haben. Und zumeist benutzt er irgendwelche Dinge, die wir im Unterricht besprochen haben, sodass es kein Hexenwerk ist, das inhaltlich hinzubekommen. Zudem gibt er meistens auch Hinweise, was drankommen wird. In diesem Fall das siebte Kapitel unserer Lektüre.

Da ich das vorbereiten sollte und auch vorgetragen habe, hatte ich davon eine Zusammenfassung, die ich auch schon abgetippt hatte, weil Ilvy, die krank gewesen ist, mich darum gebeten hatte, dass ich ihr das schicke und ich es für besser hielt, es abzutippen, als es einfach einzuscannen. Das ist so einfach lesbarer und ich kann eventuelle Fehler (also zumindest die, die mir auffallen) ausbügeln.

Diese Zusammenfassung (und eine Charakterisation einer Figur aus diesem Kapitel) habe ich also Tahmid geschickt, weil ich wollte, dass er sich auf die Klausur vorbereiten kann. Weil ich wollte, dass er eine anständige Note hinbekommt, weil er ja zwei Halbjahre Spanisch ins Abi einbringen muss.

Fakt ist, dass ich ihm damit quasi die Lösung zweier Aufgaben aus der Klausur geliefert habe. Auf relativ hohem Niveau.

Was macht Tahmid also, der Arbeit zu gerne mal scheut?

Er druckt sich das aus und nimmt es mit zur Klausur. Den Text schreibt er komplett so ab.

Dass das nicht unbemerkt bleiben konnte, war offensichtlich. Denn Tahmid bringt im Unterricht keinen einzigen spanischen Satz zustande und dümpelt im Unterkursbereich umher. Und plötzlich soll er so einen Text verfasst haben? Unglaubwürdig…

Das führte dazu, dass Señor Enano, als er uns am Montag die Klausuren austeilte, ihm seine nicht wiedergab. Stattdessen forderte er Tahmid auf, sich in’s Vorzimmer unseres Raumes zu setzen und seine Klausur zum Großteil ins Deutsche zu übersetzen. Ein Ding der Unmöglichkeit für ihn. Er versuchte es dennoch, mehr oder minder erfolgreich und wieder mit Einsatz elektronischer Hilfsmittel.

Ich hatte das schlechte Gewissen wohl ins Gesicht geschrieben, denn so fühlte ich mich. Verantwortlich dafür, was passiert war, denn ich wusste sofort, worum es ging.

Heute war Tahmid (wie zu erwarten war…) nicht anwesend und Señor Enano wandte sich an mich und meinte, dass ich Tahmid ja ausrichten könnte, dass es eine Doppelnull geworden sei (wobei er am Montag sagte, dass es, hätte er’s gewertet, wohl elf oder zwölf Punkte geworden seien).

Nach dem Unterricht sprachen wir noch weiter und er fragte mich, wie es denn um Tahmids Abi stünde, woraufhin ich meinte, dass ihm null Punkte das Genick brechen würden. Denn null Punkte bedeutet Kursaberkennung – eigentlich zu verschmerzen, doch Tahmid MUSS diesen Kurs belegt haben. Dementsprechend zöge das die Nichtzulassung zum Abitur nach sich.
Señor Enano meinte, Tahmid hätte durchaus null Punkte verdient, doch er würde ihm, wenn die Dinge so seien, einen Punkt geben.
Ein Mitleidspunkt. Der Tahmids Abitur rettet.

Dann sagte er auch noch: „Wenn man so blöd ist und das so auffällig macht wie Tahmid, dann hat man allein dafür schon null Punkte verdient…“

Dem kann ich nur beipflichten…

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The Whale

Oder: Herr Otto ist weg.

Nun ist es also soweit, Herr Otto ist in Rente gegangen. Leider Gottes.

Dementsprechend war heute auch, da für alle(außer uns) das Halbjahr geendet hat, Zeugnisausgabe und Verabschiedung. Es waren viele da, vor allem auch viele alte Gesichter. Mit alt meine ich richtig alt – zum Beispiel unser Mathelehrer Herr Fuchs zum Beispiel, der vor vier (oder fünf?) Jahren in Rente gegangen ist. Irgendwie ist der seitdem ein bisschen älter geworden^^
Auch unser anderer ehemaliger Mathelehrer Herr Hut war da.
Wer nicht da war (glücklicherweise) war Frau Rank. Ich weiß nicht, wie ich dieser Dame gegenübertreten würde. Leider nicht da war Herr Blume.

Ach, außer für Herrn Otto war es auch der letzte Tag für Herrn Frettchen. Man glaubt gar nicht, wie sehr der sich darüber gefreut hat 😉

Jedenfalls hatten Ari, Luna und ich relativ kurzfristig beschlossen, dass wir etwas für den Abschied von Herrn Otto machen wollen. Nach ein wenig Überlegen kamen wir dann auf die Idee, einige Szenen aus „Das Leben des Brian“ nachzuspielen. Zum Einen, weil das absolut den Humor von Herrn Otto trifft und zum Anderen, weil wir eben unter anderem die eine Szene nachgespielt haben, in der Brian „Römer geht nach Hause“ an eine Wand schmieren will und seine Grammatik dann von einer römischen Patrouille verbessert wird… Das passte einfach.

So saßen wir denn also zu Beginn der „Dienstbesprechung“ im Lehrerzimmer. Erst einmal herrschte einiger Trubel, es wurden einige sehr interessante Gespräche geführt und wir konnten einige interessante Dinge beobachten…

Dann kam The Whale und hakte die ersten Punkte der Dienstbesprechung ab. Die Punkte, bei denen ich verstanden hätte, dass wir nicht dabei sein sollten. Dann ging sie über zur Verabschiedung und wir waren dran.

Dafür mussten wir in die Aula gehen. Am Ausgang vom Lehrerzimmer verteilte Ari dann Kreuze. Luna behauptete, sie müsse nicht zur Kreuzigung, sondern sei freigesprochen, gibt dann aber zu, dass das ein Scherz gewesen sei… Die Szene kennt man 😉
Am Eingang zur Aula hockte ich und bat um eine Spende für einen „Ex-Leprakranken“. Herr Otto spendete mir sein Kreuz (wie gemein, dann werde ich ja gekreuzigt^^).
Herr Guetta saß mittlerweile auf der Bühne und sollte ein Schild hochhalten, auf dem „Judäische Volksfront“ stand. Als Herr Otto das sah, freute er sich und meinte „Ich weiß, was auf dem anderen Schild steht!“
Luna und Ari setzten sich mit einigem Abstand neben Herrn Guetta und Luna begann, über diese „Sche*ß Volksfront von Judäa“ herzuziehen. Ari guckte sie daraufhin indigniert an und meinte, dass sie selbst doch die Volksfront von Judäa seien. Gleichzeitig hielt sie dann das Schild, auf dem ebendieses stand. Luna sah sie entgeistert an: „Was?! Ich dachte, wir wären die populäre Front!“, woraufhin Ari verneinte und auf  Herrn Otto zeigte. „Nein. Die steht da drüben.“ (wenn man den Film kennt, ist es umso lustiger, da der Vertreter der populären Front so ein alter, komischer Kauz ist…^^).
Dann kam ich und rief „Otternasen, frische Otternasen!“ und bot sie Ari und Luna an. diese ignorierten mich, woraufhin ich nur meinte, dass das Geschäft auch nicht mehr das sei, was es mal war und Herrn Otto die Otternasen in die Hand drückte (unsere Otternasen waren Lakritze 😉 ).
Dann schrieb Luna als Brian „Romanes eunt domus“ auf ein Bettlaken. Ich als römische Patrouille kam vorbei und korrigierte sie. Wobei es sehr lustig war, dass sehr viele Lehrer wie pubertierende Kiddies bei dem Wort „- anus“ gelacht haben – dabei ging es nur um die Endung von Romanus^^
Nachdem ich Luna dann aufgetragen hatte, den richtigen Satz hundertmal zu schreiben, richtete ich einige Worte an Herrn Otto.
Unter anderem fielen Sätze wie:
„Ich selbst habe ja jahrelang in Latein unter ihnen gelitten.“
„Sie haben ihre Lieblingsvokabel „vexare“ – für die Nicht-Lateiner „quälen“ – gelebt und immer authentisch rübergebracht.“
„Ich werde nie vergessen, wie sie sich mit Truman um einen Stuhl geprügelt haben, die Drei-Sekunden-Regeln, nach der man sie innerhalb von dre Sekunden zurückschlagen durfte, wenn sie uns geschlagen haben oder ihre diskriminierenden, sexistischen und sonstwie verletzenden Äußerungen. Aber keine Bange – Wir wissen ja alle, dass das alles genau so gemeint war, wie sie es gesagt haben.“

Das klingt vielleicht jetzt fies. Aber so ist er gar nicht. Man muss mit seiner Art klarkommen, natürlich. Aber er meinst es nicht so, das ist nur sein Humor.

Dann gab uns Frau Drama noch Tipps, was wir hätten verbessern können (typisch Darstellendes-Lehrerin^^) und ich wurde von mehreren Lehrern nach den sexistischen Äußerungen gefragt^^ (aber nicht so ernst, sondern eher so, dass sie sich drüber amüsieren wollten).

Danach ging es wieder ins Lehrerzimmer und The Whale – schmiss uns raus.

Ziemlich deutlich sogar. Anfangs sagte sie noch, dass wir jetzt nach Hause wollten (witzig, da Luna sowieso abgeholt werden musste und das frühestens eine Stunde später – wegen der Krücken -.-), dann, dass sie das „unter ihnen“ „im kleinen Kreis“ gerne weiterführen würde. Ahja.

Hätte ich verstehen können, wenn es dann um dienstliche Dinge gegangen wäre. Aber es war einfach nur weitere Verabschiedung, ein umgeschriebenes Lied für Herrn Otto, ein Loriot-Sketch von Frau Neon und Mr. Suit – und Herr Otto meinte zuvor zu uns, wir könnten gerne bleiben (später meinten auch andere Lehrer, sie hätten nicht verstanden, warum wir denn gehen mussten…). Mitbekommen haben wir trotzdem alles, da wir von draußen, wo wir dann gezwungenermaßen warteten, exzellent hören konnten.

Nach einer Stunde oder auch etwas mehr, kam The Whale auch raus (viele waren schon gegangen und hatten kurz mit uns gequatscht) und zu uns. Und ihr „Mitgefühl“ für Luna, das konnte sie sich dann echt schenken. Als wenn sie da irgendein Mitgefühl gehabt hätte… (es ging darum, dass wir ja soo lange warten müssten, bla)

 

Naja. Diese Schulleiterin weiß einfach nicht, was sie an uns hat.

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Verarscht, belogen und betrogen

So komme ich mir gerade vor.

Wirklich.

Herr Frettchen geht, definitiv. Wir werden ab FEBRUAR Ms. Smile bekommen (was auch schon vom Zeitpunkt her eine unglaubliche Unverschämtheit ist! Da schreiben wir dann nämlich schon fast Abiturklausuren… Die sie dann bewerten wird… Ohne Eingewöhnung oder so…).

Er hätte aber NICHTS gesagt, wenn ich heute nicht gefragt hätte.

NICHTS!

Und dabei sagte er dann, dass er es SCHON DIE GANZE VERDAMMTE ZEIT WUSSTE!

Genauso wie The Whale.

Und er hat uns VORGEWORFEN, dass wir Frau Schick gefragt haben.

Und die ganze Shculd auf The Whale abgewälzt. Sie hätte ihn genötigt, uns zu übernehmen, er hatte da kein Mitspracherecht, er wollte das gar nicht…

ABER(!) er hat NICHTS gesagt. Gar nichts. Nie!

Hätte er etwas gesagt, hätte man etwas dagegen tun können, dass er uns übernimmt und jemanden bekommen können, der uns sicher bleibt. Wenigstens bis zum Abitur. Aber nein…

Ich bin SAUER!

Traurig, enttäuscht.

Ich fühle mich extrem verarscht von dieser Schule.

Vornerum labern, dass man für die Schüler da sein will, dass es eine familiäre Atmosphäre gäbe, dass die Schüler bestmöglichst betreut werden sollen…

Und die Realität sieht dann ganz anders aus.

Fünf Lehrer in drei Jahren Oberstufe (wenn man den einen mitzählt, der die Stelle gar nicht erst angetreten hat…). ZWEI Lehrerwechsel, die vorhersehbar und damit vermeidbar waren: Der von unserem Lehrer in der E-Phase, weil der Student war (noch nichtmal Referendar!) und dementsprechend uns in der Q-Phase gar nicht hätte weiter unterrichten können. Und eben jetzt das mit Herrn Frettchen.

 

Tolles Weihnachtsgeschenk, wirklich…

 

Was wird jetzt kommen… ?

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Die Parkplatzrebellen

Unsere Schule hat zwei Parkplätze. Der eine ist etwas abseits, man muss im Prinzip von hinten an die Schule heranfahren, in der Nähe der Turnhalle parken und dann noch einen relativ weiten Weg zum Hauptgebäude zurücklegen. Der andere Parkplatz ist direkt beim Hauptgebäude, viel besser erreichbar und eben mit einem deutlich kürzerem Weg verbunden.

Vor einigen Jahren gab es noch keine Oberstufe an meiner Schule und dementsprechend auch kaum ein Problem mit Parkplätzen, da die wenigsten volljährig und im Besitz eines Führerscheines waren. Es gab auf dem einen, dem näheren Parkplatz eine Stellfläche für die Roller der Zehntklässler und das reichte aus.

Mittlerweile hat sich das geändert. Alleine aus meinem Profil (ich erinnere: Wir sind zu neunt!) kommen vier Leute mit dem Auto zur Schule: Elli, Lorena, Tahmid und Teresa. Und natürlich sind diese bequem und parken lieber auf dem näheren Parkplatz – dem Lehrerparkplatz…

Das Parken ist dort allerdings für Schüler explizit verboten, eben weil es ein Parkplatz für die Lehrer sein soll. Der ist nämlich nicht so groß, als dass Schüler und Lehrer dort Platz zum Parken finden würden wie sie lustig sind.

Konsequenzen gab es bisher allerdings noch keine.

Bis heute.

„Die Schüler, deren Wagen die amtlichen Kennzeichen „X LZ 92“ sowie „X VI 56″ haben, bitte augenblicklich zu Mr. Suit.“, wurde durchgesagt.

Luna und ich saßen auf der Bank vor dem Lehrerzimmer und grinsten uns eins. Wir wussten nämlich nur zu genau, we das eine Kennzeichen zuzuordnen war… Unserer lieben Lorena. Lorena Z., geboren 1992.

Bald darauf kam sie auch und mit ihr ein Schüler des Matheleistungskurses.

Mr. Suit: „Sind das eure Autos?“
Lorena: „Ja klar, Lorena Z., 92 geboren.“

Sie grinste. Doch das verging ihr schnell wieder, denn Mr. Suit fand deutliche Worte.

„Umparken, sofort. Und nie wieder da parken. das ist für Schüler verboten. Beim nächsten Mal wird die Polizei geholt und ihr abgeschleppt. Das kann teuer werden.“

Lorena versuchte zu argumentieren, dass dort ja auch noch andere Schüler ständen. Mr. Suit meinte dazu nur, sie solle ihm die Kennzeichen geben und er würde denen dasselbe sagen.

Tja.

Einige Zeit später, wir sitzen im Flur vor dem Raum, in dem wir den nächsten Unterricht haben, und Lorena regt sich auf. Aber ganz gehörig.

Tahmid, Elli und Teresa meinen, dass es kein Wunder wäre, dass gerade die beiden aufgerufen worden wären, weil sie in der Reihe parkten, die am nächsten am Schulgebäude dran ist. Die Reihe, in der die Lehrer bevorzugterweise parken.

Lorena sah das nicht ein und kündigte an:

„Ich werde mich da morgen wieder hinstellen. Und dann wieder. Und dann wieder. Bis ich abgeschleppt werden soll. Dann gehe ich dahin, die dürfen mich ja nicht abschleppen, wenn ich da bin. Und dann kann das mal schön Mr. Suit bezahlen!“

Elli echauffierte sich noch ein wenig darüber, dass die Schulleitung sich lieber um die Renovierung des Schulgebäudes und die Ausstattung der Toiletten mit Klopapier bemühen sollte, als um Parksünder.

Dann kam Herr Frettchen und Lorena war gerade wieder dabei, sich aufzuregen.

Er fragte sie, ob es ihr Auto gewesen sei. Sie bejahte und er erklärte, dass es vermutlich damit zusammenhänge, dass die Lehrer laut der Behörde für ihre Parkplätze bezahlen sollen. Lorena fragte nach, wieviel das denn koste und Herr Frettchen grinste und meinte nur:

„I don’t know. I never paid.“

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Lustiges Ostreidaeboykottieren I

Ich glaube, angehende Lehrer haben es allgemein nicht unbedingt leicht. Aber wenn sie dann uns im Unterricht haben, ist das wohl die Hölle. Mit uns meine ich vor allem Luna und mich. Wir sind Meisterinnen im Boykottieren und Auseinanderpflücken. Da muss jeder durch, der uns unterrichten will.

Es wäre ja nicht einmal schlimm oder auffällig, wenn wir einfach die Leistung verweigern würden und der Rest des Kurses mitmacht. Dummerweise tut er das nicht beziehungsweise nur vereinzelt.

Wir beide könnten die Leistung bringen und den Unterricht zu einem Erfolgserlebnis machen. Aber wir tun es nicht. Wir sitzen mit verschränkten Armen da und tragen ein Grinsen im Gesicht, das alles sagt. Dass wir antworten könnten. Dass wir es aber nicht wollen.

Mir wird oft gesagt, man könne an meinem Gesicht hervorragend ablesen, was ich von meinem Gegenüber halte… Unvorteilhaft in einigen Situationen…

Als ich mich vor kurzem über Studiengänge unterhalten habe und gestand, dass ich gerne auf Lehramt studieren würde, kam von einem Jungen die Aussage: „Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich meine, ich merke doch, wie ich als Schüler bin. Hätte ich später auch nur einen Schüler, der so schlimm ist wie ich, würde ich mir die Kugel geben.“

Dasselbe könnte auch auf mich zutreffen. Aber ich möchte es trotzdem.

Doch widmen wir uns nun der Doppelstunde, die Herr Ostreidae uns zu unterrichten wagte (hoffentlich bleibt es bei der einen…).

Davor hatten wir in der Pause eine Sitzung des Abikomittees und da der Raum, in dem wir diese abhielten, wieder zugeschlossen werden musste und wir sowieso noch einige Dinge besprechen wollten, gingen wir gegen Ende der Pause zum Sekretariat, wo auch das Büro von The Whale untergebracht ist.

Diese war jedoch gerad ein einem Gespräch und bat uns, zu warten. Wir willigten ein, in dem Bewusstsein, in der darauffolgenden Stunde Frau Blümchen zu haben. Erstens würde sie sowieso zu spät kommen und zweitens Verständnis haben.

Also warteten wir und irgendwann ging die Tür dann auf und Herr Ostreidae kam heraus. The Whale bat uns hinein und Herr Ostreidae warf uns einen merkwürdigen Blick zu und stellte verdrossen fest:
„Das heißt wohl, dass ihr zu spät zu unserem Unterricht kommt. Nachdem ihr gestern ja gar nicht gekommen seid.“

Wir guckten ihn verwirrt an.

„Gestern? Gestern fiel doch aus, weil Frau Blümchen nicht da war?!“

„Nein.“

„Aber Mr. Suit hat uns das gesagt.“

„Mr. Suit ist aber nicht für den Vertretungsplan zuständig.“

Na toll. Angemeckert werden für etwas, wofür man überhaupt nichts kann. Klasse. Nebenbei bemerkt ist Herr Hastig für den Vertretungsplan zuständig und der war auch nicht da…

Wir besprachen also die Dinge, die wir zu besprechen hatten (The Whale wird tatsächlich immer netter 🙂 ) und machten uns dann auf den Weg nach oben, sogar ohne einen kleinen Plausch mit Frau Schick abzuhalten.

Als wir den Raum betraten, saß Frau Blümchen in der ersten Reihe und Herr Ostreidae stand neben dem Overheadprojektor. An der Wand war eine Folie zu sehen, auf der stand, dass man sich vorstellen sollte, in einem Land zu leben, in dem es keine Steuern, freies Internet, freie Wohnungen und alles mögliche sonstige Geldwerte gibt, aber dafür die Religionsfreiheit eingeschränkt ist, Todes- und Körperstrafen existieren, Ausländer sehr schlecht behandelt werden und die Meinungsfreiheit nicht existiert (samt Zensur des Internets).

Dann sollten wir eine kurze Stellungnahme dazu verfassen und einander paarweise vorstellen, die „bessere“ aussuchen und dann im Plenum vorstellen. Ich las meine vor, in der ich ein Leben in einem solchen Staat (übrigens mit absoluter Monarchie und ungefähr so existent in Saudi-Arabien) eindeutig ablehnte.

Dann fing er an, meinen Beitrag zu hinterfragen und mit mir zu diskutieren.

Das haben schon andere versucht und sind gescheitert, denn wenn ich eine Meinung habe, kann ich sie auch begründen und verteidigen. Als ihm dies klar wurde, gab er die Diskussion mit mir auf und das auf ziemlich abrupte und unelegante Art und Weise. Ungeschickt.

Wir leiteten damit also über zu unserem Thema von vor den Ferien, Thomas Hobbe und Herr Ostreidae sagte sinngemäß: „Vielleicht können die Hobbes-Experten ja nchmal was dazu sagen.“

Die Hobbes-Experten, das sind Teresa und ich, denn wir haben uns ja im Rahmen unserer Facharbeit damit befasst. Teresa war nicht da. Und ich wollte nicht…

 

Wie es weiterging, erfahrt ihr dann morgen 😉

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Frust

Es frustriert mich, wenn ich mir in Spanisch dauernd Sätze anhören darf wie „Sollen die Leute von der Muffinschule doch wegbleiben!“. Das ist unfair.

Die neueste Verrücktheit, die sich die Spanischschule ausgedacht hat, ist eine Verlegung der Mittwochsstunden, damit wir nicht bis 18:20 Uhr dort herumsitzen müssen (de facto machen wir meist sowieso früher Schluss, weil es ein Unding ist, von morgens bis abends in der Schule zu sitzen und durchgängig Unterricht zu haben). Lustigerweise werden dabei der Donnerstag und der Freitag in Betracht gezogen, am früheren Nachmittag. Also, so ungefähr um Viertel nach Drei.

Donnerstags habe ich um diese Uhrzeit aber noch Unterricht, Pädagogik bei Frau Lasch. Als ich dies anmerkte, erzählte mir Solange, dass ihre Schulleiterin im Gespräch gemeint habe, sei werde alle Stundenpläne überprüfen, aber auf die Schüler der Muffinschule keinerlei Rücksicht nehmen. Wie bitte?!

Klar, von uns sind nur viereinhalb Leute im Kurs und von der Spanischschule viel mehr. Viereinhalb deswegen, weil ein Mädchen dieses Schuljahr noch gar nicht und im letzten Halbjahr nur zu Beginn einmal aufgetaucht ist. Eigentlich bräuchte sie aber die Stunden… Aber gut, mir soll’s egal sein. Gehen wir also davon aus, dass von unserer Schule vier Schüler da sein sollten und von der Spanischschule zwölf. Die genaue Zahl weiß ich nicht. Denn, und das ist der springende Punkt, über die Hälfte der Leute kommt doch eh nicht zum Unterricht!

Heute waren wir beispielsweise zu siebt. Ich war die Einzige von meiner Schule. Michelle, die Neue, ist krank, zumindest habe ich das gehört. Ilai kommt sowieso nicht und Tahmid ist höchstens alle zwei Wochen mal da.

Trotzdem finde ich es ungerecht, uns verallgemeinert die Schuld zu geben. Ohne uns wäre alles besser, wir sollten doch sehen, wo wir bleiben, wir seien doch eh nie da, wer bräuchte uns schon, ohne uns könnte man viel besser Unterricht machen… Durfte ich mir alles anhören.

Was mich an diesem Kurs ebenfalls noch frustriert ist die Tatsache, dass die Kommunikation zwischen unseren Schulen extrem mies ist. Ich weiß nicht, woran das liegt.

In der Woche vor den Herbstferien beispielsweise war Senor Enano nicht da, wir sollten aber eine Klausur schreiben. Sind wir also am Montag alle gekommen und es wusste keiner von irgendwas (scheinbar hatte es mit der Kommunikation im Kollegium der Spanischschule nicht geklappt…). Wir trugen uns also in eine Anwesenheitsliste ein (und ich hab‘ Tahmid noch dazugeschrieben. Weil ich nett bin und wusste, dass er nicht kommt. Verdient hat er’s nicht…) und gingen nach Hause. Neuigkeiten diesbezüglich haben mich vor den Ferien nicht mehr erreicht.

Mich nicht, das stimmt. Und auch sonst niemanden aus meienr Schule, also weder Michelle, noch Ilai noch Tahmid.

Die Schüler der Spanischschule aber haben dann am Mittwoch vor den Ferien geschrieben. Uns wurde das nicht einmal gesagt, wir waren auf dem Stand, dass es nicht stattfinden würde.

Wir dürfen oder besser gesagt müssen nächste Woche dann nachschreiben. Am offiziellen Nachschreibtermin der Spanischschule, in der Spanischschule. Super…

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Stundenplan und Chaos

So, es ist soweit, das neue – mein letztes – Schuljahr hat begonnen… und zwar furchtbar.

Wir kamen pünktlich zur Schule, zur ersten Stunde, die wie immer um acht beginnen sollte. Ein kurzer Blick auf den Vertretungsplan verriet uns, dass alle Oberstüfler (außer denen, die jetzt neu auf die Schule gekommen sind) in den ersten beiden(oder in den ersten dreien?) Unterricht bei ihrem Erst-LK-Lehrer haben sollten. Soweit, so gut.

Blöderweise wussten wir ja gar nicht, WER denn nun unser Lehrer sein würde! (wir erinnern uns… Frau Rank war schwanger…)

Dafür konnten wir dem Plan unseren Raum entnehmen. Beziehungsweise auch nicht, weil wir doppelt da standen, der andere Deutschleistungskurs aber gar nicht. Wir haben uns den Raum dann aber logisch erschlossen und warteten vor ebendiesem.

Zu neunt.

In unserem Englischleistungskurs sind jetzt noch Teresa, Elli, Anouk, Calvin, Timon, Lorena, Marisa, Luna und ich. Und Tahmid, der fehlte heute aber, weil er noch in Jordanien weilt (Hochzeit und so…).

Damit ergibt sich, dass wir in unserem Deutschleistungskurs nur noch fünf Leute sind. Stimmt so auch. Wir wurden nicht zusammengelegt oder sonst was. Wir sind zu fünft.

Jedenfalls standen wir also zu neunt vor dem Raum. Der Flur leerte sich allmählich und irgendwann standen nur noch wir da. Wie bestellt und nicht abgeholt. Lehrerlos.

Es wurde gewitzelt, dass wir ja uhrzeittechnisch bei Frau Blümchen haben könnten, die käme ja immer zu spät. Oder bei Frau Rank, die käme ja gar nicht erst (woraufhin einige klar und deutlich meinten, dass sie gehen würden, wenn wir Frua Rank wieder hätten). Luna erinnerte an die Paralellen zu der Situation vor den Ferien, als Herr Frettchen einfach nicht kam…

Nun ja. Die Minuten vergingen und noch immer war kein Lehrer in Sicht.

Um halb neun gingen Teresa, Luna und ich dann runter zum Büro von Mr. Suit. Der ist zwar nicht da, aber trotzdem.

Für mich ergab sich da eine Überraschung, denn Herr Otto, mein ehemaliger Lateinlehrer, macht die Vertretung für Mr. Suit. Er konnte uns leider nicht sagen, wen wir denn gehabt hätten. Dafür konnten wir schonmal einen Blick in unsere Stundenpläne werfen. Und was wir dort sahen, war der blanke Horror… doch dazu später mehr.

Inzwischen lief The Whale vorbei und ich fragte sie, wer denn jetzt unser Profil übernehmen würde.

Herr Frettchen.

Gut. Dann wussten wir wenigstens, wer uns versetzt hat.

Frau Schick verteilte uns dann unsere Stundenpläne.

Soll ich euch mal verraten, wie lange ich in der Schule sein darf?

Montags von 8-10:25 Uhr, dann zwei Freistunden, dann eine Doppelstunde Kunst – MOMENT mal, Kunst?! Das hatte ich doch abgewählt?! (steht aber scheinbar bei ziemlich vielen falsch drin), dann um 14:30 Uhr Schluss.

Dienstags von 8:50 bis 12:20 Uhr.

Mittwochs von 8:50 bis 16:10 Uhr.

Donnerstagmorgen in der ersten eine Stunde, dann zwei Freistunden, dann von 10:45 bis 16:10 Uhr.

Freitags von 8 Uhr durchgehend bis 14:30 Uhr.

Soweit wäre das ja noch vertretbar. Aber da fehlt noch etwas.

Spanisch nämlich, das haben die nämlich wieder mal nicht hinbekommen mit der Kommunikation zwischen den Schulen. Spanisch ist zwangsweise am Nachmittag, weil schulübergreifend. Also vier Nachmittagsstunden mehr. Nur wann?

Also ab zu Herrn Otto, fragen. Der schrieb sich das zunächst einmal auf, entschied dann aber, dass wir uns ja selber drum kümmern können und gab Luna und mir die Telefonnummern der jeweiligen Schulen. Juhu.

Dann gab es noch Unklarheiten wegen den Biokursen, die sind nämlich entweder falsch eingetragen oder neu zusammengewürfelt worden. Dummerweise kann man unsere beiden Biokurse nicht neu mischen, weil der andere das Thema, was wir bereits hatten, noch machen muss und umgekehrt. Aber gut, wir werden sehen.

Unser riesiger Pädagogikkurs wurde aufgeteilt. Anouk und ich sind in demselben, allerdings wohl nicht in dem, den Herr Waschbär weiterhin macht. Angeblich wird jemand Neues unseren Kurs übernehmen. Man darf gespannt sein.

Zwischenzeitlich kam auch Frau Rock, Lunas Biolehrerin, vorbei und meinte fröhlich: „Das Schuljahr fängt an, wie es aufgehört hat – mit Luna vor dem Lehrerzimmer!“

Auch Herr Frettchen kam irgendwann.

Ich: „Herr Frettchen, wir hätten Sie eben gehabt – Profilleiterunterricht in den ersten beiden Stunden.“
Herr Frettchen: „Ach, behalte ich euch? Das war Freitag noch nicht ganz klar.“

Oh mann. Diese Schule kennt das Wort Organisation auch nur aus dem Fremdwörterlexikon, oder?

Er meinte dann aber, er würde dann aber morgen zu den beiden Englischstunden kommen.

Teresa meinte daraufhin: „Ähm danke.“, sah mich mit großen Augen an, „Diese Schule kennt auch keine Arbeitsmoral…“

Nun waren die ersten beiden Stunden um und wir hatten noch eine Stunde Unterricht in unserem zweiten Leistungskurs. Also Deutsch bei Frau Neon.

Wir haben beschlossen, dass wir eine Wochenendfahrt nach Weimar machen werden, darauf freue ich mich schon. Und sie meinte, sie würde uns in Anbetracht unserer Kursgröße und Stundenpläne wohl keine Hausaufgaben aufgeben und freute sich darüber, dass wir ihr Kopierkontingent nicht sehr belasten würden.

Nach dieser Stunde hatten wir dann Schluss und ich fuhr bei der Schule, in der wir Spanisch haben, vorbei, um mich vor Ort zu erkundigen, engagiert und motiviert, wie ich bin…

Nun ja, was soll ich sagen.

Zu den schon aufgeführten Stunden kommen Montags ab 14:45 Uhr und Mittwochs ab 16:25 Uhr noch jeweils zwei Stunden Spanisch hinzu. Ich darf mich also beamen, innerhalb von fünfzehn Minuten von einer Schule zur anderen. Mit dem Fahrrad komme ich dann vielleicht nur fünf Minuten zu spät, das ist gar nichts, letztes Schuljahr überschnitten sich meine Stunden ja und ich durfte immer eine Viertelstunde zu spät kommen. Aber wenn ich mal Bus fahren sollte… Da kann ich schon fast die erste Spanischstunde knicken.

 

Jetzt darf ich übrigens mein Leben umplanen, danke, liebe Schule.

Und Mr. Suit behauptet noch, wir bekämen dieses Schuljahr einen besseren Stundenplan…

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Zu weit gegangen.

Ich habe Señor Enano noch nie so wütend erlebt.

Schuld daran war Judith. Wir mussten Kurzvorträge über die comunidades autónomas halten, jeder über eine. Ich habe meinen Vortrag über das Baskenland als Erste gehalten. Heute waren Ilvy und eben Judith dran. Ilvy mit Extremadura und Judith mit Cataluña, also Katalonien. Judith war die Erste der Beiden. Sie schlug sich recht wacker, bis Señor Enano sie verbesserte. Das macht er bei jedem, natürlich, denn es ist ja seine Aufgabe, uns Spanisch richtig beizubringen. Bei Vorträgen hält er sich damit auch zurück und greift nur bei groben Fehlern ein. Aber das auch bei jedem. Das hat er auch bei mir gemacht.

Auf diese Verbesserungen reagierte Judith schon empfindlich und meinte zu Señor Enano, dass er sie doch bitte nicht unterbrechen solle. So führte Judith dann ihren Vortrag auch zu Ende. Als dann eine Nachfrage kam, nämlich die, was „árabe“ denn sei, er habe das nicht ganz verstanden (von Ilai), kam es zu der Vorstufe des größten Wutausbruchs von Señor Enano bisher… Aber der Reihe nach.

Judith sollte anworten. Auf Spanisch. Sie fragte, ob sie es nicht auf Deutsch machen könne und Señor Enano meinte (auf Spanisch), dass sie es doch probieren sollte. Da kam dann, mit einer kurzen Pause, während der Judith auf ihre Karteikarten guckte, von ihr ein genervtes „Oah, Macker!“.

Señor Enano bezog das auf sich und regte sich ziemlich darüber auf. Judith entgegnete, dass sie es nicht gut fände, vor dem Kurs so heruntergemacht zu werden und dass Señor Enano ja nicht die ganze Zeit sagen müsste, wie schlecht sie sei (hat er eigentlich gar nicht, aber gut…). Dann antwortete sie auf Ilais Frage und das mit ziemlicher Unkenntnis und somit auch falschen Antworten. Unter anderem verwechselte sie erst Andorra mit Aragón und behauptete dann, dass in Aragón Arabisch gesprochen würde (natürlich wird da Spanisch gesprochen). Das verbesserte Señor Enano wieder, woraufhin Judith sich darüber aufregte und meinte, dass sie das ja nicht alleine gemacht hätte, dass sie das alles hätte gegenlesen lassen und so weiter. Dass das so im Internet stünde und sie es so herausgefunden habe…

Aber das alles war noch harmlos. Relativ.

Judith setzte sich hin (sie saß direkt hinter mir) und begann zu weinen.

Señor Enano meinte zu ihr, dass er es nicht in Ordnung fände, dass sie jetzt weine, weil er ja nur sachliche Kritik geäußert habe.

Jedenfalls ging dann die Stunde weiter und ich hörte die ganze Zeit das Schluchzen hinter mir. Ein ziemlich doofes Gefühl, muss ich sagen.

Ilvy hielt ihren Vortrag, las dabei aber etwas von ihren vorbereiteten Zetteln ab, was Señor Enano kritisierte und anregte, für das nächste Mal doch ein Plakat zu machen und sich dadurch die Redeanregungen zu holen.

Da meldete sich Judith zu Wort, sie hätte ja gestern Abend kein Plakat mehr kaufen können, weil sie ja mit ihrem Musikkurs weggewesen sei und erst um zwei Uhr nachts nach Hause gekommen sei und sich dann noch hingesetzt hätte, um ihr Referat zu machen. Eigentlich hätte sie das ja mit Powerpoint machen wollen und hätte Señor Enano deswegen auch gestern noch eine E-Mail geschickt…

Gestern. Gestern.

Dass wir Vorträge halten sollen, wissen wir seit einem Monat. Warum „musste“ sie das dann gestern machen?

Dann diskutierten Señor Enano und sie miteinander. Darüber, dass sie sich heruntergemacht fühle und ungerecht behandelt und dass sie eben ein Problem mit Spanisch habe. Dass sie es gemein fände, wenn er sie direkt auf ihre Fehler hinweist, das könnte man ja auch nach dem Vortrag machen. So etwas eben.

Señor Enano konterte damit, dass er meinte, sie könne das Referat gerne noch einmal mit der Powerpoint machen, das sei kein Problem. Und dass die Sätze, so wie Judith sie gebildet hatte eben keinen Sinn ergeben hätten. Und dass er ja nur bei den drei schwerwiegendsten Fehlern eingegriffen hätte und nicht bei den fünfundzwanizig anderen.

Das kam natürlich bei Judith extrem schlecht an und sie beschwerte sich, dass er sie vor der ganzen Klasse bloßstellen würde und sagen wolle, dass sie voll schlecht sei, worauf Señor Enano sie darauf hinwies, dass sie es doch gerade provoziere.

Sie meinte, sie wolle sich nicht mit ihm streiten, aber … Er sagte, dass sie es gerade tue.

Und dann irgendwann kam der Punkt, an dem sie etwas sagte und er anfing, etwas zu erwidern und sie ihm dann ins Wort fiel. Señor Enano rastete aus.

„Jetzt halt doch mal den Mund, Judith! Ich will jetzt kein Wort mehr von dir hören! RAUS! Geh nach Hause!“

Seine Hände zitterten extrem stark vor Wut, während er dies schrie. Judith setzte zu einer Erwiderung an, doch brachte nur ein paar Worte heraus, ehe Señor Enano reagierte.

„Raus! Und jetzt kein Wort mehr, sonst zieht das noch einen blauen, grünen oder gelben Zettel nach sich!“

Ein solcher Zettel ist eine Benachrichtigung an die Eltern. Drei davon und du riskierst einen Schulverweis oder zumindest eine Suspension vom Unterricht.

Jetzt setzte Judith dazu an, sich zu entschuldigen, doch Señor Enano hörte ihr nicht mehr zu.

„RAUS!“

Und Judith ging mit den Worten „Wie kann man nur so herzlos sein?!“ und knallte die Tür hinter sich zu. Wir hörten, wie sie draußen anfing, zu schluchzen. Es klang jämmerlich.

Señor Enano schien beinahe neben sich zu stehen. Er hielt uns übrigen Schülern noch kurz eine Predigt, dass er so etwas nicht dulden könne, auch wenn es mit noch so viel Weinen einherginge. Dann beendete er den Unterricht mit den Worten:

„Die Vorstellung für heute ist vorbei.“

Auf der Treppe im Eingangsbereich fanden wir Judith dann, völlig aufgelöst. Wir versuchten dann ein wenig, sie zu trösten, sie zur Vernunft zu bringen, denn das wäre ja alles nicht passiert, wenn sie nicht unbedingt so mit ihm hätte diskutieren wollen. Ilvy, Tahmid und Lena gingen zu Señor Enano, um mit ihm darüber zu sprechen, Federica, Solange und ich blieben bei Judith.

Ich glaube nicht, dass Señor Enano sehr nachtragend ist. Er meinte, es sei für ihn nun abgehakt und hat sogar das Angebot erneuert, dass Judith ihren Vortrag noch einmal mit Powerpoint halten dürfe. Das ist doch echt nett von ihm, oder?

Trotzdem… Die Situation war furchtbar…

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Englischklausur

Heute haben wir Englisch geschrieben. Leider.

Als ersten Punkt auf der Tagesordnung hatte Frau Rank offenbar „Zuspätkommen“ geschrieben, denn um kurz nach acht (wir standen größtenteils vor dem Lehrerzimmer herum, Calvin und Timon, weil sie die Dictionaries tragen sollten, ich, weil ich auf sie warten wollte und mir nicht ganz sicher war, ob wir im regulären Raum sein würden, und der Rest, weil wir drei da herumstanden 😀 ) tauchte sie erst in der Schule auf. Das Herausholen der Dictionaries dauerte dann auch noch ein paar Minuten, plus das Tische hinstellen, über elektrische Dictionaries und ihre Zulassung diskutieren, das Austeilen der Schreibbögen und Zettel, etc.). Begonnen haben wir dann ungefähr um 8:20 Uhr. Da wir dreistündig schreiben sollten (also eigentlich von 8 bis 10:25 Uhr), dachte ich noch, dass das nicht so schlimm sei. Den Abgabetermin setzte Frau Rank dann jedoch schon einmal auf 10:20 Uhr fest. Na gut… Was machen schon fünf Minuten… (Viel!)

Wir bekamen einen Text (den hier: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/apr/15/1?INTCMP=SRCH) und die obligatorischen drei Aufgaben dazu (Zusammenfassung, Analyse, eigene Meinung). Wohlgemerkt: Unser Thema ist „gender matters“.Wenn man sich den Link mal anschaut, sieht man, dass nur ungefähr die Hälfte der Seite überhaupt etwas damit zu tun hat, der Rest beschäftigt sich mit irgendeinem Erholungsort für gestresste Topmanager. Was haben wir aber kopiert bekommen? Alles. Natürlich.

Tahmid war der Erste der fragte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt den zweiten Teil des Textes mental schon abgehakt, da die Aufgabenstellung sich dahingehend interpretieren ließ, dass man den weglassen kann.

Tahmid fragte aber. Ob das denn zusammenhinge, das sei doch ein anderes Thema.

Natürlich hinge das zusammen, sagte Frau Rank. Das sei ja so auf der Seite gewesen.

Tahmid akzeptierte das und Frau Rank ging nach vorne und las sich den Text durch. Daraufhin, Calvin hatte das Thema wieder angeschnitten, änderte sie offenbar ihre Meinung und teilte uns mit, dass der Teil nicht zum Artikel gehöre, ein anderer Artikel sei, der brauche uns gar nicht zu interessieren.

Aaaah ja. Aber gelesen haben Sie ihn schon, als sie die Klausur vorbereitet haben?

Die ersten beiden Stunden hatte Frau Rank Aufsicht, danach übernahm Herr Hastig. Warum nicht Frau Neon, bei der wir regulär Unterricht gehabt hätten (und die gestern noch nichts von der Klausur wusste^^), weiß ich nicht.

Frau Rank möchte die Klausur gerne in Reinschrift haben. Das heißt, einmal vorschreiben und dann abschreiben. Damit habe ich 25 Minuten vor Schluss angefangen. Und, was soll ich sagen… ich bin damit nicht fertig geworden. Ich habe nur die erste Aufgabe und die Hälfte der zweiten abschreiben können, danach versah ich meine Reinschrift mit dem Hinweis „Rest on second paper“ und zählte notdürftig durch (bei 400 konnte ich nicht mehr, da musste ich abgeben, Herr Hastig stand schon vor meinem Tisch…).

Mir war nach Heulen, ehrlich gesagt. So blöd hab‘ ich mich in noch keiner Klausur gefühlt. Ich hoffe, sie wertet das auf dem Vorschreibepapier überhaupt… Ansonsten bin ich wirklich erledigt.

Die Frage danach, ob sie den Text denn vorher mal gelesen hätte, schwirrte übrigens nicht nur mir im Kopf herum, fast alle bemängelten das, besonders natürlich Tahmid.

Aber so what? Passiert ist passiert, rückgängig machen lässt sich’s nicht.

Englisch habe ich für dieses Schuljahr echt abgehakt.

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