Archiv der Kategorie: Unterrichtsgeschehen

Mein vermeintlicher Fenstersprung

Aus relativ aktuellem Anlass erzähle ich euch nun eine Geschichte, die, als sie sich ereignete, bei uns in Windeseile die Runde machte. Das Gesprächsthema Nummer Eins sozusagen.
Den Anlass hat mir Herr Hastig geliefert. Der nahm mich nämlich, als wir noch einmal in der Schule waren, beiseite und fragte, ob es einen bestimmten Grund gegeben hätte, dass ich eine Teilaufgabe in der Mathe-Abiturklausur nicht bearbeitet habe. Ich wusste von nichts und sah ihn dementsprechend ratlos an. Das ist halt echt blöd, weil das wohl eine ziemlich leichte Aufgabe war…Tja.
Jedenfalls versuchte er dann, mich zu beruhigen und zwar mit den Worten: „Das ist jetzt aber kein Grund, aus dem Fenster zu springen.“ Dies wiederholte er mehrfach in verschiedener Formulierung, zum Beispiel als „Nicht, dass du jetzt aus dem Fenster springst“. Jedes Mal mit diesem Bild. „Aus dem Fenster springen“.
Ich fand das ziemlich auffällig und es erinnerte mich an eben diese Geschichte…

Ich musste eine Philosophieklausur nachschreiben. Bei Frau Blümchen. Es war einer dieser inoffiziell verabredeten Nachschreibtermine während der normalen Unterrichtszeit. Frau Blümchen setzte mich mit der Arbeit in einen leeren Klassenraum, der direkt neben unserem lag. Das macht ja auch Sinn, falls Fragen auftreten oder so. Was sicherlich noch erwähnenswert an diesem Raum ist, dass er im vierten Stock liegt…

Ich erzähle es nun so, wie es mir erzählt wurde, ich war ja nicht dabei 😉
Nach den zwei Stunden Philosophie stellte Marisa fest, dass sie ihren Regenschirm in dem benachbarten Raum vergessen hatte. Als sie das Frau Blümchen sagte und um den Schlüssel für den Raum, meinte diese, dass Muffin ja da drin sein müsste. Es müsste also offen sein und sie könne Muffin dann auch gleich zu ihr schicken. Marisa machte sich auf den Weg, nur um kurze Zeit später wiederzukehren und zu verkünden, dass der Raum eben doch abgeschlossen sei.
Frau Blümchen kam dann und schloss den Raum auf. Dort herrschte gähnende Leere. Auf dem Platz, auf dem sie mich zurückgelassen hatte, lagen einige linierte Blätter, die sanft vom Wind bewegt wurden… Vom Wind? Tatsächlich, denn das Fenster direkt dahinter stand sperrangelweit offen.
An dieses Fenster trat Frau Blümchen nun und schaute hinunter. Doch – glücklicherweise? – lag dort niemand. Ich war einfach weg.

Was war passiert? Wo war ich abgeblieben?

Nun, ich schrieb also mehr oder minder fröhlich und ganz in Ruhe meine Philosophieklausur. Zumindest bis zur „Halbzeit“. Für die Klausur hatte ich ja zwei Schulstunden Zeit und nach der ersten von ebendiesen Stunden betrat Frau Lasch mit einer Klasse das Klassenzimmer. Sie hätten dort nun Unterricht. Frau Lasch bot mir dann aber an, mich in einen anderen Raum zu setzen. Gesagt, getan und so schrieb ich in unserem Spezial-Lehrerraum im zweiten Stock meine Klausur weiter. Gegen Stundenende kam ich auch zum Schluss und begab mich zurück nach oben. Dort war aber niemand mehr, weder in unserem Philosophieraum noch in dem, ich dem ich die erste Stunde geschrieben habe. Dafür sprachen mich dann wildfremde Schüler auf dem Flur an, ob ich Muffin wäre, Frau Blümchen würde mich suchen. Ganz dringend.
Ich war dann schon ein wenig beunruhigt und beeilte mich auf dem Weg zum Lehrerzimmer. Dort kam mir schon Frau Blümchen entgegen – und sie sah ziemlich erleichtert aus, als sie mich sah…

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Ein letztes Mal Ostreidae

Herr Ostreidae hatte uns vor einiger Zeit an einem Mittwoch schon einmal angesprochen. Frau Blümchen war nicht da und darauf bezog er sich, als er meinte, er hätte gedacht, dass wir schon weg seien, weil Frau Blümchen ja ausfiele. Wir hatten danach aber ja noch Unterricht, aber das konnte er ja nicht wissen. Jedenfalls meinte er, dass er uns sonst heute (also an dem Tag) Kuchen mitgebracht hätte. Diesen hatte er anscheinend auch mitgebracht, denn jetzt hätte er ihn schon an jemand anderen verschenkt.

Wir waren ein bisschen verwirrt, weil wir ja im Unterricht nicht so gut mit ihm ausgekommen waren.

Am vergangenen Mittwoch kam er nun mit Frau Blümchen zusammen in die Klasse und hielt in den Händen ein Backblech mit Kuchen darauf.

Es sei mittlerweile eine Art Tradition, dass „sein“ Kurs, also unser Parallel-Philosophiekurs bei Klausuren Kuchen bekäme. Wir hätten mit ihm ja keine Klausur geschrieben und er hätte ja während unserer Unterrichtszeit nun auch selber Unterricht, aber er wolle uns dennoch auch Kuchen machen.

Tobias rief gleich darauf rein: „Na, Frau Blümchen, das ist Tradition, wir wollen von Ihnen auch Kuchen!“

Schade nur, dass wir keine Philosophieklausur mehr schreiben werden 😉

Dann kam die Idee auf, dass es ja auch Tradition werden könnte, dass man zu Beginn jeder Stunde vom Lehrer Kuchen bekäme, woraufhin Teresa meinte, dass man sie dann zum Abitur rollen könnte.

Woraufhin der unvermeidliche Spruch kam „Zu BEGINN jeder Stunde, Teresa…“ 😀
Sie kommt schließlich erst im Verlauf der Stunde… (eine nette Anekdote: Wir haben in Englisch den Raum gewechselt, sind also nicht in dem, in dem wir laut Plan wären. Nach einer halben Stunde klopft es und Teresa kommt hinein und meint vorwurfsvoll, sie hätte jetzt fünfzehn Minuten gesucht. Lorena guckt auf die Uhr und meint dann ganz stumpf: „Teresa… dann wärst du trotzdem eine Viertelstunde zu spät!“)

Jedenfalls war es eine nette Geste von Herrn Ostreidae.

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Wie Tahmid sein Abi durch Mitleid bekam

Manchmal ist es sicher schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. So fühle ich auch mit Señor Enano.

Tahmid hätte eigentlich die null Punkte im Zeugnis verdient. Er kommt kaum und wenn er mal da ist, bemüht er sich nicht einmal, mitzuarbeiten.

Und dann ist da die Sache mit der Klausur…

Tahmid hat die Klausur nachgeschrieben (wie er alle Klausuren nachschreibt – absichtlich. Denn bei Señor Enano brauchen wir kein Attest, um bei einer Klausur zu fehlen. Señor Enano ist da schwer in Ordnung.). Tahmid schreibt nach, weil er dabei alleine ist und sein Smartphone benutzen kann, um die Klausur zu bearbeiten. Eigentlich wäre das ja nicht nötig, wenn er mal dem Unterricht beiwohnen würde… Aber sei’s drum.

Bei Señor Enano ist die Nachschreibeklausur eigentlich immer genau dieselbe Klausur, die auch die anderen Schüler am regulären Termin geschrieben haben. Und zumeist benutzt er irgendwelche Dinge, die wir im Unterricht besprochen haben, sodass es kein Hexenwerk ist, das inhaltlich hinzubekommen. Zudem gibt er meistens auch Hinweise, was drankommen wird. In diesem Fall das siebte Kapitel unserer Lektüre.

Da ich das vorbereiten sollte und auch vorgetragen habe, hatte ich davon eine Zusammenfassung, die ich auch schon abgetippt hatte, weil Ilvy, die krank gewesen ist, mich darum gebeten hatte, dass ich ihr das schicke und ich es für besser hielt, es abzutippen, als es einfach einzuscannen. Das ist so einfach lesbarer und ich kann eventuelle Fehler (also zumindest die, die mir auffallen) ausbügeln.

Diese Zusammenfassung (und eine Charakterisation einer Figur aus diesem Kapitel) habe ich also Tahmid geschickt, weil ich wollte, dass er sich auf die Klausur vorbereiten kann. Weil ich wollte, dass er eine anständige Note hinbekommt, weil er ja zwei Halbjahre Spanisch ins Abi einbringen muss.

Fakt ist, dass ich ihm damit quasi die Lösung zweier Aufgaben aus der Klausur geliefert habe. Auf relativ hohem Niveau.

Was macht Tahmid also, der Arbeit zu gerne mal scheut?

Er druckt sich das aus und nimmt es mit zur Klausur. Den Text schreibt er komplett so ab.

Dass das nicht unbemerkt bleiben konnte, war offensichtlich. Denn Tahmid bringt im Unterricht keinen einzigen spanischen Satz zustande und dümpelt im Unterkursbereich umher. Und plötzlich soll er so einen Text verfasst haben? Unglaubwürdig…

Das führte dazu, dass Señor Enano, als er uns am Montag die Klausuren austeilte, ihm seine nicht wiedergab. Stattdessen forderte er Tahmid auf, sich in’s Vorzimmer unseres Raumes zu setzen und seine Klausur zum Großteil ins Deutsche zu übersetzen. Ein Ding der Unmöglichkeit für ihn. Er versuchte es dennoch, mehr oder minder erfolgreich und wieder mit Einsatz elektronischer Hilfsmittel.

Ich hatte das schlechte Gewissen wohl ins Gesicht geschrieben, denn so fühlte ich mich. Verantwortlich dafür, was passiert war, denn ich wusste sofort, worum es ging.

Heute war Tahmid (wie zu erwarten war…) nicht anwesend und Señor Enano wandte sich an mich und meinte, dass ich Tahmid ja ausrichten könnte, dass es eine Doppelnull geworden sei (wobei er am Montag sagte, dass es, hätte er’s gewertet, wohl elf oder zwölf Punkte geworden seien).

Nach dem Unterricht sprachen wir noch weiter und er fragte mich, wie es denn um Tahmids Abi stünde, woraufhin ich meinte, dass ihm null Punkte das Genick brechen würden. Denn null Punkte bedeutet Kursaberkennung – eigentlich zu verschmerzen, doch Tahmid MUSS diesen Kurs belegt haben. Dementsprechend zöge das die Nichtzulassung zum Abitur nach sich.
Señor Enano meinte, Tahmid hätte durchaus null Punkte verdient, doch er würde ihm, wenn die Dinge so seien, einen Punkt geben.
Ein Mitleidspunkt. Der Tahmids Abitur rettet.

Dann sagte er auch noch: „Wenn man so blöd ist und das so auffällig macht wie Tahmid, dann hat man allein dafür schon null Punkte verdient…“

Dem kann ich nur beipflichten…

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„Du hast keinen Bock mehr auf Schule, oder?“

Das war, was Frau Neon letzte Woche zu mir sagte. Keinen Bock mehr auf Schule – ich war verwirrt. Wenn ich keinen Bock mehr auf Schule hätte, würde ich erstens gar nimmer kommen (Entschuldigungen schreiben kann ich mir ja selbst) und zweitens bestimmt nicht darauf hoffen, eine FJ-Stelle in einer Schule zu bekommen (ich hab‘ da nächste Woche einen Vorstellungstermin *yey* ).

Ich habe immer noch Lust, zur Schule zu gehen, sehr sogar. Aber gleichzeitig habe ich auch furchtbar viel um die Ohren und kaum mal einen Tag, an dem ich nicht nach der Schule schnell irgendwohin muss oder etwas ganz Dringendes zu erledigen habe. Darunter leidet meine Bereitschaft mich an sinnlosen Unterrichtsspielereien zu beteiligen.

Ich bin angespannt wie selten und dankbar dafür, dass der Deutsch- oder auch der Biounterricht für mich von Timon aufgelockert wird. Er rettet in diesen Stunden meine gute Laune (was vor allem in Bio absolut notwendig ist). Frau Neon stört sich aber daran, dass wir ihren Ausführungen über Deutungshypothesen nicht lauschen, sondern lieber einander… Gut, das kann ich auch verstehen, das ist in einem Kurs mit fünf Leuten echt ein bisschen doof.

Was ich aber nicht verstehe, ist, dass sie JETZT auf den Gedanken kommt, ich hätte keinen Bock mehr. Ich war schon viel schlimmer drauf während ihres Unterrichtes. Vor allem in Geschichte, da haben Luna und ich eine ganze Zeit lang jede einzelne Stunde vor Lachen auf dem Tisch liegend verbracht. Oder in Deutsch, als wir das Frauenthema hatten und mir die blöde Effi Briest-Klausur die Laune für Wochen verdorben hat. Oder die Zeit, in der ich jede einzelne ihrer Stunden undd Unterrichtsmethoden in Frage gestellt habe, weil ich sie nicht sinnvoll fand. Warum also jetzt?

Es ist mir ein Rätsel.

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BÄM!

Ich hatte heute nur zwei Stunden Schule und zwar Englisch bei Ms. Smile. Sie hatte schon vorher angekündigt, dass sie uns wohl schon die Langzeitklausuren wiedergeben könne… Was ziemlich gemischte Gefühle bei uns ausgelöst hat.

Ich betrat das Schulgebäude und begegnete prompt Mr. Suit, der gerade die Treppen hochkam.

„Guten Morgen, Muffin.“, grüßte er mich. „Du hast eine EnglischLK-Klausur geschrieben, oder?“

Ich nickte und leitete mir daraus ab, dass Ms. Smile die Klausuren wirklich schon fertig hatte – schließlich muss Mr. Suit immer nochmal drübergucken, über eine gute, eine mittlere und eine schlechte.

„Bekommt ihr die heute wieder?“, fragte Mr. Suit dann.

„Ja, zumindest meine Ms. Smile das. In den nächsten beiden Stunden.“

„Gut, dann sage ich dazu mal nichts.“

Damit ließ er mich stehen und ich war verwirrt. Entweder hatte ich die Klausur also total verhauen oder im Gegenteil total rausgehauen. Anders konnte ich mir das nicht erklären.

In der ersten Stunde besprachen wir dann die Suffragetten und ein bisschen mehr über Gender, dann besprachen wir die offiziellen Abiturvorgaben für Englisch.

Dann – fünfzig Minuten nach Stundenbeginn! – klopfte es, die Tür öffnete sich und Teresa trat ein, was erst einmal einen allgemeinen Heiterkeitsausbruch hervorrief (vor allem, weil sie gestern so stolz war, dass sie pünktlich war^^).

Ihre Entschuldigung: „I overslept.“

Oh Teresa… 😀

Während der Besprechung der Abiturvorgaben fiel der Satz „Keine Panik – das könnt ihr nicht.“ von Ms. Smile. Es ging um etwas, was wir bei Frau Rank hätten haben müssen, aber nicht hatten und auch nicht mehr machen werden, weil uns die Zeit dazu fehlt… Wunderbare Aussichten 😉

Dann – ENDLICH! – nahm Ms. Smile die Klausuren zur Hand und begann sie zu besprechen. Sie ist eine der Lehrerinnen, die der Ansicht sind, dass ihnen sowieso keiner mehr zuhört, wenn sie die Klausur erst einmal ausgeteilt hat… Also zog sich die Spannung in die Länge und einigen wurde schon ganz schlecht (mir auch..^^).

Und was habe ich am Ende bekommen?

Dasselbe wie Timon…

 

FÜNFZEHN PUNKTE!

Ich feiere mich sehr ;D

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Herr Ostreidae, Master of Disaster

Frau Blümchen ist nicht da.

Sie ist nicht krank, sondern schulbedingt nicht anwesend, da sie Praktikumsbetreuung bei ihrem Deutsch-LK machen muss.

Was geschieht nun also mit den drei Wochenstunden Philosophie?
Der Vertretungsplan machte eine klare Aussage: Aufg., das ist die Standardersetzung für f.a., also „fällt aus“. Aufgaben bekommen wir in den allerwenigsten Fällen 😉

Frau Blümchen verkündete aber am Dienstag, dass Herr Ostreidae die Stunden übernehmen würde. Wurde akzeptiert, ein bisschen gegrummelt, aber es waren alle Kursteilnehmer am Mittwoch zur besagten Zeit vor der Tür des richtigen Raumes.

Wir warteten fünf Minuten, wir warteten zehn Minuten. Dann gingen wir, denn Herr Ostreidae ist sonst wirklich immer überpünktlich (und schließt dann manchmal den Ruam auf und setzt sich dann stumm rein, während wir auf Frau Blümchen warten…). Er war auch sonst nirgendwo aufzutreiben.

Am Donnerstag standen wir dann also vor dem Lehrerzimmer, um herauszufinden, ob wir denn nun Unterricht in der Doppelstunde hätten. Auf dem Vertretungsplan wurde das Aufg. durchgestrichen und durch das Kürzel von Herrn Ostreidae ersetzt. Wir fragten nach ihm und dann kam er auch raus, schaute sich leicht verwirrt um und uns an und dann wieder um, bis er uns schließlich fragte, ob WIR denn nach ihm gefragt hätten.
Wir bejahten und brachten unsere Frage vor, mit dem Hinweis, dass gestern ja auch nicht stattgefunden hätte, was er mit einem lapidaren „Und ihr wart alle da? Tja, dann sind wir wohl quitt.“ kommentierte. Dann setzte er uns davon in Kenntnis, dass der Unterricht stattfinden würde, drehte sich um und ging wieder.

(während wir gewartet haben, meinte Elli ja, dass wir ihn ja gar nicht sprechen wollten, sondern eher hofften, dass er nicht da sei, also hätten wir fragen müssen, ob er da sei und dann auf das „Ja, wollt ihr ihn sprechen?“ ein Nein hätten erwidern müssen 😀 )

Die Stunden waren dann auch nicht sehr ergiebig bis darauf, dass ich üben konnte, an der Tafel zu schreiben und den Unterricht zu moderieren (Herr Ostreidae verdonnerte Michelle und mich dazu ;D ), was Luna zu der Aussage brachte, dass ich ja wohl eine gute Lehrerin werden würde, ich hätte das ja schon voll drauf (was sich unter anderem darauf bezog, dass ich geschrieben hab‘ und mich dann nur so halb umgedreht hab und Teresa aufgerufen habe – kann man sich das gerade vorstellen??).
Das Stundenhighlight für mich war aber Teresas Ausruf, mitten in der Stunde:

„Jungs?! Wer von euch hat mein Handy?“, wobei sie die Jungs böse anguckte. Nach ein paar weiteren Fragen nach ihrem Handy gab Timon es ihr dann auch wieder. Herr Ostreidae sagte dazu nichts.

Dafür fragte er Tahmid später, ich habe gar nicht mitbekommen, weswegen, da ich da an der Tafel stand, welche Drogen er denn nehme. Aber es klang nicht scherzhaft, sondern ernsthaft O.o

Anouk sagte später über den Unterricht, dass sie ja sehr selten sage, dass etwas richtig schlecht sei, aber über den Unterricht bei Herrn Ostreidae müsse sie das sagen… Sie hätte sich irgendwann gar keine Mühe mehr gemacht, so zu tun, als würde sie nicht auf ihr Handy gucken.

 

Naja. Das alles macht Herrn Ostreidae noch nicht zum Master of Disaster, zumindest nicht einzig und allein. Denn solange man sich immerhin noch mit den Kollegen versteht, ist alles nicht so schlimm, da werden von anderen Lehrern dann auch Schülergemüter beruhigt oder positive Aspekte an Herrn Ostreidae unterstrichen.
Aber das hat er sich auch verscherzt.
Zwei Geschichten.

Die Erste ist ziemlich kurz: Herr Ostreidae lässt sich im Lehrerzimmer über einen Kollegen aus und verkündet lautstark, dass er sich frage, wie dieser seine Zulassung erhalten habe. In dem Augenblick kommt der Kollege rein…

Die Zweite:

Unsere Schule ist in zwei Gebäuden untergebracht, die einige Straßen auseinanderliegen. Wir sind im Hauptgebäude, im anderen Gebäude sind die fünften Klassen. Dort gibt es natürlich ebenso wie bei uns Kopierer und jeder Lehrer hat ja ein bestimmtes Kopierkontingent (worüber Frau Neon sich ja immer so schön aufregt 😉 ). Da es aber umständlich ist, gab es einen Deal mit der Sekretärin. Man musste einfach eine bestimmte Zahlenfolge eingeben und schon konnte man schwarzkopieren.

Herr Ostreidae hat scheinbar kein Kopierkontingent. Jedenfalls wurde er in dieses Geheimnis eingeweiht. Als er die Ziffernfolge allerdings im Hauptgebäude ausprobiert hat, funktionierte das natürlich nicht. Was macht er?

Er geht zu The Whale und weist sie darauf hin, dass die Ziffernfolge 123 nicht funktioniert. The Whale wusste natürlich von nichts und er erzählte ihr dann alles. Also setzte The Whale sich die Mütze auf, schwang sich auf’s Fahrrad und fuhr rüber. Dort ging sie an den Kopierer, gab 123 ein und schwupps – es funktionierte. Das fand sie natürlich nicht so schön und deswegen funktioniert es jetzt eben nicht mehr.

 

Und Herr Ostreidae hat sich unbeliebt gemacht 😉

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Kina und England

Wir behandeln in Geschichte gerade das nicht abi-relevante Thema China. Wobei Frau Neon das immer Kina ausspricht, eine Angewohnheit, an der sich einige im Kurs sehr stören. Schina und China ist beides gut und schön, aber Kina? Naja… Da merkt man wohl, wo Frau Neon herkommt 😉

Nun haben wir zwei Quellen gelesen, jeweils von einem Chinesen an den/die englische/n König/in geschrieben und zwar im zeitlichen Abstand von uuungefähr fünfzig Jahren. Daraus sollten wir schließen, was in der Zwischenzeit geschehen ist, aber auch, was später passieren wird.

Da ich aber bereits wusste, was passieren würde (die Opiumkriege) und dementsprechend schnell fertig war mit der Aufgabe – und meine Hände an Luna aufwärmte. Und vielleicht ein klitzekleines bisschen quatschte -, wurde mir eine Sonderaufgabe auferlegt: Eine zweite Möglichkeit, wie es weitergehen könnte, zu finden.

Also schrieb ich:

„Queen Victoria könnte sich in den Opium-Handel einmischen und die Vorschläge umsetzen, die Commissioner Lin ihr unterbreitet hat, unter anderem also die Zerstörung von Opium-Plantagen in Indien. Zusätzlich könnte sie finanzielle Hilfe für spezielle Krankenhäuser gewähren, in denen die Opiumsüchtigen von ihrer Sucht geheilt werden können. Um das Bedürfnis nach Opium zu ersetzen werden die Opiumsüchtigen zu einer Sucht nach Schokolade hingeführt. Natürlich keine Sucht nach Milchschokolade (aufgrund der hohen Laktoseunverträglichkeitsrate in China), sondern nach dunkler Schokolade.
Ihr bitterer Geschmack führt aufgrund chemischer Reaktionen im Gehirn zu einer Vebesserung der kognitiven Fähigkeiten. Weil die Engländer die Einzigen sind, die in der Lage sind, mit dieser dunklen Schokolade zu handeln, wird China von England abhängig.
Weil das den Chinesen nicht gefällt, entsenden sie ein Mädchen, Mulan, nach England. Dort stiehlt sie die Geheimnisse der Schokoladenherstellung.

Happy End für China.“

Zu meiner Verteidigung… Es sollte nicht realistisch sein^^

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Sonnige Smilestunden

Ich gebe zu, ich mag Ms. Smile. Sehr sogar. Bisher hatten wir sie zwar nur eine Woche á fünf Stunden Englisch und haben in einer Stunde besprochen, was nun vor uns liegt und in den beiden anderen Stunden einen Film (wobei die Technik auf Anhieb funktioniert hat, was Ms. Smile dann mit „Das explodiert bestimmt gleich.“ kommentiert hat. In unserer Schule funktioniert Technik doch nicht einfach so, ohne Weiteres 😉 ) geguckt.

Aber es macht einen vertrauenswürdigen Eindruck, das alles. Ich bin froh drüber…

Den Film, den wir geguckt haben, heißt „A time to kill“, auf deutsch (glaube ich zumindest) „Die Jury“ und es geht natürlich um den amerikanischen Süden beziehungsweise um Rassismus. Aber vor allem – meiner Meinung nach – um Gerechtigkeit.

Kurz zum Inhalt:
Zwei weiße Männer vergewaltigen die zehnjährige Tonya Hailey (die dunkelhäutig ist). Ihr Vater, Carl Lee Hailey, erschießt die beiden Männer im Gericht, als sie auf dem Weg zu ihrer Verhandlung sind, weil er befürchtet, dass sie wieder freigelassen werden könnten. Er wird verhaftet und vor Gericht gestellt. Sein Anwalt ist der Weiße Jake Brigance, der versucht, ihn freisprechen zu lassen. Brigances Gegenspieler ist der Staatsanwalt Buckley, der einen hohen Posten anstrebt und sich mit diesem Fall profilieren möchte.Der Fall erregt enormes öffentliches Interesse und die verschiedensten Menschen messen ihm große Bedeutung bei, beispielsweise die NAACP oder, als krasser Gegensatz, der Ku Klux Klan.

Wie der Film ausgeht, das verrate ich euch nicht, ich fand ihn jedenfalls sehr sehenswert. Ich möchte hierzu gerne Lorena zitieren, die meinte, dass das der interessanteste Film sei, den sie je in der Schule geschaut habe.

Was Ms. Smile noch sympathischer macht, ist zum Einen die Tatsache, dass sie für nächste Woche einen Kinobesuch für ihre Kurse anbieten („Django“, sie meinte, sie könne das ja unmöglich als Unterrichtsinhalt verkaufen, was sollte sie denn sagen, wenn The Whale fragen würde, wer denn dieser Tarantino sei. Es käme vielleicht nicht so gut, wenn sie ihr dann von „From Dusk til Dawn“ erzählen würde… 🙂 ), an dem ich leider nicht teilnehmen werde, da es an einem Donnerstagabend ist. Und donnerstags bin ich ab diesem Jahr viereinhalb Stunden in der Halle – I ♥ Karate.
Und natürlich, dass sie, als ich am Dienstag Muffins mithatte und sie verteilt hab, nach der üblichen Frage („Hast du Geburtstag?“) meinte: „I’m glad you’re in my class.“

Ich bin also zufrieden mit der jetzigen Lösung, obwohl es natürlich so ist, dass Ms. Smile jetzt mehr Stunden hat und darunter eben zwei LKs. Dazu haben Herr Ostreidae und Frau Blümchen in der Philosophiestunde ja ein interessantes Gespräch geführt, von wegen Überlastung…

Aber egal, daran will ich gar nicht denken. Ich freue mich einfach, dass es ist, wie es ist und es wird sowieso alles gut 🙂

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Kindgerechter Biounterricht

Manchmal habe ich ja in meinem Jahrgang schon das Gefühl, im Kindergarten gelandet zu sein. Aber das ist ja normal, wenn Menschen dauernd aufeinanderhocken müssen, die sich während ihrer Freizeit einfach aus dem Weg gehen können und das auch liebend gerne tun.

Scheinbar ist Herr Fabulant nun auch dieser Auffassung, anders kann ich mir das kaum erklären (mal abgesehen davon, dass er ein wenig aufgebracht ist, weil die Exkursion vor den Weihnachtsferien so wenig Anklang gefunden hat… Aber mal ehrlich, wer läuft denn freiwillig im Dezember in so einem komischen Wald rum? Mein Biokurs sicher nicht… Aber Timon und ich haben uns ja sowieso elegant herausgehalten, indem wir unser Kaffeetrinken mit Herrn Frettchen (das war in seiner letzten Stunde bei uns) als Englischleistungskursausflug dargestellt haben. War es ja auch, irgendwie).

Er kam nämlich rein und verteilte Sachen zum Ausschnippeln. Es war eine Art Memory mit Begriffen aus der Biologie und den dazugehörigen Definitionen. Leider scheiterte dieses Belustigungsprogramm an der Tatsache, dass keiner, wirklich keiner, eine Schere dabei hatte. Herr Fabulant versuchte, welche im Sekretariat zu organisieren, aber das blieb erfolglos.

Also mussten wir uns anders beschäftigen und wiederholten ein wenig den Stoff von vor den Ferien.

Natürlich machte er dabei wieder von seinem ganz besonderen Aufrufsystem Gebrauch. Irgendein Unglücklicher muss eine Zahl zwischen eins und hundert nennen (wahlweise auch zwischen eins und zehn usw. – dann zählt er ab irgendjemanden die Leute durch und bei der genannten Zahl angekommen, der ist dann halt dran) und Herr Fabulant überprüft dann, wer diese Ziffernfolge als Erstes in seiner Telefonnummer im Kursheft hat…

Merkwürdigerweise kommen aber immer die gleichen dran, Timon und ich beispielsweise so gut wie nie…

Danach wurde es dann aber wieder ganz kindgerecht, da haben wir nämlich einen Ausschnitt aus einer Peter-Lustig-Sendung gesehen. Zum Thema Klärwerk.

Dabei fällt mir gerade ein, dass ich dieses Memory noch ausschneiden muss… War dann nämlich Hausaufgabe. Also verabschiede ich mich nun und mache mich auf die Suche nach einer Schere 😉

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Ernstzunehmender Biologieunterricht

Heute hatten wir mal wieder eine sehr anregende und lehrreiche Biostunde…

Moment mal, falscher Film. Bio bei Herrn Fabulant und ernstzunehmeneder Unterricht? Ich hoffe doch, dass mir das keiner abgekauft hat… 😉

So klingt mein Biounterricht:

Herr Fabulant: „Wo auf der Erde ist die Artenvielfalt am größten?“
Mändy: „Keine Ahnung.“
Herr Fabulant: „Na gut, dann nenn‘ mir mal ein paar Regionen und dann werden wir sehen, dass du doch ein wenig Ahnung hast.“
Mändy: „USA.“
Herr Fabulant: „Das ist ein Staat.“
Mändy: „Ja, äh… Was wollen sie denn hören? Kontinente?!“
Herr Fabulant: „Okay… Was für eine Region fällt dir denn in den USA ein?“
Mändy: „Los Angeles.“
Herr Fabulant: „Und eine andere Region?“
Mändy: „Keine Ahnung, Muffinstadt?“
Herr Fabulant: „Wo ist es denn artenreicher?“
Mändy: „Ich glaube mal Los Angeles.“
Herr Fabulant: „Warum?“
Mändy: „Weil da mehr Menschen leben.“

… Okay… Es folgten aber noch mehr eloquente Beiträge zum Unterricht. Zum Beispiel der hier:

Herr Fabulant: „Wie erkennt man denn Arten?“
Mändy: „Wenn sie gleich aussehen und das Gleiche tun?“

oder auch:

Herr Fabulant: „Wie unterscheidet man denn verschiedene Arten?“
Jobst: „Weil sie unterschiedliche Geräusche machen?“

oder:

Herr Fabulant: „Wo ist die Artenvielfalt denn nun am größten?“
Mändy: „In mitteleuropäischen Wäldern, dem Regenwald.“
Herr Fabulant: „Du hast da jetzt zwei Regionen genannt. Wo gibt es denn mehr Arten?“
Mändy: „Im Regenwald!“
Herr Fabulant: „Warum?“
Mändy: „Weil da mehr Tiere leben!“

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