Archiv der Kategorie: Muffins FSJ

Trennung von der ersten großen Liebe

Ich habe fertig. Es ist aus und vorbei, mein FSJ ist endgültig zu Ende gegangen. Wie es mir damit geht?
Das ist stark momentabhängig. Im einen Augenblick lächle ich über irgendeine kleine Begebenheit, an die ich mich erinnere, denke an eine der lieben KollegInnen oder ‚meine‘ Kinder. Im nächsten streift mein Blick die wunderschönen Abschiedsgeschenke und mein Herz wird schwer.
Ich habe in diesem Jahr viel gelernt. Die Beurteilung hätte eindeutig besser sein können, aber es war gut so wie es ist. Ich wünschte, ich könnte noch ein Jahr – oder zumindest ein paar Monate – ranhängen. Aber das ist unmöglich. Mir wurde vorgeschlagen, dass ich ja, sollte ich hier bleiben, etwas im Nachmittagsbereich anbieten könnte. Das würde ich liebend gerne. Aber ich werde diese Stadt, meine Heimat, verlassen. Zumindest für das Studium. Danach kann ich mir sehr gut vorstellen,  zurückzukommen. Aber ich muss raus, Neues sehen, ausziehen und Abenteuer erleben.
Ich hatte wunder-, wunderbare KollegInnen, darunter die tollste Schulleiterin der Welt.
Ich hatte die süßesten Kinder. Zum Abschied wurde ich so oft umarmt…
Es war toll.

Eine derjenigen, die geht, meinte, dass es ihr nichts ausmache, das hier sei eben nicht ihre große Liebe.
Für mich ist es das gewesen und diese Schule wird immer einen Platz in meinem Herzen behalten.

Und, wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann doch noch eine Rückkehr…

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Schnellchen IV

„Wie, du willst Lehrerin werden und hattest einen Abischnitt von 1,3? Da kannst du doch Multimillionärin werden oder Maklerin und damit Millionen verdienen!“

Die Reaktion einer Fünftklässlerin auf meine Zukunftspläne (neben der typischen Frage, ob ich denn dann auch an „dieser Schule“ Lehrerin werden wolle) in Kombination mit der Information, was für einen Abischnitt ich hatte 😀

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Schnellchen III

Es ist Pause. Ich mache, wie eigentlich in jeder Pause, Aufsicht auf einem Teil des Schulhofes.
Da kommen zwei Achtklässler um die Ecke. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch die beiden weisen eine geradezu beeindruckende Oberweite auf, für die sich einige unter’s Messer legen würden.
„Naaa, ihr Süßen, wollt ihr mal anfassen?“, wurden wir kokett zwinkernd und die Brust herausstreckend gefragt.
Wir verneinten, woraufhin die Beiden ganz entzückende Schmollmünder zogen.
„Ihr wisst ja gar nicht, was ihr verpasst. Aber gut…“
Daraufhin wandten sie sich einander zu und sprangen gegeneinander, wobei ihre Oberkörper gegeneinander stießen. Es knallte laut, denn bei dem Einen war einer der Luftballons, die für die Oberweite verantwortlich waren, geplatzt.
Dieses Ritual wurde dementsprechend so lange wiederholt, bis alle Luftballons kaputt waren, dabei schmissen sich die Beiden weg vor Lachen…

Es ist manchmal ganz süß, wie sich auch die „Großen“ benehmen 😉

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Schnellchen II

Deutschunterricht in der sechsten Klasse. Es wird eigenständig gearbeitet. Einer der Schüler muss Worte finden, die sich auf vorgegebene Worte reimen.
Er fragt mich um Rat, weil ihm kein Reim auf „Hose“ einfällt. Ich gebe ihm einen Hinweis:
„Überleg‘ doch mal, denk‘ an eine Blume…“
„Eine Tulpe!“
„Nee, das reimt sich doch nicht. Eine rote Blume…“
Sein Gesicht erhellt sich und er meint fröhlich: „Orchidee!“

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Jendrick und das Auto

Einer unserer Fünftis ist Jendrick. Er ist so besonders wie alle unsere Schüler, vielleicht auch ein wenig mehr.
Gestern hatten wir zeitgleich Schluss, er kam von einer AG und ich von der Betreuung. Da fragte er mich, wo ich denn hingehe. „Nach Hause.“, war meine Antwort. Es folgte ein kleines Gespräch mit einer weiteren Schülerin über meinen Wohnort und meine Art zur Schule zu kommen. Wie es der Zufall so wollte, war ich an dem Tag mit dem Auto in der Schule.
Da folgten natürlich gleich interessierte Fragen nach dem Modell, den Besitzverhältnissen und meinem Führerscheinbesitz. Ich beantwortete sie und ging zum Auto und stieg ein.
Jendrick stellte sich neben die Fahrertür (die noch offen war) und fragte weiter. Ich erklärte ihm, was der Sinn einer Lenkradkralle ist und zeigte ihm, dass man das Lenkrad bei ausgeschaltetem Motor nicht drehen kann. Natürlich durfte er das auch ausprobieren. Auch die Beleuchtung mit Abblendlicht und Fernlicht fand er sehr interessant (und die Lichthupe erst^^). Er war total lieb und begeistert und eben auch neugierig, sodass ich ihn auch hupen ließ. Das Warnblinklicht durfte er auch anschalten…
Er ließ sich auch die Pedalen und die Kupplung erklären. Wie gesagt: Sehr interessiert.
Nach einer Weile wollte ich dann aber doch los und er guckte mich total lieb an und fragte, ob ich dann beim Ausparken auch blinken und, wenn ich ihm einen riiiiiiesigen Gefallen tun wolle, ob ich dann auch noch lichthupen könnte. Den Wunsch hab‘ ich ihm natürlich gerne erfüllt 😉

Ich hoffe, er behält dieses kleine Erlebnis in guter Erinnerung.

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Schnellchen I

Ich bediene mich jetzt schamlos an der Namensgebung der lieben Frau Hilde, um kurze Begebenheiten, die festgehalten werden wollen, zu Papier zu bringen 😉

Heute, in der Mensa. Ein Fünftklässler erzählt mir etwas und siezt mich dabei. Mehr aus Versehen, denn eigentlich werde ich geduzt. Größtenteils zumindest und das finde ich auch in Ordnung so.
Das Lustige kam danach:
Jesko hatte das Gespräch mitverfolgt und rief mir dann ganz aufgeregt zu: „Muffin, der hat gerade Sie zu Ihnen gesagt!“

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Jescos Heft

Mein absolutes Highlight heute:

Ich habe einer Fünftklässlerin einen Bärenkopf als Smiley in ihr Elternkommunikationsheft/Hausaufgabenheft gezeichnet. So etwas bekommen sie, wenn sie besonders gut mitgearbeitet haben und darauf stehen sie total.
Ein anderer Fünftklässler, Jesco, sieht den Smiley und bittet mich, ihm auch so einen Bären außen auf sein Heft zu zeichnen. Normalerweise ist er einer der Obercoolen…
Ich zeichne also und er fragt nach, ob das denn schwer ist, sowas zu zeichnen, wenn man es denn übt. So kommen wir darauf, dass ich erzähle, dass ich auch Diddlmäuse zeichnen kann und dass das auch nicht so schwer ist.
Da bittet er mich, ihm auch noch eine Diddlmaus zu zeichnen und zeigt sein fertig verziertes Heft gleich stolz herum.

🙂

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Das Soziogramm

Wir sollten im Rahmen eines Seminargruppentreffens ein Soziogramm erstellen, das unsere Beziehung zu den Kollegen zeigt. Eine willkommene Gelegenheit, euch überhaupt mal vorzustellen, mit wem ich denn aktuell einen so großen Teil meiner Zeit verbringen darf/muss.
Beginnen wir mit jemandem, der eigentlich relativ viel Zeit mit mir verbringt. Frau X..
Frau X. ist unsere Sozialpädagogin. Allerdings hat sie in diesem Jahr reduzierte Stunden und ist nur noch an zweieinhalb Tagen in der Woche da. Sie ist total lieb und verköstigt mich mit Gewürzspekulatius, Obst und ähnlichem, weil sie der Meinung ist, dass ich zu wenig esse. Sie ist aber auch sehr in ihrem Ablauf verhaftet und hat ihre Regeln. Und die SIND, wie sie sind. Man kann gut mit ihr reden 🙂
Wenn Frau X. nun aber nicht mehr so oft da ist, wer kommt denn dann? Das fragt ihr euch sicher. Es handelt sich hierbei um Helen.
Helen ist jung, blond und hat unglaublich lange, stets perfekt manikürte Fingernägel. Am Anfang hatte ich den Eindruck, dass sie doof sei. Das hat sich aber alles relativiert. Mittlerweile mag ich sie wirklich. Man kann mit ihr einfach mal quatschen, auf der Heizung rumsitzen, weil man sonst friert, und einfach mal die Stille nach dem Ansturm von Dutzenden von Schülern genießen.
Wer mir auch häufig über den Weg läuft, ist Hannes.
Hannes ist eine persönliche Assistenz. Sein Junge ist ziemlich schwierig und soll eigentlich fast immer nicht am Unterricht teilnehmen, sondern bei ‚uns‘, also in den sozialpädagogischen Räumlichkeiten, seine Aufgaben erledigen. Dadurch sieht man sich eben häufig und kommt auch ins Gespräch. Hannes ist riesig und schon allein sein Auftreten kann einschüchternd wirken. Er ist jünger als ich – aber glaubt mir, das sieht man ihm absolut nicht an! Ich mag Hannes, auch wenn wir uns dauernd gegenseitig necken und ärgern. Es macht einfach Spaß 😉

Mit diesen Dreien ist nun der Anfang gemacht – und der Blog ein wenig aus dem Schlaf geweckt. Mal sehen, wie es hier weitergeht. Ich werde mir zumindest Mühe geben 🙂

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Begeisterung

Gestern gelernt:

Um Kindern das Lernen und Entdecken zu ermöglichen, müssen die Menschen, die sie umgeben und ihnen etwas beibringen wollen, drei Dinge mitbringen.
Denn es ist nicht das Wissen oder die Fachkompetenz, die das Lernen ermöglicht. Es sind andere Dinge. Dinge, die die meisten FSJler mitbringen und damit ihre mangelnde Ausbildung mehr oder weniger wettmachen.
1. Man muss die Kinder einladen, ihnen sagen, dass es schön ist, dass sie da sind. Doch es sind nicht die Worte, die diesen Punkt ausmachen, sondern die innere Haltung, die dahinter steht. Ein Lippenbekenntnis reicht nicht, es muss von Herzen kommen und das geht nur, wenn man an dem Kind – an jedem Kind – etwas findet, was einem gefällt, was man toll findet,  was einen begeistert. Denn man spürt so etwas. Die Dynamik zwischen zwei Menschen kann sich so völlig verändern.

Ich schwärme oft von meinen Fünftis und ich bin begeistert von ihnen. Jeder und jede von ihnen ist so anders als alle anderen und so liebenswert. Ich finde an ihnen allen etwas Gutes. Das hilft.

2. Man muss sie ermutigen. An sie glauben, ihr Potenzial sehen und ihnen vermitteln, dass sie es schaffen können, dass sie es schaffen werden.

3. Man muss sie begeistern können und das geht nur, wenn man selbst begeistert ist von dem, was man tut. Wenn man es selbst doof findet, wie sollen die Kinder es toll finden?

Und man muss manchmal ein wenig aus der Erwachsenenperspektive hinausgehen und sein inneres Kind wieder hervorholen.
Auf der Klassenfahrt wurde mir von einem Fünfti gesagt, dass die Eva (die persönliche Assistenz, die mit war) sich viel erwachsener benehmen würde. Auf meine Nachfrage, woran sich das festmachen lässt, kam dann „Na, du spielst mit uns.“ als Antwort. Das tue ich wirklich öfter in der Nachmittagsbetreuung und in der Mittagspause. Vier gewinnt, Skip-Bo, Phase 10, und und und.

Ich bin einfach noch nicht erwachsen geworden. Und das ist gut so.

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Von Balance und Herausforderung

Oder: Bericht einer Klassenfahrt, Teil 1

Wir trafen uns um neun Uhr an der Schule. Eine Stunde später als ich sonst da sein müsste. Dementsprechend entspannend war mein Morgen. Ich war ziemlich gespannt auf die Klassenfahrt. Obwohl es eigentlich eher eine Jahrgangsfahrt war, denn alle drei fünften Klassen fuhren mit.
Es waren mit mir sieben BetreuerInnen dabei, davon eine persönliche Assistenz. Zwei Lehrer, drei Lehrerinnen. Und eben ich.
Mit dem Bus ging es zum Ziel unserer Fahrt, das dauerte nicht sehr lange.
Ich saß neben einem Schüler, der mir erstmal erzählte, dass er um zwei Uhr nachts noch nicht im Bett gewesen sei. Meine vorbildliche Ader schlug prompt die Hände über dem Kopf zusammen. Dementsprechend unergiebig waren folgende Gesprächsversuche – der Junge war hundemüde.
Ich widmete mich also den anderen Kindern, die um mich herum saßen. Auf der anderen Seite des Ganges saßen zwei Jungs – Markus und Miguel – hinter zwei Mädels aus ihrer Klasse. Da wurde natürlich an den Sitzen gerüttelt und Fotos von den widerstrebenden Damen gemacht. Die fanden das mehr oder minder lustig (beziehungsweise fanden sie’s lustig, konnten es ihrem Ruf zuliebe jedoch nicht zugeben).
Nach der Ankunft verstauten wir unser Gepäck erstmal, denn die Zimmer konnten wir noch nicht beziehen. Die Kinder durften eine Viertelstunde das Gelände erkunden. Währenddessen wurden zwei Slacklines gespannt, bei denen wir wieder zusammenkamen.
Als erstes musste jede der Klassen versuchen, sämtliche ihrer Mitglieder von der einen auf die andere Seite zu bekommen – über die Slackline hinweg und ohne sie zu berühren, versteht sich.
Da ging’s zuerst ziemlich planlos, aber fix hoch her. Die Kleinen und Leichten wurden mehr oder weniger hinübergeworfen, ehe sich die Erkenntnis den Weg bahnte, dass ja wirklich ALLE hinüber müssen – also auch die Großen und Schwereren. Mit vereinten Kräften wurden diese also hinübergehoben.
Auch das Hinüberspringen wurde erprobt und mit blauen Flecken bezahlt…
Im Anschluss durfte jeder, der wollte auch noch auf der Slackline balancieren. Und die Lehrer und Betreuer wurden dazu gezwungen^^

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