Archiv der Kategorie: Muffins Auszug

Zuhause.

Ich bin Zuhause.
In meinem ganz eigenen Zuhause. Es gehört nur mir und niemandem sonst. Ich muss niemanden hineinlassen. Es ist mein absoluter Rückzugsort.
Niemand reißt einfach meine Tür auf und schließt sie nicht hinter sich.
Niemand läuft mal eben dadurch, weil er an den Drucker möchte oder aus dem Fenster schauen will.
Aber es fragt mich auch niemand, ob er an meinem Computer Sims spielen darf oder ob ich Lust habe, Zug um Zug zu spielen.
Meine kleinen Geschwister, die mir sehr am Herzen liegen, sind quasi am anderen Ende von Deutschland.

Es ist einerseits ein einfach geniales Gefühl, andererseits bin ich sehr traurig.

Dabei fahre ich heute noch wieder heim. In meinem neuen Zuhause bleibe ich erst ab dem Wochenende endgültig…

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Vorwürfe und Glücksmomente

Ich bin nicht unbedingt der kommunikative Typ. Ich schreibe keine Rundmail/-SMS/-WhatsAppnachricht oder ähnliches, wenn sich etwas in meinem Leben ändert. Dafür bin ich zu wenig Selbstdarsteller und zu sehr davon überzeugt, dass es nicht alle Leute interessiert, was in meinem Leben so passiert.
Wenn ich jemanden persönlich treffe, ist das natürlich anders. Da kommt das Gespräch nun mal (unter Umständen) darauf, was man denn aktuell macht.
Ich habe schon sehr lange auf die Frage nach meiner Zukunft mit dem Lehramtsstudium in ebenjener Stadt geantwortet, in der ich nun auch studieren werde. Allerdings war das zu diesen Zeitpunkten ja nicht sicher. Jetzt ist es das.

Heute war ich mal wieder bei einer Veranstaltung, bei der ich einen gewissen Bekanntenkreis aufgebaut habe (ehrenamtliche „Arbeit“ in gewissem Sinne) und habe verschiedene Reaktionen auf diese Neuigkeit bekommen. Einige waren recht distanziert, andere meinten, ich sei ja trotz der Entfernung nicht aus der Welt und dann gab es noch die dritte Gruppe. Die, die sagte, dass ich fehlen werde und dass man mich vermissen wird.
Diese war nochmal aufgeteilt in jene, die mir unterschwellig zu verstehen gaben, dass ich sie hängen lasse (das weiß ich doch! Es tut mir echt leid und ich weiß auch, dass ich in der internen Karriereleiter hätte aufsteigen können, wäre ich geblieben – ich wurde gefragt, ob ich nicht nächstes Jahr für einen höheren Posten kandidieren möchte…) und die, die es wirklich einfach schade fanden.
Darunter den einen, mit dem ich immer bei Sitzungen herumalbern kann und der mich stets zum Lachen bringt. Wir necken uns häufig und verstehen uns einfach gut.
Und auch den anderen, der mir mal Blümchen zu Sitzungen mitbringt und auf meinen Unterlagen herumkritzelt und -malt.

Es ist schwer für mich, fortzugehen. Ganz neu anzufangen. Unter Umständen werde ich durch diese Entscheidung nie wieder das erreichen können, was ich jetzt schon erreicht habe.
„Ich finde es ja toll und unterstütze es voll und ganz, wenn du studierst, wenn du Lehrerin wirst und etwas für unser Bildungssystem tust. Aber das du das, was du dir hier aufgebaut hast, einfach zurücklässt, das verstehe ich nicht und kann ich nicht unterstützen.“
Das habe ich zu hören bekommen. Ich wurde ausgefragt, warum es diese Stadt sein muss, warum nichts Näheres, warum ich gehen will.

Warum will ich gehen?
Das ist schwer zu beantworten. Ich denke, dass ich einfach meinen eigenen Weg finden muss, dass ich mich deutlich besser weiterentwickeln kann, wenn ich diesen Schritt wage. Ich denke, dass ich gerade dadurch, dass ich dieses ganze Netz von Menschen, die mich schon kennen – die mich teilweise schon sehr lange kennen – nicht im unmittelbaren Umfeld haben werde, offener für Neues im Studium, aber auch ganz allgemein im Leben sein kann.

Ich weiß noch nicht, ob es ein Fehler war, ist oder sein wird. Ich werde es nie wissen, denn „Was Wäre Wenn?“ ist nicht unbedingt realistisch. Ich habe meine Entscheidung getroffen (und das fiel mir schwer!) und werde diesen Schritt ins Unbekannte einfach wagen müssen. Für ein Kneifen ist es zu spät. Es ist als sei ich vom Sprungbrett gesprungen und bewege mich nun auf das Becken zu. Ich weiß nicht, ob das Wasser warm oder kalt sein wird, ich weiß nicht, ob der Aufprall hart oder weich sein wird, ich weiß nicht, wieviele Wellen ich durch mein Eintauchen verursachen werde.
Ich weiß es nicht. Aber es ist mir auch egal, in diesem einen Augenblick gibt es nichts als das Gefühl von Freiheit und Freude, den Stolz über den eigenen Mut und die Entscheidung.
Ich entspanne mich. Das Wasser kommt früh genug.

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Anträge und so weiter

Ich bin eine immatrikulierte Studentin. Wenn man große Veränderungen im Leben hat, muss man an vieles denken. An das Schlussstriche ziehen zum Beispiel (bei denen ich zumindest ein wenig weiter gekommen bin). Man hat das einzigartige Gefühl, sein Leben aufzuräumen, lose Enden zu verknüpfen und Verpflichtungen abzugeben. Mein Bibliotheksausweis ist ausgelaufen und ich habe die letzten ausgeliehenen Bücher zurückgebracht. Ich habe kein einziges Büchereibuch mehr zu Hause, ein Zustand, der das letzte Mal vor Jahren eingetreten sein muss.
(Die Büchereikarte darf/soll ich aber nicht wegwerfen, weil ich die nächsten Jahre noch im System gespeichert bin – „falls ich dann mal wieder Lust zum Lesen bekommen sollte“ (O-Ton Bibliothekarin)… Nee, Ich und lesen? 😀 )
Man muss aber auch ganz schön viel Papierkram erledigen. Den Bafög-Antrag, den Immatrikulationsantrag, den Arbeitslosengeldantrag (im Falle eines FSJs, danach hat man Anspruch, selbst wenn es nur eineinhalb Monate sind!), die Selbstauskunft, um eine Wohnung zu bekommen und die dazugehörigen Unterlagen, … Ich bin mittlerweile sehr geübt im Anträge ausfüllen.
Beim Bafögantrag haben wir jetzt gerade was zurückbekommen, weil da was fehlte („Unterkunft während der Ausbildung, soweit bereits bekannt“ – ja witzig…) und weil ich ja beim Abschicken die Immatrikulationsbescheinigung noch nicht hatte, muss ich die auch nachreichen.

Von der Wohnung haben wir noch nichts gehört, was mich ein bisschen nervös macht – ich habe gerne Sicherheit in solchen Fragen. Aber das kommt bestimmt noch. Hoffe ich doch 😉

Mittlerweile sind es nicht einmal mehr vier Wochen bis zu meinem Auszug (und dem Semesterbeginn, zu dem ich dann ganz offiziell Studentin bin)!

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Vom Besichtigen Teil 7

Unser Aufenthalt nähert sich dem Ende und wir haben nur noch eine Besichtigung vor uns. Die erste Mieterin ist nicht einmal zu einer Aussage zu bewegen, wann sie sich denn nun entscheiden möchte, was ein unangenehmes Gefühl vom Warmgehalten werden vermittelt. Ein klares Nein wäre mir da bei weitem lieber. Pokert sie, um vielleicht noch mehr für ihre Möbel herauszuschlagen, nachdem sie den Preis bereits einmal angehoben hat?
Man kann nur spekulieren.
Die Hoffnung liegt auf der letzten Besichtigung, darauf, dass sich hier eine Alternative bietet.
Die Besichtigung ist für elf Uhr vereinbart, wir checken vorher aus dem Hotel aus und bringen unser Gepäck in Schließfächern am Hauptbahnhof unter.
Um Viertel vor elf sind wir bereits am vereinbarten Treffpunkt. Wir warten. Zehn Minuten, eine Viertelstunde, dann zwanzig Minuten. Eine halbe Stunde.
Wir spekulieren bei beinahe jeder vorbeikommenden Person, ob es sich jetzt um diejenige welche handelt, mit der wir verabredet sind.
Schließlich – nach besagter halben Stunde – suche ich die Handynummer heraus, die ich doch irgendwo stehen hatte.
Niemand geht ran.

Dafür kommt jemand aus der benachbarten Einfahrt und fragt uns, ob wir wir seien. Wir bejahen erleichtert und die Besichtigung geht los.

Es handelt sich um „betreutes Wohnen für junge Menschen“. Es ist ein Quasi-Wohnheim mit recht vielen Wohnungen. Wir besichtigen zunächst eine recht kleine (in der nicht einmal Platz für einen Schrank ist) und danach eine größere. Die gefällt mir wiederum gut, auch wenn die Miniküche eben genau das ist – mini.
Es gibt einen Waschraum mit Listen, in denen man sich eintragen muss, wenn man waschen möchte (also, falls man mal einen Schwarm hat… einfach schauen, wann der waschen will und zur gleichen Zeit eine andere Maschine reservieren 😉 ), ein kleines Kellerabteil und einen genialen Fahrradraum, in den man einfach reinfahren kann wie in eine Tiefgarage.

Bei Interesse sollen wir eine E-Mail schreiben, vor allem, wenn wir die besichtigte Wohnung haben möchten (andere gleich große Wohnungen haben eine noch kleinere Küche!).
Ich greife, sobald wir uns verabschiedet haben, zu meinem Smartphone und schreibe genau diese E-Mail.

Am Nachmittag geht es dann nach Hause.

Hat die Wohnungssuche jetzt ein Ende? Ich hoffe es sehr…

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Vom Besichtigen Teil 6

Irgendwann war es dann aber (endlich!) spät genug, dass wir uns in Richtung unserer Spontanbesichtigung bewegen konnten. Übrigens hatten wir der Mieterin der ersten Wohnung bereits unser eindeutiges Interesse signalisiert. Statt irgendwelcher klarer Ansagen (so in der Art „Ich entscheide mich bis dann und dann.“ oder auch „Tut mir leid, ich habe mich für jemand anders entschieden.“) kommunizierte sie nur mit Smalltalk. Das ist teilweise recht frustrierend.
Nun ja.
Unsere Spontanbesichtigung ist eine Wohnung in direkter Campusnähe in einem Hochhaus. Es gibt eine ungeheure Menge an Briefkästen und an Klingeln, sodass wir eine Weile brauchen, um die richtige zu finden. Währenddessen wundere ich mich darüber, warum an einem Briefkasten sechs verschiedene Nachnamen kleben. Wie die wohl in einer Einzimmerwohnung leben? Gestapelt?
Oder handelt es sich ganz einfach um eine reine Meldeadresse…
Vielleicht hat da doch jemand die Idee einer der Lehrerinnen an meiner FSJ-Schule umgesetzt, sich irgendwo gemeldet und wohnt in Wirklichkeit in einem Schrebergarten? (Übrigens ist „Schrebergarten“ ein wirklich schwieriges Wort. Ich dachte früher, dass das Strebergarten heißt und habe mich über die Wortherkunft gewundert! Das ist fast so wie mit den Schupfnudeln – für mich hießen die immer Schlumpfnudeln. Was ja auch ein viel hübscherer Name ist.)
Jedenfalls klingeln wir und eine freundlich klingende weibliche Stimme erklärt uns, in welches Geschoss wir denn müssen.
Wir folgen der Beschreibung und treffen auf ein hübsches Mädel und ihren sympathischen Freund. Kaum sind wir in der Wohnung und haben uns das erste Mal umgesehen, klingelt es abermals. Es ist ein weiterer Interessent. Quasi ein Konkurrent. Dennoch lächle ich ihn an und grüße. Er erwidert den Gruß nicht.
Die Wohnung ist hübsch und hat einen Balkon. Die Beiden, die jetzt darin wohnen („Seit ich meine Freundin kenne, komme ich nicht mehr zu spät zur Uni.“) sind unglaublich liebenswürdig.
Man soll ihnen per Mail Bescheid geben, ob man Interesse hat – und auch bereit ist, eine gewisse Summe für die Übernahme von Möbeln zu zahlen.
Der Freund meint, er würde sich auch dafür einsetzen, dass ich die Wohnung bekäme, er würde das einem Ersti echt gönnen.
Uns steht noch eine letzte Besichtigung bevor, die hoffentlich eine echte Alternative zu den bisherigen darstellt.
Bisher sind wir mit der Ausbeute nicht so recht zufrieden…

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Vom Besichtigen Teil 5

Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass entweder der Hotelfön zu schwach oder meine Haare zu wasserabsorbierend waren. Jedenfalls wurden und wurden sie nicht trocken. Zum Glück war unser erster Termin erst am späten Vormittag…
Auch dieser Termin war mit der aktuellen Mieterin vereinbart worden. Eigentlich sollte/wollte der Vermieter selbst auch dabei sein, hatte jedoch andere Verpflichtungen.
Es handelt sich eine Altbauwohnung mit einem geteilten Flur. Es geht also vom Treppenhaus in den Flur und von da aus in zwei Wohnungen. Sie liegt mitten in einem Wohngebiet mit wenigen Geschäften. Das Haus scheint von vorne ganz passabel zu sein, eine Fensterscheibe ist wohl allerdings eingeworfen worden. Sie wurde geklebt.
Man muss zur Seite des Hauses, um den Eingang zu finden. Hierbei fällt an einigen Stellen auf, dass der Putz bröckelt. Meine Mutter stolpert beinahe über eine unebene Wegplatte, während ich mich frage, warum dort draußen ein Toaster steht (nicht angeschlossen natürlich 😉 ).
Wir achten wie immer auf die Beschriftungen an Klingeln und
Briefkästen, schließlich kann man eventuelle Verwahrlosung unter Umständen schon daran ablesen.
Die Mieterin lässt uns rein und stellt sich kurz vor.
Bei meiner Mutter und ihr ist es spontane Antipathie. Man entscheidet ja recht schnell, ob jemand einem grundsätzlich sympathisch oder unsympathisch ist und bei meiner Mutter merkt man das (bei mir übrigens auch wurde mir schon mehrfach bescheinigt) einfach. Ob das gut gehen kann?
Wir betreten den Flur, der scheinbar nur als zusätzliche Abstellkamner genutzt wird (ein Fahrrad steht dort auch, damit wäre die für mich wichtige Frage der Fahrradunterbringung auch geklärt) und danach die Wohnung. Sie ist ziemlich vollgestellt und – meiner Meinung nach – nicht so eingerichtet, dass man den vorhandenen Platz auch nur annähernd optimal nutzt. Die Decke ist sehr hoch(ideal für Hochbetten!), allerdings ist die Tapete oben ziemlich fleckig.  Vom Zimmer geht die Küche ab und von der Küche das Bad.
Das heißt wohl, dass man zumindest keine Umwege machen muss, wenn man morgens schonmal den Wasserkocher anstellen will, ehe man ins Bad geht, um direkt danach einen Kaffee oder Tee zu trinken…
Insgesamt waren wir nur sehr sehr kurz in dieser Wohnung, was nicht zuletzt an der beschriebenen Antipathie lag.
Draußen teilte meine Mutter mir ihr Urteil mit: Da müsse dringend erstmal renoviert werden, die Mieterin sei ja total unsympathisch und es kam ihr gleich beim Betreten so vor, als würde es feucht riechen.

Hätte wir das also auch geklärt. Die zweite Besichtigung in dem Gruselhaus von gestern hatten wir bereits abgesagt und beim Frühstück auch spontan einen neuen Termin zu einer anderen Besichtigung vereinbart.

Zuvor gingen wir allerdings bei einer Genossenschaft fragen, ob sie nicht eine Wohnung hätten, die infrage käme. Wir wurden ganz nett beraten und auf die Warteliste für eine Wohnung gesetzt, die allerdings erst im September frei wird. Eigentlich wollten sie uns auch eine in einem Stadtteil anbieten, von dem ich nur einmal etwas gehört habe – mit gutem Grund, denn ebendieser Stadtteil liegt recht weit außerhalb…

Nun ja. Wir hatten also wieder ein wenig Zeit und verbrachten diese unter anderem damit, einen Fön zu kaufen („Schließlich brauchst du demnächst sowieso einen!“)…

To be continued…

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Vom Besichtigen Teil 4

Auch das Dachgeschoss ist still und dunkel. Wir betreten einen breiten Flur, den Blick an den Ziffern neben den Türen. Schließlich sind diese der einzige Anhaltspunkt, den wir haben. Etwas anderes ist hier nicht individuell.
Ein gutes Stück den Flur herunter entdecken wir etwas Ungewöhnliches. Ein rechteckiges Stück des Bodens ist erhellt. Kurz darauf entdecken wir auch die Quelle des Scheins: Eine offenstehende Wohnungstür.
Ein Blick auf die Nummer bestätigt uns, dass es sich um die gesuchte Wohnung handelt.
Es riecht nach Farbe.
Der Höflichkeit halber klopfe ich an den Türrahmen.
Ein junger Mann taucht auf und lächelt uns an. Er trägt ein Flunkyball-T-Shirt.
Wir besichtigen die Wohnung, die schon beinahe leer ist (nur das Bett steht noch mitten im Raum, darauf ein XXL-Pizzakarton). Sie ist gar nicht so schlecht – allerdings auch frisch gestrichen. Bevor wir uns das Bad anschauen können, lächelt der bisherige Mieter uns entschuldigend an und meint, dass er mal eben sein Fahrrad da herausholen müsste. Gesagt, getan.
Das Rad scheint recht hochwertig zu sein und ich frage – halb im Ernst und halb aus Spaß -, ob es denn immer dort drin steht. Nein, das stünde dort nur ausnahmsweise, normalerweise hinge es an der Wand.
Kurz stelle ich mir vor, wie ich mein Hollandrad an meine Wand hänge, nachdem ich es zuvor die sechs Treppen nach oben bugsiert habe. Keine schöne Idee.
Er fährt fort, dass es zwar auch einen Fahrradkeller gäbe, er diesen allerdings nie benutzen würde, es sei denn, man hätte ein schrottreifes Fahrrad.
Vertrauenserweckend.
Unten seien übrigens auch die Waschmöglichkeiten.
Wieder eine Vorstellung von mir – Waschmaschinen ganz unten im Keller, ich habe gerade meine frischgewaschene Wäsche herausgeholt, in einen Korb verfrachtet und laufe damit dann die Treppen hoch, in der Hoffnung, dass mich niemand sieht, weil irgendwer ein rotes T-Shirt in der Maschine vergessen hat, das nun meinen weißen Karateanzug rosa gefärbt hat.
Wir plaudern noch ein wenig, stellen fest, dass der Bruder des Vormieters in meiner Heimatstadt wohnt (die Welt ist klein!) und verabschieden uns dann.
Als wir wieder draußen stehen, bin ich erleichtert. Ein Blick ins Gesicht meiner Mutter sagt mir, dass sie dasselbe fühlt – ein Glück, dass wir noch andere Besichtigungen haben!

Unser erster Besichtigungstag ist vorbei, wir sind nur noch zurück ins Hotel gefahren, in der Hoffnung, dass wir am nächsten Tag nicht noch so etwas besichtigen würden.

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Vom Besichtigen Teil 3

Das Hotel haben wir strategisch günstig gewählt, sodass es nah an der ersten Wohnung ist, sodass das mit dem Termin auch klappen kann (undenkbar meine Mutter mit dem Mobiliar einverstanden ist – sie hat da sehr spezielle Vorstellungen).
So nah dran, dass wir zu Fuß dorthin gehen können und dabei die Umgebung ein wenig unter die Lupe nehmen können. Es handelt sich um ein Wohngebiet (wer hätte das gedacht?) mit eigentlich allen Discountern in fußläufiger Entfernung. Einen Baumarkt gibt es auch in der näheren Umgebung.
Wir besuchen eine Studentin, die ihren Master in einer anderen Stadt machen wird und deswegen einen Nachmieter sucht. Sie ist noch ein bisschen fertig vom Feiern am Vorabend, bietet uns aber einen Kaffee an.
Ihre Möbel möchte sie gerne mit verkaufen und das für einen recht hohen Preis. Naja…
Die Wohnung ist wirklich schön. In der Küche gibt es eine Herd-Backofen-Mikrowellenkombi, im Badezimmer kann man eine Miniwaschmaschine anschließen und es gibt sogar eine Badewanne. Wir unterhalten uns nett, schauen uns alles an und am Ende empfiehlt sie uns noch ein Restaurant für’s Abendessen.

Vorläufiges Fazit:
Tolle Wohnung, nett eingerichtet. Hier könnte ich mich wohlfühlen, vor allem auch durch die schöne Küchenausstattung.

Wir folgen der Empfehlung und landen bei einem Italiener, der uns allerdings nicht überzeugen kann (ich finde es nicht lustig, kleine Salamistücke auf meiner Pizza Margherita zu finden… durch den Geschmack. Der ist sehr intensiv und wie ich finde, unglaublich eklig!).

Nach einer kleinen Sightseeingtour (die meine Mutter nicht so genießen konnte, weil sie so auf die Wohnungssuche fokussiert war), ging es zum nächsten Termin, diesmal bei einer Art kommerzielles Wohnheim.
Wieder bin ich durch Nachmietergesuche darauf aufmerksam geworden und habe neben dem Termin jetzt noch einen weiteren am nächsten Tag vereinbart.
Das Wohnheim macht von außen einen ganz passablen Eindruck – solange man nicht näher hinsieht. Teilweise scheinen sich die Einwohner keine Vorhänge leisten zu können – warum sonst sollte man sich Müllsäcke vor’s Fenster hängen?
Wir gehen rein und zum Fahrstuhl. Es ist sehr still. Eigentlich genau das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte.
Der Fahrstuhl kündigt sich mit einem unheilvollen Quietschen und Ächzen an. Wir betreten ihn und bereuen es beinahe sofort, denn es stinkt. Verziert ist die Kabine beinahe so wie eine Schultoilette – Schmierereien an den ganzen Wänden. Wir suchen den Knopf für das sechste Geschoss, denn wir wollen uns eine Dachgeschosswohnung ansehen. Den gibt es nur leider nicht. Also drücken wir auf den für den fünften Stock.
Der Fahrstuhl setzt sich schwerfällig in Bewegung. Die Geräusche, die er dabei von sich gibt, sind alles andere als vertrauenserweckend. Nach einer gefühlten Ewigkeit hält er an, die Türen öffnen sich und entlassen uns.
Wir betreten den fünften Stock, der genauso still und dunkel daliegt wie das bisherige Gebäude. Es gibt kaum Licht und keinerlei Anzeichen für Leben.
Eine Treppe nach oben gibt es – auf den ersten Blick zumindest – auch nicht.
Vorsichtig erkunden wir die Flure und entdecken schließlich nach zwei Ecken die gesuchte Treppe.
Mittlerweile wollen wir eigentlich jetzt schon einfach wieder gehen, aber die Neugier treibt uns voran.
Wird es einen Menschen in diesem totenstillen Gebäude geben? Was erwartet uns im gut versteckten Dachgeschoss?
Und vor allem: Kommen wir hier wieder heil heraus?

To be continued…

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Vom Besichtigen Teil 2

Meine Mutter schaut mich fragend an und ich fahre fort.
„Wir haben auf die falschen Daten gebucht.“

Wir hatten da so ein bisschen Probleme beim Bestellen des Onlinetickets, darum mussten wir den ganzen Mist mehrfach eingeben. Schlussendlich ist es uns dann wohl passiert, dass wir die automatischen Daten gebucht haben – und die sind jeweils der nächste Tag für die Hin- und der Tag darauf für die Rückfahrt.

Dank Sparpreis war dann unsere gesamte Fahrkarte für die Mülltonne. Yeeey… ob das ein Omen sein sollte?

Wir buchten also nochmal neu und redeten uns ein, dass es hätte schlimmer sein können – wir hätten schließlich auch für zwei Leute ein Ticket gebucht haben können…

Währenddessen war mir der Appetit auf’s Frühstück total vergangen. Louis brachte ein wenig Humor herein, indem er anfing, ein Lied von den Wise Guys zu singen:
„Meine Damen und Herren, danke, dass Sie mit uns reisen, zu abgefahrenen Preisen auf abgefahrenen Gleisen. Für Ihre Leidensfähigkeit danken wir spontan: Sänk ju for träwelling wis Deutsche Bahn.“

Mein Vater fuhr uns zum Bahnhof und wir standen am Gleis und warteten. Der Zug kam (natürlich nicht auf unserem Gleis, sondern auf dem Gleis gegenüber 😉 ), wir stiegen ein und es ging los.
Das Umsteigen klappte prima und so kamen wir nach ein paar Stunden Fahrt am Zielort an.

Zuerst ging es ins Hotel und dann auch gleich schon ab zur ersten Besichtigung.

To be continued…

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Vom Besichtigen Teil 1

Der Tag lässt sich nicht gut an.
„Warum bist du denn noch nicht wach?“, schallt es mir unerwartererweise ins Ohr. Ein Blick auf den Wecker verrät mir, dass ich keineswegs verschlafen habe, die Geschwindigkeit meiner morgendlichen Gedanken allerdings auch, dass dreieinhalb Stunden Schlaf vielleicht nicht unbedingt ein erholsames  Erwachen zustande bringen.
Ich stehe also auf, dusche und ziehe mich an und gehe nach unten in die Küche (wo bereits mein riesiger Becher mit Tee bereitsteht, an dieser Stelle große Liebe an meinen Papa „Wie soll denn das Wetter werden?“, werde ich gefragt und ohne, dass Luft geholt wird, geht es gleich weiter. „Und kannst du mein Ticket mal ausfüllen?“


Wir haben nämlich ein Onlineticket für mich gekauft und für meine Mutter hatten wir noch zwei Mitfahrerfreifahrten von Ferrero.


Ich schaue also zuerst nach dem Wetter (nicht so pralle, aber auch nicht ganz schlecht) und hole dann die Fahrkarte heraus, lege sie auf den Tisch und die Freifahrt daneben.


Ein Blick auf die Fahrkarte, ein Blick auf den Kalender und mir wird übel.


„Du, Mama…“, beginne ich, „da ist uns ein Fehler unterlaufen…“

To be continued…

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