Vom Du und der Unwissenheit

Ich weiß, die meisten von euch haben mich noch nie persönlich erlebt, darum müsst ihr mir einfach glauben:

Wenn ich von etwas begeistert bin und darüber rede oder es erkläre, dann rede ich wie ein Wasserfall. Manchmal sogar schneller, als ich denken kann 😉

So kam es auch dazu, dass mir eine Lehrerin  (die, deren Namen ich verpfuscht habe) das Du anbot (als bislang einzige Lehrkraft. Es scheint eher unüblich zu sein, so mit Praktikanten umzugehen.). Aber der Reihe nach:

Im Rahmen meiner Hospitationen war ich auch bei einer Art Arbeitsgemeinschaft, die sich mit einem Thema befasst, mit dem ich mich eigentlich recht gut auskenne. Deswegen konnte ich dort auch einiges erklären und geriet in diesen oben beschriebenen Redefluss. Währenddessen rutschte mir häufiger mal ein Du heraus und ich verbesserte mich natürlich. Nach einigen dieser Ausrutscher (die wirklich keine Absicht waren!) meinte sie dann, ich solle doch beim Du bleiben, das sei einfacher…

So kann es gehen…

Ich habe noch längst nicht alle Namen des Kollegiums drauf, was suboptimal ist, wenn man bei jemandem hospitiert. Trotzdem scheine ich den Eindruck zu erwecken, voll den Durchblick zu haben – zumindest fragt meine Kommilitonin/Mitpraktikantin stets mich, ob ich weiß, wer sich hinter diesem Namen verbirgt oder auch, wer die Person ist, die gerade im Lehrerzimmer herumwuselt.

Allerdings hab ich mich erst einmal für diese Unwissenheit geschämt – dann nämlich, als ich vor einem der Klassenräume gewartet habe, weil ich dort in der darauffolgenden Stunde hospitieren wollte. Bald darauf erschien die Lehrerin… und es war eine derjenigen, die ich zuvor schon im Lehrerzimmer gesehen hatte. Darauf sprach sie mich dann auch gleich an, dass ich doch mit ihr zusammen im Lehrerzimmer hätte warten können. Den Grund, warum ich das nicht getan habe, erläuterte sie sich sofort selbst: „Aber wahrscheinlich wissen Sir gar nicht, wer ich bin. Aber Sie hätten ja im Lehrerzimmer fragen können.“

Tja. Ich hätte natürlich. Aber ich habe es nicht getan.

Da habe ich mich wirklich ein wenig geschämt. Aber auch das läuft vermutlich eher unter „Passiert halt.“.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Muffins Studienzeit

3 Antworten zu “Vom Du und der Unwissenheit

  1. Ja, passiert. Immerhin wirkst du als wüsstesr du die Namen. Das ist schon mal gut. 🙂 Ich hab ein ausnehmend schlechtes Personengedächtnis, ich brauch ca. 6 Monate um meine Klassen so ansatzweise mit Namen zu kennen. Wie das mal wird wenn ich ne Vollzeitstelle mit 15 Lerngruppen hab, ja das ist mir auch total unklar. 🙂

    • Das mit dem schlechten Namensgedächtnis erinnert mich an einige meiner ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer… und an ein paar Menschen aus der Uni. Ich habe festgestellt, dass ich ein relativ gutes Namensgedächtnis habe (wobei mich das an einem Tag echt aus der Bahn geworfen hat, dass es eine neue Sitzordnung gab und die Verbindung von Aussehen/Sitzplatz/Name nicht mehr so recht funktioniert hat). Ich würde behaupten, dass ich zumindest in den drei Klassen, in denen ich bis jetzt Stunden halten durfte, so gut wie alle mit Namen kenne (bis auf ein paar Ausnahmen, beispielsweise einen Jungen, den ich immer Paul nennen will, obwohl er ganz anders heißt…).
      Solange die Namen dann aber irgendwann sitzen, ist das vollkommen okay, denke ich. Wenn man aber nach zwei Jahren noch mit einem falschen Namen angesprochen wird, dann ist das irgendwie blöd (Erfahrung aus meiner Schulzeit…).
      Ich freue mich übrigens, einen neuen Leser gewonnen zu haben 😉

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