Von Eltern.

Viele Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren. Sie sorgen dafür, dass die Kinder aufs Gymnasium gehen und notfalls bezahlen sie auch Unmengen an Nachhilfestunden, nur damit es mit dem Traum von der Uni klappt. Häufig sind das projizierte Träume (wie „Ich wollte das und das werden, aber habe es nicht geschafft.“) oder einfach Träume, die aus dem Wunsch rühren, mit seinem Kind angeben zu können (wie „Ja, mein Sohn, der wird jetzt Arzt!“).
Manche Eltern wünschen sich ein prestigeträchtiges Fach, manchen ist es egal, solange es zum akademischen Abschluss kommt.
Und manche Eltern finden, dass das Studium eine Zeitverschwendung ist. Sie erzählen ihren Kindern, die erzählen wollen, was sie gerade so an Modulen belegen oder für welche Klausuren sie lernen müssen, dass das ja alles Unsinn und Zeitverschwendung sei. Diese Eltern sind keine „Freunde vom Studieren“.
Wie soll man damit umgehen?
Das Kind bekommt so manchmal den Eindruck, dass es besser irgendeine Ausbildung gemacht hätte, zur Frisörin, zum Tischler, zur Verkäuferin. Irgendetwas Handfestes.
Es bekommt ein schlechtes Gewissen, weil es den Eltern auf der Tasche liegt, auch wenn es aktuell nur Bafög und Kindergeld bekommt. Ein schlechtes Gewissen, weil es ja nichts Sinnvolles tut, sondern nur faulenzt und es sich gutgehen lässt, weil es den einfachen Weg gewählt hat (Studieren ist ja total lasch, man hat für Prüfungen ja z.B. drei Versuche).
Wenn das Kind dann auch noch im Studium versagt, traut es sich kaum, mit seinen Eltern darüber zu reden. Wenn es sich dann endlich für einen Fachwechsel entscheidet und das kommuniziert, dann will es nicht eine Antwort bekommen, die ausdrückt, wie egal es einem Elternteil eigentlich ist, weil das Ganze ja irgendwie die gleiche Zeitverschwendung ist.
Es tut weh.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Von Eltern.

  1. Ich kenne das Gefühl nur zu gut, mir ging es damals, als ich mein erstes Studium anfing ähnlich. Ich habe lange gebraucht bis ich gelernt hatte, dass das einzige was wirklich zählt ist, dass man mit dem was man macht glücklich ist.

    Lass dich von anderen da bloß nicht runter ziehen und mach das was dich glücklich macht 😉

  2. Trudi

    Es tut auch weh, wenn die Eltern, nachdem man schon ein paar Semester studiert, immernoch fragen, wie lange man Sommerferien hat. Das Wort „vorlesungsfreie Zeit“ gibt es nicht. Und das man, nur weil gerade keine Vorlesungen laufen, trotzdem (oft schon ganz schön selbstständig) unirelevanten Kram erledigen muss (Klausuren, Praktika, Hausarbeiten,… und das ist nicht Kochen und Putzen!) geht auch nicht in manche Köpfe hinein.
    Traurig ist daran vor allem, dass es keine böse Absicht ist, sondern einfach nur ein ganz anders gestrickter Horizont. Und das tut mir weh, zu erleben, dass die Welt meiner Eltern (die in ihren Köpfen, und sie haben nur die, wie jeder von uns….) eine ganz andere ist als meine, obwohl wir den selben Planeten bewohnen.
    Wann ist wer ins Raumschiff gestiegen?

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