Mein durchgeplantes Studentenleben

Ja, ich bin ein kleiner Planungsfreak. Ich tue gerne sinnvolle Dinge. Und manchmal, da übernehme ich mich auch. Ich merke das meistens gar nicht sofort, aber irgendwann halte ich dann inne und denke mir, dass da doch was schief läuft.
Aktuell habe ich 36 Semesterwochenstunden Veranstaltungen in der Uni. In Zeitstunden sind das 27 Stunden. Da aber natürlich nicht alle Veranstaltungen nahtlos ineinander übergehen (ich habe z.B. regulär zwei Freistunden und alle zwei Wochen drei), bin ich länger außer Haus.
Einmal zusammengefasst sind das also tatsächlich ungefähr 36 Zeitstunden, die ich entweder mit dem Weg zu einer Veranstaltung, mit der Veranstaltung selber oder mit den Wegen zwischen den Veranstaltungen verbringe.
Das ist an sich schon eine ganze Menge Zeit. Damit aber nicht genug. Ich muss ja noch Hausaufgaben machen, Übungen erledigen, Lektüren lesen, Mittelhochdeutsch übersetzen und mich allgemein auf die Veranstaltungen vorbereiten. Da habe ich bislang keinen konkreten Wert, wie lange das dauert, damit werde ich mich demnächst beschäftigen.
Theoretisch müsste ich auch noch ein Praktikum absolvieren – dafür lasse ich mir aber mein FSJ anrechnen (hoffentlich klappt das auch…).
Was mache ich sonst noch (nur die regelmäßigen, d.h. wöchentlichen festen Termine mit einbezogen)?
Karate leider nur einmal in der Woche eineinhalb Stunden, das läuft über den Hochschulsport. Eigentlich möchte ich mir allerdings demnächst einen „richtigen“ Verein suchen, zumindest für eine zweite Trainingseinheit in der Woche.
Demnächst soll eine Lerngruppe für Mathematik starten, das wird bestimmt auch mindestens zwei Stunden in der Woche in Anspruch nehmen.
Dazu kommt das Ehrenamt, was ich mir in der Hochschulpolitik (das ist die beste Beschreibung dafür) angelacht habe (jaja, kaum an der Uni schon voll dabei…). Zeitaufwand: mindestens eineinhalb bis zwei Stunden pro Woche, eventuell alle zwei Wochen länger, das kann ich allerdings jetzt noch nicht so ganz abschätzen.

Was ich noch gerne dazu machen würde:
Eine weitere Karatetrainingseinheit.
Anfangen, Laufen zu gehen (positiv: nicht zeitgebunden).
Ein weiteres ehrenamtliches Engagement.
Wieder mit dem Gitarrespielen anfangen (was leider finanziell gerade höchstens im Selbststudium geht).
Und noch so vieles mehr…

Irgendwie hat meine Woche bei weitem nicht genug Tage, um das alles dort hinein zu quetschen… Dabei habe ich schon ein echtes Händchen dafür, mein Leben durchzuplanen.

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12 Kommentare

Eingeordnet unter Muffins Studienzeit

12 Antworten zu “Mein durchgeplantes Studentenleben

  1. 36 SWS? Wenn ich das so ganz ehrlich sagen darf: Lass was weg, auch wenn der Musterstudienplan das anders vorsieht. Lehramt ist diesbezüglich wirklich übel – die Diplomstudenten, die mit mir zusammen studiert haben, hatten in Mathe genau wie wir 12 SWS (je 4+2 Ana und LinAlg) und haben dann in ihrem Nebenfach noch maximal 2 Veranstaltungen mit insgesamt höchstens 4-6 SWS gemacht. Die Lehrämtler hatten auch im 2. Fach nochmal 12-20 SWS… und haben dann größtenteils ihre Pläne adaptiert, indem sie entweder eine der Matheveranstaltungen aufs 3. Semester verschoben haben (selten) oder halt im zweiten Fach erstmal weniger gemacht haben.
    Dadurch, dass man für ein Matheübungsblatt ja ziemlich lange brauchen kann, ist alles über 20 SWS Wahnsinn. (Ich hab’s ausprobiert… nicht gut.)
    Man kann einfach SWS an der Uni nicht mit Schulstunden vergleichen, weil zumindest in Mathe der Nachbereitungsaufwand und die Übungen viel, viel aufwendiger sind als die Hausaufgaben, die man aus der Schule kennt.
    Ich hab als Ersti auch noch gedacht, dass ich alles so machen muss/ sollte wie vorgeschlagen. Aber muss man nicht! Klar sollte man überlegen, was man auf später schiebt, damit man im 2. Semester sinnvoll weitermachen kann, aber prinzipiell geht das, solange man nicht gerade die Veranstaltungen nimmt, die man für die Orientierungsprüfung braucht (falls es sowas bei euch gibt).

    Ein bisschen Ausgleich zur Uni muss sein und finde ich auch ok 🙂
    Klar, jeden Abend eine andere Veranstaltung und jedes Wochenende Action wird selbst bei nicht so vollen Stundenplänen irgendwann schwierig, aber da muss man eben die Balance finden – und ggf. sein „Recht“ gegen Leute verteidigen, die meinen, alles besser zu wissen, ohne wirklich Ahnung zu haben.

    • Hach jaaa, das mit dem Weglassen habe ich ja auch schon überlegt… aber da meldet sich mein Ehrgeiz und Perfektionismus, der das als nicht akzeptable Schwäche ansehen würde. Außerdem könnte ich mich gar nicht entscheiden, was ich weglassen soll.
      Aber um meinen Stundenplan zu entstraffen, bin ich am Überlegen, welche Veranstaltungen ich nicht besuchen muss, welche ich also zu Hause erarbeiten kann. Zwei SWS Sprachwissenschaft zum Beispiel sind da ganz vorne dabei… der Dozent stellt schließlich nur seine Powerpoint vor.
      Klar ist die Situation jetzt nicht ideal, aber ich hab‘ das jetzt so angefangen und möchte einfach nicht gleich wieder aufgeben.
      Das Wochenende habe ich bisher freigehalten (irgendwann muss ich ja auch die Hausaufgaben und so machen 😉 ). Und Freitags habe ich nur abends Karate. Der Stress findet an den anderen vier Tagen statt.
      Was genau ist denn eine Orientierungsprüfung?
      Im Notfall kann ich mich ja auch einfach nicht für alle Prüfungen anmelden und die auf’s nächste Semester schieben… :/

      • Ich hätte theoretisch im ersten Semester *rechne* 27 SWS gehabt (wenn ich nicht irgendwas vergessen habe) und bin auch nicht zu allen Veranstaltungen hingegangen – allerdings nicht aus freier Entscheidung, es hat sich einfach nur alles überschnitten. War aber wahrscheinlich gut so, ich bin nämlich auch Perfektionist^^
        Wenn ihr euch nicht für alle Prüfungen anmelden müsst, ist das schon mal gut – in Konstanz hatte man in Bio leider überhaupt keine Wahl (in Mathe aber schon), während das in Lübeck super-entspannt läuft.
        Orientierungsprüfung waren bei uns ein paar bestimmte Scheine, die man bis nach dem 2. Semester haben musste (in Ausnahmefällen später), in Mathe war es ein Schein aus Analysis und einer aus Linearer Algebra. Also keine Extraprüfung. Und keine Ahnung, ob es das bei euch auch gibt, aber sicherheitshalber würde ich mal in die PO schauen, bevor ich mich für Prüfungen nicht anmelde.
        Wenn schon abzusehen ist, dass du irgendwelche Prüfungen nicht machst, ist halt die Frage, ob es sinnvoll ist, sich ein Semester lang kaputtzumachen…
        Wie viele ECTS sind das denn? Normal sind 30 pro Semester vorgesehen. In Konstanz waren allein die 12 Stunden Mathe 18 ECTS wert. Wobei für mich ECTS egal waren, ich hatte noch das herkömmliche Staatsexamen.

  2. Frau S.

    Hallo erstmal 🙂

    Ich bin auch gerade angefangen, Lehramt zu studieren und werde auch regelrecht mit dem Lernstoff erschlagen. Auch, wenn ich „nur“ 18 SWS habe, kann ich das auf keinen Fall mit der Schule vergleichen. Damals hatte ich auch um die 34 Wochenstunden. In der Uni ist das wirklich etwas ganz Anderes. Ich überlege auch schon, ob ich eine weitere Veranstaltung in das nächste Semester schieben soll, da mich die Arbeit an der Uni schon jetzt (!) belastet und ich kaum noch Freizeit bzw. einen Ausgleich habe. Hat jemand damit Erfahrungen und kann mir sagen, inwieweit ich über die Regelstudienzeit gehen darf? (Denn diese kann ich beim besten Willen nicht einhalten und das muss man schließlich auch nicht. Natürlich kann man auch nicht ewig studieren. Wie lange darf ich höchstens für den Bachelor brauchen?)

    Ich habe gelesen, dass du dir jetzt erst einmal eine Auszeit diese Woche nimmst. Was machst du denn in dieser „freien Zeit“?

    Liebe Grüße,
    Frau S.

    • Naja, wirklich Ahnung habe ich jetzt nicht von der Regelstudienzeit bzw. den Konsequenzen beim Überschreiten derselben. Ist das für dich denn wichtig, weil du Bafög bekommst oder aus anderen Gründen?
      Welche Fächer studierst du denn auf Lehramt, wenn ich fragen darf? Und auf welches Lehramt, also Grundschule, Gymnasium, …?
      Das stimmt, Uni und Schule sind schwer vergleichbar. Es ist einfach etwas ganz Anderes, wenn man sich nur „berieseln“ lassen muss wie in der Schule oder wenn man wirklich zur Mitarbeit gezwungen ist (bzw. zum aktiven Mitschreiben wie in meiner Mathevorlesung…). Ich finde die Universität wesentlich anspruchsvoller (logisch, sonst müsste man ja nicht studieren).
      Was ich in dieser „freien Zeit“ mache? Ich bin erstens einmal ganz woanders (habe aber so ziemlich für jede Veranstaltung irgendetwas zum Arbeiten mitgenommen) und zweitens… gibt es hier in relativer Nähe eine ziemlich einzigartige Veranstaltung – die Karateweltmeisterschaft inklusive Milleniumslehrgang. Bis zum Veranstaltungsort ist es zwar doch noch eine ziemliche Strecke, aber im Vergleich zur Studienstadt ist das fast nichts.
      Soviel freie Zeit habe ich also auch nicht – selbst meine Auszeit ist verplant 😉

      • Frau S.

        Wow, dann hast du dir aber echt viel für eine Woche „Uniauszeit“ vorgenommen. 🙂
        Ich studiere Spanisch und Pädagogik für Gymnasien und Gesamtschulen. Während in meinem Zweitfach alles ein bisschen entspannter abläuft, verlangt dir Spanisch einiges ab. Ich habe dort eine Veranstaltung mehr und muss auch wesentlich mehr lernen.
        Nein, ich bekomme kein Bafög. Am Anfang hatte ich sowieso nicht gedacht, dass ich innerhalb der Regelstudienzeit bleibe, ich frage mich nur, ob die Schulen am Ende des Studiums (vielleicht im Referendariat oder auch danach) Schwierigkeiten machen, wenn man eben ein bisschen länger als die Regelstudienzeit studiert hat.

      • Dass es da Schwierigkeiten gibt, kann ich mir nicht vorstellen, außer du studierst jetzt fünf Jahre länger oder so. Ein paar Semester mehr können ja leicht passieren – auch ohne eigene Schuld, z.B. durch ständige Stundenplanüberschneidungen.
        Ich habe das Problem, dass man ja nur während der Regelstudienzeit Bafög bekommt und ich darauf angewiesen bin. Vielleicht finde ich da noch einen Ausweg (z.B. durch ein Gremiensemester), aber solange halte ich an diesem Ziel fest.
        Ja, so richtig Erholungsurlaub ist das nun nicht gerade, da muss ich dir recht geben.
        Btw: Spanisch finde ich cool! Wobei ich gar nicht wusste, dass man Pädagogik richtig als Fach studieren kann. Meine bisherigen Pädagogiklehrer haben das halt nur im Rahmen ihres Lehramtsstudiums gemacht und nicht extra.

    • In der Studienordnung müsste drin stehen, wie viele Semester du maximal studieren darfst. An jeder Uni und in jedem Studiengan ist es meines Wissens nach unterschiedlich.
      In meinem Studiengang (BWL) dürfte ich nur maximal 12 Semester studieren.

    • Eigentlich sind ja 30 ECTS pro Semester vorgesehen. Bei mir im Staatsexamensstudiengang sind die meisten nach 10-12 Semestern fertig gewesen (Regelstudienzeit 10 Semester), aber ich kenne auch mit BA-MA-System einige, die es in der Regelstudienzeit schaffen. Oft kann man später ausgleichen, wenn man jetzt weniger macht. Bei mir war es auch einfach total doof verteilt – im ersten und dritten Semester ganz viele Stunden Bio, im 3. v.a. auch viel Praktikum, im zweiten fast nichts. Da bot sich das zweite dann für Pädagogik u.ä. an.
      Aber hängt sicher auch von Fächern, Uni und Schulart ab.
      Wie lange du für den BA brauchen darfst, müsste in der Prüfungsordnung stehen (entweder die von deinem Studiengang oder wenn dort nichts steht in einer allgemeinen Rahmen-PO). Ich habe noch nie gehört, dass 2 Semester mehr ein Problem wären. Bei mir in der Master-PO (nicht Lehramt) steht drin, dass es bei einer Überschreitung um mehr als 50% der Regelstudienzeit ein Beratungsgespräch mit dem Prüfungsausschuss gibt, um zu sehen, ob man voraussichtlich das Studium noch erfolgreich abschließt. Ich habe auch noch nie von jemandem gehört, der wegen zu langen Studiums exmatrikuliert wurde. Ich glaub, da muss man schon _sehr_ viel länger brauchen.
      Wenn du schiebst, musst du nur eben beachten, ob es bei euch sowas wie eine Orientierungsprüfung gibt – das dürftest du dann nicht schieben.

      • P.S. an euch beide:
        Klar, man möchte in Regelstudienzeit fertig werden. Ich bin auch Perfektionist und in der Schule völlig problemlos mitgekommen.
        Aber mittlerweile sehe ich das viel entspannter – wen interessiert es schlussendlich, wenn ich jetzt 1 oder 2 oder meinetwegen auch 3 Semester länger brauche? Das ist es mir nicht (mehr) wert, mich kaputtzumachen und zu stressen ohne Ende.

  3. Das klingt irgendwie nach mir im Studium. Ich habe auch immer mehr gemacht, als ich musste – bei 36 Semesterwochenstunden handelt es sich aber, wenn ich mich nicht irre, um 18 Seminare?
    Das finde ich extrem viel. Was möchtest du dadurch erreichen? Möchtest du ins Ausland gehen? Willst du etwas anderes einschieben? Ich habe ein Semester unter der Regelstudienzeit studiert, um noch ins Ausland gehen zu können. – Dazu habe ich nie mehr als 12 Seminare pro Semester besucht. Ein Tipp: Schau nach Wochenendeseminaren, um dich zu entlasten! Die intensive Arbeit dort ist großartig und gleichzeitig hast du weniger Stress. Aber: 18 Seminare pro Woche werden dir schlicht und ergreifend irgendwann auf die Füße fallen! (Ich hatte selbst mit meinem Schnellstudium noch Zeit, ein Seminar dreimal zu besuchen, weil ich so große Angst vor der Prüfung hatte.) Das Studium ist so eine grandiose Zeit. – Nimm sie dir, bevor es nicht mehr möglich ist und du voll im Beruf (bzw. erstmal im Referendariat) stehst.

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