Lieblingswort

Ich habe ein neues Lieblingswort. Es ist ein Wort aus dem Mittelhochdeutschen. Es klingt ziemlich lustig. Seid ihr bereit?
Hier kommt es:
Ouwe
Ich wünschte, ihr könntet mich hören, wenn ich dieses Wort ausspreche. Ich bekomme spontan gute Laune davon.
Dieses Wort kenne ich aus dem „Armen Heinrich“ von Hartmann von Aue. Es kommt gleich im Prolog vor:
„Ein ritter sô gelêret was
daz er an den buochen las
swaz er dar an geschriben vant;
der was Hartman genant,
dienstman was er ze Ouwe.“
Klingt das nicht faszinierend?
Ouwe ist im Übrigen das mittelhochdeutsche Wort für „Aue“.
Ich finde Mittelhochdeutsch ziemlich spannend. Dabei wurde mir schon gesagt, dass das einer der Kurse sei, die mich „ziemlich schnell zum Kotzen bringen“ werde. Noch ist das nicht der Fall, noch freue ich mich auf die Veranstaltungen dazu. Aber vielleicht ändert sich das ja noch?
Wenn ich mich für einen Kurs entscheiden, den ich zu meinem „Lieblingskurs“ küren müsste, dann wäre es Mittelhochdeutsch.
Natürlich ist das nicht unbedingt etwas, was ich später im Unterricht behandeln werde (beziehungsweise höchstens mal am Rande), aber von dieser Vorstellung soll man sich im Studium sowieso verabschieden. Nicht umsonst wurde uns gesagt, dass wir, wenn wir glaubten, dass wir im Studium das behandeln würden, was wir später im Unterricht brauchen würden. Außer vielleicht Pädagogik.
Es wäre ja auch langweilig, nur das wiederzukäuen, was wir bereits einmal gelernt haben 😉

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Muffins Studienzeit

3 Antworten zu “Lieblingswort

  1. Eine Freundin von mir studiert ebenfalls Deutsch. Mittelhochdeutsch war für sie bis jetzt das schlimmste am Studium.
    Teilweise bat sie mich vor lauter Verzweiflung um Hilfe. Dabei studiere ich nun wirklich kein Deutsch.
    Wenn du von Beginn an schon Begeisterung für Mittelhochdeutsch aufbringen kannst, glaube ich nicht, dass du so schnell die Freude daran verlierst. 🙂
    Müsst ihr den „Gregorius“ von Hartmann von Aue lesen? Das Buch fand ich ziemlich gut. Ich habe aber nur in Neuhochdeutsch gelesen. 😀

    • Den „Gregorius“ müssen wir nicht lesen, dafür aber den schon erwähnten „Armen Heinrich“ und ein Buch aus einer Auswahl von dreien im Selbststudium (entweder „Erec“, „Iwein“ oder das „Nibelungenlied“).
      Beim selbstgewählten tendieren eigentlich die meisten, mit denen ich darüber gesprochen habe, zum „Nibelungenlied“. Ist ja auch irgendwie vorhersehbar, schließlich ist das ein Text, von dem man schon mal gehört hat.

      Ich glaube aber auch, dass die Meinungen zum Mittelhochdeutschen weit auseinander gehen können. Vielleicht liegt es auch ein bisschen am Dozenten (unserer ist toll!)…

  2. Wenn du es jetzt gut findest, wird das so bleiben. Ich weiß auch nicht, warum die Leute Mhd. alle hassen, aber das ist an jeder Uni mehrheitlich so. Ich glaube, das polarisiert einfach ganz stark und es herrscht so eine grundlegende Ablehnungsstimmung vor, weil „was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“. Naja. 😀

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