Vom heldenhaften Studenten

Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes erzählen, davon wie lustig Mittelhochdeutsch sein kann, dass ein riesiger Kanon bei genauerer Betrachtung gar nicht so schlimm ist und warum ich überlege, mir das Buch ‚Lineare Algebra für Dummies‘ zu kaufen.
Aber das werdet ihr jetzt nicht erfahren, denn ich muss euch von demjenigen erzählen, der mir meinen Tag rettete.
Ich hab‘ ja jetzt Uni und bin dementsprechend nicht immer Zuhause. Eigentlich ist das für die Paketabgabe gar kein Problem, da es hier im Haus eine Sammelstelle gibt, bei der die Pakete abgegeben werden können.
Was natürlich nicht für Nachnahmepakete gilt…
Ich habe Stühle bestellt. Von Ikea. Und eben die sollten eigentlich an einem Tag ankommen, an dem ich nicht zur Uni musste. Kamen sie aber nicht. Genauso wenig wie am Tag danach. Oder danach.
Irgendwann kam ich dann aber heim und entdeckte einen Zettel im Briefkasten. Auf diesem stand drauf, dass man mir das hätte zustellen wollen, aber dass das nicht möglich gewesen sei, weil ich ja nicht da war. Also sollte ich es bei der nächstgelegenen Postfiliale abholen.
Das wollte ich dann auch tun und ging fröhlich am nächsten Tag nach der Uni zur Post.
Die Frau hinter dem Schalter guckte mich kritisch an und fragte, ob ich denn auch gut gefrühstückt hätte heute.
Da hätte mir das Problem schon klar sein müssen…
Jedenfalls bekam ich ein ziemlich großes Paket ausgehändigt und wie das bei den meisten großen Paketen so ist, war das ziemlich schwer.
Von der Filiale bis zu mir nach Hause ist es auch noch eine recht weite Strecke (zumindest zu Fuß mit einem schweren Paket…).
Ich kämpfte mich also ab, machte immer wieder Pausen… dazu wurde ich auch noch neugierig angestarrt.
Nachdem ich vielleicht ein Viertel des Weges geschafft hatte, sprach mich ein junger Mann an (ungefähr mein Alter würde ich schätzen). Ob er mir helfen solle.
Zuerst meinte ich, dass es schon ginge, aber als er dann nochmal nachfragte, gestand ich mir ein, dass ich alleine noch eine ganze Weile an dem Paket schleppen müsste. Und da er mir versicherte, sowieso in die selbe Richtung zu müssen…
Er half mir also. Zusammen ging es viel leichter und nebenbei konnte man sich auch noch nett unterhalten.
Er trug das Paket mit mir bis vor meine Wohnungstür und verabschiedete sich dann.
Und dann, als er weg war, fiel mir ein, dass ich seinen Namen gar nicht wusste. Wie ärgerlich!
(Dafür weiß ich, wo er wohnt und was er studiert^^)
Er hat mir jedenfalls den Tag gerettet.

Also… falls ihr mal jemanden seht, der offensichtlich Hilfe gebrauchen könnte – dann bietet eure Hilfe an! Der/diejenige wird euch sicher dankbar sein.
Und wenn du das hier zufällig mal lesen solltest… nochmals vielen vielen Dank!

Übrigens ist das mit dem Nichtvorstellen und dann den Namen nicht wissen ein ziemlich weit verbreitetes Ärgernis in der Uni, wie ich festgestellt habe. Man kommt ins Gespräch, vielleicht weil man sich gemeinsam über einen Dozenten lustig machen kann, weil man etwas nicht verstanden hat oder einfach, weil man zufällig in der Nähe sitzt. Man unterhält sich nett und nach der Vorlesung geht man wieder getrennte Wege – ohne sich vorgestellt zu haben…

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Muffins Studienzeit

9 Antworten zu “Vom heldenhaften Studenten

  1. Das Problem der namenlosen Studenten kenne ich auch. Damals in der O-Phase saß ich neben einer Studentin, wir kamen gut ins Gespräch. Und im dritten Semester hatte ich dann mehr Kontakt zu ihr, wusste aber immer noch nicht wie sie hieß. 😀

  2. Das Phänomen mit den Namen ist irgendwie überall existent^^ Vor allem mag man ja irgendwann echt nicht mehr nachfragen, weil man schon so viel geredet hat – wobei ich es inzwischen durchaus bringe „wie heißt du eigentlich“ zu fragen (und dann lacht die andere Person meistens, sagt ihren Namen und fragt „und du?“ :)).

    Ich finde übrigens, dass für Lineare Algebra 1 das Buch von Herrn Beutelspacher das beste ist – lustig und relativ verständlich.
    Durftet ihr auch erstmal so nette Dinge beweisen, von denen ihr bisher dachtet, dass die doch völlig klar (trivial ;-)) sind?

    • Ha, genau das Buch hatte ich neulich im Buchladen in der Hand – leider eingepackt in Plastik, sodass ich es mir nicht näher angucken konnte – aber wenn du auch meinst, dass das was ist, dann besorge ich mir das doch noch.
      Wir müssen gefühlt alles beweisen… lustig wird es dann, wenn der Prof. an die Tafel „Beweis: sehr einfach, (selbst überlegen“ schreibt und wir leider keine Ahnung haben, was er überhaupt bewiesen haben will^^

      • Bei uns waren „klar“ und „trivial“ die Worte der Wahl. Nur komisch, dass das den Profs vorbehalten war, wir durften das in Klausuren nicht schreiben^^
        „Und dann steht’s da“ und „wie man leicht sieht“ waren auch sehr beliebt *g*

  3. Das hört sich ja wirklich nach einem kleinen Superhelden an 🙂 Nicht nur, dass er dir geholfen, sondern die Hilfe auch von sich aus angeboten hat. Aber hättest du ihn nicht auf ne Cola / nen Kaffee einladen können? ^^ 😉

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