Monatsarchiv: September 2014

Vorwürfe und Glücksmomente

Ich bin nicht unbedingt der kommunikative Typ. Ich schreibe keine Rundmail/-SMS/-WhatsAppnachricht oder ähnliches, wenn sich etwas in meinem Leben ändert. Dafür bin ich zu wenig Selbstdarsteller und zu sehr davon überzeugt, dass es nicht alle Leute interessiert, was in meinem Leben so passiert.
Wenn ich jemanden persönlich treffe, ist das natürlich anders. Da kommt das Gespräch nun mal (unter Umständen) darauf, was man denn aktuell macht.
Ich habe schon sehr lange auf die Frage nach meiner Zukunft mit dem Lehramtsstudium in ebenjener Stadt geantwortet, in der ich nun auch studieren werde. Allerdings war das zu diesen Zeitpunkten ja nicht sicher. Jetzt ist es das.

Heute war ich mal wieder bei einer Veranstaltung, bei der ich einen gewissen Bekanntenkreis aufgebaut habe (ehrenamtliche „Arbeit“ in gewissem Sinne) und habe verschiedene Reaktionen auf diese Neuigkeit bekommen. Einige waren recht distanziert, andere meinten, ich sei ja trotz der Entfernung nicht aus der Welt und dann gab es noch die dritte Gruppe. Die, die sagte, dass ich fehlen werde und dass man mich vermissen wird.
Diese war nochmal aufgeteilt in jene, die mir unterschwellig zu verstehen gaben, dass ich sie hängen lasse (das weiß ich doch! Es tut mir echt leid und ich weiß auch, dass ich in der internen Karriereleiter hätte aufsteigen können, wäre ich geblieben – ich wurde gefragt, ob ich nicht nächstes Jahr für einen höheren Posten kandidieren möchte…) und die, die es wirklich einfach schade fanden.
Darunter den einen, mit dem ich immer bei Sitzungen herumalbern kann und der mich stets zum Lachen bringt. Wir necken uns häufig und verstehen uns einfach gut.
Und auch den anderen, der mir mal Blümchen zu Sitzungen mitbringt und auf meinen Unterlagen herumkritzelt und -malt.

Es ist schwer für mich, fortzugehen. Ganz neu anzufangen. Unter Umständen werde ich durch diese Entscheidung nie wieder das erreichen können, was ich jetzt schon erreicht habe.
„Ich finde es ja toll und unterstütze es voll und ganz, wenn du studierst, wenn du Lehrerin wirst und etwas für unser Bildungssystem tust. Aber das du das, was du dir hier aufgebaut hast, einfach zurücklässt, das verstehe ich nicht und kann ich nicht unterstützen.“
Das habe ich zu hören bekommen. Ich wurde ausgefragt, warum es diese Stadt sein muss, warum nichts Näheres, warum ich gehen will.

Warum will ich gehen?
Das ist schwer zu beantworten. Ich denke, dass ich einfach meinen eigenen Weg finden muss, dass ich mich deutlich besser weiterentwickeln kann, wenn ich diesen Schritt wage. Ich denke, dass ich gerade dadurch, dass ich dieses ganze Netz von Menschen, die mich schon kennen – die mich teilweise schon sehr lange kennen – nicht im unmittelbaren Umfeld haben werde, offener für Neues im Studium, aber auch ganz allgemein im Leben sein kann.

Ich weiß noch nicht, ob es ein Fehler war, ist oder sein wird. Ich werde es nie wissen, denn „Was Wäre Wenn?“ ist nicht unbedingt realistisch. Ich habe meine Entscheidung getroffen (und das fiel mir schwer!) und werde diesen Schritt ins Unbekannte einfach wagen müssen. Für ein Kneifen ist es zu spät. Es ist als sei ich vom Sprungbrett gesprungen und bewege mich nun auf das Becken zu. Ich weiß nicht, ob das Wasser warm oder kalt sein wird, ich weiß nicht, ob der Aufprall hart oder weich sein wird, ich weiß nicht, wieviele Wellen ich durch mein Eintauchen verursachen werde.
Ich weiß es nicht. Aber es ist mir auch egal, in diesem einen Augenblick gibt es nichts als das Gefühl von Freiheit und Freude, den Stolz über den eigenen Mut und die Entscheidung.
Ich entspanne mich. Das Wasser kommt früh genug.

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How to build a Stundenplan

Mal ganz ehrlich, das hätte ich schon in der Schule (also in der Oberstufe) gerne gehabt – die Möglichkeit, mir meinen eigenen Stundenplan zusammenzubasteln.
Jetzt weiß ich auch, warum immer gesagt wird, dass Studenten sich selbst gut organisieren müssen. Zumindest teilweise 😉
Mein Rohentwurf für den Stundenplan steht, allerdings fehlen darauf noch Dinge, bei denen ich die Termine noch nicht kenne. Und um ganz sicher zu gehen, habe ich mein potenzielles Drittfach einfach schon einmal eingebaut (und einiges mehr an Stunden, als mein Studienablaufplan fordert, aber nun ja…).
Natürlich kann man auch die Einführungsveranstaltungen abwarten, aber ich persönlich bin ein kleiner Planer und Perfektionist, bei mir muss das eigentlich vorher schon stehen.
Die wichtigsten Utensilien für den Stundenplanbau sind (zumindest bei mir):
– das Stundenraster der jeweiligen Hochschule. Meine Uni hat jeweils Doppelstunden und dazwischen relativ kurze Pausen. Sofern man das noch nicht im Kopf hat, sollte man es beim Bauen neben sich liegen haben.
– ein Lageplan der Hochschule. Damit man weiß, worauf man sich einlässt, wenn man die knapp bemessene Pause wirklich zum Wechseln der Gebäude nutzen will/muss.
– die Studienordnungen aller betroffenen Fächer bzw. den Studienablaufplan. Meine Hochschule stellt einen „Idealplan“ für den Studienablauf bereit, auf dem in einer übersichtlichen Tabelle vermerkt ist, in welchem Semester das Belegen empfohlen wird und welchem Umfang das jeweilige Modul hat.
Diese Tabellen habe ich mir ausgedruckt und darauf markiert, was ich belegt habe (bzw. belegen werde). So habe ich am Ende auch den Überblick, was ich noch belegen muss – sehr wichtig, wenn man (wie ich) einige Dinge aus einem anderen Semester eingebaut hat!
– die jeweiligen Vorlesungsverzeichnisse/Lehrveranstaltungskataloge/wie auch immer das sonst bezeichnet wird. Ist selbstverständlich, oder?

Dann geht es ans Basteln. Ich habe zuerst festgestellt, dass ich in Mathematik nicht so die große Auswahl habe, das ist recht starr vorgegeben. Darum habe ich mit diesem Fach begonnen und mir die zutreffenden Vorlesungen/Übungen in eine Exceltabelle einzutragen. Diese habe ich rot markiert, als Zeichen dafür, dass ich diese Veranstaltungen zu diesen Zeiten belegen muss und nicht schieben kann (bzw. da ich zu einem Gebiet mehrere Übungen zur Auswahl hatte, habe ich sie mir jeweils eingetragen und blau markiert – als Zeichen dafür, dass diese Veranstaltung dort nicht liegen muss).
Dann bin ich zu meinem anderen Fach übergegangen, zu Deutsch. Hier war die Auswahl ungleich größer (zumindest was Vorlesungen/Einführungskurse anging, die vorgeschriebenen Tutorien waren (und sind) leider noch nicht online). Ich habe mir also mögliche Veranstaltungen aus dem 1. und teilweise 2. Semester herausgesucht. Hierbei habe ich schon auf die möglichen Überschneidungen geachtet und dementsprechend gewählt. Insgesamt habe ich mehr als nötig an Deutschveranstaltungen in meinem Stundenplan, darum wurden sie blau markiert (ich erinnere daran – ich weiß noch nicht, wie die Tutorien in meinen Plan passen!).
Dann ging ich zu meinem potentiellen Drittfach über und füllte damit etwaige Freistunden auf (mit Veranstaltungen aus den ersten drei Semestern. Man muss halt flexibel sein.).
Als Letztes suchte ich mir noch eine der Veranstaltungen für Erziehungswissenschaften heraus.

Et voilà: Mein Plan steht soweit. Bisher passt alles und ich habe mir einen freien Tag gelassen. Dafür habe ich aber ungleich mehr Semesterwochenstunden als empfohlen (siehe zu viele Deutschveranstaltungen und Drittfach), da wird unter Umständen noch dran rumoptimiert. Wobei das Ganze sich ungefähr mit meinen früheren Schulstunden deckt.
Ach ja: eine Doppelstunde beinhaltet zwei Semesterwochenstunden, einige Dinge sind 14tägig, weil man sie nur mit einer Semesterwochenstunde belegen muss und außerdem muss ich (weil ich nur das kleine Latinum habe), an der Uni nochmal Latein machen. Das gibt es aber glücklicherweise als Onlinekurs 😉

Ich bin sehr gespannt, ob ich mir zu viel vorgenommen habe. Ich halte euch auf dem Laufenden 😉

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Zwanzig.

Dieser Tag hatte bisher eigentlich schon ziemlich viel von dem, was es braucht, um mich glücklich zu machen.
Veganen Käsekuchen und eine Kanne Anistee zum Frühstück, dazu natürlich Geschenke (viele Küchengeräte für meine neue – eigene! – Wohnung zum Beispiel), dann Filmeschauen mit Louis und Linnea (Mulan 1&2 – ich finde Mulan einfach nur toll!), dann Gesellschaftsspiele mit den Beiden, zwischendurch habe ich auch noch Marzipanmuffins gebacken und mit ganz lieben Menschen telefoniert…
Gleich kommt mein Papa auch wieder nach Hause (seit zwei Wochen das erste Mal).
Leider klappt das Treffen mit Luna nicht beziehungsweise wird von uns verschoben.
Mal sehen, wie ich die restlichen paar Geburtstagsstunden dann verbringe 🙂

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Anträge und so weiter

Ich bin eine immatrikulierte Studentin. Wenn man große Veränderungen im Leben hat, muss man an vieles denken. An das Schlussstriche ziehen zum Beispiel (bei denen ich zumindest ein wenig weiter gekommen bin). Man hat das einzigartige Gefühl, sein Leben aufzuräumen, lose Enden zu verknüpfen und Verpflichtungen abzugeben. Mein Bibliotheksausweis ist ausgelaufen und ich habe die letzten ausgeliehenen Bücher zurückgebracht. Ich habe kein einziges Büchereibuch mehr zu Hause, ein Zustand, der das letzte Mal vor Jahren eingetreten sein muss.
(Die Büchereikarte darf/soll ich aber nicht wegwerfen, weil ich die nächsten Jahre noch im System gespeichert bin – „falls ich dann mal wieder Lust zum Lesen bekommen sollte“ (O-Ton Bibliothekarin)… Nee, Ich und lesen? 😀 )
Man muss aber auch ganz schön viel Papierkram erledigen. Den Bafög-Antrag, den Immatrikulationsantrag, den Arbeitslosengeldantrag (im Falle eines FSJs, danach hat man Anspruch, selbst wenn es nur eineinhalb Monate sind!), die Selbstauskunft, um eine Wohnung zu bekommen und die dazugehörigen Unterlagen, … Ich bin mittlerweile sehr geübt im Anträge ausfüllen.
Beim Bafögantrag haben wir jetzt gerade was zurückbekommen, weil da was fehlte („Unterkunft während der Ausbildung, soweit bereits bekannt“ – ja witzig…) und weil ich ja beim Abschicken die Immatrikulationsbescheinigung noch nicht hatte, muss ich die auch nachreichen.

Von der Wohnung haben wir noch nichts gehört, was mich ein bisschen nervös macht – ich habe gerne Sicherheit in solchen Fragen. Aber das kommt bestimmt noch. Hoffe ich doch 😉

Mittlerweile sind es nicht einmal mehr vier Wochen bis zu meinem Auszug (und dem Semesterbeginn, zu dem ich dann ganz offiziell Studentin bin)!

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Vom Besichtigen Teil 7

Unser Aufenthalt nähert sich dem Ende und wir haben nur noch eine Besichtigung vor uns. Die erste Mieterin ist nicht einmal zu einer Aussage zu bewegen, wann sie sich denn nun entscheiden möchte, was ein unangenehmes Gefühl vom Warmgehalten werden vermittelt. Ein klares Nein wäre mir da bei weitem lieber. Pokert sie, um vielleicht noch mehr für ihre Möbel herauszuschlagen, nachdem sie den Preis bereits einmal angehoben hat?
Man kann nur spekulieren.
Die Hoffnung liegt auf der letzten Besichtigung, darauf, dass sich hier eine Alternative bietet.
Die Besichtigung ist für elf Uhr vereinbart, wir checken vorher aus dem Hotel aus und bringen unser Gepäck in Schließfächern am Hauptbahnhof unter.
Um Viertel vor elf sind wir bereits am vereinbarten Treffpunkt. Wir warten. Zehn Minuten, eine Viertelstunde, dann zwanzig Minuten. Eine halbe Stunde.
Wir spekulieren bei beinahe jeder vorbeikommenden Person, ob es sich jetzt um diejenige welche handelt, mit der wir verabredet sind.
Schließlich – nach besagter halben Stunde – suche ich die Handynummer heraus, die ich doch irgendwo stehen hatte.
Niemand geht ran.

Dafür kommt jemand aus der benachbarten Einfahrt und fragt uns, ob wir wir seien. Wir bejahen erleichtert und die Besichtigung geht los.

Es handelt sich um „betreutes Wohnen für junge Menschen“. Es ist ein Quasi-Wohnheim mit recht vielen Wohnungen. Wir besichtigen zunächst eine recht kleine (in der nicht einmal Platz für einen Schrank ist) und danach eine größere. Die gefällt mir wiederum gut, auch wenn die Miniküche eben genau das ist – mini.
Es gibt einen Waschraum mit Listen, in denen man sich eintragen muss, wenn man waschen möchte (also, falls man mal einen Schwarm hat… einfach schauen, wann der waschen will und zur gleichen Zeit eine andere Maschine reservieren 😉 ), ein kleines Kellerabteil und einen genialen Fahrradraum, in den man einfach reinfahren kann wie in eine Tiefgarage.

Bei Interesse sollen wir eine E-Mail schreiben, vor allem, wenn wir die besichtigte Wohnung haben möchten (andere gleich große Wohnungen haben eine noch kleinere Küche!).
Ich greife, sobald wir uns verabschiedet haben, zu meinem Smartphone und schreibe genau diese E-Mail.

Am Nachmittag geht es dann nach Hause.

Hat die Wohnungssuche jetzt ein Ende? Ich hoffe es sehr…

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