Monatsarchiv: Oktober 2013

Begeisterung

Gestern gelernt:

Um Kindern das Lernen und Entdecken zu ermöglichen, müssen die Menschen, die sie umgeben und ihnen etwas beibringen wollen, drei Dinge mitbringen.
Denn es ist nicht das Wissen oder die Fachkompetenz, die das Lernen ermöglicht. Es sind andere Dinge. Dinge, die die meisten FSJler mitbringen und damit ihre mangelnde Ausbildung mehr oder weniger wettmachen.
1. Man muss die Kinder einladen, ihnen sagen, dass es schön ist, dass sie da sind. Doch es sind nicht die Worte, die diesen Punkt ausmachen, sondern die innere Haltung, die dahinter steht. Ein Lippenbekenntnis reicht nicht, es muss von Herzen kommen und das geht nur, wenn man an dem Kind – an jedem Kind – etwas findet, was einem gefällt, was man toll findet,  was einen begeistert. Denn man spürt so etwas. Die Dynamik zwischen zwei Menschen kann sich so völlig verändern.

Ich schwärme oft von meinen Fünftis und ich bin begeistert von ihnen. Jeder und jede von ihnen ist so anders als alle anderen und so liebenswert. Ich finde an ihnen allen etwas Gutes. Das hilft.

2. Man muss sie ermutigen. An sie glauben, ihr Potenzial sehen und ihnen vermitteln, dass sie es schaffen können, dass sie es schaffen werden.

3. Man muss sie begeistern können und das geht nur, wenn man selbst begeistert ist von dem, was man tut. Wenn man es selbst doof findet, wie sollen die Kinder es toll finden?

Und man muss manchmal ein wenig aus der Erwachsenenperspektive hinausgehen und sein inneres Kind wieder hervorholen.
Auf der Klassenfahrt wurde mir von einem Fünfti gesagt, dass die Eva (die persönliche Assistenz, die mit war) sich viel erwachsener benehmen würde. Auf meine Nachfrage, woran sich das festmachen lässt, kam dann „Na, du spielst mit uns.“ als Antwort. Das tue ich wirklich öfter in der Nachmittagsbetreuung und in der Mittagspause. Vier gewinnt, Skip-Bo, Phase 10, und und und.

Ich bin einfach noch nicht erwachsen geworden. Und das ist gut so.

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Von Balance und Herausforderung

Oder: Bericht einer Klassenfahrt, Teil 1

Wir trafen uns um neun Uhr an der Schule. Eine Stunde später als ich sonst da sein müsste. Dementsprechend entspannend war mein Morgen. Ich war ziemlich gespannt auf die Klassenfahrt. Obwohl es eigentlich eher eine Jahrgangsfahrt war, denn alle drei fünften Klassen fuhren mit.
Es waren mit mir sieben BetreuerInnen dabei, davon eine persönliche Assistenz. Zwei Lehrer, drei Lehrerinnen. Und eben ich.
Mit dem Bus ging es zum Ziel unserer Fahrt, das dauerte nicht sehr lange.
Ich saß neben einem Schüler, der mir erstmal erzählte, dass er um zwei Uhr nachts noch nicht im Bett gewesen sei. Meine vorbildliche Ader schlug prompt die Hände über dem Kopf zusammen. Dementsprechend unergiebig waren folgende Gesprächsversuche – der Junge war hundemüde.
Ich widmete mich also den anderen Kindern, die um mich herum saßen. Auf der anderen Seite des Ganges saßen zwei Jungs – Markus und Miguel – hinter zwei Mädels aus ihrer Klasse. Da wurde natürlich an den Sitzen gerüttelt und Fotos von den widerstrebenden Damen gemacht. Die fanden das mehr oder minder lustig (beziehungsweise fanden sie’s lustig, konnten es ihrem Ruf zuliebe jedoch nicht zugeben).
Nach der Ankunft verstauten wir unser Gepäck erstmal, denn die Zimmer konnten wir noch nicht beziehen. Die Kinder durften eine Viertelstunde das Gelände erkunden. Währenddessen wurden zwei Slacklines gespannt, bei denen wir wieder zusammenkamen.
Als erstes musste jede der Klassen versuchen, sämtliche ihrer Mitglieder von der einen auf die andere Seite zu bekommen – über die Slackline hinweg und ohne sie zu berühren, versteht sich.
Da ging’s zuerst ziemlich planlos, aber fix hoch her. Die Kleinen und Leichten wurden mehr oder weniger hinübergeworfen, ehe sich die Erkenntnis den Weg bahnte, dass ja wirklich ALLE hinüber müssen – also auch die Großen und Schwereren. Mit vereinten Kräften wurden diese also hinübergehoben.
Auch das Hinüberspringen wurde erprobt und mit blauen Flecken bezahlt…
Im Anschluss durfte jeder, der wollte auch noch auf der Slackline balancieren. Und die Lehrer und Betreuer wurden dazu gezwungen^^

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