Mein vermeintlicher Fenstersprung

Aus relativ aktuellem Anlass erzähle ich euch nun eine Geschichte, die, als sie sich ereignete, bei uns in Windeseile die Runde machte. Das Gesprächsthema Nummer Eins sozusagen.
Den Anlass hat mir Herr Hastig geliefert. Der nahm mich nämlich, als wir noch einmal in der Schule waren, beiseite und fragte, ob es einen bestimmten Grund gegeben hätte, dass ich eine Teilaufgabe in der Mathe-Abiturklausur nicht bearbeitet habe. Ich wusste von nichts und sah ihn dementsprechend ratlos an. Das ist halt echt blöd, weil das wohl eine ziemlich leichte Aufgabe war…Tja.
Jedenfalls versuchte er dann, mich zu beruhigen und zwar mit den Worten: „Das ist jetzt aber kein Grund, aus dem Fenster zu springen.“ Dies wiederholte er mehrfach in verschiedener Formulierung, zum Beispiel als „Nicht, dass du jetzt aus dem Fenster springst“. Jedes Mal mit diesem Bild. „Aus dem Fenster springen“.
Ich fand das ziemlich auffällig und es erinnerte mich an eben diese Geschichte…

Ich musste eine Philosophieklausur nachschreiben. Bei Frau Blümchen. Es war einer dieser inoffiziell verabredeten Nachschreibtermine während der normalen Unterrichtszeit. Frau Blümchen setzte mich mit der Arbeit in einen leeren Klassenraum, der direkt neben unserem lag. Das macht ja auch Sinn, falls Fragen auftreten oder so. Was sicherlich noch erwähnenswert an diesem Raum ist, dass er im vierten Stock liegt…

Ich erzähle es nun so, wie es mir erzählt wurde, ich war ja nicht dabei 😉
Nach den zwei Stunden Philosophie stellte Marisa fest, dass sie ihren Regenschirm in dem benachbarten Raum vergessen hatte. Als sie das Frau Blümchen sagte und um den Schlüssel für den Raum, meinte diese, dass Muffin ja da drin sein müsste. Es müsste also offen sein und sie könne Muffin dann auch gleich zu ihr schicken. Marisa machte sich auf den Weg, nur um kurze Zeit später wiederzukehren und zu verkünden, dass der Raum eben doch abgeschlossen sei.
Frau Blümchen kam dann und schloss den Raum auf. Dort herrschte gähnende Leere. Auf dem Platz, auf dem sie mich zurückgelassen hatte, lagen einige linierte Blätter, die sanft vom Wind bewegt wurden… Vom Wind? Tatsächlich, denn das Fenster direkt dahinter stand sperrangelweit offen.
An dieses Fenster trat Frau Blümchen nun und schaute hinunter. Doch – glücklicherweise? – lag dort niemand. Ich war einfach weg.

Was war passiert? Wo war ich abgeblieben?

Nun, ich schrieb also mehr oder minder fröhlich und ganz in Ruhe meine Philosophieklausur. Zumindest bis zur „Halbzeit“. Für die Klausur hatte ich ja zwei Schulstunden Zeit und nach der ersten von ebendiesen Stunden betrat Frau Lasch mit einer Klasse das Klassenzimmer. Sie hätten dort nun Unterricht. Frau Lasch bot mir dann aber an, mich in einen anderen Raum zu setzen. Gesagt, getan und so schrieb ich in unserem Spezial-Lehrerraum im zweiten Stock meine Klausur weiter. Gegen Stundenende kam ich auch zum Schluss und begab mich zurück nach oben. Dort war aber niemand mehr, weder in unserem Philosophieraum noch in dem, ich dem ich die erste Stunde geschrieben habe. Dafür sprachen mich dann wildfremde Schüler auf dem Flur an, ob ich Muffin wäre, Frau Blümchen würde mich suchen. Ganz dringend.
Ich war dann schon ein wenig beunruhigt und beeilte mich auf dem Weg zum Lehrerzimmer. Dort kam mir schon Frau Blümchen entgegen – und sie sah ziemlich erleichtert aus, als sie mich sah…

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Unterrichtsgeschehen

7 Antworten zu “Mein vermeintlicher Fenstersprung

  1. hihi, die arme Frau Blümchen 😀

    Bei uns hört man den Fenster-Satz eher von Lehrern, meistens klingt das ungefähr so: „Leute, ihr macht mich wahnsinnig, ich spring gleich aus dem Fenster!“

    Na ja, gut, dass du nicht gehüpft bist – sonst hätten wir ja keine Muffin mehr 🙂

  2. Huch, arme Frau Blümchen (ich schreib das jetzt einfach mal von der Widerspenstigen ab). 😉
    Auf die Idee, dass das Nachschreiberle den Raum wechselt (bzw. wechseln muss), muss man auch erstmal kommen. Ich glaube, ich wäre spontan in Panik verfallen.

  3. Rina

    Liebe Muffin,

    da ich mehr als vergöttere, was Du schreibst und schon befürchte, das mit deinem Abgehen von der Schule bald verwehrt zu bekommen, bin ich in den letzten Tagen einige Deiner alten Beiträge durchgegangen. Irgendwie stieß ich dann zwischendurch auch auf den Blog von Frau Falke. Und wie es der Zufall so will, fand ich dort wieder einen Kommentar von Dir. Die Rede ist von diesem hier: http://sovielzumthemaschule.wordpress.com/2012/01/27/anni-schreibt-ein-buch/#comment-67
    An die letzten 2 Zeilen dort, wollte ich Dich nun in der Abitur-Zeit nur erinnern. Vielleicht ergibt sich da ja noch was…? Die Geschichte war ja damals noch nicht zu Ende!

    In ehrlicher Vergötterung Deines Blogs,
    Rina

  4. Hallo =)
    Ich habe dich für den „Best Blog Award“ nominiert!

    http://altesneuesleben.wordpress.com/2013/05/19/best-blog-award-2/

    Viele Grüße,
    AltesNeuesLeben

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