Ein geselliger Abend (Teil 1)

Wie bereits angedeutet, waren wir zu zwölft essen. Das Lokal unserer Wahl war ein griechisches. Eigentlich wollten wir die Lehrer ja einladen, aber die lehnten einer nach dem anderen diese Einladung ab. Frau Neon machte den Anfang, die beiden anderen folgten ihr nach. Die Begründung dafür war, dass sie ja noch unsere Klausuren korrigieren müssten und dementsprechend ein Abhängigkeitsverhältnis bestünde. Es könnte ja als Bestechlichkeit gewertet werden oder so.
Na gut, ich kann das ehrlich gesagt verstehen, das ist schon ein wenig riskant. Und der Wille zählt schließlich auch. Ganz abgesagt haben sie ja nicht, sie wollten ja nur selbst bezahlen.
Als Alternative hatten wir uns überlegt, ihnen eine Kleinigkeit zu kaufen. Es lief auf Schokolade und eine Karte hinaus. Auf jeder fand sich ein Spruch, der zu der jeweiligen Lehrerin beziehungsweise ihrem Fach passte. So stand bei Ms. Smile: „Bazinga, du Penner, jetzt sind wir quitt.“
Ms. Smile ist ja ein absoluter Film- und Serienjunkie. Als sie die Karte las, fragte sie, ob denn schon einer von uns den Text gelesen hätte, den sie für’s Abibuch über uns geschrieben hat. Das hatte keiner und so meinte sie dann, dass wir uns wohl sehr ähnlich seien.
Frau Neon bekam ihren „blöden Goethe“ serviert. Einmal hat sie sich nämlich im DeutschLK dazu hinreißen zu lassen, diesen Ausspruch zu tätigen. Seitdem verfolgt er sie und wir haben schon  angedroht, das ihren Sechsern zu erzählen, damit die sie damit ärgern können.
Frau Blümchen (deren Karte ich schreiben durfte :D) bekam ein Zitat, und zwar das folgende: „Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen ist ein Teil unserer selbst.“ (Anatole France)
Ich finde dieses Zitat wunderschön. Klar hätte ich auch etwas Lustiges über’s Zuspätkommen oder darüber, dass alles nicht real ist, schreiben können. Aber dieses Zitat passt so gut zum Abschluss der Schullaufbahn. Und vielleicht auch ein bisschen zu der Hoffnung, vermisst zu werden und nicht gleich wieder in Vergessenheit zu geraten. Als Mensch mit allen Facetten wahrgenommen zu werden und nicht als durchlaufende Schülernummer.

Zurück zum Abend. Ich war mutig und vertraute auf gutes Wetter und zog ein kurzes Sommerkleid an. Ich wurde nicht enttäuscht.
Es waren eigentlich alle da und schon drinnen. Das heißt, alle, bis auf Lorena, Anouk und die Lehrer. Die Karten wurden rasch unterschrieben. Irgendwann kamen auch Frau Neon und Ms. Smile und standen eine ganze Weile draußen rum. Auf den Hinweis und die Aufforderung, doch bitte hineinzukommen, reagierten sie nicht wirklich. Na gut.
Bis sie dann doch hineinkamen, vergingen noch einige Minuten. Lorena trudelte ebenfalls ein. Wer noch fehlte?
Anouk und Frau Blümchen. Die kamen dann zeitgleich und zwar mit einiger Verspätung, „ihrem Ruf gerecht werdend“. Frau Blümchen wurde ihrem Namen hier übrigens wieder einmal gerecht, denn sie trug eine große Blumenspange im Haar.

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