Monatsarchiv: Mai 2013

Glücksgefühle

Es ist wunderschönes Wetter und ich bin gerade von draußen wieder reingekommen. Ich bin in einem großen Park hier in der Nähe mit meinen Inlinern gefahren und hatte ziemlich viel Spaß dabei. Es ist wirklich eine perfekte Fläche dazu.
Ich bin momentan weit weg von Muffinstadt und besuche mein Patenkind (und seine Eltern). Engel ist nun schon zwei Wochen alt, unglaublich winzig und sooo süß. Sie hat diesen typischen Babygeruch, kennt ihr den? Ein bisschen süßlich… Hm, schwer zu beschreiben. Das riecht unglaublich gut. Man sollte diesen Duft irgendwo kaufen können, das wäre bestimmt eine einträgliche Geschäftsidee.
Sie hat dunkle Haare, wie Linnea sie bei ihrer Geburt auch hatte. Mal schauen, ob die so dunkel bleiben oder noch aufhellen. Ihre Augen sind ebenfalls dunkel. Ein so dunkles Blau, dass man die Iris und die Pupille nur unterscheiden kann, wenn man sehr genau hinsieht.
Sie ist hinreißend und so winzig… Mein Herz hat sie schon einmal ganz sicher. Obwohl ihr das ja schon sicher war, seit ich wusste, dass es sie gibt…
Sie kann herrliche Grimassen ziehen und ihre Stirn gleichzeitig in Längs- und Querfalten legen. Wenn sie lächelt, hat man das Gefühl, es könne gar nichts Böses in einer Welt geben, die so einen wunderschönen Anblick hervorzubringen vermag.
Wenn ich Engel auf dem Arm halten darf, dann gibt es nichts anderes mehr. Es ist ein so wunderschönes Gefühl, ein so winziges Wesen halten zu dürfen.

Um es kurz zu machen, ich bin verliebt…

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Mein vermeintlicher Fenstersprung

Aus relativ aktuellem Anlass erzähle ich euch nun eine Geschichte, die, als sie sich ereignete, bei uns in Windeseile die Runde machte. Das Gesprächsthema Nummer Eins sozusagen.
Den Anlass hat mir Herr Hastig geliefert. Der nahm mich nämlich, als wir noch einmal in der Schule waren, beiseite und fragte, ob es einen bestimmten Grund gegeben hätte, dass ich eine Teilaufgabe in der Mathe-Abiturklausur nicht bearbeitet habe. Ich wusste von nichts und sah ihn dementsprechend ratlos an. Das ist halt echt blöd, weil das wohl eine ziemlich leichte Aufgabe war…Tja.
Jedenfalls versuchte er dann, mich zu beruhigen und zwar mit den Worten: „Das ist jetzt aber kein Grund, aus dem Fenster zu springen.“ Dies wiederholte er mehrfach in verschiedener Formulierung, zum Beispiel als „Nicht, dass du jetzt aus dem Fenster springst“. Jedes Mal mit diesem Bild. „Aus dem Fenster springen“.
Ich fand das ziemlich auffällig und es erinnerte mich an eben diese Geschichte…

Ich musste eine Philosophieklausur nachschreiben. Bei Frau Blümchen. Es war einer dieser inoffiziell verabredeten Nachschreibtermine während der normalen Unterrichtszeit. Frau Blümchen setzte mich mit der Arbeit in einen leeren Klassenraum, der direkt neben unserem lag. Das macht ja auch Sinn, falls Fragen auftreten oder so. Was sicherlich noch erwähnenswert an diesem Raum ist, dass er im vierten Stock liegt…

Ich erzähle es nun so, wie es mir erzählt wurde, ich war ja nicht dabei 😉
Nach den zwei Stunden Philosophie stellte Marisa fest, dass sie ihren Regenschirm in dem benachbarten Raum vergessen hatte. Als sie das Frau Blümchen sagte und um den Schlüssel für den Raum, meinte diese, dass Muffin ja da drin sein müsste. Es müsste also offen sein und sie könne Muffin dann auch gleich zu ihr schicken. Marisa machte sich auf den Weg, nur um kurze Zeit später wiederzukehren und zu verkünden, dass der Raum eben doch abgeschlossen sei.
Frau Blümchen kam dann und schloss den Raum auf. Dort herrschte gähnende Leere. Auf dem Platz, auf dem sie mich zurückgelassen hatte, lagen einige linierte Blätter, die sanft vom Wind bewegt wurden… Vom Wind? Tatsächlich, denn das Fenster direkt dahinter stand sperrangelweit offen.
An dieses Fenster trat Frau Blümchen nun und schaute hinunter. Doch – glücklicherweise? – lag dort niemand. Ich war einfach weg.

Was war passiert? Wo war ich abgeblieben?

Nun, ich schrieb also mehr oder minder fröhlich und ganz in Ruhe meine Philosophieklausur. Zumindest bis zur „Halbzeit“. Für die Klausur hatte ich ja zwei Schulstunden Zeit und nach der ersten von ebendiesen Stunden betrat Frau Lasch mit einer Klasse das Klassenzimmer. Sie hätten dort nun Unterricht. Frau Lasch bot mir dann aber an, mich in einen anderen Raum zu setzen. Gesagt, getan und so schrieb ich in unserem Spezial-Lehrerraum im zweiten Stock meine Klausur weiter. Gegen Stundenende kam ich auch zum Schluss und begab mich zurück nach oben. Dort war aber niemand mehr, weder in unserem Philosophieraum noch in dem, ich dem ich die erste Stunde geschrieben habe. Dafür sprachen mich dann wildfremde Schüler auf dem Flur an, ob ich Muffin wäre, Frau Blümchen würde mich suchen. Ganz dringend.
Ich war dann schon ein wenig beunruhigt und beeilte mich auf dem Weg zum Lehrerzimmer. Dort kam mir schon Frau Blümchen entgegen – und sie sah ziemlich erleichtert aus, als sie mich sah…

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Der Engel ist da

Vor genau acht Monaten stand hier ein Eintrag mit dem Titel “ Pures Glück“.
Das pure Glück ist nun auf der Welt…
Seit heute Nacht.

Willkommen auf der Erde, Engel – in einer Woche komme ich dich besuchen ♥

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Ein geselliger Abend (Teil 2)

Wahrscheinlich kann ich die Gespräche nicht ganz in der richtigen Reihenfolge wiedergeben. Aber das ist ja auch nicht so wichtig.
Wir hatten viele Gesprächsthemen an diesem Abend. Von Abiballkleidern über Tollwut über Teenieschwangerschaften, Paris, Fußball… Die Palette scheint beinahe endlos. Es ist schwer, da einen Anfang zu finden. Ich beginne mit meinem persönlichen Highlight.
Ich saß am Ende des Tisches (also nicht am Kopfende, das war unbesetzt, wir saßen uns also quasi alle „wie beim Speeddating“ gegenüber). Neben mir saß Luna, mir gegenüber Anouk,  Luna gegenüber Frau Blümchen und daneben Frau Neon. Das sind dann auch diejenigen, mit denen ich mich wirklich unterhalten konnte (mit Teresa auch noch, die neben Luna saß), alles andere wäre schwieriger geworden. Und deren Unterhaltungen man mitbekommen konnte.
Frau Neon und Frau Blümchen unterhielten sich gerade. Es ging, glaube ich, um politisch denkende Jugendliche, die sich auch außerhalb eines bestimmten Rahmens intelligent unterhalten. Ich hatte mich gerade zu Luna gebeugt, um ihr etwas zuzuflüstern. Das habe ich häufiger getan an diesem Abend. Gespräche von anderen müssen manchmal einfach kommentiert werden.
„Wie die zwei, die sich da so geheimnisvoll etwas zuflüstern.“, meinte Frau Blümchen dann plötzlich.
„Ja, und wenn wir sie dann fragen würden, was denn sei, würden wir nur ein „Nichts.“ zu hören bekommen.“, fügte Frau Neon hinzu.
„Genau, und da wir das schon wissen, brauchen wir ja auch gar nicht fragen.“
Frau Blümchen nun wieder.
Sie wandten sich wieder ihrem Gespräch zu, woraufhin ich meinte: „Schade, gerade wollten wir es Ihnen erzählen…“
Daraufhin fuhr Frau Blümchen richtiggehend zu uns herum, meinte noch zu Frau Neon „Warte, das will ich hören!“ und sah uns ganz erwartungsvoll an. Diese Reaktion war einfach zu göttlich. Da ist wohl jemand neugierig. Sind Luna und ich sooo interessant? 😉
Wir versuchten dann zu vermitteln, dass es sich meistens um irgendwelche Anspielungen und Kommentare handelte, die man schwer erklären kann. Ich habe die Angewohnheit, so ziemlich alles, was in meinem näheren Umfeld geschieht, mitzubekommen, so zum Beispiel eben auch anderer Leute Gespräche. Wenn Luna dabei ist, kommentiere ich sie dann auch, weil ich mir fast immer sicher sein kann, dass sie eben auch die Gespräche in unserer Umgebung mitbekommt.
Anspielungen können vielfältig sein bei uns. Einige beziehen sich auf Dinge, die im Blog geschrieben wurden, einige auf andere BloggerInnen, viele viele auf gemeinsam Erlebtes. Wir brauchen oft nicht viele Worte, manchmal gar keine.
Die meisten Sprüche sind dabei für den Moment geboren. Vor allem, wenn es solche sind, die meine spitze Zunge hervorgebracht hat (sie kann sehr spitz sein), bevor ich sie überdenken kann. Da ich diese meist aber nur leise zu Luna sage, macht dies nichts.
Das alles haben wir versucht, Frau Neon und Frau Blümchen zu erklären. Ich weiß nicht, inwiefern das uns nun gelungen ist.
Wie gesagt, die Reaktion von Frau Blümchen war so fantastisch anzusehen, ich muss immer noch grinsen, wenn ich daran denke.

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Ein geselliger Abend (Teil 1)

Wie bereits angedeutet, waren wir zu zwölft essen. Das Lokal unserer Wahl war ein griechisches. Eigentlich wollten wir die Lehrer ja einladen, aber die lehnten einer nach dem anderen diese Einladung ab. Frau Neon machte den Anfang, die beiden anderen folgten ihr nach. Die Begründung dafür war, dass sie ja noch unsere Klausuren korrigieren müssten und dementsprechend ein Abhängigkeitsverhältnis bestünde. Es könnte ja als Bestechlichkeit gewertet werden oder so.
Na gut, ich kann das ehrlich gesagt verstehen, das ist schon ein wenig riskant. Und der Wille zählt schließlich auch. Ganz abgesagt haben sie ja nicht, sie wollten ja nur selbst bezahlen.
Als Alternative hatten wir uns überlegt, ihnen eine Kleinigkeit zu kaufen. Es lief auf Schokolade und eine Karte hinaus. Auf jeder fand sich ein Spruch, der zu der jeweiligen Lehrerin beziehungsweise ihrem Fach passte. So stand bei Ms. Smile: „Bazinga, du Penner, jetzt sind wir quitt.“
Ms. Smile ist ja ein absoluter Film- und Serienjunkie. Als sie die Karte las, fragte sie, ob denn schon einer von uns den Text gelesen hätte, den sie für’s Abibuch über uns geschrieben hat. Das hatte keiner und so meinte sie dann, dass wir uns wohl sehr ähnlich seien.
Frau Neon bekam ihren „blöden Goethe“ serviert. Einmal hat sie sich nämlich im DeutschLK dazu hinreißen zu lassen, diesen Ausspruch zu tätigen. Seitdem verfolgt er sie und wir haben schon  angedroht, das ihren Sechsern zu erzählen, damit die sie damit ärgern können.
Frau Blümchen (deren Karte ich schreiben durfte :D) bekam ein Zitat, und zwar das folgende: „Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen ist ein Teil unserer selbst.“ (Anatole France)
Ich finde dieses Zitat wunderschön. Klar hätte ich auch etwas Lustiges über’s Zuspätkommen oder darüber, dass alles nicht real ist, schreiben können. Aber dieses Zitat passt so gut zum Abschluss der Schullaufbahn. Und vielleicht auch ein bisschen zu der Hoffnung, vermisst zu werden und nicht gleich wieder in Vergessenheit zu geraten. Als Mensch mit allen Facetten wahrgenommen zu werden und nicht als durchlaufende Schülernummer.

Zurück zum Abend. Ich war mutig und vertraute auf gutes Wetter und zog ein kurzes Sommerkleid an. Ich wurde nicht enttäuscht.
Es waren eigentlich alle da und schon drinnen. Das heißt, alle, bis auf Lorena, Anouk und die Lehrer. Die Karten wurden rasch unterschrieben. Irgendwann kamen auch Frau Neon und Ms. Smile und standen eine ganze Weile draußen rum. Auf den Hinweis und die Aufforderung, doch bitte hineinzukommen, reagierten sie nicht wirklich. Na gut.
Bis sie dann doch hineinkamen, vergingen noch einige Minuten. Lorena trudelte ebenfalls ein. Wer noch fehlte?
Anouk und Frau Blümchen. Die kamen dann zeitgleich und zwar mit einiger Verspätung, „ihrem Ruf gerecht werdend“. Frau Blümchen wurde ihrem Namen hier übrigens wieder einmal gerecht, denn sie trug eine große Blumenspange im Haar.

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Deutschabi, yoohoo

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Die Deutsch-Abitur-Klausur war die erste, die ich schreiben musste. Ihr sah ich allerdings mit relativer Gelassenheit entgegen, da ich das Thema, auf das ich mich spezialisiert hatte (die Weimarer Klassik) aus dem Effeff beherrschte. Inklusive Zitate aus Schillers kunsttheoretischen Schriften. Für eine Note im zweistelligen Bereich sollte das locker ausreichend sein.
Natürlich wussten wir vorher nicht, wie die Textgrundlage aussehen würde. Ich habe sooo oft die Aussage gehört: „Eigentlich will ich ja Klassik nehmen, aber wenn da ein Gedicht drankommt, nehme ich doch das andere Thema.“
Gedichte sind also sowas wie der Super-GAU der Abiturklausuren. Ich hatte schon vorher beschlossen, Klassik zu nehmen, komme, was da wolle (konsequenterweise habe ich die Lektüren zum anderen Thema auch nicht präpariert). Nachdem bei mir am Vorabend dann auch endlich mal der Groschen gefallen war, was denn nun männliche und weibliche, stumpfe und klingende Kadenzen sind, hatte ich sogar in Bezug auf Gedichte einen Optimismusflow.
Vor Beginn der Klausur verteilte Frau Neon an die Mitglieder ihres DeutschLKs Süßigkeitenbeutel. Den Inhalt könnt ihr ja auf dem Foto bewundern 😉
Wir schrieben mit dem anderen DeutschLK zusammen, die guckten dann schon etwas neidisch. Später, während des Schreibens verteilte dann aber auch ihr Lehrer was Süßes (sogar an uns, die wir nicht in seinem LK sind).
Kurz und gut: es war ein theoretischer Originaltext von Schiller, der uns vorgesetzt wurde. Ich kannte ihn nicht, er ließ sich aber recht gut bearbeiten. Insgesamt bin ich damit ziemlich zufrieden gewesen.
Auf das Ergebnis bin ich aber schon ziemlich gespannt. Korrigieren werden Frau Neon und Frau Blümchen. Vielleicht hat erstere es auch schon, wer weiß?

Heute Abend gehen wir neun Leutchen aus dem EnglischLK dann mit unseren „Haupt“lehrern essen, mit Ms. Smile, Frau Neon und Frau Blümchen also. Ich freue mich schon ehrlich drauf 😉

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Kant und Konsorten

Ich bin frei. Für’s erste zumindest,  denn heute stand der letzte Teil des Abiturs für mich an – die mündliche Prüfung. Als Fach gewählt hatte ich hierfür Philosophie, weil ich letztes Jahr ja einigen Prüfungen beiwohnen durfte und mir die Gestaltung und der Aufbau der, von Frau Blümchen abgehaltenen, Prüfung mir am meisten zusagte.  Außerdem passte es wunderbar in meine Fächerkombination hinein.
Was soll ich sagen… der Text (von John Rawls) war ziemlich… schwierig. Ich fand ihn nicht unbedingt berauschend. Luna, die denselben Text und dieselben Aufgaben hatte, übrigens auch nicht.
Es gab drei Aufgaben. Die erste war eine einfache Zusammenfassung, die zweite ein In-Beziehung-Setzen und die dritte eine Stellungnahme zu dem Ansatz.
Die zwanzig Minuten Vorbereitungszeit brauchte ich wirklich und dann hatte ich noch nicht alles so fertig, wie ich es gern gehabt hätte. Aber Vorschrift ist ja Vorschrift…
Doch einmal von Anfang an:
Ich war den ganzen Tag schon extrem unruhig. Dementsprechend machte ich mich auch viel zu früh auf den Weg zur Schule, weil ich es Zuhause nicht mehr aushielt. Als ich bei der Schule ankam, müsste Luna gerade ihre Prüfung gehabt haben. Bei den Fahrradständern traf ich Ilvy (ihr wisst schon, die aus Spanisch) und ein Mädchen vob meiner Schule aus dem Mathe-LK. Von ihnen erfuhr ich dann auch, dass Timon vierzehn Punkte bekommen hatte. Ob ich das als gutes oder schlechtes Zeichen werten sollte, wusste ich nicht.
Mein Weg führte mich also hinein ins Gebäude und direkt zum Büro von Mr. Suit. Dort gab ich nämlich einige Dinge zurück, die Schuleigentum sind.
Mr. Suit kündigte an, dass er sich meine Prüfung anschauen würde. Ich sagte ihm zwar, dass dies unnötig sei, doch er blieb da bei seiner Meinung.
Danach stellte ich mich vor den Vorbereitungsraum. Ich hatte noch 25 Minuten Zeit (bis meine Vorbereitungszeit anfing), in denen ich mich ordentlich verrückt machen konnte. Nach zehn Minuten erschien der aufsichtführende Lehrer und verschwand im Raum. Ich blieb draußen. Ungefähr fünf Minuten später kam er wieder heraus und fragte, ob ich Muffin McSunshine sei. Ich bejahte und er fragte, ob ich nicht reinkommen wolle, meine Vorbereitungszeit liefe doch schon. Ihr könnt euch sicherlich mein Erschrecken vorstellen, als ich das hörte!
Es stellte sich aber dann doch heraus, dass dem nicht so war und dass meine Informationen diesbezüglich korrekt waren. Dann gab es die nächsten Unklarheiten, nämlich die, ob er mir die Aufgaben geben solle oder ob dies von jemand anderem übernommen werden würde.
Letztendlich konnte ich aber sogar pünktlich anfangen, was, wie schon erwähnt, absolut vonnöten war.
Nach zwanzig Minuten öffnete sich die Tür und The Whale höchstpersönlich holte mich ab. Sie fragte, ob alles in Ordnung sei, worauf ich ein „Mehr oder weniger…“ zustande brachte. Auf dem Weg zum Raum begegneten wir dann Frau Blümchen, die mich scheinbar auch abholen wollte und genau dieselbe Frage stellte.
Im Raum saßen dann noch Herr Ostreidae, Herr Brot und eben Mr. Suit.
Ich saß dann Frau Blümchen gegenüber und sah die anderen Anwesenden gar nicht. Zu Beginn war ich noch ziemlich holprig, zumindest hatte ich selbst das Gefühl, doch bei der zweiten Aufgabe packte mich die Euphorie, die mir Debatten, Vorträge und so weiter ermöglicht. Ich kam in einen wahren Redefluss und setzte Rawls Theorie in Beziehung zu Hobbes, Aristoteles, Rousseau und Locke.
Während ich sprach, sah ich Frau Blümchen beim Notizenmachen zu. Denkbar unruhig wurde ich bei den Zahlen, die sie sich aufschrieb. War das eine vorläufige Einschätzung?
Ebenfalls nervös machte mich Herr Brot, den ich aus dem Augenwinkel den Kopf schütteln und nicken sah.
Nach dem In-Beziehung-Setzen schlug Frau Blümchen mir vor, doch mit der dritten Aufgabe zu beginnen. Das passte mir ganz gut, weil ich da grad auf die Uhr gesehen hatte und schon bemerkte, wie mir die Zeit davonlief. Unter dem Zeitdruck verfiel ich in die Gewohnheit, unendlich lange Bandwurmsätze zu bilden, die dann kein vernünftiges Ende mehr fanden. Teils sah ich Frau Blümchen an und vermeinte, sehen zu können, wie sie mitdachte. Ich hoffte, dass ich mich einigermaßen verständlich ausdrückte, war mir dessen aber ganz und gar nicht sicher.
Schließlich begann ich damit, den Text zu kritisieren. Der Ansatz sei ja lobenswert, aber … Hier argumentierte ich dann sogar mit Kant, obwohl das nicht unseren gesetzten Schwerpunkten entsprach. Schließlich kam ich selbst zu einem relativ abrupten Ende, da ich schon sah, wie Frau Blümchen auf ihre Uhr guckte…
Dann stellte sie mir noch einige Fragen, ich beantwortete, so gut es eben ging und dann war es auch schon vorbei. Fragen von den anderen gab es glücklicherweise keine (davor hatte ich wirklich Angst!). Ich wurde hinausgeschickt, wo auch schon Luna auf mich wartete. Meine ersten Worte?
„Ich kotz‘ gleich!“
Wir unterhielten uns ein wenig, sie erzählte mir ihre Note… zwischendurch fing ich auch an zu heulen, einfach, weil’s vorbei war… Vom Gespräch, das drinnen stattfand, bekamen wir einige Bruchstücke mit.
Dann durfte ich wieder hinein.
Ich setzte mich wieder und Frau Blümchen bat zunächst The Whale darum, etwas sagen zu dürfen. Was sie dann auch tat.
Sie seien mittelschwer begeistert von dem gewesen, was ich abgeliefert hätte, wobei das mittelschwer ja schon wieder relativierend wäre, das stimme so nicht, sie seien wirklich begeistert gewesen. Sie ging auch noch auf das ein, was ich gesagt hatte, dass ich ja Anthropologie und Staatstheorie behandelt hätte und jeweils historisch eingeordnet hätte, darauf, dass ich sehr viel selbst geredet hätte, was ja aber auch richtig gewesen sei…
The Whale verkündete schließlich die Punktzahl: 15. Das maximal Mögliche… Ich konnte es gar nicht wirklich fassen, denn ich hatte mit weniger gerechnet, wesentlich weniger. Vielleicht zweistellig, aber eher im niedrigen Bereich. Aufgrund von Unverständlichkeit, schlechter Verknüpfung und fehlender Struktur, vor allem bei der letzten Aufgabe. Vielleicht kann ich mich einfach nur schlecht selbst einschätzen…
Denn… ich habe fünfzehn bekommen. Yeeeeeeah!

Mr. Suit meinte danach zu mir, dass er eine 15-Punkte-Prüfung sehen wollte und die auch gesehen hätte. Er hätte gewusst, dass das möglich sei…

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Eingeordnet unter Muffins Schulzeit, Schulkram