Päckchen

Jeder hat sein Päckchen zu tragen, wie man so schön sagt.
Oft wird dieser Ausspruch genutzt, um auszudrücken, dass man es ja selber schwer habe und sich deswegen nicht auch noch um anderer Leute Probleme kümmern könne.

Dabei gibt es davon so viele. Man muss nur einmal genau beobachten. Ich nenne jetzt bewusst keine Namen, nicht die richtigen, nicht die im Blog. Ich möchte nicht, dass ihr diese Beschreibungen den Menschen zuordnet, deren Bild ich für euch zeichne. Luna wird sie natürlich erkennen. Aber das ist etwas anderes.

Da ist das Mädchen, das aus einer etwas zerrütteten Familie kommt, und ihre eigenen Fähigkeiten ständig anzweifelt. Das Mädchen, das einem Ideal entsprechen möchte, weil es nur so ein wenig Anerkennung von seinem Vater bekommen kann. Das Mädchen, das ständig im Schatten seines Bruders steht – von Geburt an.

Oder das Mädchen, das niemals etwas Ungesundes isst. Das verschlossen wird, wenn man darüber spricht. Das deswegen schon Ärger mit ihrer Familie bekommen hat (deutete sie an). Das dennoch lang und breit über Rezepte reden kann. Das sehr sportlich ist.

Oder das Mädchen, das gut verbergen kann, wie es ihr geht und dass manchmal ziemlichen Unfug macht und nicht auf sich aufpasst. Das Mädchen, um das ich mir momentan die größten Sorgen mache, für das ich aber nichts wirklich tun kann. Das Mädchen, was eindeutigerweise abgenommen hat und was deswegen schon mehrfach von Lehrern angesprochen wurde. Das Mädchen, das nun schon mehrere Male beinahe zusammengeklappt ist in der Schule.
Ich mag dieses Mädchen. Ich weiß auch, dass es für sie daheim nicht einfach ist…

Ich mache mir einfach Gedanken und würde gerne etwas tun, irgendetwas… Aber das kann ich nicht wirklich. Und das macht mich traurig.

 

Es ist besonders in diesem Falle so, aber auch in den anderen Fällen. Und in noch mehr.
Doch meist kann ich eben nichts tun. Weil die Umstände es nicht erlauben, weil die Reaktion Einigelung ist, weil … Es gibt viele Gründe.

Das ist ein Teil meines Päckchens und wird es wohl immer sein.

 

(Wer sich jetzt fragt, ob dieser Text einen tieferen Sinn hatte, dem sei gesagt, dass ich diese Gedanken nur einmal loswerden wollte…)

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Muffins Schulzeit, Schüler

2 Antworten zu “Päckchen

  1. oh je, das ist wohl eins von deinen neulich erwähnten Sachen…

    Ich kann mir so ungefähr vorstellen, was du gerade durchmachst und weiß, dass das alles andere als leicht ist. Aber – so bescheuert und unmöglich sich das vielleicht anhören mag – mach dir klar, dass es zwar ein Teil von deinem Päckchen, nicht aber DEIN Päckchen an sich ist.

    Wenn du das Gefühl hast, dir sind die Hände gebunden – schnappt euch doch eine Vertrauensperson (Lehrer?!), die zu allen Beteiligten ein neutrales Verhältnis hat und auch Gespräche mit der Betroffenen und deren Eltern führen kann. Hat bei uns damals geholfen und manchmal tut es allein schon gut, wenn man diesen Teil vom Päckchen jemandem erzählt…

    So, ich hör jetzt auf, aus der Ferne dämliche Ratschläge zu geben – ich wünsch dir und deiner Freundin ganz viel Kraft für die nächste Zeit!

  2. Irgendwie kommt mir die Situation bekannt vor… Gerade in der Vorabi-Zeit sind so einige Leute zu Schatten ihrer selbst geworden und man selber stand nur tatenlos daneben, irgendwie auch immer darauf bedacht, dass es einem nicht genauso ergeht, obwohl man doch wirklich unglaublich gerne helfen wollte.
    Ich hoffe für euch beide, dass ihr eine Lösung findet – vielleicht jeder für sich, vielleicht gemeinsam – um mit diesem Päckchen fertig zu werden.

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