Monatsarchiv: Dezember 2012

Liebeserklärung

Warum ich meine Schule trotz allem liebe.

An meiner Schule kann man individuell sein. Man kann so sein, wie man ist.
Wir haben recht kleine Kurse – ich meine, fünf Leute im Deutschleistungskurs ist schon ein Jackpot – und wundervolle Lehrer, die sich um einen kümmern. Die sich Gedanken machen und da sind, obwohl es doch über tausend Schüler an der Schule gibt.
Eine dieser wundervollen Lehrerinnen ist unsere stellvertretende Schulleiterin, Frau Schick. Sie ist so absolut wunderbar, man kann sie nicht anders beschreiben, wirklich nicht. Man kann mit Sorgen zu ihr kommen und sie hat ein offenes Ohr dafür. Und manchmal muss man noch nicht einmal zu ihr kommen. Denn manchmal kommt sie zu einem. Wie damals, als ich vor Mr. Suits Büro darauf gewartet habe, dass ich wegen Frau Rank mit ihm sprechen kann. Da ist sie zu mir gekommen und hat mich gefragt, was los sei. Genauso wie vor ein paar Tagen, nachdem uns das mit Herrn Frettchen mitgeteilt wurde. Man kann sich auch darauf verlassen, dass sie Stillschweigen über das bewahrt, was man mit ihr besprochen hat, wenn man sie darum bittet. Dieses Vertrauen habe ich nicht zu jedem. Man kann ehrlich mit ihr reden und das ist Gold wert.
Ich könnte hier noch viele andere Beispiele aufzählen, aber das lasse ich jetzt mal, ihr dürftet das alles sowieso in meinem Blog irgendwo wiederfinden.
Wir haben große Klassenräume mit schönem Ausblick. An vielen Stellen im Gebäude findet man Kunstwerke von Schülern. Wir haben eine tolle bunte Statue vor dem Lehrerzimmer stehen. Und draußen aus Schrott von Lehrern geschweißte Viecher.
Ich liebe an meiner Schule ihre kleinen Eigenheiten, dass ich nur auf einer Seite der Aula Empfang habe und dass bei jedem Regen der Zugang zum Fahrradparkplatz geflutet ist.
Ich freue mich darüber, dass die Schulleitung die Namen vieler ihrer Schüler kennt.
Ich finde die Sportarten, die man in der Oberstufe wählen kann, klasse, denn nirgendwo sonst gibt es Karate.
Ich war gerne in der Mittelstufe auf der Schule. Die Möglichkeit, zwei Wochen lang ein Praktikum in England machen zu können, war einzigartig und die Bibliothek, in der ich dort war, war grandios.
Ich war einige Zeit im Leseclub und auch mal in der Theater-AG, ich habe bei Simulationen politischer Ereignisse teilgenommen und ein Sprachzertifikat gemacht. Ich habe Chancen bekommen.

Ich bin durch meine Schule ich geworden. Nicht ausschließlich natürlich, aber einen nicht geringen Teil verdanke ich ihr.

Und so schlecht ist doch nicht, was dabei herauskam, oder? 😉

 

Eine kurze Liebeserklärung mitten in der Nacht. Mir war gerade einfach so danach. Denn ich bin glücklich. Glücklich über die mögliche Kompromisslösung, die wir nun erreicht haben (und die hoffentlich so kommen wird). Glücklich darüber, dass bald Weihnachten ist und jetzt schon Ferien sind.
Glücklich darüber, dass ich wundervolle Menschen in meinem Leben haben darf.
Glücklich darüber, dass Freundschaften auch Zeiten des sehr seltenen Kontaktes überdauern können.
Glücklich darüber, dass sich manche Dinge niemals ändern (das man zum Beispiel für Filme wie „Hüter des Lichts“ nie zu alt wird).
Glücklich darüber, dass meine große Schwester Katharina bei uns ist.
Glücklich darüber, dass ich demnächst auf ein absolut geniales Konzert gehen darf und das mit absolut genialen Leuten.
Glücklich darüber, dass mein Zeugnisschnitt mit 1,3 doch ganz gut ist.
Glücklich darüber, dass ich auf dieser schönen Welt leben und so tolle Dinge erleben darf.

Vielleicht ist das auch gerade zu einer kleinen Liebeserklärung ans Leben geworden… Aber die hat es auch verdient ♥

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Verarscht, belogen und betrogen

So komme ich mir gerade vor.

Wirklich.

Herr Frettchen geht, definitiv. Wir werden ab FEBRUAR Ms. Smile bekommen (was auch schon vom Zeitpunkt her eine unglaubliche Unverschämtheit ist! Da schreiben wir dann nämlich schon fast Abiturklausuren… Die sie dann bewerten wird… Ohne Eingewöhnung oder so…).

Er hätte aber NICHTS gesagt, wenn ich heute nicht gefragt hätte.

NICHTS!

Und dabei sagte er dann, dass er es SCHON DIE GANZE VERDAMMTE ZEIT WUSSTE!

Genauso wie The Whale.

Und er hat uns VORGEWORFEN, dass wir Frau Schick gefragt haben.

Und die ganze Shculd auf The Whale abgewälzt. Sie hätte ihn genötigt, uns zu übernehmen, er hatte da kein Mitspracherecht, er wollte das gar nicht…

ABER(!) er hat NICHTS gesagt. Gar nichts. Nie!

Hätte er etwas gesagt, hätte man etwas dagegen tun können, dass er uns übernimmt und jemanden bekommen können, der uns sicher bleibt. Wenigstens bis zum Abitur. Aber nein…

Ich bin SAUER!

Traurig, enttäuscht.

Ich fühle mich extrem verarscht von dieser Schule.

Vornerum labern, dass man für die Schüler da sein will, dass es eine familiäre Atmosphäre gäbe, dass die Schüler bestmöglichst betreut werden sollen…

Und die Realität sieht dann ganz anders aus.

Fünf Lehrer in drei Jahren Oberstufe (wenn man den einen mitzählt, der die Stelle gar nicht erst angetreten hat…). ZWEI Lehrerwechsel, die vorhersehbar und damit vermeidbar waren: Der von unserem Lehrer in der E-Phase, weil der Student war (noch nichtmal Referendar!) und dementsprechend uns in der Q-Phase gar nicht hätte weiter unterrichten können. Und eben jetzt das mit Herrn Frettchen.

 

Tolles Weihnachtsgeschenk, wirklich…

 

Was wird jetzt kommen… ?

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Die Zeugnisverschwörung

Oder: Kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch…
Oder: Warum die umgestellte Bank auch ihre Vorteile hat.

Unsere Bank wurde umgestellt. In der Ecke, in der sie stand, steht jetzt der alljährliche Tannenbaum. Unsere Bank wurde lieblos in einen Seitengang gequetscht, der sehr schlecht einzusehen ist. Das heißt, dass die Lehrer nicht sofort beziehungsweise überhaupt nicht sehen, ob und wer dort sitzt. Dies achte ich mir heute zunutze und erfuhr interessante Dinge… 😉

Außerdem waren heute sämtliche Mitglieder der Schulleitung abwesend, Frau Schick, The Whale und Mr. Suit. Normalerweise wäre einige Dialoge sonst nicht zustande gekommen, weil Mr. Suits Büro ja direkt dort liegt und er dies nicht unbedingt mitbekommen sollte…

Zuallererst einmal kam Frau Neon und stand vor dem Lehrerzimmer. Schlüssellos. Dieses Phänomenen greift um sich, irgendwie werden momentan sehr sehr häufig Schlüssel vergessen. Sie stöhnte auf und ging wieder weg, ohne mein leises Lachen zu hören.

Dann kam Herr Hastig vorbei, direkt beider Bank und fragte, ob ich denn keinen Unterricht hätte. Hatte ich nicht, weil Herr Frettchen nicht da war und Englisch ausfiel. Dafür entschuldigte sich Herr Hastig dann bei mir (er macht ja den Vertretungsplan…). Ich verzieh ihm großzügig (ist ja auch soooo ein Verlust! 😀 ).

 

Und dann… Dann wurde ich Zeuge einer Verschwörung, eines Aufstandes gegen die Zeugnisse und die Schulleitung! Meuterei! (Oder zumindest fast 😉 )

Es begann ganz harmlos. Herr Brot, der Leiter des MatheLKs, und Herr Moorhuhn, der IT-Lehrer des MatheLKs und Stundenplanmacher, unterhielten sich über einen Schüler des MatheLKs. Der muss anscheinend eine Klausur nachschreiben.
Dadurch kamen sie auf das Nachschreiben allgemein zu sprechen. Nächste Woche müssen ja eigentlich die Noten feststehen, weil wir nächsten Freitag die Zeugnisse bekommen.
Herr Brot regte sich ziemlich darüber auf, dass von ihm erwartet würde, dass er die ganze Zeugnis-Software kurzfristig doch auf ein anderes System umstellen soll („Und dann kommt Mister und meint, dass das doch bitte so und so sein solle…“) und dass die gesamte Schulleitung heute nicht da war (anscheinend bezeihungsweise laut ihm wegen der Abendveranstaltung gestern… aha…). „We all had a long day.“, sagte er und klagte Herrn Moorhuhn sein Leid. Er sei erst um eins ins Bett gekommen, wiel er noch etwas hätte vorbereiten müssen und so weiter…
Herr Mohrhuhn pflichtete ihm bei und meinte, er solle doch ganz geschmeidig bleiben, er selbst sei auch ganz geschmeidig… Und dann sollten sie eben die Schulleitung und die Zeugnisse so boykottieren, dass auch die Schulleitung mal Nachtschichten schieben müsse und nicht nur die beiden. Die Zeugnisse gäbe es ja erst Freitag, also sei Donnerstag ja wohl vöööööllig ausreichend. Und wenn das mit dem Nachschreiben weder heute noch morgen klappt, dann sei es halt nächste Woche, das sei ja nicht ihr Problem.

Äußerst interessant, den beiden so zuzuhören. Es fielen noch einige ungnädige Worte über Mr. Suit.

Dann kamen sie darauf zu sprechen, dass die Zeugniskonferenz ja Montag sein solle.

„Ich habe da keine Zeit.“, sagte Herr Brot. „Und außerdem ist die offiziell gar nicht genehmigt. Für mich existiert die einfach noch nicht.“

Oh, oh, oh, da herrscht Knatsch zwischen Herrn Brot und Mr. Suit würde ich mal schätzen, der ist nämlich für diese Konferenz verantwortlich 😉

Wieder stimmte Herr Moorhuhn zu und die beiden Verschwörer verabschiedeten sich und gingen daraufhin getrennte Wege. Ganz unauffällig. Als hätte es nie etwas gegeben…

 

P.S.: Herr Moorhuhn verdankt seinen Namen dem Spiel, das er die MatheLKler hat simpel programmieren lassen. O-Ton der Unterhaltung darüber: „Und bei Mändy fliegen die hoch, wenn man sie trifft, nicht nach unten… das nenne ich Vorzeichenfehler.“
„Die fallen ja linear, da ist null Geschwindigkeit drin!“
„Ich liebe ja diese kritischen Treffer!“ (Herr Brot) – „Was ist das?“ (The Whale) – „Wenn aus einem Moorhuhn zwei werden.“

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Kranke Augen

Ich war die letzten vier Tage von Samstag an (eigentlich schon von Freitag an… :/ ) krank, erkältet. Blöderweise tränt bei mir bei einer Erkältung automatisch ein Auge und das, als hätte man da drin einen Wasserhahn aufgedreht (wer’s nicht glaubt, möge bitte Senor Enano fragen, ich hab nämlich trotzdem am Montag Spanisch geschrieben).

Dementsprechend war ich dann auch Montag und Dienstag nicht in der Schule bzw. nur für die Spanischklausur da.

Heute war ich dann aber wieder voll dabei (unter anderem, weil wir ja heute Geschichte geschrieben haben – was ich verhauen habe… -.- ) und weil heute der Infoabend für neue Oberstufenschüler war. Da wollten wir, so die Planung, Kuchen verkaufen. Für unsere Abikasse. Das haben wir an Nikolaus schon einmal gemacht, vielleicht schreibe ich da auch noch etwas zu.

Nach meinen zehn Stunden machte ich mich also auf den Weg zurück zu meiner Schule und setzte mich zu Ari und Luna. Wieder war an Engagement nur der Englishcleistungskurs beteiligt, aber das wundert ja wohl niemanden…

Das Programm war mäßig, der Umgang mit der Technik teilweise echt grottig. Es gab viel zu kommentieren und wer mich kennt, weiß, dass ich das mit Vorliebe tue… Wenn zum Beispiel gesagt wird, dass wir eine familiäre Oberstufe haben, assoziiere ich das natürlich mit den vielen Schwangerschaften!

Frau Neon saß neben unserem Kuchentisch und grinste manches Mal sehr amüsiert über meine Sprüche. Als sie gekommen war, meinte sie ja erst einmal zu mir, dass ich ins Bett gehöre und dass sie es ja gut fände, dass ich trotzdem für Geschichte da war, andere würden sich da ja lieber einen Arzttermin geben lassen (Lorena. Den hat sie auch gar nicht erst mit Frau Neon abgeklärt, sondern gleich mit Mr. Suit 😉 ).

Später, als es fast schon vorbei war, kam Frau Schick zu uns – nicht ohne vorher durch die Aula zu verkünden, dass ich ins Bett gehöre, dass sie das ja schon von hier (=anderes Ende der Aula) sehen könne. Sie legte mir dann auch gleich die Hand auf die Stirn, um zu schauen, ob ich Fieber habe (hatte ich natürlich nicht).
Später meinte sie auch noch, dass ich keinen Tishc tragen solle, ich sei ja krank… O.o

Auch The Whale fragte, ob ich erkältet sei. Ich bejahte und sie meinte, dass ich sie dann wohl angesteckt hätte. Sehr lustig.

Luna meinte, dass man das an meinen Augen sehen könnte.
Ich sehe da nichts. Weil ich eben wieder gesund bin! Mensch, versteht das doch… -.-

Auch schön war Frau Blümchen, die uns erstmal mit einer großen Taschenlampe anleuchtete und meinte, dass sie uns auf den ersten Blick erkannt hätte…

Und zum Abschluss des Tages haben Luna und ich noch Smileys, Herzen und Sterne in den Schnee auf Frau Schicks Auto gemalt. Und reingeschrieben: „Fr. Schick ist toll!“. Stimmt ja auch 😉

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Hassliebe und Gerüchteküche

Die Gerüchteküche ist wieder am Brodeln und ich befürchte, dass, wenn sie überkocht, fatale Flecken hinterlassen werden könnten.

Die Gerüchteküche an meiner Schule ist ziemlich oft eine zuverlässige Quelle. Meistens sind es nur halbgare Informationen, natürlich. Aber einen wahren Kern haben sie oft.

Worum geht es diesmal, was brodelt, was wird getuschelt und vor allem, warum rege ich mich darüber so auf?

Es geht um Herrn Frettchen.

Es geht um Herrn Frettchen und darum, dass er die Schule verlassen will. Zum Halbjahr. Vor den Abiturprüfungen.

Das ist das Gerücht.

Natürlich bemüht man sich dann darum, es zu verifizieren oder ein Dementi zu bekommen. Wie damals schon, als die Sache mit Frau Rank aktuell war, wir gehofft und gebangt haben, belogen wurden und schließlich die erlösende Nachricht erhielten, dass sie nicht wiederkommen würde.

Wie als wir nicht wussten, wie es weitergehen sollte, ob wir zusammengelegt werden würden oder nicht. Als wir dann schließlich die Nachricht bekamen, dass wir Herrn Frettchen bekommen würden. Die Erleichterung.

Und jetzt das.

Luna und ich haben mit Ms. Smile und Frau Schick gesprochen. Mit Ms. Smile, weil Timon mir erzählt hatte, dass Juliet ihm erzählt hätte, dass Ms. Smile da was gesagt hätte… Und dass Mr. Suit da auch eine Andeutung in die Richtung gemacht hätte…
Ms. Smile sagte uns, sie wisse es nicht, rechne aber stark damit. Die Gerüchte würde sie seit vor den Sommerferien kennen (was erklärt, warum bis zuletzt nicht klar war, ob wir Herrn Frettchen bekommen würden…). Das Datum im Gerücht wechselte, immer zu den nächsten Ferien sollte es sein. Und es liefe nun schon so lange… Sie versprach uns auch, noch einmal bei Herrn Frettchen nachzufühle. Und meinte, sie bereite sich seit dem Sommer seelisch darauf vor, dass wir zusammengelegt werden würden.

Danach waren wir bei Frau Schick.
Diese wusste nichts, sie konnte uns nichts sagen (und ich glaube ihr, dass sie nichts wusste, denn sie hätte uns einen Wink gegeben…). Sie konnte also auch nicht dementieren. Und das tat ihr auch leid.
„Luna, du bist errötet und du, Muffin, bist blass geworden und ich hab eben schon in deinen Augen gesehen, dass du fast geweint hättest… und das will ich doch auch nicht, aber ich möchte hier ja nicht die Pferde scheu machen oder euch in Seligkeit wiegen und nachher kommt doch alles ganz anders…“

Eine absolut besch… Situation… 😦

Ich glaube, dass Herr Frettchen einen Antrag auf Versetzung gestellt hat und noch keiner weiß, wie die Behörde entscheiden wird. Ob. Und Wann.

Und ich glaube auch, dass ich ausrasten werde, wenn er wirklich geht und uns hängen lässt.

Ich hasse diese Schule. Ihre Organisation. Ihr Versteckspiel mit wichtigen Informationen.
Aber irgendwie liebe ich sie auch. Warum auch immer, denn viel Grund dafür gibt sie mir nicht. Darauf werde ich in einem der nächsten Artikel wohl eingehen. Jetzt bin ich dafür zu enttäuscht. Zu sauer. Und zu traurig.

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Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schulkram