Wenn Eltern in den Kindergarten gehören

Und das selbst, wenn sie Kinder im Grundschulalter haben…

Es geht um Linnea beziehungsweise um ihre Klasse und die dazugehörigen Eltern.

Da gibt es Gezicke unter den Eltern – wobei ich fairerweise eher „unter den Müttern“ schreiben müsste -, da glaubt man gar nicht mehr, dass es sich um erwachsene Menschen handelt.

Womit alles angefangen hat? Wahrscheinlich mit der Wahl zum Elternsprecher. Normalerweise ein recht unbeliebter Job und dementsprechend möchten auch nicht viele diesen machen. Bei Linnea wurden es dann die Mama von Lucy, einer der besten Freundinnen von Linnea (wobei Linnea einige beste Freundinnen hat. Sie ist eben ein absolutes Harmoniebündel mit Sonnenscheinfaktor) und die Mama von Samuel (mit dem Linnea auch gut befreundet ist). Wer noch mitmischt ist die Mutter von Hanni und Nanni. Letztere sind, unschwer zu erkennen, Zwillinge und ebenfalls dick mit Linnea befreundet.

Wie das nunmal so ist, färben die Sympathien und Antipathien der Eltern auch manchmal auf die Kinder ab, vor allem, wenn diese etwas nachplappern, was sie zu Hause aufgeschnappt haben.

Lucys Eltern leben getrennt und lassen keinen Elternabend aus, um sich öffentlich anzugiften. Die Kleine lebt hauptsächlich bei ihrer Mutter. Früher lebten sie alle zusammen mit Lucys Oma in einem Haus. Wohlgemerkt, der Mutter von Lucys Vater. Dann zog der Vater aus und später auch Lucys Mutter samt Tochter. Und wer zog in die Wohnung ein?

Samuel samt Familie.

Nun feierte Samuel seinen Geburtstag und Lucy war nicht eingeladen, meinte aber, „dass sie ja sowieso jederzeit zu ihrer Oma könne“. Ein böser Fehler, denn die niederschwelligen Zickereien, die in Linneas Klasse herrschten, traten ans Tageslicht, was sich schließlich darin äußerte, dass Hanni Lucy als „freundelos“ bezeichnete. Lucy nahm sich dies verständlicherweise zu Herzen und saß einen ganzen Nachmittag weinend zu Hause.

Da schaltete sich Lucys Mutter scheinbar ein und stellte Hanni ein Bein. Ja, richtig gelesen. Die Mutter stellte dem Kind ein Bein. Morgens im Klassenzimmer, denn Lucy wird jeden Morgen von ihrer Mama in den Klassenraum geleitet und die Mutter bleibt solange da, bis der Unterricht anfängt. Naja, jeder wie er mag…

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

Die Mutter von Hanni und Nanni „stellte“ Lucy vor dem Klassenraum und drohte ihr lautstark.

„WENN DEINE MUTTER MEINER HANNI NOCH EINMAL EIN BEIN STELLT, DANN STELLE ICH DIR MAL EIN BEIN!“

So laut, dass sogar Linneas weltbeste Klassenlehrerin das hörte, durch die geschlossene Tür hindurch.

Mittlerweile wurden Gespräche geführt. Mit Schulleitung und ohne. Gelöst wurde das nicht wirklich. Demnächst steht der entsprechende Elternabend an und das dürfte spannend werden 😉

Linnea findet das alles gar nicht lustig, denn eigentlich ist sie mit allen gut Freund und nicht bereit sich auf eine Seite zu stellen (was schwer ist. Wenn sie mit der einen spielt, ist die andere beleidigt und deswegen auch gleich die dementsprechende Clique…).

Ich wäre sooo gerne bei dem Elternabend dabei 😉

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Louis' & Linneas Schulzeit

3 Antworten zu “Wenn Eltern in den Kindergarten gehören

  1. Elternabend ist gaaanz großes Kino, war letztes Jahr bei dem der Fünfer dabei… 😀 (manchmal taten mir echt die Lehrer und die vernünftigen Eltern leid… ;-))

    schade find ich nur, wenn die kleinen Zickenkriege zwischen den Erwachsenen Auswirkungen auf die Kinder haben, so wie du´s oben beschreibst.

  2. Kamera installieren, Live-Stream aufbauen und Popcorn kochen.

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