Notenroulette

Wir haben ein Kommunikationsproblem. Zumindest konstatierte Lorena das in unserer Deutschstunde. Frau Neon weilte draußen auf dem Flur, um die mündlichen Noten mitzuteilen und zu besprechen.

Noten sind böse.

Sie zerstückeln eine Klassengemeinschaft in rivalisierende Gruppen (wir könnten das für Philosophie als Beispiel für Thomas Hobbes‘ Menschenbild anführen!). Noten so zu verteilen, das alle sich gerecht bewertet fühlen, ist scheinbar unmöglich.

Schon in Geschichte hatten wir unsere mündlichen Noten erhalten (die Klausur schreiben wir erst am Mittwoch). Diese reichten von einem bis hin zu dreizehn Punkten.

Ein Punkt, das ist ganz schön hart. „Für Anwesenheit“.

In Deutsch haben wir die Klausur zurückbekommen und sie ist furchtbar schlecht ausgefallen. Meine war mit elf Punkten noch am besten. Das ist schon traurig (und interessant… auf’m Rand sind überall +-Vermerke oder „sehr guts“… aber was soll’s…).

Die mündlichen Noten reichten hier von acht bis dreizehn. Immerhin ein nicht ganz so großer Unterschied, aber trotzdem nicht so prickelnd, wenn man bedenkt, dass wir nur fünf Leute im Leistungskurs sind: Timon, Lorena, Anouk, Elli und ich.

Es gibt Leute, die sich jetzt ungerecht bewertet fühlen. Die sagen, dass ich beispielsweise meine mündliche Note nicht verdient hätte, weder in Deutsch noch in Geschichte. Nicht im Vergleich.

Vergleiche sind sowieso nicht so toll, weil jeder ein wenig anders ist. Aber für eine Bewertung muss dieser Vergleich ja als Grundlage dienen, das ist mir natürlich auch klar. Früher habe ich oft genug mündliche Noten bekommen, die mit der Qualität meiner Beiträge gerechtfertigt wurden. Jetzt stehe ich einmal auf der anderen Seite. Teresa hat dieselbe Note wie ich, weil ihre Beiträge eloquenter sind.

Ich weiß, wie es denen geht, die eine Note bemängeln. So wie mir bei Frau Ranks Benotungen. Man fühlt sich ohnmächtig gegenüber diesen aburteilenden Zahlen.

Gibt es überhaupt die Möglichkeit einer objektiven Benotung?

„Du hast dich ja ganz schön mit der angefreundet.“ – das war der Kommentar meiner Mutter zu meinen mündlichen Noten.

Beruht das wirklich alles auf Subjektivität..?

Die Englischklausur ist geschrieben, Herr Frettchen jetzt nicht in der Schule (krank?). Die spielpraktische Probe in Darstellendes ist über die Bühne gegangen und ich habe halbwegs verständlich gesprochen.Die Bioklausur bekommen wir wohl morgen wieder. Geschichte und Mathe schreiben wir noch. In Philosophie haben wir eine „erweiterte Hausaufgabe“. In Politik haben wir einige Aufgaben, die wir als Mappe abgeben müssen.

Heute wäre eigentlich Spanisch als Klausur dran gewesen. Aber als ich zu der Schule kam, in der wir Unterricht haben, hieß es: Nichts ist. Senor Enano hat scheinbar vergessen, die Klausur jemandem zu hinterlegen… und jetzt ist er in Schottland. Tja… 😀

Das Notenrad dreht sich unaufhaltsam weiter und weiter…

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Schulkram

5 Antworten zu “Notenroulette

  1. ob´s objektiv geht? Bezweifel ich. Selbst wenn der Lehrer sich wirklich Mühe gibt, neutral zu bleiben – irgendwo spielen doch immer persönliche Anti-/Sympathien eine Rolle.

    Unser GK-Lehrer gibt beispielsweise ausnahmslos allen Mädchen eine mündliche 4. Und dabei ist der weibliche Teil bei uns eigentlich eher der leistungsstärkere. Dagegen ankämpfen oder ausdiskutieren ist aber sinnlos, endet nur mit einer mündlichen 5…

    Meiner Erfahrung nach spielt auch die schriftl. Leistung bei der mündl. eine Rolle^^

    • Wahrscheinlich hast du Recht… Herr Fabulant war in der Mittelstufe so ein Kandidat, da haben Mädchen gleich eine Note besser bekommen – und wenn du einmal freiwillig bei einem seiner Projekte mitgemacht hast, konntest du dir deiner mündlichen Eins sicher sein…

  2. Ich glaub nicht, dass das immer so 100% objektiv ist. Kann gar nicht. Aber ich finde, wenn der Lehrer sich bemüht, so objektiv wie möglich zu sein, dann kann man nicht mehr verlangen.

  3. runninggag

    Mein mathelehrer hat, da ihm die vielen Beschwerden zu dumm wurden, kurzerhand alle Namen auf Folie gedruckt und die klasse eine Reihenfolge erstellen lassen. Das ging nur deshalb gut weil wir nen super Klassenklima hatten und mobbing kein Thema war bei uns… Jedenfalls haben wir festgestellt, dass es alles andere als einfach ist, faire mündliche Noten zu erstellten.
    Unbenommen bleiben natürlich eindeutig unfaire fälle wie alle Mädchen kriegen automatisch ne vier… Aber wir haben uns danach nur noch sehr selten beschwert.

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