Umzug (Die Zweite)

An demselben Tag sollten natürlich auch schon die Betten stehen (sinnvollerweise 😉 ). Zusammengebaut werden mussten also zwei Hochbetten und ein normales. Beim Zusammenbauen der Hochbetten war ich nicht dabei, ich habe es nur immer mal wieder krachen hören (und teilweise auch Fluchen)… Dafür aber bei dem normalen. Nele war grad wieder irgendwo in der Wohnung unterwegs und Thomas und ich betrachteten die Einzelteile, die für den Zusammenbau so notwendig sein würden. Erstaunlicherweise waren auch kleine Holzklötzchen mit der Aufschrift „Jenga“ dabei. Wem das nichts sagt: Das ist ein Spiel, bei dem aus einem Turm aus ebendiesen Holzklötzchen immer abwechselnd eines hinausgezogen und oben drauf gelegt wird. Bei wem der Turm dann umfällt, der hat eben verloren.

Was das aber beim Zusammenbau eines Bettes sollte?

Nele gab uns wenig später grinsend die Antwort: Da es ein Doppelbett sei und zwei solcher Einlegelattenroste habe, müsse man ja etwas dazwischen stecken, damit die Dinger an ihrem Platz bleiben.

Eine interessante Verwendungsmöglichkeit, muss ich schon sagen 😉

In der Nacht habe ich dann übrigens in dem einen Hochbett geschlafen – glücklicherweise hat es mich ausgehalten. Ja, ich gebe es zu, ich habe ein wenig meine Zweifel an den Baukünsten derjenigen, die’s eben aufgebaut haben, gehabt…

Am nächsten Tag ging es dann weiter, es war ja bei weitem nicht alles fertig.

Das letzte Bett wurde aufgebaut und ich durfte Bücher ins Regal sortieren (nachdem ich es ausgewischt habe natürlich). So etwas mache ich ja nun gerne, aus diesem Grunde habe ich ja auch mal ein Praktikum in einer Bibliothek gemacht. Ominöserweise passten allerdings nicht mehr alle Bücher in das Regal, die laut Neles Aussage vorher dringestanden haben. Merkwürdig, aber nicht zu ändern.

Beim Einsortieren habe ich auch gleich ein Buch gefunden, was mir sehr gefallen hat (einfach vom Titel und Klappentext her – mittlerweile habe ich es aber auch gelesen):

„Ich darf das, ich bin Jude“ von Oliver Polak.

Und, man kann es nicht anders sagen: Der Name ist Programm. Wer aber nicht über politisch Inkorrektes lachen kann, der sollte dieses Buch eher meiden 😉

Später hatte ich noch so wahnsinnig verantwortungsvolle Aufgaben wie Kindersicherungen in Steckdosen zu kleben und auf Leitern stehenden Leuten Schrauben wieder aufzuheben. Ach, und nicht zu vergessen: Den Staubsauger beim Löcher bohren drunterhalten 😉

Erwähnenswert ist auch noch der Tischler, der am Freitag kommen sollte, um den Zaun auszubessern und die Arbeitsplatte in der Küche zuzuschneiden (und um Nele glücklich zu machen, erwähne ich es hier extra: Nele hat eine tolle Küche! Mit Spülmaschine! Und grünen Fliesen, gelben Schränken und einer dunklen Arbeitsfläche. Total schick!).

Ausgemacht war halb Zehn. Wann klingelte es? Um dreiviertel Acht – für alle Normaldeutschen ( ;P ) übrigens Viertel vor Acht. Das war schon eine Merkwürdigkeit, aber da er und sein Kollege sich sowieso erst um den Zaun kümmern wollten nicht weiter schwierig. Um Eins kam dann Thomas (ja, genau der, mit dem ich das Regalbrett kaputt gemacht habe *hust*). Der sollte nämlich die Lampen aufhängen und die Wasserleitungen wieder anschließen, sobald die neue Arbeitsfläche angebracht ist. Das kann der nämlich 😉

Und eigentlich hat Nele diese fachkräftige Hilfe Katja zu verdanken, der Lebensabschnittverschönerin von Thomas, das ist nämlich eine Freundin von ihr. Dadurch entstand folgendes Gespräch:

Nele: „Das macht er toll, oder Muffin?“
Thomas: „Ja… empfehlt mich bitte nicht weiter.“
Nele (grinsend): „Oh, ich kenn da einen, der hat mir meine Küche gemacht, der hilft dir bestimmt auch gerne…“
Thomas: „Ja, genau. Den kannst du auch rund um die Uhr anrufen, um halb Drei nachts, deutschlandweit, der hilft dir gerne.“

Nele: „Ihr scheint eine sehr glückliche Beziehung zu führen.“
Thomas: „Ja, seitdem ich Umzüge mache: „Schatz, mach‘ du mal deinen Umzug und lass mich machen.““

Ich mag ihn ;D

Irgendwann war der Tischler dann auch mal wieder zurück, der hatte nämlich Mittagspause und meinte gleich, dass er nochmal wiederkommen müsste, wegen des Zauns… da hätten sie nämlich zehn Latten zu wenig mitgebracht. Er hatte also getreu dem Wortsinn nicht alle Latten am Zaun 😀

Sehr sympathisch war auch, dass er die ganze Zeit, während er seine Berechnungen auf der Arbeitsfläche anstellte wegen der Löcher für Ceranfeld und Spüle, vor sich hinmurmelte, sodass Nele ganz leise meinte: „Ich dachte, dass das nur Frauen machen, beim Reden Lösungen finden…“. Das war ziemlich lustig. Fast so lustig wie Neles Gesichtsausdruck, als der Tischler dann irgendwann meinte: „Hm, jetzt hab ich was falsch gemacht.“…

Zum Glück, bevor er irgendwas zugeschnitten hat 😉

Nele ist daraufhin aber lieber aus der Hörweite verschwunden…

Schlussendlich hat aber doch alles mehr oder weniger gut geklappt und auf dem einzigen Bild, das Nele vom Umzug hat, sitze ich (sehr elegant natürlich *hust*) auf ihrer neuen Arbeitsplatte (damit die nicht verrutscht) und Thomas steckt so halb im Schrank über dem ich sitze, weil er ja die Arbeitsplatte festschrauben musste.

Übrigens sind diese schicken Muffins, die in meinem Blog-Hintergrund zu sehen sind, in ebendieser tollen Küche entstanden. Die übrigens eine Spülmaschine hat. Hab‘ ich das schon erwähnt? 😉

 

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