Monatsarchiv: Juli 2012

Ariadne

Ariadne, oder auch kurz Ari genannt, ist echt eine Klasse für sich. Ich mag sie sehr.

Um sie kurz vorzustellen: In ihrem Kurs wird über die alten Römer gesprochen.

„Die alten Römer waren dekadent, selbstverliebt und hielten sich für Götter.“

„Ari, das klingt ganz nach dir!“ (Zwischenruf)

Ja, manchmal könnte man Ari wirklich Arroganz unterstellen. Mir aber auch (vielleicht verstehen wir uns ja deswegen?).

Ari liebt Schmuck, vor allem Ohrringe (das Mädchen hat (laut eigenen Aussagen) über 365 Paare! Sie könnte jeden Tag ein anderes Paar tragen – über ein Jahr lang!) und den Film Inception. Ich habe ihn jetzt schon mehrfach zusammen mit ihr geschaut und es kann durchaus passieren, dass wir ganze Gespräche mit Zitaten aus diesem Film führen.

Was wir auch gerne tun ist, über Fanfictions zu Inception zu reden oder über heiße Briten in dreiteiligen Anzügen allgemein. Oder Mombasa.

Ari ist ein Filmjunkie. Nenne mir irgendeinen Film und sie wird dazu etwas sagen können. Egal, ob Literaturverfilmung oder Liebeskomödie – für derlei Dinge hat sie ein fantastisches Gedächtnis.

In der Mathematik lässt ihr Gedächtnis sie jedoch im Stich. Im letzten Schuljahr war sie mit mir zusammen in einem Mathekurs, dann kam sie aber in einen anderen. Schade, denn die Mathestunden waren mit ihr mindestens fünfmal so kurz wie jetzt. Philosophie hatten wir auch zusammen und dabei zeigte sich eine weitere herausragende Eigenschaft von ihr: Die ihr eigene Logik.

Diese lässt sie in der Mathematik zwar häufig genug an Textaufgaben (ver-)zweifeln, da sie nicht einsieht, warum man denn ausrechnen solle, mit welcher Form und Größe man mit der vorgegebenen Drahtmenge den größtmöglichen Auslauf für seine Kaninchen erhält, anstatt einfach in den Baumarkt zu fahren und mehr Draht zu kaufen.

In der Philosophie aber war sie ganz in ihrem Element, vor allem, als wir einmal einen antiken Philosophen „auftreten“ lassen sollten (Text dazu schreiben etc.)… Ohne Lorbeerkranz ging da nichts! 😀 Was dazu führte, dass wir Grünzeug um ihren Haarreifen wickelten und diesen dann „falschherum“ aufsetzten.

Kreativ ist dieses wunderbare Mädel also auch noch.

In ihrer Freizeit spielt sie gerne Volleyball und arbeitet in dem hiesigen Theater als Mädchen für alles, was dazu führt, dass sie immer ein paar lustige Geschichten parat hat.

Beispiel gefällig?

Ari hat Probleme, das Geld für Theaterkarten vom Konto eines Herrn abzubuchen. Dieser hat eine Telefonnummer hinterlassen, also ruft sie dort an. Die Frau des Mannes meldet sich und Ari schildert das Problem und gibt die Kontonummer, die sie da hat, durch. Die überraschende Antwort der Frau: „Das Konto kenne ich gar nicht…“
Also gibt die Dame Ari die Handynummer ihres Mannes, damit sie das mit ihm klären kann. Ari ruft also dort an und schildert das Problem abermals. Und der Mann ganz locker:
„Ach, das ist das Konto für die andere Frau.“

So kann’s gehen. Was aus der/den Beziehung(en) geworden ist, weiß Ari leider nicht. Aber sie hat ja noch irgendwo die Telefonnummer… Man könnte ja mal nachfragen… 😀

Eine kurze Vorstellung, die natürlich in keinster  Weise ausreicht, um Ari in all ihren Facetten darzustellen. Aber zumindest ein bisschen 😉
Eure Sunshinemuffin

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Karate-Wettkampf-Ergebnisse

Mittlerweile war ich sogar schon auf zwei Wettkämpfen. Von dem einen Mal habe ich ja hier erzählt. Da habe ich es ja auch zwei Wochen im Voraus erfahren, dass ich dort starten soll. Der Wettkampf war dann kurz bevor ich nach Rom geflogen bin.

Morgens trafen wir uns alle noch nicht so ganz wach (es war früh!), aber schon mit geflochtenen Haaren (zumindest teilweise). Wegen der Haare habe ich mir beinahe einen ebenso großen Stress gemacht wie überhaupt wegen des Wettkampfs und wegen der Kata und überhaupt – ja, das mutet etwas seltsam an, aber ich bin nunmal so. Bei meinen Haaren gibt es nämlich das Problem, dass sie nicht alle in einem Zopf halten, weil sie vorne eben nicht lang genug dafür sind. Normalerweise stört mich das nicht allzu sehr, weil die Strähnen eigentlich recht gut aussehen, allerdings ist das beim Wettkampf eben nicht angebracht. Und mit Klammern nach hinten stecken ging auch nicht, weil Klammern und Spangen nicht erlaubt waren. Na toll.
Also habe ich verzweifelt etwas gesucht, um dieses Dilemma zu lösen und es in Form von einer Erklärung zum Flechten von französischen Zöpfen gefunden. Ein wenig geübt, meine kleine Schwester als Testobjekt benötigt und schon konnte ich es – und es geht soviel leichter, als ich es mir vorgestellt habe!

Wir fuhren in Fahrgemeinschaften zum Wettkampf und Lillith fuhr in dem Auto mit, in dem ich mitgenommen wurde. Es war das Auto von dem Vater von einem der kleinen Mädchen, die bei uns im Verein sind.

Die Fahrt war nicht besonders erwähnenswert und irgendwann kamen wir bei dem Wettkampfort an. Dort hieß es dann Umziehen, Warmmachen und… Warten. Warten, warten, warten.

Zwischendurch musste ich auf drei von unseren Kleinen aufpassen, die, ebenso wie Tia, Lillith und ich, ein Kata-Team bildeten. Eigentlich sollten die zusammen trainieren (von einem Weißgurt beaufsichtigt, juhu^^). Haben sie aber nicht. Sie haben die ganze Zeit gestritten. Erst wollte der Eine nicht mehr mitmachen, dann der Zweite und schließlich der Dritte. Das ist ok, damit kann ich ja noch umgehen, das lässt sich klären. Blöderweise waren es zwei Brüder und die Mutter war dabei. Die hat das mitbekommen und sich dann eingemischt – soweit auch noch in Ordnung. Aber das Einmischen ging natürlich nicht auf Deutsch oder sonst einer Sprache, die ich verstehe…

Ergo stand ich doof daneben, während neben mir immer heftiger gestritten wurde… Irgendwann erbarmte sich dann einer der Jungs und erklärte mir, was da gerade vor sich ging (bezeichnenderweise keiner der Brüder).

Schlussendlich wurden die Drei dann aufgerufen zum Fertigmachen und Rhea entschied ob meiner Schilderung der Geschehnisse, dass die Drei sicher nicht wieder ein Team bilden würden…

Irgendwann kamen wir dann auch mal dran. Zuerst einzeln, dann als Mannschaft.

Ich musste gegen Lillith starten. Wir liefen beide Heian Sandan und sie gewann mit 2 zu 1. Das ist wichtig, weil der Eine, der für mich gestimmt hat, uns irgendwie freundlich gesonnen war^^

Lillith traf im Finale dann auf Tia und unterlag – was nicht verwundert, denn Tia ist die Beste von uns (was Kata betrifft, im Kumite ist Lillith einen Tick besser).

Ich schaffte es dann noch, in der Trostrunde (also die Runde um Platz 3) gegen ein Mädchen aus einem anderen Verein zu gewinnen und mir somit den dritten Platz zu sichern – Yey!

Wir drei auf dem Treppchen, das war schon einmal große Klasse, vor allem für mich, weil ich ja noch nicht sehr lange dabei bin.

Bei Kata-Mannschaft hatten wir nicht soviel Glück, da unsere Kata eben eine relativ „niedrige“ Kata ist (für den Wettkampf zumindest), dort erreichten wir keine Platzierung.

Auf der Rückfahrt wurden Lillith und ich dann von einer Dan-Trägerin mitgenommen, die zum einen selbst gestartet ist und zum anderen auch Kinder hat, die starteten. Die Tochter und Lillith hatten die Rückfahrt über extrem viel Spaß dabei, den Kopf und die Hände aus den Autofenstern zu strecken 😀

Aber am lustigsten war es, Lillith nach Hause zu bringen. Sie war nämlich eingeschlafen und als sie dann aufwachte und wir ihr sagten, dass sie nun fast zuhause sei, guckte sie sich um und meinte: „Nee… Hier wohn‘ ich net!“

Sie ließ sich dann aber doch noch überzeugen, dass sie eine Straße weiter wohnte 😉

Und der andere Wettkampf… Ja, der war am Tag nach meiner Rückkehr aus Rom. Und eigentlich wusste ich davon nichts, bis ich am Abend des Vorvortages eine SMS von Rhea bekam…

Darin stand, dass sie meine Handynummer von meinem Vater bekommen hätte und nicht gewusst habe, dass ich sie Woche nicht da sei. Wegen Zeitdruck und weil ich bei Facebook nicht geantwortet habe, hätte sie es leider ohne meine Zustimmung entscheiden müssen. Ich sei bei einem Wettkampf angemeldet.

Am besten kann wohl Luna beschreiben, wie ich mich da gefühlt habe… Total aufgedreht und überrumpelt. Zumidnest hat sie das mitbekommen^^

Aber stolz war ich natürlich auch.

Schlussendlich haben wir dann als Mannschaft mangels Gegnern einfach so die Goldmedaille bekommen und in Kata Einzel bin ich Vierte geworden. Das ist doch auch ganz schön 🙂

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Der Schaukeljunge

Bei uns hier ganz in der Nähe steht meine alte Grundschule. Die Schule, die meine kleine Schwester noch besucht und die mein kleiner Bruder bis zu den Sommerferien besucht hat. Wie eigentlich jede Grundschule hat sie einen Schulhof. Dieser hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert, zu meinem Bedauern, wie ich gestehen muss. Beispiele: Die alte „Burg“ aus Holz wurde abgerissen, die Tischtennisplatten, die wir als Beyblade-Arenen benutzten sind fort und die beiden Ringe zum Turnen sind abgehängt worden. Davon bleiben nur die Erinnerungen.

Noch da – inzwischen zwar auch erneuert, aber immer noch am selben Platz – sind die Schaukeln. Es sind zwei Stück, die vom selben Gerüst herabhängen.

Beinahe jedes Mal, wenn ich am Schulhof vorbeigehe, sitzt auf der einen Schaukel ein blonder Junge und schaukelt.

Ich kenne ihn und er mich und ich grüße und unterhalte mich gerne über den Zaun hinweg kurz mit ihm. Meist ist auch seine Mutter dort oder ein anderer Erwachsener und gibt auf ihn Acht.

Leo heißt er und „Löwe“ ist treffend, um ihn zu beschreiben. Er ist etwa so alt wie mein kleiner Bruder und war auch in dessen Klasse. Früher waren die Beiden ganz dick befreundet. Ja, früher…

Ich kenne Leo, seit er klein ist. Schon immer hat er gerne auf dem Schulhof geschaukelt, manches Mal habe ich ihm auch Anschwung gegeben, mit ihm und meinen kleinen Geschwistern gespielt.

Aber Leo wurde krank.

Er hatte Kalkablagerungen im Gehirn und, daraus resultierend, eine Hirnhautentzündung. Was folgte waren lange Behandlungen, Chemotherapie und Reha. Er musste einen Rollstuhl benutzen und später eine Gehhilfe.

Die Schaukel blieb während dieser Zeit verwaist.

Später saß er einfach nur da, auf der Schaukel, ohne zu schaukeln, nicht imstande dazu.

Nun kam ich wieder am Schulhof vorbei und sah ihn dort sitzen, dort schaukeln, aus eigener Kraft.

„Ich bin ein Polizist und ich und mein Kollege jagen Verbrecher!“, teilte er mir freudig mit. Die Stimme klang etwas schleppend, wie sie es schon seit Jahren tut, aber alleine die Tatsache, dass er schaukelt, alleine, brachte mich zum Lächeln.

 

Kämpfe weiter, kleiner Löwe. Hoffentlich wirst du wieder ganz gesund…

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Kunstklausur

Eigentlich dürfte ich meine Klausur ja gar nicht wiederhaben. Habe ich auch offiziell nicht. Hier habe ich ja schonmal geschrieben, wie ich mich gefühlt hab‘, als ich sie geschrieben habe. Nun habe ich sie – beziehungsweise einen Teil von ihr, er wollte sie nämlich eigentlich wiederhaben, – und natürlich auch die Bewertung. Acht Punkte. Damit hätte ich echt nicht gerechnet. Für die Aufgabe zur Haustypenbeschreibung habe ich sogar alle Punkte bekommen – er fand sie lustig.

Ich teile sie gerne mit euch (und kann immer noch nicht glauben, dass ich das verzapft habe…):

[…]
Im Gegensatz zu den schon Genannten ist das Baumhaus sehr ökologisch. Nachteile sind für den modernen Menschen natürlich der fehlende Strom, doch Nachhaltigkeit ist hierzu ein treffendes Wort.
Auch auf dem Wasser vermag man, wenn schon nicht zu gehen, zu leben, auf Hausbooten nämlich. Der große Vorteil hieran ist selbstverständlich die hohe Flexi- und Mobilität. Man braucht sich kein Ferienhaus mehr leisten, sondern kann samt Haus in den Urlaub fahren. Als Nachteil gilt natürlich die begrenzte Größe, die doch recht klein bleibt, sowie etwaige Gefährdung durch Abtreiben oder Ähnliches.
Wer es lieber mit den maulwürfen hält, der ist mit einem Hügelhaus bestens bedient. Der Vorteil daran ist nicht nur, dass man es für Touristenführungen öffnen kann, weil es an die Häuser der Hobbits in „Der Herr der Ringe“ erinnert, nein, man kann soviele Räume haben, wie man möchte, man muss sie nur graben. Ein großer Nachteil ist natürlich die mangelnde Licht- und Sauerstoffzufuhr. Letzterer ließe sich jedoch mit einem ausgeklügelten Belüftungssystem abhelfen.
Zu guter Letzt ein sehr traditioneller Haustyp: Die Höhle. Seit Jahrtausenden immer wieder gern benutzt, in letzter Zeit jedoch etwas aus der Mode gekommen, ist der Vorteil der Höhle Abgeschottenheit von der Außenwelt (gleichzeitig ein Nachteil) sowie der Nachteil der nicht existente Strom, ebenso wie die Sanitäranlagen ein großes Problem.

 

Lieben Gruß

Muffin

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Wohnzimmer

Es ist offiziell, Luna und ich wohnen in der Schule. Der Flur vor dem Lehrerzimmer ist unser Wohnzimmer. Darüber hat die liebe Luna zwar auch schon berichtet, aber wie immer hat sie die interessantesten Dinge einfach weggelassen… Tsst.

Zum Beispiel die Sache mit The Whale. Wer nicht weiß, wer das ist: Das ist unsere „liebe“ Schulleiterin.

Die machte nämlich die Tür zum Lehrerzimmer auf und blieb dann mit der Tür in der Hand stehen, sah uns an und fragte: „Was habt ihr denn vor?“

Wir natürlich ganz verblüfft und fragen zurück: „Wieso?“, woraufhin sie meinte, dass sie uns ja dauernd vor dem Lehrerzimmer sähe und eben neugierig wäre. Ahjaa…

Kaum war sie dann außer Hörweite meinte ich zu Luna, dass wir hätten sagen sollen, dass wir einen Anschlag auf die Schule planen… Das war so eine Steilvorlage, mal ehrlich. Hätte uns aber wohl viel Ärger eingebracht, vor allem nach der Sache mit dem Amokalarm…

Dass Luna die nächste Sache weggelassen hat, ist verständlich, da war sie nämlich gar nicht dabei, da stand ich mit Ari vor dem Lehrerzimmer herum.

Herr Waschbär meinte nämlich, Ari darüber aufklären zu müssen, dass wir grad in meinem Wohnzimmer seien.

Ari konterte damit, dass sie nun hier wohne und Luna rausgeschmissen hätte und ich verlangte Wegzoll, weil Herr Waschbär ja andauernd durch unser Wohnzimmer läuft. Aber er wollte mir keine 4,80 Euro bezahlen, tsst.

Die 4,80 Euro waren übrigens Aris Idee, sie meinte, dass das doch eine nette Zahl sei.

Leider wird es demnächst wohl weniger Lehrerzimmerposts geben, weil uns unsere Freitags-vor-dem-Lehrerzimmer-hock-Stunde gestrichen wurde. Nur so als Vorwarnung 😉

Übrigens: Genau JETZT bin ich in Rom. Dank sei der Vorprogrammierung von Posts 😉

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