Stoisch

Man merkt vielleicht, dass ich beinahe jede Philosophiestunde verblogge, was kaum verwunderlich ist, denn ich finde die Themen einfach interessant und den Unterricht lustig.

Heute bekam Elli ihre Klausur zurück, mit Blau korrigiert natürlich. Ich meine jedoch nicht. Frau Blümchen sah mich entschuldigend an und meinte, dass sie die Klausur vor Augen hätte, aber nicht wüsste, in welches Fach sie sie gelegt hätte. Das sei der Nachteil beim Korrigieren mit anderen Farben, es fiele nicht so auf…

Ich bin ja mal gespannt, wann ich die denn nun wiederbekomme 😉

Heute behandelten wir die Stoiker, beziehungsweise vorwiegend Epiket (oder auch Epiktet, Frau Blümchen benutzte erstere Schreibweise, war sich allerdings auch nicht sicher). Wir begannen damit, indem wir zusammentrugen, was das Wort „stoisch“ denn überhaupt bedeute. Etwas ohne jede Gemütsregung zu ertragen und das passiv. Das war unsere Auffassung dieses Wortes und daraufhin überlegten wir, auf wen das wohl zutreffen könnte. Angela Merkels Name fiel beispielsweise. Wir besprachen aber auch, dass es problematisch sei, einen Menschen so zu beurteilen, da man ja nicht wissen könne, wie er im Privatleben sei. Eben der typische Unterschied zwischen Schein und Sein.

Schließlich teilten wir uns in vier Gruppen auf, beziehungsweise sollten wir das, um uns in den vier Ecken des Raumes zu treffen (eine Methode, die Frau Blümchen momentan scheinbar gerne verwendet). Ganz ging es natürlich nicht auf, also bildeten wir drei Dreier- und eine Zweiergruppe. Dann sollten wir vier Stühle in jede Ecke stellen, damit wir uns da auch niederlassen können… – ähm, moment, da passt doch was nicht… Zweier- und Dreiergruppen…. Vier Stühle… Frau Blümchen hat’s eben nicht so mit Zahlen 😉

In jeder Ecke lag dann ein sehr kurzer Ausschnitt aus Epikets „Handbüchlein der Ethik“. Diesen sollten wir besprechen und möglichst lebenspraktische Beispiele dafür finden.

Ein Ausschnitt war beispielsweise:

„Bemühe dich nun, dir bei jeder widrigen Vorstellung alsbald zu sagen: „Du bist eine Vorstellung und durchaus nicht das, was du scheinst.“ Sodann untersuche und beurteile sie gemäß den Regeln, die du hast, und zwar zunächst und vorzüglich danach, ob sie den Dingen, die in unserer Gewalt stehen, oder denen, die nicht in unserer Gewalt stehen, angehöre. Und wenn sie den nicht in unserer Gewalt stehenden angehört, so halte dir sogleich vor Augen: „Es geht mich nichts an.““

Ich weiß ja nicht, an was ihr als erstes denkt bei diesen Worten. Mein erster Gedanke – ein sehr lebenspraktisches Beispiel 😉 – war, dass Klausuren nicht in unserer, also in der Gewalt der Schüler stehen. Man kann sich nicht aussuchen, ob man sie schreiben möchte oder worüber. Also stehen sie nicht in unserer Gewalt und deswegen gehen sie mich nichts an. Eine schöne Schlussfolgerung.

Da man aber auch laut Epiket abwägen soll, muss ich wohl auch weiterhin Klausuren schreiben, es sei denn, ich möchte den „Schmerz“ erleiden, null Punkte zu bekommen beziehungsweise gegebenenfalls nicht versetzt zu werden. Schade aber auch, man soll doch immer fächerübergreifende Zusammenhänge suchen…

Wir haben dann noch die vier Ausschnitte besprochen und die Frage gestellt, ob wir eher zu Epikur oder zu Epiket tendieren würden.

Und dann war die Stunde auch schon zu Ende und dieser Eintrag ist’s ebenso.

Ein abschließendes Zitat Epikets:

Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.

Ich finde dieses Zitat sehr zutreffend, da man, wenn man sich so auf eine Sache fixiert, vor einem Scherbenhaufen ohne Alternativen steht, wenn diese Hoffnung einmal zerbricht. Also immer schön einen Plan B haben ;D

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram, Unterrichtsgeschehen

3 Antworten zu “Stoisch

  1. Naja.
    Epiket ist nicht gerade der zündendste Philosoph.

  2. So langsam hab ich echt das Gefühl, Philosophie ist Altgriechisch ohne übersetzen… O.O Also, der angenehme Teil von Griechisch…

  3. Wenn du Interesse an dem Thema hast empfehle ich dir Marc Aurels „Wege zu sich selbst“. Es ist sehr kurzweilig geschrieben und gibt gute Einblicke.

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