Herr Frettchen und die erste Woche

So, die erste Woche mit unserem neuen Englischlehrer ist vorbei. Vier Stunden, in denen wir ihn und er uns ein wenig beschnuppern konnten.

Nun, was soll ich dazu sagen? Ich hatte eigentlich eine recht ablehnende Haltung ihm gegenüber, obwohl ich ihn niemals im Unterricht hatte. Er war mir einfach nicht so sympathisch. Aber nach dem Fiasko mit Frau Rank dachte ich mir eigentlich schon, dass wir auf jeden Fall ein kleineres Übel bekommen würden als zuvor. Ich versuchte, so vorbehaltslos wie möglich in den Unterricht bei ihm zu gehen und wurde sehr angenehm überrascht. Wenn wir ihn doch bloß statt Frau Rank bekommen hätten… aber das ist ja nur ein Was-wäre-wenn, damit möchte ich keine Zeit vergeuden.

Herr Frettchen hat mich davon überzeugt, dass der Englischunterricht auch wieder Spaß machen und interessant sein kann. Diese Gedanken hatte ich spätestens in der zweiten Woche bei Frau Rank begraben, während ihrer Zeit war der Englischunterricht eine furchtbare Quälerei.

In der ersten Stunde, in der wir ihn hatten, machte er gleich eine lustige Bemerkung über unsere Schulleiterin, The Whale („Please don’t ask me if I’m gonna be your teacher next year.“ – „Nobody knows!“ – „Oh no, that’s not true, at least God knows. And at this school God is female and from Antarctica – she’s walking like that.“), was die Stimmung eindeutig hob. Er setzte sich auch nicht an das Lehrerpult, was gefühlte Meilen von unseren Plätzen entfernt war, sondern – dem guten Beispiel Frau Neons folgend – an einen Platz in unserer Nähe. Pluspunkt!

Er erkundigte sich auch, was wir denn bei Frau Rank gemacht hätten, er hätte darüber von ihr keinerlei Informationen bekommen (wen wundert’s? Mich zumindest nicht.). Daraufhin schwiegen wir und irgendjemand murmelte „Wir haben was gemacht?!“. Schließlich erzählten wir, dass wir die Lektüre „Bend it like Beckham“ bekommen hätten und einige Aufgabenblätter dazu. Besprochen haben wir dazu natürlich nichts, immerhin hat es ja auch Ewigkeiten gedauert, bis Frau Rank das Buch mal besorgt hatte… Das Sprachniveau dieser Lektüre ist auch nicht gerade herausfordernd (ich meine, es wird für B1 + B2 empfohlen, ich habe in der 9ten schon ein Sprachzertifikat für B2 gemacht…).  Außerdem sagten wir, dass wir eigentlich Referate über Indien hätten halten sollen. Wo das ja auch soooo sehr zum Thema gehört; und dass wir Referate über die verschiedenen „waves“ der weiblichen Entwicklung gehalten hätten (Klausurersatzleistung und über die sieben Punkte da könnte ich mich immer noch totärgern).

Herr Frettchen sah insgesamt etwas geschockt aus und wir beschlossen, dass wir einfach den ganzen Müll die gesamten noch geplanten Unterrichtselemente von Frau Rank nicht in unseren weiteren Unterricht implementieren würden. Was habe ich mich da gefreut!

Dann verteilte er sogenannte Study Guides, in denen Multiple Choice-Aufgaben zur Grammatik aufgelistet werden, an uns und wir machten noch einige und dann war die erste Stunde bei unserem neuen Lehrer auch schon rum.
Übrigens, extra für Frau Falke: Die Study Guides sind jeweils elf Seiten. Kopiert. Für jeden von uns. Und übrigens, die Aufgaben zu Bend it like Beckham, die Mr. Suit uns im Auftrag von Frau Rank gegeben hat, sind 22 kopierte Seiten für jeden. Dabei haben wir noch nicht mal alle bearbeitet und werden es wohl auch nicht mehr tun. Tjaha, schön, wenn man funktionierende Kopierer hat 😀

In der nächsten Stunde, einer Doppelstunde diesmal, besprachen wir zuerst einmal die Abiturklausur von diesem Jahr, samt Operatoren und allem Drum und Dran, also auch, was wir denn für Ideen zur Beantwortung dieser Aufgaben hätten und so weiter. Danach gingen wir im zweiten Teil der Doppelstunde in den Computerraum und auf die Seite http://www.breakingnewsenglish.com. Dahinter verbirgt sich eine Seite, auf der in regelmäßigen Abständen über ein aktuelles Ereignis berichtet wird. Das Besondere daran: Es werden zu dem Ereignis Aufgaben gestellt, die zu bearbeiten sind. Das taten wir zu dem Artikel Air-Rage Granny Gets 10-Year Flight Ban. Besonders interessant war die Aufgabe, in der man eine Tabelle mit einigen Arten von Rage ausfüllen musste. Unter anderem, was diese bestimmte Art ist, warum sie geschieht und wie man sie verhindern kann. Lustig war die Antwort von Calvin zu „Trolley rage“. Er beschrieb diese Art von Rage als diejenige, die entsteht, wenn es nur noch einen Einkaufswagen gibt, aber zwei Leute ihn haben wollen… Als Lösungsansatz hatte er „Gewinnen“. Finde ich gut 😀

Ich hatte bei „Office rage“ als Lösungsvorschlag „less coffee“ eingebracht. Herr Frettchen fragte nach und ich meinte, dass es da ja immer Ärger gebe, wer denn den Kaffee zu kochen habe und wie stark und wer abwäscht etc. Er fasste es dann zusammen mit „Also ist Kaffee das Problem. Sprichst du aus Erfahrung?“. Ich verneinte, da ich gar keinen Kaffee mag und er fragte, was ich denn dann gerne trinken würde. Die Antwort war klar: Tee (ich LIEBE Tee!). Daraufhin fragte er Luna, die mit „cold drinks“ antwortete. Herr frettchen verstand das aber nicht und er fragte entgeistert: „Cookies?!“
Ja klar. Ich trinke auch immer Cookies 😀

So verging auch diese Stunde und wir bekamen eine Hausaufgabe, nämlich die, eine der Aufgaben aus der Abiturklausur zu machen.

Heute war nun die letzte Stunde dieser Woche. Herr Frettchen wählte einen interessanten Stundeneinstieg. Er schrieb ein Zitat an die Tafel.

I don’t know. I google.

Dann sprachen wir über dieses Zitat und begründeten unsere Meinung. Das erinnerte mich ein bisschen an die Vorbereitung damals auf das Sprachzertifikat – und das ist GUT! 🙂

Danach besprachen wir die Hausaufgaben und gingen noch ein wenig mehr auf die Abiturklausur im Ganzen ein.

Mein Fazit nach einer Woche: Ich finde es gut, dass wir Herrn Frettchen bekommen haben.

 

(und um noch mit einer kleinen Anekdote abzuschließen…
Wir sind bereits im Raum, es ist vor der ersten Englischstunde mit Herrn Frettchen. Elli äußert Bedenken.
„Ich hatte noch nie einen männlichen Englischlehrer…“
Sie wird komisch angeschaut.
„Und was ist mit Herrn Fellow?“
Elli guckt ein wenig bedröppelt, sie hat ihn tatsächlich vergessen. Dann schlägt sie die Hand vor den Mund und ruft:
„WIE?! Das war ein MANN?!“

😀 )

 

Ich wünsche ein erholsames Wochenende!

Mit lieben Gruß

Muffin

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8 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schulkram, Unterrichtsgeschehen

8 Antworten zu “Herr Frettchen und die erste Woche

  1. „Wie?! Das war ein ein Mann?!“

    Danke, du hast es geschafft, mir heute Abend noch ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern 😉

    Und Herr Frettchen scheint ja echt cool zu sein – aber woher der kreative Name? 😀

    • Das freut mich 🙂
      Und der Name… Naja, sagen wir es mal so, er hat gewisse Ähnlichkeit mit Nagetieren. Also nicht so wirklich bibermäßig und auch nicht maushaft, sondern eben wie ein Frettchen. So vom Äußeren her^^

  2. Na, das klingt ja ganz gut 😀

  3. Das klingt ja sehr nach ein Glücksgriff
    da hoffe ich mal das der Länger Hält

  4. Es freut mich sehr, dass du auch einmal Glück mit deinem Englischlehrer hast. Nach dem, was du erzählst, wird es sicher noch sehr interessant. Und den „frischen Wind“, den er hereinbringt, habt ihr wohl auch gebraucht. 🙂
    Ich hoffe noch öfter von dem netten Herren zu hören.
    P.S.: Tzz. Das war unfair. Ich habe gar nicht… Ist ja nicht meine Schuld, dass der kaputt ist. *heul*

    • *knuddel und Tränen wegwisch*
      Ich bin sicher, dass es noch einiges von ihm zu hören geben wird. Vermutlich wird die Bewertung trotzdem hauptsächlich von Frau Rank abhängen *seufz*
      Aber hauptsache, wir lernen mal etwas für’s Abi 🙂

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