Monatsarchiv: Juni 2012

Stoisch

Man merkt vielleicht, dass ich beinahe jede Philosophiestunde verblogge, was kaum verwunderlich ist, denn ich finde die Themen einfach interessant und den Unterricht lustig.

Heute bekam Elli ihre Klausur zurück, mit Blau korrigiert natürlich. Ich meine jedoch nicht. Frau Blümchen sah mich entschuldigend an und meinte, dass sie die Klausur vor Augen hätte, aber nicht wüsste, in welches Fach sie sie gelegt hätte. Das sei der Nachteil beim Korrigieren mit anderen Farben, es fiele nicht so auf…

Ich bin ja mal gespannt, wann ich die denn nun wiederbekomme 😉

Heute behandelten wir die Stoiker, beziehungsweise vorwiegend Epiket (oder auch Epiktet, Frau Blümchen benutzte erstere Schreibweise, war sich allerdings auch nicht sicher). Wir begannen damit, indem wir zusammentrugen, was das Wort „stoisch“ denn überhaupt bedeute. Etwas ohne jede Gemütsregung zu ertragen und das passiv. Das war unsere Auffassung dieses Wortes und daraufhin überlegten wir, auf wen das wohl zutreffen könnte. Angela Merkels Name fiel beispielsweise. Wir besprachen aber auch, dass es problematisch sei, einen Menschen so zu beurteilen, da man ja nicht wissen könne, wie er im Privatleben sei. Eben der typische Unterschied zwischen Schein und Sein.

Schließlich teilten wir uns in vier Gruppen auf, beziehungsweise sollten wir das, um uns in den vier Ecken des Raumes zu treffen (eine Methode, die Frau Blümchen momentan scheinbar gerne verwendet). Ganz ging es natürlich nicht auf, also bildeten wir drei Dreier- und eine Zweiergruppe. Dann sollten wir vier Stühle in jede Ecke stellen, damit wir uns da auch niederlassen können… – ähm, moment, da passt doch was nicht… Zweier- und Dreiergruppen…. Vier Stühle… Frau Blümchen hat’s eben nicht so mit Zahlen 😉

In jeder Ecke lag dann ein sehr kurzer Ausschnitt aus Epikets „Handbüchlein der Ethik“. Diesen sollten wir besprechen und möglichst lebenspraktische Beispiele dafür finden.

Ein Ausschnitt war beispielsweise:

„Bemühe dich nun, dir bei jeder widrigen Vorstellung alsbald zu sagen: „Du bist eine Vorstellung und durchaus nicht das, was du scheinst.“ Sodann untersuche und beurteile sie gemäß den Regeln, die du hast, und zwar zunächst und vorzüglich danach, ob sie den Dingen, die in unserer Gewalt stehen, oder denen, die nicht in unserer Gewalt stehen, angehöre. Und wenn sie den nicht in unserer Gewalt stehenden angehört, so halte dir sogleich vor Augen: „Es geht mich nichts an.““

Ich weiß ja nicht, an was ihr als erstes denkt bei diesen Worten. Mein erster Gedanke – ein sehr lebenspraktisches Beispiel 😉 – war, dass Klausuren nicht in unserer, also in der Gewalt der Schüler stehen. Man kann sich nicht aussuchen, ob man sie schreiben möchte oder worüber. Also stehen sie nicht in unserer Gewalt und deswegen gehen sie mich nichts an. Eine schöne Schlussfolgerung.

Da man aber auch laut Epiket abwägen soll, muss ich wohl auch weiterhin Klausuren schreiben, es sei denn, ich möchte den „Schmerz“ erleiden, null Punkte zu bekommen beziehungsweise gegebenenfalls nicht versetzt zu werden. Schade aber auch, man soll doch immer fächerübergreifende Zusammenhänge suchen…

Wir haben dann noch die vier Ausschnitte besprochen und die Frage gestellt, ob wir eher zu Epikur oder zu Epiket tendieren würden.

Und dann war die Stunde auch schon zu Ende und dieser Eintrag ist’s ebenso.

Ein abschließendes Zitat Epikets:

Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.

Ich finde dieses Zitat sehr zutreffend, da man, wenn man sich so auf eine Sache fixiert, vor einem Scherbenhaufen ohne Alternativen steht, wenn diese Hoffnung einmal zerbricht. Also immer schön einen Plan B haben ;D

Advertisements

3 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram, Unterrichtsgeschehen

Klausurenlust und -frust

Heute hatte ich „Kontakt“ mit drei Klausuren. Nicht gerade überraschend, immerhin ist das Schuljahr schon fast rum. Zwei habe ich zurückbekommen (beziehungsweise auch nicht), eine geschrieben.

Die eine Klausur, die ich hätte zurückbekommen sollen, war die Philosophieklausur. Die hätte ich zwar auch schon letzte Woche zurückbekommen sollen, aber da war Frau Blümchen noch nicht fertig. Heute dann aber.

Sie sprach vorher noch einmal an, was in den Aufgaben erwartet wurde, was geschrieben wurde etc.. Dann verteilte sie die Klausuren.

„Hm, Tahmid ist nicht da… Muffin…“

Ich meinte dann „Muffin ist da.“, sie lachte ein wenig und meinte, dass sie das ja mitbekommen hätte, aber dass sie meine Klausur gerade nicht gefunden hätte.

Sie hatte sie auch gar nicht dabei, ebensowenig wie Ellis. Sie meinte, dass das wohl daran läge, dass sie unsere Klausuren als erstes korrigiert hätte und dabei kein Rot hatte, also mit Blau korrigieren musste. Das habe sie wohl nachhaltig verwirrt.

Ich fand die Erklärung süß. Die Note und auch unsere Zeugnisnote konnte sie uns trotzdem mitteilen. 14 Punkte in der Klausur und 13 insgesamt sind’s bei mir geworden.

Vielleicht bekomme ich die Klausur ja morgen 😉

Die zweite Klausur war ebenfalls eine, die ich zurückbekommen habe und zwar die zweite Deutschklausur. Schriftlich stehe ich jetzt daank dieser Klausur auf 10 Punkten, weil ich die erste ja ziemlich „verhauen“ hab.

Diese Deutschklausur war recht kompliziert, weil der Text nicht unbedingt das ansprach, was wir bis dahin an Frauenbildern gelernt hatten. Gelernt hatten wir so etwas wie „Femme fatale“, „Femme fragile“, bürgerliche Ideale und so weiter. Wir hatten viel zum Thema Ehe und Sexualität. Der Text legte aber einen Fokus auf die berufliche Karriere der Frau und das sollten wir dann in Relation zueinander setzen, also in Beziehung mit den uns bekannten konstruierten Frauenbildern.

Blöderweise ist Effi Briest dazu ganz und gar ungeeignet und Die Liebhaberinnen nur bedingt, da die Protagonistinnen dort durch die Ehe der Arbeit entkommen wollen… Dennoch, ich habe es besser getroffen als die meisten aus meinem Kurs, ich will also nicht jammern.

Von Lust zu Frust. Zur dritten Klausur, der letzten, die ich dieses Schuljahr geschrieben habe. Eine Kunstklausur zum Thema Wohnbau. Mal ganz davon abgesehen, dass ich sowieso der Ansicht bin, dass man die Bewertung in den musischen Fächern abschaffen sollte (ich hab da so ein Trauma mit meiner Musiknote mal gehabt^^), fand ich die Klausur furchtbar.

Das war die erste Klausur meines Lebens, in der ich eine Aufgabe nicht einmal versucht habe zu lösen. Ich habe sie einfach aufgegeben.

Bei einer anderen Aufgabe sollten wir Haustypen und ihre Vor- und Nachteile auflisten.

Ich schrieb über das freistehende Einfamilienhaus, das freistehende Zweifamilienhaus, das Reihenhaus, das Hochhaus.

Der Wohnblock kam mir kurz in den Sinn, doch ich schrieb ihn nicht auf. Auch das sogenannte Atriumhaus ließ ich weg, obwohl ich daran gedacht habe. Ich weiß nicht, wieso.

Stattdessen schrieb ich über Hausboote („Auch auf dem Wasser vermag man, wenn doch nicht zu laufen, zu leben […]“), über Hügelhauser („Ein Vorteil ist, dass man das Haus für touristische Führungen öffnen kann, da es wie ein Haus der Hobbits aus „Herr der Ringe“ anmutet“), über Baumhäuser („Baumhäuser sind sehr ökologisch“) bis hin zu Höhlen („Seit Jahrtausenden benutzt, aber in letzter Zeit etwas aus der Mode gekommen […]“).

Auf die Bewertung bin ich ja mal gespannt…

Zu guter Letzt sollten wir eine Berliner Mietskaserne anschaulich zeichnen. Ich versuchte es mit Isometrie Din 5 und wenn euch das nichts sagt, seid froh drüber. Luna guckte ab und zu zu mir rüber und meinte dann, ihren Kommentar abgeben zu müssen: „Was machst du denn da?!“
Herr Bleistift lief ab und zu durch den Raum und schaute. Ich kann es aber gar nicht leiden, wenn mir jemand über die Schulter guckt. Vor allem dann nicht, wenn ich weiß, dass ich das, was ich versuche, nicht hinbekomme. Also bedeckte ich mein Blatt (ok, ich legte mich drauf), was mir ein „Mach doch nicht so einen Terz draus.“ von Luna einbrachte.

Ich bekam aber in Kunst noch nie etwas hin, wenn ich mich beobachtet fühle. Nina ging es übrigens genauso, sie bedeckte ihr Blatt auch und auf Nachfrage von Herrn Bleistift, ob er es denn mal sehen könne, sagte sie schlicht und ergreifend „Nein.“.

Irgendwann war aber auch diese Klausur ausgestanden und abgegeben und ich wurde gefragt, warum ich denn so ein Theater gemacht hätte.

Weil ich perfektionistisch bin und alles richtig machen will und keiner soll meine wackligen Versuche auf dem Weg dorthin zu sehen bekommen, darum.

Naja, vorbei ist vorbei. Die Ferien können kommen.

 

 

Übrigens: 100. Eintrag, wuhuuuu! *Konfetti werf und Muffins verteil*

9 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schulkram

Karate-Turnier

Ich weiß, dass ich aktuell ziemlich wenig schreibe, Asche auf mein Haupt. Das liegt daran, dass ich momentan recht viel um die Ohren habe, das Schuljahr neigt sich ja nun auch langsam dem Ende zu. Heute in einer Woche wer ich übrigens in Italien weilen, wegen der Studienfahrt. Mal sehen, wie das wird, berichtet wird natürlich hinterher 😉

Aber ganz viel Zeit in Anspruch nimmt aktuell die Vorbereitung auf meinen aller-, allerersten Wettkampf. Einige wird es sicher wundern, dass ich jetzt schon an einem Wettkampf teilnehme(n darf), obwohl ich doch noch nicht einmal zwei Monate Karate mache und bisher auch noch keine Prüfung gemacht habe. Die Prüfung lege ich aber dann wohl im Juli ab, ich bin da recht zuversichtlich, dass ich das hinbekomme.

Eigentlich wollte ich aber gar nicht beim Wettkampf mitmachen, weil ich dachte, dass es zu früh wäre – andererseits ist das vielleicht meine letzte Chance in U18 zu starten^^

Nun ist es aber so, dass Tia und Lillith gerne nicht nur als Einzelperson, sondern auch als Kata-Team starten wollten. Dafür braucht es aber drei Personen. Eigentlich sollte ein Mädchen bei ihnen mitmachen, dass sie kaum beziehungweise gar nicht kennen, aber das ist dann abgesprungen, wegen Krankheit oder so. Und bei dem Training am Samstag, also vor acht Tagen, habe ich dann mit denen geübt, weil das von der Größe her ungefähr passt (ich bin etwas größer als die beiden, sehe aber scheinbar jünger aus, zumindest schätzte Lillith mich auf dreizehn – interessant, übrigens 😉 ). Also machte ich das. Die Kata, die die beiden laufen wollten, Heian Sandan, hatte ich bis dahin nur ein-, zweimal gelaufen, aber da ich mir Abläufe recht gut merken kann, habe ich mich ganz gut geschlagen. Dann, irgendwann im Training winkte Rhea, unsere Trainerin, mich zu sich und meinte einfach zu mir, dass sie mich nun für den Wettkampf aufgeschrieben hätte. Ich guckte sie an wie ein Auto, muss ich sagen, so überrascht war ich. Gleichzeitig bemerkte ich auch so ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch und ein bisschen stolz war ich auch, dass mir das zugetraut wurde.

Also habe ich mich gleich auch noch überreden lassen, auch in Kata Einzel zu starten. Naja, da werden Tia und Lillith immerhin nicht Letzte 😉

Also übe ich jetzt brav zuhause meine Kata und vor allem meine Stände (speziell den Kibadachi), um Tia, Lillith und Rhea nicht zu enttäuschen.

Drückt mir mal feste die Daumen für den Wettkampf – wie er gelaufen ist, berichte ich dann auch irgendwann^^

5 Kommentare

Eingeordnet unter Anderes

Zu weit gegangen.

Ich habe Señor Enano noch nie so wütend erlebt.

Schuld daran war Judith. Wir mussten Kurzvorträge über die comunidades autónomas halten, jeder über eine. Ich habe meinen Vortrag über das Baskenland als Erste gehalten. Heute waren Ilvy und eben Judith dran. Ilvy mit Extremadura und Judith mit Cataluña, also Katalonien. Judith war die Erste der Beiden. Sie schlug sich recht wacker, bis Señor Enano sie verbesserte. Das macht er bei jedem, natürlich, denn es ist ja seine Aufgabe, uns Spanisch richtig beizubringen. Bei Vorträgen hält er sich damit auch zurück und greift nur bei groben Fehlern ein. Aber das auch bei jedem. Das hat er auch bei mir gemacht.

Auf diese Verbesserungen reagierte Judith schon empfindlich und meinte zu Señor Enano, dass er sie doch bitte nicht unterbrechen solle. So führte Judith dann ihren Vortrag auch zu Ende. Als dann eine Nachfrage kam, nämlich die, was „árabe“ denn sei, er habe das nicht ganz verstanden (von Ilai), kam es zu der Vorstufe des größten Wutausbruchs von Señor Enano bisher… Aber der Reihe nach.

Judith sollte anworten. Auf Spanisch. Sie fragte, ob sie es nicht auf Deutsch machen könne und Señor Enano meinte (auf Spanisch), dass sie es doch probieren sollte. Da kam dann, mit einer kurzen Pause, während der Judith auf ihre Karteikarten guckte, von ihr ein genervtes „Oah, Macker!“.

Señor Enano bezog das auf sich und regte sich ziemlich darüber auf. Judith entgegnete, dass sie es nicht gut fände, vor dem Kurs so heruntergemacht zu werden und dass Señor Enano ja nicht die ganze Zeit sagen müsste, wie schlecht sie sei (hat er eigentlich gar nicht, aber gut…). Dann antwortete sie auf Ilais Frage und das mit ziemlicher Unkenntnis und somit auch falschen Antworten. Unter anderem verwechselte sie erst Andorra mit Aragón und behauptete dann, dass in Aragón Arabisch gesprochen würde (natürlich wird da Spanisch gesprochen). Das verbesserte Señor Enano wieder, woraufhin Judith sich darüber aufregte und meinte, dass sie das ja nicht alleine gemacht hätte, dass sie das alles hätte gegenlesen lassen und so weiter. Dass das so im Internet stünde und sie es so herausgefunden habe…

Aber das alles war noch harmlos. Relativ.

Judith setzte sich hin (sie saß direkt hinter mir) und begann zu weinen.

Señor Enano meinte zu ihr, dass er es nicht in Ordnung fände, dass sie jetzt weine, weil er ja nur sachliche Kritik geäußert habe.

Jedenfalls ging dann die Stunde weiter und ich hörte die ganze Zeit das Schluchzen hinter mir. Ein ziemlich doofes Gefühl, muss ich sagen.

Ilvy hielt ihren Vortrag, las dabei aber etwas von ihren vorbereiteten Zetteln ab, was Señor Enano kritisierte und anregte, für das nächste Mal doch ein Plakat zu machen und sich dadurch die Redeanregungen zu holen.

Da meldete sich Judith zu Wort, sie hätte ja gestern Abend kein Plakat mehr kaufen können, weil sie ja mit ihrem Musikkurs weggewesen sei und erst um zwei Uhr nachts nach Hause gekommen sei und sich dann noch hingesetzt hätte, um ihr Referat zu machen. Eigentlich hätte sie das ja mit Powerpoint machen wollen und hätte Señor Enano deswegen auch gestern noch eine E-Mail geschickt…

Gestern. Gestern.

Dass wir Vorträge halten sollen, wissen wir seit einem Monat. Warum „musste“ sie das dann gestern machen?

Dann diskutierten Señor Enano und sie miteinander. Darüber, dass sie sich heruntergemacht fühle und ungerecht behandelt und dass sie eben ein Problem mit Spanisch habe. Dass sie es gemein fände, wenn er sie direkt auf ihre Fehler hinweist, das könnte man ja auch nach dem Vortrag machen. So etwas eben.

Señor Enano konterte damit, dass er meinte, sie könne das Referat gerne noch einmal mit der Powerpoint machen, das sei kein Problem. Und dass die Sätze, so wie Judith sie gebildet hatte eben keinen Sinn ergeben hätten. Und dass er ja nur bei den drei schwerwiegendsten Fehlern eingegriffen hätte und nicht bei den fünfundzwanizig anderen.

Das kam natürlich bei Judith extrem schlecht an und sie beschwerte sich, dass er sie vor der ganzen Klasse bloßstellen würde und sagen wolle, dass sie voll schlecht sei, worauf Señor Enano sie darauf hinwies, dass sie es doch gerade provoziere.

Sie meinte, sie wolle sich nicht mit ihm streiten, aber … Er sagte, dass sie es gerade tue.

Und dann irgendwann kam der Punkt, an dem sie etwas sagte und er anfing, etwas zu erwidern und sie ihm dann ins Wort fiel. Señor Enano rastete aus.

„Jetzt halt doch mal den Mund, Judith! Ich will jetzt kein Wort mehr von dir hören! RAUS! Geh nach Hause!“

Seine Hände zitterten extrem stark vor Wut, während er dies schrie. Judith setzte zu einer Erwiderung an, doch brachte nur ein paar Worte heraus, ehe Señor Enano reagierte.

„Raus! Und jetzt kein Wort mehr, sonst zieht das noch einen blauen, grünen oder gelben Zettel nach sich!“

Ein solcher Zettel ist eine Benachrichtigung an die Eltern. Drei davon und du riskierst einen Schulverweis oder zumindest eine Suspension vom Unterricht.

Jetzt setzte Judith dazu an, sich zu entschuldigen, doch Señor Enano hörte ihr nicht mehr zu.

„RAUS!“

Und Judith ging mit den Worten „Wie kann man nur so herzlos sein?!“ und knallte die Tür hinter sich zu. Wir hörten, wie sie draußen anfing, zu schluchzen. Es klang jämmerlich.

Señor Enano schien beinahe neben sich zu stehen. Er hielt uns übrigen Schülern noch kurz eine Predigt, dass er so etwas nicht dulden könne, auch wenn es mit noch so viel Weinen einherginge. Dann beendete er den Unterricht mit den Worten:

„Die Vorstellung für heute ist vorbei.“

Auf der Treppe im Eingangsbereich fanden wir Judith dann, völlig aufgelöst. Wir versuchten dann ein wenig, sie zu trösten, sie zur Vernunft zu bringen, denn das wäre ja alles nicht passiert, wenn sie nicht unbedingt so mit ihm hätte diskutieren wollen. Ilvy, Tahmid und Lena gingen zu Señor Enano, um mit ihm darüber zu sprechen, Federica, Solange und ich blieben bei Judith.

Ich glaube nicht, dass Señor Enano sehr nachtragend ist. Er meinte, es sei für ihn nun abgehakt und hat sogar das Angebot erneuert, dass Judith ihren Vortrag noch einmal mit Powerpoint halten dürfe. Das ist doch echt nett von ihm, oder?

Trotzdem… Die Situation war furchtbar…

5 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram

Herr Frettchen und die erste Woche

So, die erste Woche mit unserem neuen Englischlehrer ist vorbei. Vier Stunden, in denen wir ihn und er uns ein wenig beschnuppern konnten.

Nun, was soll ich dazu sagen? Ich hatte eigentlich eine recht ablehnende Haltung ihm gegenüber, obwohl ich ihn niemals im Unterricht hatte. Er war mir einfach nicht so sympathisch. Aber nach dem Fiasko mit Frau Rank dachte ich mir eigentlich schon, dass wir auf jeden Fall ein kleineres Übel bekommen würden als zuvor. Ich versuchte, so vorbehaltslos wie möglich in den Unterricht bei ihm zu gehen und wurde sehr angenehm überrascht. Wenn wir ihn doch bloß statt Frau Rank bekommen hätten… aber das ist ja nur ein Was-wäre-wenn, damit möchte ich keine Zeit vergeuden.

Herr Frettchen hat mich davon überzeugt, dass der Englischunterricht auch wieder Spaß machen und interessant sein kann. Diese Gedanken hatte ich spätestens in der zweiten Woche bei Frau Rank begraben, während ihrer Zeit war der Englischunterricht eine furchtbare Quälerei.

In der ersten Stunde, in der wir ihn hatten, machte er gleich eine lustige Bemerkung über unsere Schulleiterin, The Whale („Please don’t ask me if I’m gonna be your teacher next year.“ – „Nobody knows!“ – „Oh no, that’s not true, at least God knows. And at this school God is female and from Antarctica – she’s walking like that.“), was die Stimmung eindeutig hob. Er setzte sich auch nicht an das Lehrerpult, was gefühlte Meilen von unseren Plätzen entfernt war, sondern – dem guten Beispiel Frau Neons folgend – an einen Platz in unserer Nähe. Pluspunkt!

Er erkundigte sich auch, was wir denn bei Frau Rank gemacht hätten, er hätte darüber von ihr keinerlei Informationen bekommen (wen wundert’s? Mich zumindest nicht.). Daraufhin schwiegen wir und irgendjemand murmelte „Wir haben was gemacht?!“. Schließlich erzählten wir, dass wir die Lektüre „Bend it like Beckham“ bekommen hätten und einige Aufgabenblätter dazu. Besprochen haben wir dazu natürlich nichts, immerhin hat es ja auch Ewigkeiten gedauert, bis Frau Rank das Buch mal besorgt hatte… Das Sprachniveau dieser Lektüre ist auch nicht gerade herausfordernd (ich meine, es wird für B1 + B2 empfohlen, ich habe in der 9ten schon ein Sprachzertifikat für B2 gemacht…).  Außerdem sagten wir, dass wir eigentlich Referate über Indien hätten halten sollen. Wo das ja auch soooo sehr zum Thema gehört; und dass wir Referate über die verschiedenen „waves“ der weiblichen Entwicklung gehalten hätten (Klausurersatzleistung und über die sieben Punkte da könnte ich mich immer noch totärgern).

Herr Frettchen sah insgesamt etwas geschockt aus und wir beschlossen, dass wir einfach den ganzen Müll die gesamten noch geplanten Unterrichtselemente von Frau Rank nicht in unseren weiteren Unterricht implementieren würden. Was habe ich mich da gefreut!

Dann verteilte er sogenannte Study Guides, in denen Multiple Choice-Aufgaben zur Grammatik aufgelistet werden, an uns und wir machten noch einige und dann war die erste Stunde bei unserem neuen Lehrer auch schon rum.
Übrigens, extra für Frau Falke: Die Study Guides sind jeweils elf Seiten. Kopiert. Für jeden von uns. Und übrigens, die Aufgaben zu Bend it like Beckham, die Mr. Suit uns im Auftrag von Frau Rank gegeben hat, sind 22 kopierte Seiten für jeden. Dabei haben wir noch nicht mal alle bearbeitet und werden es wohl auch nicht mehr tun. Tjaha, schön, wenn man funktionierende Kopierer hat 😀

In der nächsten Stunde, einer Doppelstunde diesmal, besprachen wir zuerst einmal die Abiturklausur von diesem Jahr, samt Operatoren und allem Drum und Dran, also auch, was wir denn für Ideen zur Beantwortung dieser Aufgaben hätten und so weiter. Danach gingen wir im zweiten Teil der Doppelstunde in den Computerraum und auf die Seite http://www.breakingnewsenglish.com. Dahinter verbirgt sich eine Seite, auf der in regelmäßigen Abständen über ein aktuelles Ereignis berichtet wird. Das Besondere daran: Es werden zu dem Ereignis Aufgaben gestellt, die zu bearbeiten sind. Das taten wir zu dem Artikel Air-Rage Granny Gets 10-Year Flight Ban. Besonders interessant war die Aufgabe, in der man eine Tabelle mit einigen Arten von Rage ausfüllen musste. Unter anderem, was diese bestimmte Art ist, warum sie geschieht und wie man sie verhindern kann. Lustig war die Antwort von Calvin zu „Trolley rage“. Er beschrieb diese Art von Rage als diejenige, die entsteht, wenn es nur noch einen Einkaufswagen gibt, aber zwei Leute ihn haben wollen… Als Lösungsansatz hatte er „Gewinnen“. Finde ich gut 😀

Ich hatte bei „Office rage“ als Lösungsvorschlag „less coffee“ eingebracht. Herr Frettchen fragte nach und ich meinte, dass es da ja immer Ärger gebe, wer denn den Kaffee zu kochen habe und wie stark und wer abwäscht etc. Er fasste es dann zusammen mit „Also ist Kaffee das Problem. Sprichst du aus Erfahrung?“. Ich verneinte, da ich gar keinen Kaffee mag und er fragte, was ich denn dann gerne trinken würde. Die Antwort war klar: Tee (ich LIEBE Tee!). Daraufhin fragte er Luna, die mit „cold drinks“ antwortete. Herr frettchen verstand das aber nicht und er fragte entgeistert: „Cookies?!“
Ja klar. Ich trinke auch immer Cookies 😀

So verging auch diese Stunde und wir bekamen eine Hausaufgabe, nämlich die, eine der Aufgaben aus der Abiturklausur zu machen.

Heute war nun die letzte Stunde dieser Woche. Herr Frettchen wählte einen interessanten Stundeneinstieg. Er schrieb ein Zitat an die Tafel.

I don’t know. I google.

Dann sprachen wir über dieses Zitat und begründeten unsere Meinung. Das erinnerte mich ein bisschen an die Vorbereitung damals auf das Sprachzertifikat – und das ist GUT! 🙂

Danach besprachen wir die Hausaufgaben und gingen noch ein wenig mehr auf die Abiturklausur im Ganzen ein.

Mein Fazit nach einer Woche: Ich finde es gut, dass wir Herrn Frettchen bekommen haben.

 

(und um noch mit einer kleinen Anekdote abzuschließen…
Wir sind bereits im Raum, es ist vor der ersten Englischstunde mit Herrn Frettchen. Elli äußert Bedenken.
„Ich hatte noch nie einen männlichen Englischlehrer…“
Sie wird komisch angeschaut.
„Und was ist mit Herrn Fellow?“
Elli guckt ein wenig bedröppelt, sie hat ihn tatsächlich vergessen. Dann schlägt sie die Hand vor den Mund und ruft:
„WIE?! Das war ein MANN?!“

😀 )

 

Ich wünsche ein erholsames Wochenende!

Mit lieben Gruß

Muffin

8 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schulkram, Unterrichtsgeschehen

Mädchen und Jungs – Kindergruppe

Nebenbei, also, wenn ich mal nicht in der Schule oder beim Sport bin oder sonst irgendetwas Sinnvolles mache, leite ich ehrenamtlicherweise eine Kindergruppe. Eineinhalb Stunden und das jede Woche. Wir haben da auch ein paar schwierige Jungs dabei, die eigentlich einfach schon zu alt für die Kindergruppe sind. Deswegen gibt es oft Ärger. Heute gab es aber auch Gründe zum Schmunzeln. Ein paar Mädchen hatten beschlossen, ein Referat über Jungs zu halten und schrieben ein Plakat mit Dingen wie „Jungs sind doof, aber nicht alle.“ oder „Jungs können nicht mit Geld umgehen, aber nicht alle.“

Das konnten die Jungs natürlich nicht auf sich sitzen lassen… 😀
Dadurch kam es zu folgendem literarischem Erguss eines Siebenjährigen:

di metjen solen weniger ein kaufen und weniger schopen und weniger kar mote kaufen
Metjen sin Dof und Metjen wole imer schön seijen

Ich finde das herrlich. Der Zwillingsbruder von diesem Jungen hatte einen ähnlichen Brief, ebenfalls über „Metjen“, verfasst, aber dazu geschrieben, dass es auch ein nicht doofes Mädchen gibt, nämlich ihre große Schwester. Die ist ebenfalls bei der Kindergruppe.

Und dann musste ich, wo ich doch ein doofes Mädchen bin, ihnen beim Schleifenbinden helfen. Irgendwie süß 🙂

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Anderes

Schrumpfen

Unser Englischleistungskurs wird wohl noch mehr schrumpfen, als sowieso schon. Momentan sind wir ja noch 14…

Luiza wird auf jeden Fall wiederholen. Das Jahr jetzt hat sie scheinbar auch schon abgehakt und denkt nicht daran, noch weiterhin zu kommen.

Nina kommt auch immer seltener. Was ich davon halten soll, weiß ich nicht so ganz. Ich möchte ihr gerne glauben, dass sie wirklich krank ist, aber so oft? Das ist schwer. Es könnten natürlich auch psychosomatische Beschwerden sein, aber dagegen muss man doch auch etwas tun können? Vor allem, weil sie es ja schon länger hat. Sehr viel länger. Nina wollte ja eigentlich ihr Fachabitur machen, aber es sieht so aus, als bekäme sie die Punkte dafür nicht zusammen. Was dann aus ihr wird, das weiß ich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch ein 15. Jahr zur Schule gehen möchte.

Valentina kommt selektiv. Das heißt, sie sucht sich die Stunden, zu denen sie kommt, aus. Meist kommt sie auch gar nicht und besitzt dann die Dreistigkeit, in Darstellendes zu sagen, dass sie ja nur einmal gefehlt hätte… na sicher doch. Sie wollte eigentlich abgehen und eine Ausbildung anfangen. Ob sie einen Platz hat, weiß ich nicht. Zwischendurch hieß es auch, dass sie doch weitermachen möchte, aber ich glaube nicht, dass sie das kann. Nicht mit ihren Fehlzeiten.

Von diesen dreien wusste ich schon, dass sie wohl gehen werden (was dann bedeutet, dass aus der Anfangsbesetzung unseres Kurses nur noch Timon, Marisa, Elli und ich bleiben…). Was ich heute erfahren habe, hat mich aber überrascht und ich habe damit nicht gerechnet.

Niobe hat einen Antrag auf Wiederholung des Schuljahres gestellt. Das heißt, sie wird uns auch verlassen. Ich wusste, dass in letzter Zeit einiges bei ihr schief lief – und zwar gehörig – beziehungsweise immer noch schief läuft und ich habe auch bemerkt, dass ihre Anwesenheit sich immer weiter reduzierte und sie, wenn sie denn mal da war, kaum mitgearbeitet hat. Dennoch hat es mich überrascht, denn sie hätte das Jahr eindeutig geschafft, wenn sie sich etwas bemüht hätte (oder auch jetzt noch – glaube ich. So schlecht war sie ja nicht). Aber dazu ist sie scheinbar nicht bereit oder sie kann es einfach nicht. Für letzteres sprechen die Probleme, die sie hat. Sie tut mir leid und vielleicht hilft es ihr ja, das Jahr einfach noch einmal zu machen… Ich wünsche es ihr, denn ich mag sie.

 

Das bedeutet, dass wir vermutlich nächstes Schuljahr nur noch zehn Leute sein werden. Vielleicht zu wenig für einen Leistungskurs. Wenn dem so ist, werden wir mit dem anderen Englisch-Leistungskurs zusammengelegt, mit dem von Ms. Smile.

In Deutsch wären wir dann nur noch (da Gerüchte umgehen, dass Mick auch wiederholen wird, was da dran ist, weiß ich aber nicht) zu fünft. Timon, Lorena, Elli, Anouk und ich. Das sind eindeutig zu wenige, um einen Leistungskurs aufrecht zu erhalten. Da gehen wir davon aus, dass wir aus dem anderen Deutsch-LK einige Leute bekommen.

Beide Lösungen sind nicht unbedingt das, was ich mir wünschen würde. Es ist nun einmal so, dass wir dadurch wohl einige nicht-so-intelligente Leute bekommen würden. Aber was sein muss, muss sein, da lässt sich nichts dran rütteln.

Die große Frage ist, wer aus unserem Jahrgang noch so alles wiederholt/abgeht. Ich weiß von einem, dass es sicher ist. Alles andere hätte mich bei dem aber auch gewundert. Dann die vier Kandidaten von uns und eventuell Mick.

Das werden aber nicht alle sein. Das kann gar nicht angehen. Aber ich werde es dann ja sehen.

Wiederholen… hm… das ist schon ein verführerischer Gedanke, nach dem Fiasko mit Frau Rank und den blöden Noten von ihr. Aber nur wegen zwei LK-Zensuren zu wiederholen, wäre vielleicht ein bisschen albern 😉

2 Kommentare

Eingeordnet unter Schulkram

Kranke Menschen

Ich kam pünktlich zum Spanischunterricht. Das heißt, ich war fünf Minuten vor Stundenbeginn da. Der Raum war schon aufgeschlossen – ein Wunder! -, Tahmid und Ilai waren schon da – ein noch größeres Wunder! – und saßen im Raum drin. Die beiden sind außer mir die einzigen, die von unserer Schule noch dem Kurs angehören und eher sporadisch anwesend. Ilai kommt laut Aussage von Señor Enano mittlerweile auf über fünzig Prozent Fehlzeiten… und Tahmid ist kaum besser. Deswegen war ich doch mehr als erstaunt, dass die beiden da waren. Ilvy hatte ich draußen schon gesehen, von dem Rest fehlt jede Spur – vom Lehrer aber auch noch.

Zum Stundenbeginn sind Ilvy und Lena noch eingetroffen. Kurze Zeit später taucht auch Señor Enano mal auf. Die Anwesenheit wird kontrolliert („Ilai ist da – ausnahmsweise…“ – „Ich bin immer da!“ Ja nee, ist klar…) und Tahmid darauf hingewiesen, dass er noch einige Fehlstunden hätte. Die älteren könnte er aber sowieso nicht mehr entschuldigen, aber die letzte… sofern er die Entschuldigung heute vorlegen könnte.

Tahmid: „Die Entschuldigung hat mein Steuerberater!“
Señor Enano: „Ach, das ist nicht zufällig dein Vater, der Steuerberater ist?“
Tahmid: „Nein, nein. Der bewahrt sie in seinem Büro auf, ich muss die abholen.“
Ilai: „Du bist so doof, was hat denn ein Steuerberater mit deinen Entschuldigungen zu tun?“
Tahmid: „Ja, der kümmert sich halt so um meine Steuern und um meine Entschuldigungen.“

Ach so ist das also. Dann war die Entschuldigung „Ich konnte leider nicht am Unterricht teilnehmen, weil ich zu müde war.“ wohl auch von seinem Steuerberater entworfen… 😀
Ich verstehe solche Leute nicht. Wenn die sich schon ihre Entschuldigungen selber schreiben können, dann sollten sie das wenigstens nutzen. Wer will denn so viele unentschuldigte Fehlstunden im Zeugnis haben?!

Im Laufe dieses Gesprächs tröpfelten auch ein paar mehr Schüler in den Raum. Oder eher Schülerinnen, denn es handelte sich um Judith, Magdalena und Solange. Eine Viertelstunde nach Unterrichtsbeginn (*hust, hust*) trudelte dann auch Federica ein. Der Rest des Kurses beliebte nicht zu kommen… warum auch. Federicas begründete ihr Zuspätkommen übrigens folgendermaßen: „Entschuldigung, aber ich hab‘ mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten!“

Kurz ging es dann um die Frage, ob wir denn im nächsten Schuljahr mal einen Vormittagstermin hätten, statt immer so spät am Nachmittag. Dass der Kurs in der anderen Schule stattfinden wird, ist schon einmal sicher (was mich nicht stört, die Schule ist näher an meinem Wohnort als meine eigene). Da dadurch allerdings Tahmid, Ilai und ich immer pendeln müssten (und das in unter zwanzig Minuten mit dem Rad nicht zu schaffen ist), ist das sehr, sehr unwahrscheinlich.

Dann gingen wir über zu normalem Unterricht (nach ungefähr 20 Minuten, damit lagen wir recht gut in der Zeit). Stundenthema: Wiederholung der Steigerung von Adjektiven. So weit, so gut.

Federica reichte Judith einen Brief. Das ist schon häufiger passiert und deswegen fragte ich nach, was es dmait auf sich habe.

Federica: „Ich bin der Postbote! … Nein, im Ernst (sie senkt die Stimme) Judith wohnt in der geheimen Zentrale unserer Terrororganisation. Damit sie nicht verfolgt werden kann, hat sie keine eigene Adresse und ich hole ihre Briefe.“

Habe ich schon erwähnt, dass ich schon so ein bisschen bescheuerte Menschen kenne? 😀

Das zeigte sich auch einige Minuten später, als Judith in die Runde fragte, ob nicht jemand einen Tintenkiller für sie hätte. Gleichzeitig fingen Ilvy und Federica an zu kramen und holten jeweils einen hervor.
„Nimm meinen!“ – „Nein, meinen musst du nehmen!“

Judith grinste und hielt die Hände hoch zum Fangen. Ein schwerer Fehler, denn Ilvy und Federica warfen beide – und das nicht gut. Knapp an Judiths Kopf vorbei und neben das Lehrerpult flogen die Tintenkiller.

„Boah ey, ihr seid kranke Menschen!“, rief Judith aus und stannd auf, um die beiden Stifte aufzuheben. Kaum hatte sie sich vorne danach gebückt – immer noch „Kranke Menschen“ murmelnd, zog Ilvy einen weiteren Tintenkiller hervor und warf abermals nach Judith. Diese stand gerade auf und wurde von dem Ding an der Schulter getroffen. Verwirrt sah sie ihn an.

„Hä und wem gehört der jetzt?“

Sie sah sehr verwirrt aus, die Gute… Ilvy lachte und meinte „Miiiiir – du musst meinen Tintenkiller benutzen!“

Federica natürlich sofort: „Neiiiiiiiin, meinen!!“

Schlussendlich benutzte Judith dann übrigens einen von Ilvys 😉

Und ja, das war mitten während des Unterrichtes 😉

Bei uns im Spanischunterricht ist es auch üblich, dass man einfach so aufstehen und rausgehen darf, um auf Toilette zu gehen(was schon einmal dazu führte, dass Magdalena und Achmed in der Aula auf der Bühne lagen und mit ihren Handys spielten…). Das nutzte Tahmid diesmal. Er blieb eine ganze Weile weg und als er schließlich wiederkam, fragte Señor Enano ihn, ob er denn gleich nebenbei noch drei Runden um die Schule gelaufen wäre. Ilai natürlich prompt: „In der Zeit würde der das gar nicht schaffen!“ und Tahmid winkte nur ab.

Zu dem Zeitpunkt sollten wir einige Aufgaben machen. Ilvy, Federica und ich waren schon längst fertig, Lena und Judith auch. Tahmid war gerade einmal bei dem ersten Satz… und dass, weil er die ganze Zeit mit Ilai sabbeln musste.

Señor Enano ballte spaßeshalber(oder doch nicht?) die Faust und meinte dann: „Pass bloß auf, das nächste Mal bringe ich meinen großen Bruder mit, der schlägt dich dann!“

 

Fazit: Mein Spanischkurs besteht aus echt komischen Leuten. Inklusive dem Lehrer…

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram

Glück und Ethik

Wir hatten heute Philosophie. Die Klausur, die wir letzte Woche geschrieben waren, haben wir zwar nicht wiederbekommen, dafür haben wir mit dem Thema Glück angefangen. Die Glücksfrage ist keine eigenständige philosophische Disziplin, sondern gehört zur Ethik. Darum behandeln wir sie auch jetzt.

Zum Stundeneinstig verteilte Frau Blümchen einen Zettel mit verschiedensten Zitaten zum Glücksbegriff, von antiken Philosophen wie Demokrit über Goethe hin zu Freud. Diese sollten wir durchlesen und uns mindestens eins auswählen, das wir passend finden und auch sagen, weshalb.

Da wurden einige Ansätze gefunden, von dem Ansatz, dass man glücklich ist, wenn man eine positive Einstellung hat bis hin zu der Auffassung, dass gute Arbeit Glück verursacht. Das Zitat, das ich auswählte, stammt von Dietrich Boenhoeffer:

Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.

Ich glaube, dass die Gemeinschaft mit anderen ein wesentlicher Bestandteil des Glückes ist und deswegen erschien mir dieses Zitat sehr passend.

Da jeder sein(e) Zitat(e) vorstellen musste, kam natürlich auch eine Art Unterrichtsgespräch zustande. Einige Beiträge waren sehr lustig…

Tobias: „Ja, Glück ist ja für jeden etwas anderes. Den einen macht es glücklich, wenn er sich mit einem Buch hinsetzen und lesen kann und den anderen, wenn er mit einem Ferrari die Straße runterballern kann“
Frau Blümchen: „Ja, so wie Özil.“
Calvin: „Genau! – der liest.“

oder auch

Tobias: „Ja, früher waren die Kinder mit einem Fußball jahrelang glücklich und heute gucken die den an und fragen: Was soll ich damit?! Die wollen doch nur noch einen Nintendo, einen Laptop und so weiter…“
Calvin: „Ich stell mir gerade Tobias vor, der jahrelang glücklich grinsend auf einen Ball starrt…“

und zu guter letzt

Tobias: „Ja, jeder definiert Selbstbefriedigung anders…“
Frau Blümchen: „Schön gesagt, Tobias.“
Calvin: „Ein echter Ethiker!“

Da auf dem Zettel auch ein Zitat von Epikur von Samos stand, wurde dieses zur Überleitung genutzt, denn wir sollten uns mit diesem Philosophen und seiner Lehre, die ja bis heute Anhänger hat, beschäftigen. Dazu haben wir einen Text gelesen und bearbeitet und dann waren die Stunden auch schon rum.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram

Theorie – Fragen zum Kringeln

Für die Fahrschule lerne ich ganz brav. Naja, zumindest mache ich meine Bögen. Und jetzt ist es schon zum wiederholten Male vorgekommen, dass mir dabei eine Frage über den Weg läuft, die einfach nur lustig ist.

Beispiele dafür:

1. Beim Befahren eines Tunnels nähern Sie sich einem Stauende. Wie verhalten sie sich?
A) Warnblinklicht einschalten
B) Am Stauende Motor abstellen und das Fahrzeug verlassen (ach, so ist der Stau sicher erst entstanden… Ich stelle mein Auto auch immer gleich mitten im Weg  ab und gehe zu Fuß weiter. Das ist bestimmt auch total sinnvoll :D)
C) Wenden und den Tunnel verlassen (eine grandiose Idee. Dem Stau einfach wegfahren. Warum machen das nicht einfach alle? Dann gäbe es gar keinen Stau. Und ob da dann anderer Verkehr bei behindert wird – so what?^^)

2. Was können Drogen bewirken?
A) Abhängigkeit, Sucht
B) Anhaltende Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (da frage ich mich ja, warum wir nicht alle bekifft zur Schule kommen – obwohl, bei einigen bin ich mir da auch nicht so sicher… – bei DEN Wirkungen?^^ Ich stelle mir das gerade einmal vor: Ein Schüler hat eine Arbeit verhauen und wird vom Lehrer zu einem Gespräch gebeten.
Lehrer: Nimmst du Drogen?
Schüler: Nein, natürlich nicht! Wie kommen Sie denn darauf?!
Lehrer: Hm. Solltest du aber.
:D)

C) Rauschzustände

3. Ein Fußgänger mit einem weißen Stock will vor Ihnen die Fahrbahn überqueren. Wie müssen Sie sich verhalten?
A) Geschwindigkeit vermindern und nötigenfalls anhalten
B) Warnzeichen geben und mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren (das ist ja eine total verantwortungsvolle Idee! Hupen und draufhalten – erinnert mich ein bisschen an das, was man machen soll, wenn plötzlich ein Reh auf der Fahrbahn steht…)
C) Weiterfahren, weil Blinde die Fahrbahn nicht ohne Begleitung überqueren dürfen (diese Antwort finde ich am besten… der darf das nicht, also muss ich keine Rücksicht nehmen. Yey!)

 

Achtung: Dieser Beitrag könnte Ironie enthalten 😉

4 Kommentare

Eingeordnet unter Anderes