Berufsberatung

Heute war eine Berufsberaterin von der Bundesagentur für Arbeit bei uns an der Schule und hat uns berufsberaten. Mehr oder weniger. im Prinzip hat sie uns die möglichen Wege aufgezeigt, die wir nach dem Abi begehen könnten.

Was mich erschreckt hat: Nina und Valentina wollen ja nach diesem Jahr aufhören. Nina möchte pharmazeutisch-technische Angestellte werden. Auf Nachfrage, ob sie sich darüber denn informiert hätte, meinte sie nur: Nicht so richtig. Und Valentina sagte, dass sie sich noch nicht so auf eine Ausbildung festlegen möchte.

Das ist nicht einmal mehr ein halbes Jahr, bis sie damit anfangen sollten, ist ihnen das überhaupt bewusst?! Und es geht ja um die Zukunft, um ihre Zukunft. Um einen gewaltigen Schritt in ihrem Leben – und sie erscheinen mir völlig planlos… Na dann, gnade ihnen Gott…

 

Nach der Stunde mit dieser Berufsberaterin, fragte mich Calvin, was ich denn werden wolle. Ich sagte: „Eigentlich Lehrerin.“

Er grinste und fragte nach: „Eigentlich?“

Und ich nickte und sagte: „Ja, nach der Schule will ich erst einmal ein FSJ – nein, das ist ja ein FKJ – machen, in einer Schule. Und wenn ich nach diesem Jahr noch Kinder sehen kann, ohne dabei aggressiv zu werden, dann mach‘ ich das auch.“

Es ist ja absolutes Neuland, was ich betreten möchte. In meiner Familie gibt es keine Lehrer.

Und bevor ich anfange, das zu studieren und damit kreuzunglücklich werde, weil es doch einfach nicht zu mir passt, möchte ich das vorher „ausprobieren“. Mit dem Freiwilligen Jahr.

Das ist mein Plan A. An Plan B feile ich noch, auch wenn ein Freund mir gesagt hat, ich solle mir erst einen Plan B zulegen, wenn Plan A scheitert, sonst würde ich nicht mit ganzer Kraft dafür kämpfen. Aber ich brauche die Sicherheit, dass ich auch einen Ersatzplan habe.

 

Später, in der Pause nach der Berufsberatungsstunde, waren natürlich unsere Zukunftspläne Thema Nummer Eins. Und Tahmid zeigte sich ähnlich planlos wie Valentine und Nina. Na gut, planlos trifft’s nicht ganz. Einen Plan hat er – Sportwissenschaften studieren. Aber irgendwie hat er von nichts eine Ahnung. Er wusste beispielsweise nicht, dass man bei einem dualen Studium eine Ausbildungsvergütung bekommt. Und sonstige Dinge, die man einfach weiß, wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt hat. Aber gut…

Einige haben schon einen recht genauen Plan, andere sind noch sehr ziellos.

 

Was wohl aus uns werden wird?

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Zukunft

7 Antworten zu “Berufsberatung

  1. Wenn es dich beruhigt, kann ich dir sagen, dass es in meinem Abijahrgang damals auch erst in den letzten Wochen der Unibewerbungszeit zu richtigen Entscheidungen kam. Es war einfach schwierig, die ganze Zeit war man so fixiert auf sein Abitur und plötzlich all diese anderen Entscheidungen…
    Ich habe seit der zehnten Klasse in allen möglichen Schulformen Praktika gemacht und gemerkt, dass es ein Beruf für mich ist. Ich denke, dass deine Einstellung, erst einmal auszuprobieren, sehr gut ist. Besser als erst im dritten Semester notgedrungen an eine Schule zu gehen und dann zu wechseln. 🙂
    Was aus den anderen wird, kann dir keiner vorhersagen, aber beim ersten Treffen zum zehnjährigen Abitur werdet ihr alle einiges erzählen können, so viel steht fest.

    • Das mit der Entscheidungsfreude war im Abi-Jahrgang meiner Schwester auch so… und jetzt ist ja bald das Überbrückungsjahr, was viele eingeschoben haben, zu Ende und die Entscheidung muss jetzt wirklich mal getroffen werden… meine Schwester hat sich jetzt beispielsweise dafür entschieden, BWL zu studieren…
      Und ja, ausprobieren ist sicherlich sinnvoll und gut 🙂

  2. Und mein kleines Kind, hat nur noch zwei mündliche Prüfungen bos zum Abi, wechselte in den letzten 4 Wochen ungefähr 5 mal das „Fach“, das sie mal studieren möchte…

  3. wie schnell die Zeit doch eigentlich vergeht.
    Ich kann Leute wie Nina und Valentina nicht verstehen; nur noch ein Jahr und dann hätten sie ihr Abi in der Tasche und dann gehen sie so kurz davor ab. Selbst wenn sie nicht studieren wollen, Abi schadet nie… 🙂 na ja, muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Ich finds voll gut, dass du zuvor ein Praktikum machen willst. 🙂
    Sagt dir „BEST-Seminare“ (Seminare zur BErufs-und STudienorientierung) etwas? Ich kenn einige aus der J1 die da letztes Jahr im Juli waren und denen die zwei Tage sehr geholfen haben, ein bisschen Durchblick in´s „Berufschaos“ zu bringen.
    Wer weiß, vielleicht wär das ja auch was für dich 🙂

    • Naja, Valentina wird zu Hause rausgeschmissen, wenn sie nicht mal eine Ausbildung anfängt (sagt sie zumindest) und Nina geht jetzt mittlerweile das vierzehnte Jahr zur Schule. Das muss man sich mal vorstellen: Die war mit meiner großen Schwester in einer Klasse O.o
      BEST-Seminare sagten mir jetzt nichts, aber gewisse Suchmaschinen habe mir gerade geholfen 😉 Das klingt ja ganz interessant, ist aber, soweit ich das verstanden habe, nur BaWü-weit. Bildungspolitik ist eben immer noch Ländersache…

  4. Hallo,
    es gibt auch Berufungsberater und Berufungsberaterinnen, die weiterhelfen.
    Nicht nur in Baden-Würtemberg.

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