Waschbär Junior

Wir hatten heute Pädagogik und diejenigen, die ihre Ausarbeitungen noch nicht vorgestellt hatte, haben dies getan. Wir hörten etwas über Waldorfschulen, AD(H)S, Angst, die „Bobo Doll Study“ – und etwas über die Schuleingangsuntersuchung. Da Herr Waschbär ja auch Kinder hat und sein Sohn Mats – der übrigens so heißt wie mein supersüßer Cousin 🙂 – nun in die zweite Klasse geht, interessierte ihn dieses Thema.

Die Gruppe sagte beispielsweise, dass mit dieser Untersuchung nicht die Schuleignung, sondern nur möglicher Förderbedarf festgestellt werden soll (und sie erwähnte, dass ein Kind zu Schulbeginn sechs Jahre alt sein muss, was ja nicht stimmt – es gibt ja auch Karenzzeitkinder).

Herr Waschbär erzählte, dass sein Sohn am zweiten offiziellen Schultag seinen sechsten Geburtstag hatte und somit ein „Kann-Kind“ war. Deswegen hätte die Untersuchung, die bei anderen (älteren) Kindern zwanzig Minuten gedauert hat, bei ihm eineinhalb Stunden lang war. Mit dem Ergebnis, dass er (Herr Waschbär) zu hören bekam, dass „es kognitiv kein Problem sei“. Eine tolle Aussage, mit der man ja nun einmal kaum etwas anfangen kann, schließlich werden bei der Schuleingangsuntersuchung bestimmte Bereiche betrachtet, der kognitive, der emotionale, der körperliche und der soziale. Und wenn man dann nur eine Rückmeldung über einen Bereich bekommt, mit dem Kommentar, man müsse das ja selbst entscheiden…

Da Mats für Herrn Waschbär natürlich „das beste Kind der Welt“ ist und Herr und Frau Waschbär sich nicht vorstellen konnten, dass es irgendwelche Probleme geben könnte, wurde Mats zur Schule geschickt und gleich am ersten Tag gab es Ärger an seinem Gruppentisch und er sagte „Jetzt nehmt euch doch einmal zusammen, sonst lernen wir ja nichts.“

Herr Waschbär meinte dann zu ihm, dass er das doch nicht schon am ersten Tag sagen könne, damit könnte er sich es ja mit den anderen verscherzen. Ich finde es süß.

Aber das war nicht alles, was Mats an seinem ersten Schultag gemacht hat. Er ist auch gleich ins Sekretariat seiner Grundschule gegangen und hat mit der Sekretärin gesprochen.

„Hallo. Ich bin Mats Waschbär und wenn ich einmal Probleme haben sollte, rufen Sie doch bitte bei Frau Seele in der Muffinschule an. Mein Vater arbeitet dort und Frau Seele holt ihn dann, egal, wo er ist.“ (Frau Seele ist unsere Schulsekretärin.)

Das finde ich noch niedlicher. Herrn Waschbär aber war das ein bisschen unangenehm… 😀

 

Ich finde Mats schon toll, aber Ariadne hat den wirklichen Narren an ihm gefressen. Sie erzählt immer wieder gern die Geschichte, wie Mats aufräumen sollte, seinen Vater anschaute, die Arme in die Seiten stemmte und ganz gelassen meinte: „Papa, das tangiert mich periphär.“

Ein eindeutiges Deutschlehrerkind :’D

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit

Eine Antwort zu “Waschbär Junior

  1. Absolut niedlich. So ein Kind möchte ich irgendwann auch einmal haben. 🙂 ❤

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