Das Elend mit der Facharbeit Teil III

Hier nun der letzte Teil – vorerst zumindest 😉 – der Reihe über Facharbeitselend. Vielleicht werden noch Schilderungen des Facharbeitselends anderer Gruppen folgen. Da gab es auch so einigen Stress…

Am Montag war wieder Arbeiten angesagt. Nina wurde gleich mit abgeholt und war so auch von Anfang an da.

Sie arbeitete weiter an ihrem Teil, Teresa und ich an Einleitung und Fazit. Wir schickten unsere fertigen Teile (also Teresas und meinen) zum Korrekturlesen nach Australien und zu einer aus einem englischsprachigen Land stammenden Studentin. Schlussendlich wurden wir fertig, haben Änderungen eingebaut, den Quellennachweis aufgeschrieben etc. pp. .

Teresa und ich sind dann noch zu einem Laden gefahren, wo wir unser gesamtes Werk mit Ringbindung haben binden lassen.

Es fehlte nur noch eins: Die Reflexionen.

Hierfür hatten wir einen Zettel bekommen, auf dem Fragen standen, die zu beantworten waren. Diese Fragen waren thematisch gegliedert, in den inhaltlichen Aspekt, den arbeitsmethodischen Aspekt, den sozialen Aspekt und zum Lernen insgesamt.

Besonders der soziale Aspekt ist natürlich interessant. Ich habe am Abgabetag einen Blick in die Reflexionen von Teresa und Nina geworfen, da ich sehr neugierig war, was sie wohl geschrieben hatten. Denn wäre ich nicht mit in der Gruppe gewesen, wären sich die beiden noch an den Hals gegangen… Dabei habe ich mich bisher bei keiner Gruppenarbeit so in der Rolle des Teamers, desjenigen, der die Gruppe zusammenhält, gesehen. Allerdings habe ich bisher auch noch nie erlebt, dass eine Gruppe in so heftige Gegensätze zerbricht, wie hier.

„Muffin, du bist echt wie die Schweiz.“ (Zitat Teresa)

„Ich bewundere dich für dein Zen.“ (Zitat Teresa)

„Wenn es nicht auch um dich ginge, würde ich jetzt gehen.“ (Zitat Nina)

Das hat mich selbst erstaunt.

In den Reflexionen fanden sich interessante Formulierungen:

(sinngemäß aus Teresas Reflexion) „Mit Nina zu arbeiten war ein Kampf gegen Windmühlen.“

und

„Eine Stärke von mir war meine Entschlossenheit, eine gute Note zu bekommen.“

(aus Ninas Reflexion, die sehr selbstkritisch war) „Eine Schwäche meiner Gruppe war meine Faulheit.“,

„In meiner Gruppe habe ich mich in der Rolle des Lückenbüßers gefühlt.“

und

„Ich bin froh, dass es jetzt vorbei ist.“

Ich kann beide verstehen, Nina und Teresa.

Nina, weil Teresa wirklich Druck machen kann, Nina gegenüber sehr ablehnend gegenüber aufgetreten ist (zum Beispiel wollte sie eigentlich auf gar keinen Fall, dass Nina in unsere Gruppe kommt und hat gleich von Anfang an gesagt, dass sie von irgendwem sehr negative Dinge über Ninas Arbeitsverhalten in anderen Gruppenarbeiten gehört hat) und sehr sehr perfektionistische Ansprüche an andere stellt. Diese erfüllt sie aber selbst nicht, was mich etwas verärgert hat, denn damit entzieht sie meiner Meinung nach ihren Ansprüchen an andere ihre Berechtigung. Ich erinnere mich da an ihren Ausspruch gegen Mitte unserer Arbeitszeit: „Ich habe das Gefühl, die einzige zu sein, die Druck macht.“

Fakt ist, dass sie ihren Text auch nicht fertig hatte. Fakt ist auch, dass Nina und ich gegen Mitte der Arbeit beide neue Themen bekommen haben, da wir diese passender fanden. Teresas Thema dagegen blieb dasselbe.

Teresa kann ich verstehen, weil Nina wirklich früher hätte anfangen können. Auch ihr Arbeitsverhalten an diesem Wochenende zeugt ja nicht unbedingt von Kooperationsbereitschaft und Einsatzfreude. Und unsere Hilfe hätte Nina ja auch annehmen können, denn angeboten haben wir es ihr.

Schlussendlich muss ich sagen, dass diese Gruppenarbeit daran krankte, dass wir mit Nina und Teresa solche Gegensätze in unserer Gruppe hatten. Auch die Entscheidung Ninas, statt ihrem Abitur ihr Fachabi zu machen und somit auf die Note der Facharbeit verzichten zu können, war ein wichtiger Faktor.

Alles in allem werde ich in Zukunft bei jeder Gruppenarbeit darauf achten, dass eine gewisse Harmonie zwischen den Gruppenmitgliedern herrscht. Allerdings bin ich auch stolz darauf, dass wir uns nicht vollends zerstritten haben und zu einem Ergebnis gekommen sind. Denn Herausforderungen wie diese ermöglichen es einem, zu wachsen und jede Krise birgt auch eine Chance 🙂

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Schüler, Schulkram

4 Antworten zu “Das Elend mit der Facharbeit Teil III

  1. Ich stelle mir gerade vor, die ganze Energie wäre in die Facharbeit geflossen…

  2. Pingback: Was wurde eigentlich aus… [Schüleredition] | Schule, Muffins und das Leben zwischendurch

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