Das Elend mit der Facharbeit Teil II

Kommen wir nun zum Sonntag. Eigentlich ja ein schöner, freier, entspannter Tag… nun, für mich war er es auf jeden Fall nicht.

Wir wollten uns um halb elf treffen, beziehungsweise wollte Teresa mich um halb elf abholen. Ich bin ja immer mit dem Fahrrad unterwegs, aber Teresa wohnt etwas abseits… so abseits, dass ich da im Dunkeln nicht gern nach Hause fahren möchte… also habe ich mich eben mit dem Auto abholen lassen. Die Ansage war ja auch „Wir arbeiten, bis es fertig ist und wenn’s sein muss, bis vier Uhr morgens“(haben wir dann nicht gemacht, aber dazu später…).

Also war Teresa um halb elf bei mir und hat mich abgeholt. Vom Auto aus haben wir dann Nina angerufen, um zu fragen, ob wir sie gleich mitnehmen sollen. Ich habe nicht mit ihr gesprochen, aber Teresa meinte, sie hätte sehr verschlafen geklungen und gesagt, sie käme später.

Die Frage ist ja, wann ist später?

Bei Teresa haben wir uns dann wieder ihrem Text gewidmet, ich hatte meinen auch noch etwas überarbeitet und gemeinsam haben wir den philosophischen Teil, der ja als gemeinsamer Text gedacht war, geschrieben.

Um 15 Uhr war Nina immer noch nicht da.

Wir haben dann versucht, sie zu erreichen, per SMS und Anruf, vergeblich. Bis ich sie dann von meinem Handy aus angerufen und erreicht habe. Sie sagte, sie arbeite an ihrem Teil und fragte, ob es in Ordnung wäre, wenn sie um 16 Uhr käme. Ich sagte etwas fassunglos ja, denn eigentlich hatte ich ja damit gerechnet, dass sie eben ein wenig später kommt, weil sie verschlafen hat oder so… Aber nein.

Teresa und ich arbeiteten also weiter, schrieben vorsichtshalber schon einmal Stichpunkte für Ninas Thema auf und recherchierten in die Richtung.

Um 16 Uhr, die Zeit, zu der Nina ja kommen wollte, klingelte das Telefon. Teresa ging ran.

Ich konnte mir schon denken, wer der Anrufer beziehungsweise eher die Anruferin war… Ihr sicher auch.

Nina. Sie sagte, dass sie das nicht schaffe mit ihrem Teil, dass sie nicht mehr kommen würde, dass es ja sowieso am Ende Einzelnoten für das Produkt gibt. Und Teresa rastete aus und faltete sie erst einmal am Telefon ordentlich zusammen. Den Inhalt dessen, was da gesagt wurde, möchte ich lieber nicht wiedergeben. Es war nicht sehr nett, ebensowenig, wie die Worte Teresas danach nett waren. Wenn Worte töten könnten…

Jedenfalls kam Nina dann ungefähr eine halbe Stunde später. Wir sahen uns ihren Text (denn sie hatte tatsächlich einen) an und kritisierten – Teresa nicht ganz so konstruktiv, ich versuchte, Verbesserungsvorschläge an einigen Stellen anzubringen – ihn, ebenso, wie wir es zuvor auch mit unseren Texten getan hatten.

Nina zumindest hatte nach kurzer Zeit die Nase voll, speicherte ihren Text auf meinem USB-Stick, packte ihre Sachen und wollte gehen. Sie wollte gehen!

Teresa stellte sich in die Tür, sodass sie nicht hinauskonnte.

„Nina, du hast mich noch nie sauer erlebt. Aber wenn du jetzt durch diese Tür gehst… “

Ich nahm Nina in den Arm, denn sie weinte. Ich glaube, sie hatte das Gefühl, alles falsch zu machen und dass wir denken würden, alles sei prinzipiell schlecht, nur weil es von ihr käme…

Zumindest haben wir sie überzeugt, zu bleiben und weiterzuarbeiten. Denn schließlich zählt auch der Gesamteindruck vom Produkt und natürlich die Tatsache, inwiefern wir als Gruppe zur Zusammenarbeit fähig waren.

So arbeiteten wir noch eine Weile weiter, bis absehbar war, dass es zu nichts mehr führte, einfach, weil man nach zwölf Stunden Arbeit nicht mehr so frisch ist. Also beschlossen wir, einen Schnitt zu machen und notgedrungen am nächsten Tag – Montag – unser Produkt fertigzustellen. Gesagt, getan.

Zuhause habe ich dann noch einen Teil von Ninas Text geschrieben, damit wir wenigstens irgendeine Grundlage hätten, sollte Nina nicht kommen (denn das habe ich echt befürchtet).

So verbrachte ich meinen Sonntag…

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Schüler, Schulkram

2 Antworten zu “Das Elend mit der Facharbeit Teil II

  1. Fran

    Oh je…ich glaube ich bin doch ganz froh, dass wir unsere Facharbeit alleine schreiben mussten…

  2. Pingback: Was wurde eigentlich aus… [Schüleredition] | Schule, Muffins und das Leben zwischendurch

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