Frau Blümchen

Worum es in diesem Eintrag geht, ist wohl schon an der Überschrift erkenntlich. Ich möchte euch meine Philosophielehrerin vorstellen, Frau Blümchen. Den Namen verdankt sie ihren Haarspangen. Eine davon hat sie eigentlich immer im Haar. Sie sind verschiedenfarbig und passen gut zu ihr.

Frau Blümchen unterrichtet die Fächer Philosophie, Deutsch und Politik. Im letzten Jahr hatte ich sie auch noch in allen drei Fächern, jetzt leider nur noch in Philosophie. Luna hat sie noch als Deutschlehrerin, aber da ich im Deutschleistungskurs gelandet bin, habe ich ja Frau Neon.

Frau Blümchen kommt notorisch zu spät. Da ich sie zweimal pro Woche in den ersten Stunden habe, sorgt das dafür, dass ich mich an diesen Tagen nicht so arg beeile, wie es bei Frau Neon der Fall ist.

Frau Blümchen ist technisch vollkommen unbegabt (hat aber trotzdem die Platon-App 😉 ). Und einfach eine ganz tolle Lehrerin. Ich mag sie sehr.

Besonders ihren Deutschunterricht mochte ich sehr, wir haben mit ihr „Antigone“ von Sophokles, „Die Verwandlung“ von Kafka und „Nichts“ von Janne Teller gelesen. Besonders das letzte Buch fand ich sehr gut, ebenso die Unterrichtseinheit, die wir dazu gemacht haben. „Nichts“ handelt von Jugendlichen, nein, eher noch Kindern, denn es sind Siebtklässler, die ein normales Leben führen – bis Pierre-Anton eines Tages den Schulunterricht mit den Worten „Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ verlässt. Fortan verbringt er seine Zeit damit, im Pflaumenbaum zu sitzen und seine ehemaligen Mitschüler zu verunsichern, die daraufhin beschließen, ihm zu beweisen, dass es doch Bedeutung im Leben gibt, dass das Leben einen Sinn hat. Sie wollen einen „Berg an Bedeutung“ anhäufen, für den jeder das opfern muss, was ihm am wichtigsten ist… Aber lest ruhig selbst, ich möchte ja nun nicht alles verraten 😉

Wir sollten hierzu beispielsweise überlegen, was wir dann wohl opfern müssten. Da kamen einige sehr schöne Geschichten zusammen. Und einmal sollten wir aufschreiben, was dem Leben für uns Sinn gibt…

Menschen,
die einem nah sind, die an einen denken, die für einen da sind, die einen zum Lächeln bringen, die das Herz berühren.
Aktivitäten,
die einen ausfüllen, die Spaß, Freude, Entspannung bringen.
Rätsel und Geheimnisse,
die es noch zu lösen, zu entschlüsseln gilt.
Schwierigkeiten,
an denen man wachsen kann.
Gedanken und Worte,
die beeinflussen, die trösten und verletzen können.
Alles,
woran das Herz hängt.
Erinnerungen.“

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schulkram

4 Antworten zu “Frau Blümchen

  1. Das ist sehr, sehr schön.

  2. Die „Antigone“ kann man glaub ich nur mögen, wenn man kein Griechisch hat… 🙂 Im Orginal ist die nämlich sehr, äh, gewöhnungsbedürftig geschrieben… (und doof zum Übersetzen…)

  3. Eine wunderbaren Zusammenfassung, dessen, was wichtig ist im Leben. Toll!!

  4. Pingback: Was wurde eigentlich aus… [Schuledition] | Schule, Muffins und das Leben zwischendurch

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