Vom Zuspätkommen

Natürlich, es passiert jedem mal, dass er oder sie zu spät kommt. Das ist ganz normal und auch menschlich.

Bei Schülern beobachte ich dieses Verhalten jedoch ziemlich oft. Bei einigen Lehrkräften auch 😉

Eines Tags, letzte Woche. In den ersten beiden Stunden hatten wir Unterricht in unseren jeweiligen Leistungskursen, das heißt für mich stand Deutsch auf dem Programm. Mein Schulweg ist nicht allzu lang, mit dem Fahrrad brauche ich zwischen einer Viertelstunde bis 25 Minuten, je nachdem, wie schnell ich fahre. Das sorgt nun aber auch dafür, dass ich, seit ich meinen Schulweg allein zurücklege, immer später losfahre. Momentan hat es sich bei um 7:35 Uhr das Haus verlassen eingependelt, so komme ich immer noch rechtzeitig zur Schule. Zum Vergleich: In der Mittelstufe fuhr ich immer mit zwei Mitschülerinnen. Damals bin ich immer um Viertel nach Sieben los 😉

An besagtem Tag war ich nun relativ spät dran und das ausgerechnet bei Frau Deutsch, für die Unpünktlichkeit „ein grober Akt der Unhöflichkeit“ ist. An der Schule angekommen, musste ich natürlich auch noch in den obersten Stock und mich da durch wahre Schülermassen quetschen. Man hätte wirklich denken können, dass in den Naturwissenschaftsräumen eine Party oder so stattfindet, so voll war es!
Schließlich habe ich es zumindest durch die dicksten Menschenmassen hindurchgeschafft(die natürlich alle bei der Treppe im Weg herumstanden. Toll.), ein paar Leute beiseitegeschoben, Luna(beste Freundin, hat leider nicht Deutschleistungskurs gewählt, trotz… Naja, erzähl ich vielleicht mal) zugewunken, deren Kurs natürlich noch auf dem Flur herumlungerte – ihre Lehrerin kommt meist ein paar Minuten später – und sehe schon die Tür zu dem Raum, in dem wir haben. Ganz am Ende des Flurs. Erleichtert registriere ich, dass die Tür noch geöffnet ist. Um genau zu sein, steht Frau Deutsch in der Tür und unterhält sich mit meinem ehemaligen Lateinlehrer, der einmal pro Woche neben uns unterrichtet. Ich schlüpfe zwischen den beiden hindurch, lächle lieb und sehe in dem Raum nur zwei(!) MitschülerInnen. In Zahlen: 2. Wir sind ja sowieso nicht gerade ein riesiger Kurs(ganze zehn Leute), aber dass nur Timon und Elli da sind?
Ich höre meine Deutschlehrerin sagen: „Da ist ja noch eine.“
Mein Lateinlehrer erwidert: „Ja, die ist ja auch zuverlässig. Die hatte bei mir Latein.“ (*grins* Natürlich. Ich bin nuuuuur zuverlässig, weil ich ihn in Latein hatte 😉 )

Nun, ich bin jedenfalls noch pünktlich gekommen, setze mich neben Timon und frau Deutsch schließt die Tür. Wir sitzen wie immer in der „letzten“ Reihe. Die Tische sind in diesem Raum u-förmig aufgebaut, deswegen die Anführungszeichen. Das heißt, manchmal sitzen wir auch nicht in dieser Reihe und zwar dann, wenn es kalt ist. Dann sitzen wir auf den Heizungen(macht Frau Deutsch übrigens auch. Seit wir das gemacht haben^^). Frau Deutsch zieht mit ihren Sachen vom Lehrerpult aus in die Mitte des Us, um nicht so weit von uns weg zu sein. Wir reden noch ein bisschen. Da klopft es und Anouk und Niobe schneien herein, diskutieren kurz, ob sie zu spät sind („Es ist genau acht Uhr!“) und setzen sich. Wir beginnen mit dem Unterricht, das heißt, wir versuchen es. Denn schon klopft es wieder und der einzige Junge aus unserem LK(außer Timon) und der einzige, der nicht auch in unserem Englischleistungskurs ist, kommt herein.

Schüler: „Entschuldigen Sie bitte die Verspätung.“
Frau Deutsch: „Wieso?“
Schüler: „Was?“
Frau Deutsch: „Wieso soll ich sie entschuldigen?“
Schüler: „Ich hab zu lang geschlafen.“
Frau Deutsch: „Zu lang geschlafen? Glaubst du etwa, dass ich zu lang geschlafen habe? Ich bin auch nicht heute morgen freudestrahlend aus dem Bett gehüpft und zur Schule gekommen!“

Hm, dabei hätte ich ihr das durchaus zugetraut 😉
Er setzt sich also und wir machen weiter.

Da klopft es erneut. Valentina kommt herein. Dass sie zu spät kam, hat mich ja nicht gewundert, vielmehr erstaunte mich die Tatsache, dass sie überhaupt kam.

Valentina: „Entschuldigen Sie die Verspätung.“
Frau Deutsch: „Also, dazu fällt mir langsam nichts mehr zu ein.“
Valentina(eigentlich laut genug, um gehört zu werden): „Das verlangt ja auch keiner von Ihnen.“

Au, au… das hätte Ärger geben können… Zum Glück hat Frau Deutsch es (scheinbar) nicht verstanden. Sie fragte zumindest nach, Valentina war aber klug genug, das nicht zu wiederholen… Glück gehabt, sage ich da nur.

Mehr Schüler beehrten uns in dieser Doppelstunde aber nicht mehr 😉

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram

7 Antworten zu “Vom Zuspätkommen

  1. Wow, Deutsch-LK mit nur 10 Leuten ist ja traumhaft.

  2. Frau Deutsch? 😥
    Aber „ein grober Akt der Unhöflichkeit“ finde ich schon wieder gut. Sollte ich mir auch angewöhnen…Wobei ich es verständlich finde, dass sie nachfragt. Anderseits würde es mich brennend interessieren, was geschehen würde, wenn sie einen Grund nicht akzeptiert?

    • Da weiß zumindest jeder, wer gemeint ist… Entschuldige, liebe Frau Falke (allerdings muss ich sagen, dass die Idee zu dieser Bezeichnung erst durch dich in mein Köpfchen gelangte 😉 )
      Oh ja, das mit dem groben Akt der Unhöflichkeit… wer bei ihr zu spät kommt, hat schonmal sehr viel Sympathiepunkte weniger… Wenn sie einen Grund nicht akzeptiert? Das gibt dann Ärger^^

  3. Bei uns kommen manche SchülerInnen der einen Abschlussklasse notorisch und tierisch zu spät. Was machen die in der Lehre?

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