Mathe ganz normal

Letzten Freitag, Mathestunde.

Alle sitzen im Raum, quatschen, lachen. Pausenstimmung. Es ist ja auch Pause. Dann, der Gong. Die Schritte von Herr Mathe. Eilig, wie immer. Da ist er auch schon im Raum, legt er seine Tasche auf dem Lehrerpult ab, ein Stoffbeutel landet daneben und es wird durchgezählt. Nachdem ermittelt wurde, wer abwesend ist (drei Leute, wegen Unterricht an anderem Ort (Kino)), nimmt Herr Mathe ein Stück Kreide zur Hand.

„Wenn jetzt keine Fragen mehr zur analytischen Geometrie bestehen, möchte ich jetzt mich euch, wie angekündigt, eine schnelle Einheit Wahrscheinlichkeitsrechnung machen, die Erfahrung zeigt, dass die Vorkenntnisse dort immer sehr unterschiedlich sind, während die einen das alles aus dem Ärmel schütteln, wissen die anderen nur, dass acht und drei wahrscheinlich elf sind. So, ich lasse jetzt ein Stück Kreide fallen.“
Wohlgemerkt, dies war in einem derartigen Tempo gesprochen – wow.
Gesagt, getan, er ließ das Stück Kreide zu Boden fallen, es zerbricht und er hebt’s nicht wieder auf. Anschließend holt er Würfel aus seinem Beutel, wirft die ebenfalls (wobei er erklärt, dass ein Zwanzigflächner als Ikosaeder und ein Zwölfflächner als Dodekaeder bezeichnet wird) und holt dann eine Reißzwecke und wirft sie (wobei sie auf den Boden fällt und er sie nicht mehr sieht, der Kurs aber schon und ihm dann mithilfe von „Heiß.“ und „Kalt.“ Hilfestellung bei der Suche gibt). Als vorerst letzten Zufallsversuch nimmt er ein Kartenspiel mit 52 Karten und zieht eine (den Herz-Buben).

Derart anschaulich ist der Matheunterricht sonst nur bei dreidimensionalen Koordinatensystemen. Die baut Herr Mathe dann mit Stiften nach(manchmal auch mit einem richtigen Unterrichtsanschauungsding – ich weiß nicht, wie man das sonst nennen soll, vielleicht moderne Kunst, das könnte man sich durchaus ins Wohnzimmer stellen 😉 ), stellt sie auf einem Tisch auf und ein paar Leute versuchen dann immer, sie umzupusten *unschuldig schau*

Ich muss sagen, ich mag den Unterricht bei Herrn Mathe, einfach, weil er authentisch ist. Er liebt sein Fach und das merkt man ihm an(in Vertretungsstunden in der Mittelstufe hat er immer Taschenrechnerfußball mit uns gespielt). Und es ist ihm ein echtes Anliegen, uns die Geheimnisse der Mathematik näher zu bringen. Das schätze ich sehr an ihm. Außerdem bringt er eine solche Energie dafür auf… Beeindruckend. (wobei wir ja vermuten, dass das damit zusammenhängt, dass er eine Tafel Schokolade pro Tag isst, aber wirklich nicht danach aussieht – irgendwo muss er die Kalorien ja lassen!)

Die Stunde ging munter weiter, unter anderem mit einer kurzen Diskussion, ob man nun besser 1 durch n sagt oder ein entel…
„Mögen Sie etwa keine Enten?“
„Doch, schon, aber die Wahrscheinlichkeitsrechnung hat ja nichts mit Enten zu tun.“

Sowie einer Diskussion darüber, ob man nun sagen kann, dass die Wahrscheinlichkeit, bei der Geburt einen Jungen zu bekommen 50% beträgt, obwohl statistisch bewiesen ist, dass eine Jungsgeburt etwas wahrscheinlicher ist (ganz zu schweigen davon, dass es ja auch Geburten gibt, bei denen es nicht eindeutig ist, Stichwort Intersexualität).

Ich muss schon sagen, ich mag Mathe 😉

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Lehrer, Muffins Schulzeit, Schüler, Schulkram

Eine Antwort zu “Mathe ganz normal

  1. Ein Lehrer wie aus dem Bilderbuch… 😀 Ich mag den Herrn Mathe (und mein alter Mathelehrer wurde Ente genannt. Der hatte schon was mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu tun… xD Wobei der es eher mit p quteln (von uns zu p Pudel umbenannt) zu tuen hatte… 🙂 )

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